Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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zimmet1, m.

¹zimmet, m.,
ältere form von ¹zimt, m.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1359, Z. 40.

zimmet2, m.

²zimmet, m.,
nebenform von ²ziemer, m. (s. sp. 1114). —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1359, Z. 40.

zimmet3

³zimmet
platz Grolman wb. d. spitzbubenspr. (1822) 76ᵇ; funckertszimmet feuerplatz ebda.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1359, Z. 41.

zimt1, m.

¹zimt, m.,
eine einheimische pflanze: wilder zimmet thymus serpyllum, feldquendel (Berner Oberland) Kohler pflanzenarten i. d. Schweiz (1850) 16; Durheim schweizer. pflanzen-idiotikon (1856) 83; eine umdeutung aus wilder zymis wegen des aromatischen geruches.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1370, Z. 23.

zimt2, m.

²zimt, m.,
wegwerfender ausdruck für wertloses zeug, unsinn; anscheinend vor 1880 in Berliner literatenkreisen aufgekommen, vgl.: zimmt unsinn richtig. Berliner (³1880) 46ᵇ; festlichkeit, unsinn (⁷1911) 155ᵇ und 71ᵃ. die bedeutungsangabe 'festlichkeit' scheint nicht genau, wenigstens dürfte in ihr die vorstellung des übertriebenen, hohlen aufwandes enthalten sein, so dasz sich daran die in den belegen faszbaren bedeutungen 'wertloses zeug', 'geringe leistung', 'unnötige umstände' anschlieszen lieszen; vgl.: sogar mein armer vater, der doch schlieszlich ... den ganzen zimt bezahlen muszte, sah beim ersten begegnen mit ... bewunderung zu mir empor Sudermann bilderb. m. jugend (1922) 214; der ganze zimt alles, die ganze arbeit Müller-Fraureuth 2, 706ᵃ; losz der en zah zieh! frög wos dȧr zimmit kosten tut! (erzgebirg. um 1910) ebda; als besiegte kommen wir nicht nach hause, dann wäre der ganze zimt hier ja umsonst gewesen Fr. Knapp strippenflicker (1938) 90. son zimt redensart, wenn etwas nicht klappt Berlin und Neumark; alder zimt wertloses zeug Potsdam; zimt oder zinnober der dienstbetrieb: sie (die alten leute) kennen den ganzen zimt Th. Imme soldatenspr. (1917) 13. sprichwörtlich vorsichtige abweisung wiedergebend: auf den zimt beisz ich nicht an Karl Rother schles. sprichw. 320ᵃ; geld: Th. Imme soldatenspr. 96; 'n ersten krieg' mer zimt Müller-Fr. 2, 706ᵇ; Günther gaunerspr. (1919) 50; geld, ware Ostwald rinnsteinspr. 170. die zweite bedeutung 'unsinn' scheint aus der ersten abgeleitet zu sein: aber er sagte doch, er wer ihr freund. und sie glaubten den zimt doch natürlich sofort! Karl Röttger d. herz i. d. kelter (1927) 111; geisterbeschwörung? so sagt man nicht. wir treiben doch keinen abergläubischen vulgären zimt, keine wahrsagerei, sondern ernste, gewissenhafte forschung zur erbauung qu. a. d. j. 1937; hier, les dir doch mal den zimt selber durch E. Grau d. selige Rogge (1939) 203; dann hörst du dir den zimt (den vortrag) einige mal an oder machst etwas besseres qu. a. d. j. 1920; nun, man könnte in einem runderlasz den zimt etwas auffrischen (gemeint ist der 'vaterländische unterricht' im heere) A. Zweig einsetzg. e. königs (1950) 186. in beiden bedeutungen die wendung mach keenen zimt mach keine (unnützen) umstände Bruns volkswörter d. prov. Sachsen (1916) 77ᵃ; Müller-Fr. 2, 706ᵇ; rede nicht so ungereimt ebda. zur ersten noch einer den zimt machen futuere Müller-Fr. 2, 706ᵇ; und einem den zimt besorgen jemand etwas entgelten lassen Berlin und Mark. inbezug auf die herkunft des wortes liesze der nachstehende beleg an ³zimt denken: se machte en zimt wie fer en feng (pfennig) in dreizen diten (tüten) G. Schumann Bliemchen i. Tirol (1890) 44, doch liegt wohl ein kalauer vor. auch Günther gaunerspr. 50 ist dieser ableitung geneigt, wenn er meint, zimt bedeute geld 'wegen seines leichten gewichts'. unbefriedigend.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1370, Z. 28.

zimt3

³zimt,
ältere schreibung zimmt, m., gewürz von der rinde des zimtbaums (s. d.); erscheint im handel in röhrenform (s. zimtrinde, -röhre), weswegen er auch kaneel genannt wird, und wird in dieser form zum würzen von getränken oder speisen oder zu pulver gestoszen zum bestreuen von brei oder kuchen verwendet; die chemische verwertung deuten die entsprechenden zusammensetzungen an. den antiken kulturen diente er als räucherwerk, zu salben und zur würze des weins. die mittelalterliche und spätere heilkunst benutzte ihn zu arzneien. vermittler des ceylonischen zimts waren die Phönizier, weshalb bis in die neuzeit die meinung galt, der zimtbaum wachse in Arabien. fabeleien über den vogel Phönix und die gewinnung der sprossen des baums s. zimtreis und -vogel. dem worte zimt liegt zunächst lat. cinnamum und cinnamōmum aus gr. κίν(ν)αμον und κι(ν)νάμωμον zu grunde; dies entlehnt aus dem semitischen (hebr. qinnāmōn); der ursprung des hebr. wortes ist dunkel, s. Löw d. flora der Juden 2 (1924) 107 ff. während im romanischen beide lat. formen fortleben (s. v. Wartburg frz. etym. wb. 2, 1, 689), hat ins ahd. nur cin(n)amōmum eingang gefunden, und zwar als cinamin ahd. gl. 1, 324, 46; cinnamin 2, 418, 40 (11. jahrh.); cynimin 2, 401, 34 (11. jahrh.); cinimin 3, 487, 9 (11. jahrh.); cinim̄ 3, 495, 17 (11./12. jahrh.); cinamin 3, 527, 28 (14. jahrh.); zineim̄ 3, 538, 8 (13. jahrh.); cynemyn 3, 551, 59 (14. jahrh.) und als cinamom ahd. gl. 3, 387, 63 (13. jahrh.), denen sich anschlieszen cinamôm, m., (ende 14. jh.) Konrad v. Megenberg buch d. natur 265; 361; cynamôme, m. Walther v. Rheinau 35, 38; Bruder Philipp 1006; 9763. auch in arzneibüchern begegnet die lat. form: nim ... rôsensâmen unde cynamomum Pfeiffer dt. arzneibücher d. 12. u. 13. jhs. 35, 26; 14, 22; 18, 26; das kurze lat. wort: und halb cinamum 2. Mos. 30, 23 erste dt. bibel. das deutsche und lat. wort mischen sich zu cynamomijn Heinrich v. Veldeke Servatius 4183; zynamomyn (hs. N) erlösung 6138; czynamomey (1394) Diefenbach gl. 119ᵃ. ein später nachzügler aus der apothekersprache: dat rückt as luter zinnemamen Grimm kinder- u. hausmärchen 1, 165 Neub. welche ahd. -īn-bildung bei zinnemin pate gestanden hat, läszt sich nicht entscheiden, vielleicht cumin 'kümmel'. fortdauer im mhd.: (negelîn:) zinemîn Konrad Fleck Flore 2082; cynemîn (: sîn inf.) Reinhard Fuchs 1825; nim daz guote cinimin unde daz caferân Pfeiffer dt. arzneibücher d. 12. u. 13. jhs. 13, 10; cinemîn erlösung 6138 Maurer; cynemein (1394) Diefenbach gl. 119ᶜ; cinamayn (1420) ebda; auch cynamay (1486) nov. gl. 90ᵇ; der zinemei dict. nom. verborumque (1620) g 3ᵇ. die nächste stufe bringt ausfall der mittelsilbe, angleichung der nasale und verlagerung des wortakzentes auf die endung: zimin ahd. gl. 3, 551, 59 (14. jahrh.); cimin 3, 538, 8 (14. jh.); (sîn inf.:) zimîn mhd. erz. 3, nr. 144, 90 Ros.; hs.-varianten zymyn, zimeyn zu Konrad Fleck Flore 2082; (negelein:) zymein Heinrich v. Neustadt Apollonius 17 984 S.; cimin Tucher haushaltb. 16 L.; czimmin 11 L.; zimînsmac David v. Augsburg bei Pfeiffer dt. myst. 1, 320; cymin (13./14. jh.) Diefenbach gl. 119ᶜ; czymayn ebda; zimin Heinrich v. Nördlingen bei Steinhausen dt. privatbr. d. mittetalters 2, 11; cymein Pfeiffer d. arzneib. d. 12. u. 13. jhs. 35, 21; auch -n-schwund: des cymeies ein teil ebda 24, 28; cymei unde kannelîn ebda 27, 8; cymey (1394) Diefenbach gl. 119ᶜ; zimei (1487) ebda. danach oder daneben zeigt sich eine andere entwicklung, durch welche der akzent zurück auf die anfangssilbe gezogen wird: (gymme:) zimme minneburg (ostfränk. mitte 14. jh.) 3370 Pyritz; zimirinn 'zimtrinde' Steinhöwel Äsop 170; zimmyrinden (1515) Diefenbach gl. 119ᶜ; czimarindt nov. gl. 90ᵇ; cynnebom ebda; von dem nuiwenn zima bei K. Krieger spr. d. Ravensburg. kaufleute um d. wende d. 15. u. 16. jhs. 60. wenige beispiele belegen diesen vorgang an den formen mit bewahrtem -n: zymmen (1470) bei Martin-L. 2, 904ᵃ; zieman (1437/38) bei H. Fischer schwäb. 6, 1213, aber ihnen kommt aus einer vorauszusetzenden gröszeren menge als den unmittelbaren ahnen der heutigen wortform eine hohe bedeutung zu. indem sich an ihren wortausgang infolge einer gerade bei ihm zu beob, achtenden neigung der deutschen sprache ein -t anfügtewar das anfangsglied der formenreihe, deren schluszglied zimt ist, geschaffen. die ersten fälle liegen schon im 13. jh.: cínment ahd. gl. 3, 51, 65 (13. oder 14. jh.); zinment Biterolf 10615 Jänicke; zinmint (: gint) Hugo v. Langenstein Martina 64, 33; zinment (15. jh.) Diefenbach gl. 119ᶜ; zymment hohes lied 4, 14 Zürcher bibel (1530); zimundrind Diefenbach nov. gl. 90ᵇ. der reim aus der Martina beweist, dasz der endsilbe ein nebenakzent zukam, bedingt durch deren lautstärke und durch anlehnung etwa an mhd. perment, permint 'pergament'. das seines vollen wortkörpers wegen merkwürdige zienement Gryphius Horrib. 64 ndr. hat ihn gleichfalls; auch der r-einschub des schwäb.-mundartl. tsẽmərt H. Fischer 6, 1213 und das wienerische zimmert Hügel Wien 195ᵇ zeugen für einen gewissen silbendruck, wie denn auch die form zimmat zimat dasselbe aussagt: czimatrinden (1419) Diefenbach gl. 119ᶜ; cymatrinden (vor 1500) Ortolf v. Bayerland frauenbüchl. 5 Klein; zimmat Hedio Plutina (1546) 32ᵇ; zimat Hans Sachs 2, 79 Keller; zimatrörn ebda 12, 205 K.; zimmat Paracelsus wundartzney (1565) 37; zimmatrinden Sebiz feldbau (1579) 87; zimmad Kuen oberschwäb. wb. 56; auch tsimmait Tschinkel Gottschee 209. eine form zimmer begegnet gern in der zusammensetzung mit -rinde und -röhre durch angleichung an deren r- und ist daraus gelegentlich verselbständigt worden: zymerrind Mynsinger v. d. falken 39; zimmerrind, -rörlin (1473) bei Schmeller-Fr. 2, 1125; doctor Humery ist genant Zimernkrose ('zimtgekröse') (Mainz) städtechron. 17, 315; negelin, zimmer, imber, galgant Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 11 (s. dazu das vb. zimten). das obersächs. und schles. zeigen gelängten stammvokal: tsīmət bei Müller-Fr. 2, 706ᵃ; ziemet, Logau sinnged. 316 E.; vgl. auch oben zienement bei Gryphius Horrib. 64 ndr. mit ihrer dreisilbigkeit stehen die von Luther gebrauchten formen mit dieser schlesischen in naher beziehung: cinnamen spr. Sal. 7, 17; cynamen hohes lied 4, 14; cynnamet 2. Mos. 30, 22; cinnamet offenb. 18, 13; cynnamet Sirach 24, 20; zinnamet begegnet noch 1677 bei Butschky Pathmos 219. die herrschende lautgestalt der nhd. periode ist zimmet, zunächst mit einfachem -m-: zimet (1472) Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (1511) f 6ᵃ; zymet (1495) Diefenbach gl. 119ᶜ; Keisersberg granatapfel (1510) Ee 5ᵃ; Gersdorff wundartzney (1517) 21, 2ᵃ; zimet Wickram w. 8, 61 lit. ver.; S. Franck sprüchw. (1541) 1, 119ᵇ; dann zimmet: zymmet d. ew. wiszh. betbüchl. (1518) b 5ᵃ; zimmet Ryff confectb. (1548) d 2ᵃ; Wirsung artzneyb. (1588) reg.; Spee trutznachtigall (1649) 50 ndr. die einsilbige wortform taucht unter metrischem zwang schon 1573 in einem schwäb. gedicht bei H. Fischer 6, 1213 auf, dann bei Blancard (1689) c 2ᵃ; weitere belege: Fleming soldat (1726) 324; Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 122; Günther ged. (1735) 430; J. J. Schwabe belust. (1741) 1, 388; zimmt lassen neben zimmet zu bereits Stieler stammb. (1691) 854, Steinbach (1734) 2, 1093, dann Adelung² 4 (1801) 1717. im 19. jh. begegnet zimmet u. a. noch bei Oken allg. naturgesch. (1839) 3, 3, 1526; Behlen forst- u. jagdkde (1840) 7, 533; J. G. Forster s. schr. (1843) 4, 210; E. T. A. Hoffmann s. w. 14, 160 Gr.; G. Keller ges. w. (1889) 4, 231; Fontane ges. w. (1905) I 1, 415. die obd. mdaa. bewahren durchweg zimmet, auch Niederhessen und Waldeck; in Nürnberg und Buttelstedt bei Weimar spricht man zimt. wegen der röhrenform, die der echte zimt beim trocknen des rindenbastes annimmt und in welcher das abendland ihn kennen lernte, trägt er im roman. seit dem 12. jh. die benennung ital. cannella, frz. cannelle; als kaneel tritt dieser name ins lothringische grenzgebiet ein und geht durch vermittlung der Niederlande nach Norddeutschland und Skandinavien.
1)
verwendung in alter und neuer zeit. a) genaue kenntnis und ältere vorstellungen: zimmet, caneel cinamomum 'waͤchset in denen waͤldern der beruͤhmten insul Ceylon auf einen baum, so grosz als ein oͤlbaum, von welchen sonderlich die rinde genutzet wird. diese ist doppelt, und werden beyde zugleich abgezogen, die inwendige aber, als die beste, alsofort von der auswendigen groben gesaubert, in laͤngliche stuͤcke zerschnitten, und an der sonne getrucknet, so lauffen sie selbst in roͤhren zusammen, und erlangen von der sonnen ihre schoͤne helle zimmetfarbe' Marperger küch- u. kellerdict. (1716) 1342ᵇ; Noel Chomel (1750) 8, 2417; zimmt die getrocknete rinde verschiedener arten von bäumen, welche ... zu dem geschlecht der lorbeerbäume gehören Schedel waarenlex. (1834) 2, 720;
der baͤum
...
welch tragen zimet und muszcaten
Wickram w. 8, 61 lit. ver.;
aus diesen nestern, welche die Araber mit list herunterholten, bekämen sie den zimmt K. Fr. Becker weltgesch. (1801) 2, 41. b) als konservierendes und aromatisches mittel; zur salbe für die stiftshütte und zum einbalsamieren von toten: nim zu dir die besten specerey, die edelsten myrrhen, funffhundert (sekel) und cynnamet die helfft so viel 2. Mos. 30, 23;
so schmirens in (den leichnam) denn dreiszig tag
nach einander nach ir gsetz sag
mit zedersafft, zimat und mirren
Hans Sachs 2, 79 K.
diente im altertum zum räuchern: und ein tisch, worauf eine rauchpfanne nebst zwei mit zimmt und safran angefüllten schalen hingesetzt waren H. Meyer gesch. d. bild. künste (1824) 3, 352; ein glutpfännchen mit zimt in der hand E. v. Handel-Mazzetti frau Maria (1929) 1, 48. nach antikem vorbilde: ihr ruͤcht des zimmets brand Lohenstein Arminius (1689) 1, 8ᵇ. wohlgeruch:
sie hatte dienstes keinen bruch,
ir diente ouch adelîch geruch,
mirre, balsme und aloê,
kardomame, gamandrê,
muscâden unde nagelîn,
kubêben, galgân, cinemîn
und aller adelîch gesmac,
der von wurzen riechen mac
erlösung 6138 Maurer;
ich habe mein lager mit myrren, aloes und cinnamen besprengt spr. Sal. 7, 17;
wenn unser Seladon so schoͤn, so zaͤrtlich singt,
und seiner Lalage zimmt, mosch, und biesam bringt
J. J. Schwabe belust. (1741) 1, 388.
gerüche werden mit seinem duft verglichen:
der (ein wunderbaum) gap sô guoten gesmac
daz ingeber und negelîn,
zitwân unde zinemîn,
galgân unde muscât
sô guotes smackes niht enhât
Konrad Fleck Flore 2082;
ich gab einen lieblichen geruch von mir, wie cynnamet und koͤstliche wuͤrtze, und wie die besten myrrhen Sirach 24, 20; dein gewechs ist wie ein lustgarte von granatepffeln, mit edlen früchten, cipern mit narden, narden mit saffran, kalmus und cynamen hohes lied 4, 14;
sein haupt auch raucht und windet
nach zimmet und zibeth
Spee trutznachtigall 50 ndr.;
er (Brockes) versucht das unmögliche, den geruch der viole zu beschreiben, als ob er darin die kraft und den duft verbunden finde von honig, mandelmilch, most, pfirsichkernen und zimmt Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 3, 519; (Ansorge:) das is o noch ne guttschmecke — das macht gar a lieblich gerichl (der hundebraten). (Baumert schnüffelnd:) d'r reene zimmt mecht man sprechen Gerhart Hauptmann d. weber (1892) 35. c) würze von getränken zu heilzwecken und zum genusz, auch zur anfertigung von arzneien:
húet dich vor kelt dyn haupt deck wol,
ab zymmet man dick trincken sol
d. ewigen wiszh. betbüchlin (1518) b 5ᵃ;
wellen dich die suppen zu hert an kommen, ... so bruch die spetzery und würtzen, neglin und zymmet Keisersberg bilgerschaft (1512) 18ᵃ; der weiber monat zeit zufoͤrdern, soll man alle morgen zwo untzen beifuszwasser trincken, oder ... zimmet und saffran Sebiz feldbau (1579) 84; alsdenn mag man der frauwen ein wenig ampffer unnd rosenwasser wermen, mit wenig zimmet und manus Christi vermischet ... und es ir warm zu trincken geben Ruoff hebammenb. (1580) 46; des fraises au vin, avec un peu de canelle et force sucre erdbeeren im wein mit ein wenig zimmet und viel zucker Duez nomencl. 35; Eckarth gab ihm ein gelindes purganz von gedoͤrrter rhabarbar, jalappe und ein wenig zimmet ... ein Ettner v. Eiteritz mediz. maulaffe (1719) 956;
sie haben mir angerathen:
warmen Burgunderwein mit zimmt
Kortum Jobsiade (1799) 1, 56;
der hauptmann befiehlt noch wein, gläser, eine bowlenterrine, zimt, nelken und eine glühende feuerzange Friedrich Wolf besinnung (1947) 115. zu arzneien:
er gienc, als der buchsen treit,
beide nelikin unde cynemin
als er solde ein arzet sin
Reinhart Fuchs 1825;
nim naͤgelin, macis yedes 3 quintlin, pariskoͤrner, langen pfeffer yedes 2 quintlin, muscatnusz, zymet, ymber yedes 2 lot, galgen 1 lot ..., disze kreüter sollen gedoͤrt sein vorhin an der sonnen Gersdorff wundarzney (1517) 21ᵇ. d) gewürz in speisen, auf kuchen u. dgl.: so sein pfeffer ymber zimet negelin und dergleichen lustig und wolschmeckende Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (1511) f 6ᵃ; mit einem wenig saffran, imber, unnd zimmet, mag es wol angemacht werden Ryff spiegel u. reg. d. gesundth. (1544) 51ᵇ; in allem essen trib der Berstain (bürgermeister in Speier) vil schimpfiger bossen, insonderhait aber, als ain tracht ufgesetzt, waren grosze gebratne pieren in ainer süeszen brüe, mit vil zucker und zimmet übersehet Zimmer. chron.² 3, 120 Barack; aber mein ey mitt sietig wasser geklopfft undt zuckercandel undt ein wenig zimmet, hatt mich durchausz courirt (1718) Elis. Charlotte v. Orleans br. 4, 461 Holland;
die ficken musten voller band, das maul voll zimmt und zucker stecken;
drey stunden rieb er vor dem spiegel an krause, weste, knopff und haar
J. C. Günther ged. (1735) 430;
da reichten die Basler den Solothurnern einen becher voll wein und geröstete brotschnitte, welche in wein getaucht und mit zimmt und zucker bestreut waren J. v. Müller s. w. (1810) 22, 24; man setzte uns etwas käse und einige eier nach Schweizer art mit zimmet und zucker bereitet, zum abendessen vor Pückler briefw. u. tageb. (1873) 2, 154; es sei auf einer ... bauernhochzeit so splendid hergegangen, dasz der delikate, mit einer dicken kruste von zimmet, zucker und nelken überhäutete reisbrei mittelst eines dreschflegels verteilt worden E. T. A. Hoffmann s. w. 14, 160 Gr.; wir ... aszen ... knödel mit zimmt bestreut Raimund w. (1881) 3, 493; Grissel, die gerade zucker und zimt über die kuchen streute Fontane ges. w. (1905) I 2, 514; auf dem tisch stand die satte mit der dicken milch für die herrschaft, zucker und zimt und geriebenes brot dabei Clara Viebig d. schlaf. heer (1904) 1, 99; mit zimmet bestüppen spolverare di cannella Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466ᵃ. e) zubereitung und vorrat im haushalt: gestoszne zimet oder negelin haben mehr dann gantze krafft S. Franck sprüchw. (1541) 1, 119ᵇ; schon lange war ein solches artiges mörserchen ihr wunsch gewesen, und der aufmerksame zeugschmied am daher wie gerufen, als er an ihrem namenstage damit erschien und auch was zum stoszen mitbrachte: eine schachtel voll zimmet, zucker, nägelein und pfeffer G. Keller ges. w. (1889) 4, 231;
pim, pim, pim der mörser klinget,
nelken, zimmt, muskatennusz,
alles bald zu staub zerspringet
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 2, 465;
auf dem mohn eine ... lage von gestoszenem zimmet Fontane ges. w. (1905) I 1, 415; als pfeffer ist am hoͤchsten, demnach cardomomum, ... darnach galgan und zimmet und ander Paracelsus opera (1616) 2, 47ᶜ Huser;
ich bringe dir auch ... (kücheneinrichtung)
..... zwü würtzbüchszen
dar yn man pfeffer und negelen duͦt
imber und zymmet und ouch muscatblüt
bei Hampe ged. v. hausrat b 2ᵇ;
von gewürtz, als ingber, pfeffer, neglin, zimet Dryander d. ganzen arzenei gemeiner inhalt (1542) 3ᵃ reg.; zucker und zimmet Schnabel Felsenburg 110, 16 Ullrich.
2)
in übertragener verwendung. a) in übertragenen vergleichen: der zimmet von Zailon, die naͤgele von Moluza, die muscatnusz von Molucha, ... ist unendlich nit so lieblich wie der suͤszeste nahmen Jesus Abr. a s. Clara Judas 2 (1689) 147;
nectar und zucker und safftiger zimmet
...
schmecket zu rechnen mehr bitter als suͤsze
gegen den nectar der zuckernen kuͤsse
Hoffmannswaldau in: discourse d. mahlern (1721) 3, 111;
wuͤrzkrämer Bodmer wuͤrzet auch tugenden: nicht mit pfeffer; nicht mit zimmet: mit wohlstand: welche wuͤrze! Schönaich ästhetik i. e. nusz (1754) 194; alle diese stoffartigen materialien verdauen nun diese hohen geistmenschen, und kneten in ihren berichten, indem sie den zimmt und zucker ihres genies hinzufügen und darüberstreuen, einen sehr genieszlichen brei L. Tieck ges. nov. (1854) 10, 373. b) in der symbolik des volksliedes für etwas kostbares:
es ligt ein schlos in Ostereich
das ist gar wol erbawet
von zimmet und von negelein.
wo findet man solche mauren?
Forster fr. teutsche liedlein 107 ndr.;
die mühlen malen einzig nur
zimmet und muscat
Mittler dt. volkslieder (1865) 201;
wie trauben an den stöcken
wie zimmet und muscat
Erlach volkslieder d. Deutschen (1834) 1, 81.
nachgeahmt:
wie zimmet und muscat,
also thut sich vergleichen
der werde Lingelsheim,
und die nit hat ihrs gleichen
Agnes die jungfraw rein
Zinkgref auserl. ged. 10 ndr.
3)
wörterbücher: zimmet, m., de la canelle; cinamomo, canella Hulsius-Ravellus (1616) 431ᵇ; zimmet oder zimmetroͤrlein caszia, cinnamomum Decimator thes. (1615) reg.; zimmet cassia lignea, cinnamomum, xylocinnomum Reyher thes. (1668) 1060; zimmet, m., cannella, cinamomo Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466ᵃ; zimmet vel zimmt (der zimmtrinde) cinamomum Steinbach dt. wb. (1734) 2, 1093; Adelung² 4, 1717; Campe 5, 868ᵇ.
4)
seltene zusammensetzungen, meist fachwörter (häufige zss. folgen unten an alphab. stelle): zimtalkohol, m., Muspratt chemie 4, 27; -art, f., zimtsorte Ritter erdkde 4, 930; Muspratt chemie 6, 248 St.-K.; -artig, adj., Zschokke ausg. schr. 11, 282; Ritter erdkde (1822) 6, 140; Muspratt chemie 6, 248 St.-K.; -birne, f., grüne sommerbirne schweiz. id. 4, 1500; Dietrich 7, 699; -blatt, n., meist plur. -blätter Oken allg. naturgesch. 3, 2, 1254; zimmetpletter für senneⁿ- blätter des senesbaums, cassia senna schweiz. id. 5, 188; 186; 7, 1012; s. teil 10, 1, sp. 579; dazu -blätteröl, n., Muspratt chemie 1, 124 St.-K.; Karmarsch-Heeren techn. wb.³ 11, 314; abweichend -blatt, n., gebäck für kinder richtiger Berliner⁸ 196ᵃ; -blü, f., gleich -blume bei H. Fischer schwäb. 6, 3485; -bock, m., eine art bockkäfer oder holzbock, der wie zimt riecht Campe 5, 868ᵇ; -bogen, m., zimtbackwerk in bogenform (Tübingen 1757) H. Fischer schwäb. 6, 1213; -brei, m. H. Fischer schwäb. 6, 3485; -brot, n., zimtgebäck schweiz. id. 5, 989; H. Fischer schwäb. 6, 1213; B. Hikmann wien. bewährtes kochbuch 559; -büchse, f., büchse zur aufbewahrung von zimt W. Alexis hosen (1846) 1, 322; mein silbernes zimmetbüchschen G. Keller ges. w. (1889) 4, 299; -duft, m. Schubert leben u. ges. 1, 152; -eis, n., confectur aus zucker mit eiweiszschaum gerührt, mit zerstosznem zimt bestäubt H. Fischer schwäb. 6, 3485; -ernte, f.: zimmeternde A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 943; zimmternte Ritter erdkde (1822) 6, 132; -ertrag, m. Ritter erdkde (1822) 6, 123; Baer reden u. aufs. 3, 288; -essenz, f. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 226; Marperger kaufmannmagazin (1708) 1417; Karmarsch-Heeren technol. wb.³ 6, 565; -geist, m., zimtduftender atem Stieler geharnschte Venus 117 ndr.; branntwein mit zimtzusatz (1766) H. Fischer schwäb. 6, 3485; -gelb, adj. Brehm tierl. 3, 349 P.-L.; H. Fischer schwäb. 6, 1213; -händler, m. Olfert Dappers America (1673) 344ᶜ; -hippe, f., backwerk mit zimt H. Fischer schwäb. 6, 3485; -hohlhippe, f., ebda; -koch, m., torte aus reis, zucker und zimt Adelung² 4, 1717; Campe 5, 869ᵃ; Krünitz encycl. 241 (1858) 360; H. Fischer schwäb. 6, 3485; -kranzel, n., zimtgebäck B. Hikmann wiener. bewährtes kochbuch 559; -kränzle, n. H. Fischer schwäb. 6, 3485; -krapfel, n., ein anderes B. Hikmann wiener. bewährtes kochbuch 559; -kraut, n., baccharis Frischlin nomencl. 92; baccar Diefenbach gl. 64ᶜ; -kuchen, m., H. Fischer schwäb. 6, 3485; -lebzelte, m., eine art zimtkuchen Hohberg georg. cur. 3, 1 (1715) 156ᵃ; B. Hikmann wiener. bewährtes kochbuch 559; -lorbeer, m., echter zimtbaum Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 360; Dietrich 5, 351; Holl pflanzennamen 232ᵇ; -löser, m.: zimmatlöser (beiname Jupiters) Fischart aller praktick groszm. (1607) c 6ᵃ; -luft, f., aromatischer duft Stieler geharnschte Venus 92 ndr.; -mehl, n., gestoszener zimt H. Fischer schwäb. 6, 3485; -motte, f., eine mottenart Campe 5, 869ᵃ; -mus, n., wie -brei H. Fischer schwäb. 6, 3485; -nägelein, n., gleich -blume, -kelch Schedel waarenlex. (1834) 2, 723; Holl wb. d. dt. pflanzenn. 232ᵃ; Karmarsch-Heeren techn. wb.³ 11, 314; schweiz. id. 4, 695; -pilz, m., agaricus cinnamomeus Oken allg. naturgesch. 3, 148; Pichler allerlei gesch. a. Tirol 2, 220; -platz, m., dünner zimtkuchen H. Fischer schwäb. 6, 3485; dim. -plätzel K. G. Anton Oberlausitz 6, 9; -reiher, m., ardea purpurea Naumann naturgesch. d. vögel 9, 63; Brehm tierl. 6, 484 P.-L.; -rolle, f., ein zimtgebäck, hohlhippe H. Fischer schwäb. 6, 1213; auch sonst bekannt; -röllchen, n., Davidis kochbuch (¹⁸1873) 445; -rot, adj., Oken allg. naturgesch. 7, 1749; Brehm tierl. 4, 183 P.-L.; -saft, m., zimtöl Paracelsus chirurg. bücher u. schr. (1618) 19ᶜ Huser; Corvinus fons lat. (1646) 832; -säure, f., J. Liebig hdb. d. chemie (1843) 693; Muspratt chemie 6, 2020 St.-K.; -schmack, m., zimtgeruch: zimînsmac David v. Augsburg in Pfeiffer dt. mystiker 1, 320; -schwamm, m., eine art blätterschwamm, agaricus cinnamomeus Campe 5, 869ᵃ; safrangelber zimtschwamm agaricus croceus Holl pflanzennamen 45ᵃ; -sorte, f., Ritter erdkde (1822) 6, 128; Karmarsch-Heeren techn. wb.³ 11, 312; -span, m., zimtrinde (1751) schweiz. id. 10, 239; -stein, m., eine art des weiszen granats, kaneelstein, hessonit Zappe mineral. hdlex. (1817) 1, 210; Ritter erdkde (1822) 6, 109; Karmarsch-Heeren techn. wb.³ 4, 150; -stutz, pl. -stutzen zimtgebäck Schramek d. Böhmerwaldbauer 184; -sülze, f., Hohberg georg. cur. (1682) 1, 226; Marperger küchen- u. kellerdict. (1716) 1136ᵃ; B. Hikmann wiener. bewährtes kochbuch 597; -syrup, m.; eingedicktes zimtwasser J. Agricola chirurgia (1643) 401; Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 361; -tee, m., mit zimt versetztes teegetränk J. Gotthelf ges. schr. (1856) 1, 151; allg. dt. bibl. anh. zu 53/86, 1797; -tinktur, f., auszug aus zimtkassie in sprit, als blutstillendes mittel verwendet allg. haush.-lex. (1749) 3, 799; Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 361; allg. dt. bibl. (1765) 106, 129; 114, 67; ebda anh. zu 25/36, 3198; -torte, f., (1749) H. Fischer schwäb. 6, 3485; -traube, f., blaue windische Vranektraube Unger-Khull steir. 652ᵃ; -waffel, f., ein zimtgebäck Campe 5, 869ᵃ; eine art blasenschnecke ebda; -wein, m., mit zimt gewürzter wein Rosegger schr. I 2, 352; -würmer, pl., ein zimtbackwerk H. Fischer schwäb. 6, 3485; -würze, f., zimtgewürz Ryff spiegel d. gesundth. (1544) 37ᵃ; Zehner nomencl. (1645) 298; -zeltchen, n., flaches zimtgebäck allg. dt. bibl. (1765) 69, 276; H. Fischer schwäb. 6, 1213.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1371, Z. 8.

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Zitationshilfe
„zimmet“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zimmet>, abgerufen am 29.11.2020.

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