Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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zindel1, m.

¹zindel, m.,
gleich ¹zendel, m. (sp. 631): -e- überwiegt im obd.; frühe belege mit -i-:
wo ist din riches wat mal,
purpur, samit und zindal,
scharlachen und hermin?
visio Philiberti 98 Singer;
und etlich jungelinc volgite ime, gecleidet mit eime zindâle ubir di blôze hût, und si hîlden en, und her warf den zindâl wider und vlôch nackit von en (Mark. 14, 51f.) Math. v. Beheim evangelienb. 106 Bechstein; Jôsêph abir koufte einen zindâl und legite en abe, her want en în mit dem zindâle und legite en in ein grap (Mark. 15, 46) ebda 110; zündel Bastel v. d. Sohle don Kichotte (1648) 169; ehrenged. z. 2. buch von M. Schirmer rosengepüsch 237. ergänzende belege: also reitet manchen der prangeteuffel mit koͤstlichen kleidern, dasz es alles musz sammat und seiden, zindel hie und dort sein F. Rhot Jesus Sirach (1587) 1, 261ᵃ; buͤrgers soͤhnlein haben sich unterstanden guͤlden zindel zu tragen J. Westphal hoffartsteuffel in: theatr. diab. 2, 51ᵇ; etliche unterlegen die durchloͤcherten ermel mit guͤlden zindel Mathesius Sarepta (1578) 50ᵃ;
und hüpsches blumwerck naͤhe dann
inn gelben zindel schoͤn und rein
Spangenberg bei Dähnhardt griech. dramen 1, 212 lit. ver.;
diesen folgten die neun musen ..., die freudige ... mit ... einem von silbernem zindel gemachten gewand aufgeputzte Terpsichore Lohenstein Arminius (1689) 2, 439ᵇ; fräulein Adelheid hingegen in ihrer von zindel und flittern glänzenden nymphentracht hatte ihren ganzen beyfall Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 196; die ausgestopften lämmchen, die wasserfälle von zindel, die pappenen rosenstöcke und die einseitigen strohhütten erregten in ihm (Wilhelm) liebliche dichterische bilder uralter schäferwelt Göthe I 21, 86 W.; der (Wilhelm) muszte für stoff und zindel, leinwand und farbe, für schneider und mahler stehen ebda I 51, 261; 16, 136; zwischen den brüsten versteckt, bemerkte er einen rothen zindel, ... er nahm ihn und wickelte ihn auseinander Tieck schr. (1828) 4, 331. gloss.: cindatum czendel, zindel Diefenbach gl. 120ᵃ; olosericum zindal, zijndael ebda 395ᵇ; sindo, sindon syndal, sindal, zindal, zendal ebda 536ᵇ. zur sache: Heyne hausalt. 3, 229. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1386, Z. 31.

zindel2, m.

²zindel, m.,
aus zind, m., gebildet. 1) neben dem stammwort zind name eines fluszbarsches, s.zind 1 c; benannt nach den stachligen flossen. 2) abair. zinel, zinnel, n. (?), gebund flachs: lini XXVI zineln valent 1 dn (1275) bei Schmeller-Fr. 2, 1132; lini VIII zinneln monum. boica 36, 2, 522; summa lini XXVI zinnel 563; II zinel lini (Straubing anfang 14. jh.) ebda 341; IIIIᵒʳ metr. tritici et II zinel lini 343; läszt sich, wenn die schreibung -nn- als die berechtigte angenommen wird, als bund gehechelten flachses deuten, wobei voraufgegangenes *zindel eine ableitung aus dem verbum *zindeln 'zwischen zinden hindurchziehen, kämmen, hecheln' wäre. zinel anderseits kann nach Falk-Torp etym. wb. 1263 mit anord. tína, schwed. tina, dän. u. norw. tine pflücken, reinigen verbunden werden. unsicher: fimen chlain zindel Prager gl. v. 1432 bei Diefenbach nov. gl. 382ᵃ. 3) zindel als pflanzenname bezeichnet den buschigen wuchs, eine bedeutung, welche sich an dem adj. zinnelecht gekräuselt, büschelig zeigt; diese erklärung gilt sicher für cneorum tricoccum, den spanischen zeiland oder dreiköpfigen zindel Dietrich lex. d. gärtn. u. botan. 3 (1803) 204; Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 667; ob auch für microcala zindel, bitterblatt Prahn pflanzennamen (1909) 42, bleibt offen. 4) die bedeutung 'kleiner haken, strich mit haken' nötigt, das wort zingel (einmal zungel neben zweimaligem zingel) als bezeichnung der arabischen ziffer 1 in folgendem beleg hierherzustellen: unum dat zu[[undefined:einsaboven]]gel ... ringel cum zi[[undefined:einsaboven]][[undefined:nullaboveg]]el tibi decem significabit; si zingel desit ri[[undefined:nullaboven]]gel, nichil significabit (Straszburg. hs. 15. jh.) zs. f. dt. altert. 5, 413.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1387, Z. 37.

zindel3, f.

³zindel, f.,
ostmd. für zingel, s. ¹zingel, f.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1387, Z. 66.

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Zitationshilfe
„zindel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zindel>, abgerufen am 28.11.2020.

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