Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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zink1, n.

¹zink, n.,
senknetz mit bügel zum aalfang Mensing 5, 760; gleich sink, n., ebda 4, 495.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1393, Z. 30.

zink2

²zink,
schallwort:
da gieng ein schusz, dort drey, da zwen,
...
die schlösser auff einander triben,
puff platz, puff platz, zinck zinck, puff platz.
ir viel theten gar laute schmatz
Hans Sachs 2, 391 K.;
schlug er mit seinen feusten gantz
zinck, zinck den esel auff sein schwantz
ebda 9, 484 K.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1393, Z. 32.

zink3

³zink,
älter zinke, m., die fünf, fünf augen im würfel- und brettspiel; entlehnt aus afranz. cinque; das gleiche trifft auf die übrigen zahlen des würfelspiels zu: es, n., die eins (teil 3, sp. 1139), daus, n., die zwei (teil 2, sp. 853), quater, n., die vier (teil 7, sp. 2332), sess, n., f., die sechs (teil 10, 1, sp. 638); für die drei hat sich das franz. wort nicht durchgesetzt, aber zu anfang des 15. jhs. verzeichnet das Stralsunder nd. vocabular troye sint dre oghen up dem terlinc, trinio, und die bezeichnung trōjedūs für den niedrigen wurf von drei und zwei augen ist in der sprichwörtlichen wendung up n trojedus auf geratewohl im nd. noch in jüngerer zeit (vgl. bei Schiller-Lübben 4, 614ᵇ und J. Brinckman plattdt. w. 1 [1924] 151) bezeugt; auch: es, daus, troi Fischart Garg. 271 ndr. älteste belege im summarium Heinrici: quinio zinco, zinke, zingo, zingi ahd gl. 3, 162, 62; zingo 3, 216, 58; ein ahd. beleg zinggo noch im voc. opt. 35ᵃ; danach seit dem 15. jh. in vocabularien und wörterbüchern, das lat. quinio wiedergebend: zincke, zinck Diefenbach gl. 479ᶜ; zinge, zinck nov. gl. 311ᵇ; czynke mlat.-hd.-böhm. wb. 230; zynck auff einem wurffel voc. teut. (Nürnb. 1482) pp 8ᵃ; u. a.; zinck Frischlin (1586) 279ᵇ; Emmelius (1592) 413; Zehner nomencl. (1645) 307; quaterzink quatuor et quinque puncta, seszink sex et quinque puncta, zinkes quinque puncta et unum Stieler 2650; zink, alle zinken Adelung² 4, 1718. die summe der augen auf den gegenüberliegenden seiten beträgt sieben, daher:
das ander ort ein dausz sol hon
und das sol do uff zincken stan
Gengenbach 375 G.
spiel mit einem würfel:
welcher da wirfft die meiste zahl,
derselb sey burgermeister frey.
...
dem ersten auff dem würffel fielen
drey augen: desz erschrack er sehr,
der ander warff zwey augen mehr,
doch sorgt er, es möcht mit dem zincken
bey ihm der burgemeister hincken
Fischart sämmtl. dicht. 2, 150 Kurz;
ein neue manier hat man erdacht,
ein würfel in ein glas gemacht.
wer rüttelt ein quatwer, es oder zinken,
so vil mal musz ers glas ausztrinken
bei Schade sat. u. pasquille 1, 162;
mit zwei würfeln:
so hab ich geworffen zwen zincken,
darumb wil ich den rock allein vertrincken
Egerer fronleichnamsspiel 238 lit. ver.;
so er würfft zwen zincken Keisersberg Marie himelfart 13ᵈ;
ich hab zinck drey, ich wil anfahen.
all zincken, den stein musz ich schlahen
Hans Sachs 6, 141 Keller;
aufsecht, dasz keinr den wurf mir halt!
mein lieber wirt, du bist schabab,
zink quatter ich geworfen hab!
H. R. Manuel weinspiel 1338 Bächtold;
gilts umendum,
so würff ichs an.
sesz zünck ich han
Wickram w. 5, 217 lit. ver.;
nun sechs zinck, welchs eh kompt der trinck Fischart Garg. 151 ndr.; bona fortunae: sein würfel geben alweg zinck drey S. Franck sprüchw. (1541) 1, 14ᵃ;
das gleich zu seines gleichen koͤmpt ...
quattuor drey zu zincke taus
Ringwaldt d. lauter warheit 318;
gleich zu gleichem, die nisz zur lausz,
und quater drey zu zincken dausz
Petri d. Teutschen weiszh. (1605) Ff 6ᵃ;
mit drei würfeln:
das drei, zinck, esz das lasz mir klebn
Wickram w. 4, 39 lit. ver.;
drei würfel zucket ich herfür
und warf zink, quater, drei
bei Uhland hoch- u. niederdt. volkslieder (1881) 574.
würfe, bei denen alle würfel die gleiche augenzahl zeigen: im brettspiel Agricola sprichw. (1534) i 7ᵃ (zit. teil 2, sp. 491); sprichw., schöne weise klugreden (1548) 88ᵇ; all zinck Fischart Garg. 267 ndr.; quines zincken alle Duez nomencl. (1644) 146. warnung vorm würfelspiel:
von zinken, quater, esse
sitzet maniger in kummers esse.
von zinken, quater, drîen
mac maniger wâfen schrîen.
von zinken, quater unde tûs
hât maniger ein unberâten hûs.
von quater, drîen, zinken
muoz maniger wazzer trinken.
von zinken, drîen und quater
weinet maniges muoter und vater
Hugo v. Trimberg renner 11 447 E.
die höhe der würfe dient zur unterscheidung der stände: sesz zink bezeichnet die reichen (geistliche und adel), quater drei den mittelstand, daus es das gemeine volk:
ir tür ist vor den armen beslossen,
den richen muos es eben sin gossen.
sol man denn ain stür geben,
so luogend die richen eben
das sesz zing itt tüg geben,
tusz es hett nicht,
quater dri muos es (hs. er) usrichten.
doch muos der zingg helffen quater dri,
das si in nit tügen beschrigen,
das sesz stat allweg fri
teufels netz 8904; 8907;
taus es hat nicht, ses zinck gib(t) nicht, quaterdrey halten uns frey Luther 51, 651 W.; tausz, esz hat nichts, seesz, zinck gibt nichts, quater, drey helffen frey Faber thes. (1587) 754ᵃ; daus esz hat nicht, sesz zinck wil nicht. quater drey, die geben frey 'das ist, die armen koͤnnen nicht, die reichen woͤllen nit, die mittelmaͤszigen muͤssen die last tragen' Petri d. Teutschen weiszh. (1605) m 7ᵇ; vgl.:
sie (die pfaffen) werffen beid sess zinck und tauss,
beraubn das edle gottes hauss,
moͤchtens wol han gelassen,
solten darinnen dienen gott,
nu raubn sie auff der straszen, ja straszen
(1435) C. Spangenberg manszfeldische chron. (1572) 373ᵃ;
auch dem sechs zinck ungrad zu Rom (d. papst)
wird fallen vom hertzschrein ein trom,
wann er hört bei seinen heiligen tagen,
dasz die ketzer den sieg von tragen
Fischart sämmtl. dicht. 3, 361 Kurz.
morallehre: ein würffel der stot eben als fest uff eim esz als uff einem zincken oder uff einem sesz. also ein mensch sol steiff ston uff dem esz und dusz der widerwertigkeit, als uff dem sesz und zincken des glücks Keisersberg brösamlin (1517) 2, 84ᵇ; allegorische auslegung der augenzahl bei Reinmar v. Zweter 109 R. (zit. teil 2, sp. 854). spielpraktik:
den würffel ich frey knipffen kan,
das er mir gibt, was ich will han,
es sei esz, daus oder drey
ein quater, zincken, ses so frey
Wickram w. 6, 289 lit. ver.;
man musz dem wuͤrffel helffen, dasz er sechs zincken gibt Lehmann floril. polit. (1662) 2, 748. ausrufe beim spiel:
aber schaw da! botz zinck, botz tausz!
da komt mein guter freund, die lausz
Fischart sämmtl. dicht. 2, 135 Kurz;
gotts daus und zinken! O. Ludwig ges. schr. (1891) 3, 645. im kartenspiel: da liegt ein daus — drauf der quater — den stech' ich mit dem zinken W. Hauff w. (1890) 1, 235;
das daus und die sesz und die zinken, die acht,
die haben gar manchen zum schelmen gemacht
O. Ludwig ges. schr. (1891) 3, 646.
dazu die zss. zinkedus, m.: 'ist eigentlich der französische ausdruck der würfelzahlen fünf und zwey: ikk war di enen zinkeduus gewen ich werde dir an den hals schlagen' Dähnert plattdt. wb. 561ᵇ; umgangssprachlich dän. sinkedus, schwed. sinkadus ohrfeige; derselbe scherzhafte bernerische ausdruck besagt soviel wie eine rarität Schmeller-Fr. 2, 1138. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1393, Z. 42.

zink4

⁴zink,
das zahlwort fünf, wie das vorige aus dem franz. cinque, nur in der zss. zinkpasz, m.: 'staticuli, Catoni gestus sunt saltatorii, quibus ad statos musicos contentus subsistunt, der zinckpasz, quinque pass., wenn man zu gewissen noten still steht' Corvinus fons lat. (1646) 835; zinckepasz 'ein sonderlicher dantz, m., les cinq pas ou la gaillarde, une sorte de danse, staticuli, vel quinque passus chorae genus, in qua saltantes intermissa musica subsistunt' Duez germ. gall. lat. (1664) 716; zinckenpasz, m., '(art eines dantzes) i cinque passi, la gagliarda ..., les cinq pas, la gaillarde' Rädlein (1711) 1095ᵇ. s. unten ²zinken, m. II B 6.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1395, Z. 45.

zink5, n.

⁵zink, n.,
das metall zink; bis ins 19. jh. der zink, so noch bei Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 222, Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1023ᵃ; Gottsched sprachkde (1748) 173 stellt inbezug auf das geschlecht den zink mit dem tomback und dem stahl zusammen; Adelung wb.² 4 (1801) 1718 gibt das m. geschlecht an, kennt aber aus 'manchen gegenden' das zink; bei Campe wb. 5 (1811) 869ᵃ wird allein der zink vermerkt. aus Frankfurt berichtet Askenasy 199, dasz noch der zink vorgezogen werde; schriftsprache und mundarten kennen jetzt nur noch das zink. die lat. benennung der fachsprache zincum, von anfang an n. nach dem muster aller lat. metallnamen, und der name des zinks in den europäischen sprachen sind dem deutschen entlehnt: franz. zinc (17. jh. zin, zain), engl. zinc, ndl., dän. (auch sink), schwed., russ. zink, lit. cìnkis, poln. cynk, ital. zinco. die metallische natur des zinks hat Paracelsus erkannt und ihm den namen gegeben: nun weiter von der geberung der metallen so wissent, das ir ein gute zal ist. dan das ist ein metal, das das feur gewaltigen mag und vom man in ein instrument mag gebracht werden. als nemlich ist golt, silber, eisen, kupfer, blei, zinn, dise seind am tag für metallen erkent. weiter seind nun auch etliche metallen, die nit (in) der geschrift, in der philosophei der alten oder in der gemein erkent seind, und doch metallen. als der zinken, der kobolt, die sich vom feur lassen hemmern und schmiden (1526 und anfang 1527) s. w. I 3, 49 Sudhoff. die nächste erwähnung fällt in die jahre 1533/34 s. w. I 9, 474 Sudhoff; darauf folgt die bemerkung in seiner 1538 zu St. Veit in Kärnten geschriebenen chronik des landes Kärnten: item (ist in Kärnten) das erz zinken, der weiter in Europa nit gefunden wird, ein gar frembdes metall, sonderlich seltsamer denn andere s. w. I 11, 13 Sudhoff. wichtig ist noch folgende bemerkung: desgleichen die den zinken gieszen, fallen in viererlei subtil rauch, in den venerischen, martialischen, jovistischen, und eines unzeitigen zwiters s. w. I 9, 502 Sudhoff. aus der nennung des zinken gemeinsam mit den vor Paracelsus bekannten anderen sieben metallens. w. I 3, 49 Sudhoff ist das quecksilber nicht genannt, weil an dieser stelle nur von der schmiedbarkeit die rede ist —, aus der erwähnung seines schmelzens und der rauchbildung (flüchtiges zinkoxyd) u. a. schlieszt P. Walden (brieflich), dasz Paracelsus unter zinken tatsächlich das (vielleicht gelegentlich und unter verhindertem luftzutritt zu reduzierende) rohzink versteht. die von W. Hommel zs. f. angew. chemie 32, 1, 74 (jahrg. 1919) vertretene ansicht, Paracelsus gebrauche den namen zinken für das erz zinkblende, erklärt nicht das flüssigwerden, da dies bei erzen nicht vorkommt. diesen zeugnissen widersprechen andere stellen nur scheinbar, da sich in ihnen nur die Paracelsus eigene meinung von der zusammensetzung der metalle aus den drei prinzipien, d. i. den grundstoffen schwefel, quecksilber und salz, und ihrer gegenseitigen verwandtschaft ausspricht: wie nuhn also die metallen geboren werden, und seind, also das der recht metallisch flusz unnd geschmeidigkeit hingenommen ist unnd getheilt in die sieben metallen, wie obsteht, so bleibt ein residentz da im ares, als die fæces der dreyen ersten, ausz dem wachst der zincken, welchs ein metall ist, unnd doch keiner; auch der wiszmat unnd ihres gleichen, die da flieszendt unnd etlichs theils geschmeidig seindt. unnd doch, wiewol sie etwas anhangend den metallen mit dem flusz, so seindt sie doch nur basthart der metallen, das ist etwas ihnen gleich und doch nicht. der zinck ist das mehrer theil ein basthart vom kupffer, der wiszmat vom zinn bücher u. schr. (1589) 8, 142 Huser; man beachte die hier gebrauchte kurzform zink; und wie ir hie mit dem schwefel verstanden, also habt ir auch mercurium cupri, mercurium des bleierz, mercurium des zwiters, mercurium des zinken, mercurium des arseniks und dergleichen (1533/34) s. w. I 9, 474 Sudhoff. ein zweiter fall der kurzform zink im nom. ist dieser: nun wirt wieder ein metall, ausz dem koboleten, derselbig metall, laszt sich gieszen, fleuszt wie der zinck zwen tractat von mineralibus. die kenntnis eines minerals zink schreibt die schrift 'triumph wagen antimonii Basilii Valentini' hg. v. Joh. Thölde (1604) 91 ihrem angeblichen verfasser, der nach der überlieferung ein Erfurter Benediktinermönch aus der mitte des 15. jhs. gewesen sein soll, zu: es wird auch wol ohne die gewissen metall ein mineral geboren aus den tribus principiis ..., als victriol, antimonium und anders mehr, als kobelt, zincken, marchasit, oder wiszmut. nun gehört aber nachweisbar diese schrift nach inhalt und sprache der zeit ihres erscheinens an und der verfassername ist vom herausgeber erfunden. zurückhaltend äuszert sich 1546 Georg Agricola: cum hac cadmia et pyrite cognationem habet mistum, quod Norici et Rheti zuicum (offenbar druckfehler für zincum) vocant de natura fossilium lib. X (s. 368 des sammelbandes Basel 1558); ebenso 1565 Georg Fabricius: nonnulli id (das metall antimon) esse volunt, quod cincum nominant metallici, id quod fundi potest, sed tractari malleo non potest de metallicis rebus 27ᵇ. die nächste kunde gibt Mathesius: in Freyberg hat man roten und weiszen zinck Sarepta (1571) 28ᵃ. aber noch 1574 ist dem hervorragenden fachmann Lazarus Ercker nur das zinkerz galmei bekannt, vgl.: zu dem messing brennen, wie es zu Kauffingen im land zu Hessen und zu Ilsenburg am Hartz gehalten wirdt, braucht man goszlarischen galmey, den man ausz den schmeltzoͤfen alda samlet beschr. allerfürn. ertzt (Prag 1574) 118ᵃ. 1595 nennt G. Rollenhagen an dem gleichen vorgang zink beteiligt:
wie kupffer wird zum fewr gebracht
und mit galmey also versetzt,
das draus gut messing wird zu letzt.
geferbet wie ein guͤlden ringk,
wenn er trinckt gosslarischen zinck
froschmeuseler (1595) n 5ᵃ.
um dieselbe zeit berichtet Loehneyss: im schmelzen der erze sammlet sich in der vorwand unten im ofen in kluͤfften, da es nicht dicht ausgestrichen worden, zwischen dem schieferstein ein metall, so zink oder conterfeht genennt wird. wenn sie an die vorwand klopfen, so fleuszt es in einen trog heraus den sie untersetzen. es ist weisz wie zinn, aber härter und ungeschmeidiger, und klingt als ein kloͤcklein bergbuch (Straszb. 1599), zit. nach Frisch 2, 478ᶜ; ebenso: zinck oder contrafaict, ist ein metall weiszlich als zinn, doch haͤrter und spreu, so sich im schmeltzen der ertze an die vorwand setzet Chr. Berward interpres phraseologiae metallurgicae (1673) 35. man kennt im 17. jh. also zink nur als ofenbruch, als weiszes nichts (s. u.) und in legierungen, für welche die bezeichnung conterfey, d. h. 'nachbildung' (nämlich des goldes durch zusatz von zink oder galmei zum kupfer, wodurch messing entsteht) kennzeichnend ist; man gibt sogar die benennung metall auf und gebraucht die ausdrücke mineral, materia und halbmetall, vgl.: vom speauter so auch zinck genant wird. das schwere gewicht ... dieses minerals ... (es) ist aber noch gantz unzeitig und fluͤchtig ... Laz. Ercker aula subterranea (1672) 303 (anh. zu buch 4 von Ercker beschr. allerfürn. ertzt); zinck, ist eine weisze materia, so sich von den Rammelsbergischen ertzen (bei Goslar) an die oͤfen ansetzet, und machet das kupffer gantz weisz G. Junghans gräublein ertz (1680) f 3ᶜ; davon abhängig Hübner cur. u. real. lex. (1714) 1735 und Noel Chomel öcon. u. physic. lex. (1750) 8, 2419; dieses lexikon bemerkt: er laͤsset sich gieszen, aber nicht haͤmmern. als ein halb metall bezeichnet es Minerophilus bergwerckslex. (1730) 734 und fügt hinzu: (er) hat kein à partes ertz vor sich, sondern ist als eine neue geburth aus mancherley ertz ... anzusehen; denselben ausdruck halb metall gebraucht Henkel pyritologie 570 nach Frisch 2, 478ᵇ; ähnlich: zinck ist ein unvollkommenes metall oder bleyertzt, das sich gieszen, aber nicht haͤmmern laͤsset Zincke allg. öcon. lex. (1744) 3360; zink ein blaulich weiszes halbmetall Lichtenstein entdekte geheimnisse (1778) 221. 1805 entdeckten die Engländer Sylvester und Hobson, dasz sich das zink hämmern läszt, wenn man es auf 100° erhitzt. die kenntnis des jahrzehnts danach ist aus folgendem beleg ersichtlich: zink wird entweder zufällig bey der verschmelzung zinkischer bleyerze durch den zinkstuhl ausgebracht, oder durch die reduktion des galmeyes oder der zinkischen ofenbrüche erhalten ... der reinere ostindische und englische, so wie in neuern zeiten der schlesische zink ist von blättrigem bruch in strahligte übergehend; der in bleyöfen gewonnene ist unreiner und der schlechteste von ganz körnigtem bruch Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 222. die verwendbarkeit zu hohlgusz zeigte 1833 Krieger in Berlin. mit kupfer legiert ergibt zink das messing und den tombak, mit kupfer und nickel das neusilber. den veralteten namen des zinks spiauter behandeln O. Schade altdt. wb.² 2, 1264 und teil 10, 1, sp. 2213; neuerdings stellt H. M. Flasdieck zinn und zink (1952) 78 ff. dieses wort mit engl. spelter, ndl. spiauter, nordfranz. espiautre (14./15. jh.), nordwestnd. spialter in einen alten kulturzusammenhang, welchem ein nordseegerm. *speltir als bezeichnung eines anderen metalls (der bronze?) angehört habe, bis ihm die ausbeutung westdeutscher lagerstätten des zinkerzes die neue bedeutung verliehen habe. die alten kannten nur den galmei (s. teil 4, 1, 1, sp. 1200) und dessen destillat, das weisze zinkoxyd, zinkweisz, zinkblumen, zinkblüte, ein pulver, das früher wegen seiner ähnlichkeit mit schneeflocken nix alba genannt wurde, woraus nihilum album, weiszes nichts, auch nur nichts, nicht wurde; als augensalbe augennichts genannt. diesen stoff verwendete man schon im altertum als salbe gegen die albugines oculorum, cicatrices, ulcera oculorum (s. ²zinken, m., I B 5), auch benutzten es die maler zur farbe. noch eine andere form des destillats war bereits den alten bekannt, eine feste, zackenförmige masse, die sich als ofenbruch (s. teil 7, sp. 1158) an den wänden des schmelzofens ansetzte. diesen oder wohl die ebenfalls kristallinisch zackige zinkblende haben nach dem zeugnis des Georg Agricola und des Georg Fabricius (s. oben) zur zeit des Paracelsus die kärntischen hütten- und bergleute den zinken (d. i. ²zinken, m.) genannt, und von ihnen hat es dieser übernommen und auf das metall übertragen. der beleg für dieselbe wortform bei Thölde im jahre 1604 hat keinen eigenwert, da dieser alchimist sie höchstwahrscheinlich aus den schriften des Paracelsus, deren teilweise kenntnis bei ihm nachgewiesen ist, bezogen hat. für diese annahme spricht auch das verspätete auftreten der langform, nachdem bereits Paracelsus zur kurzform zink im nom. gelangt ist (s. oben) und nachher das lat. zincum als auch das deutsche wort nur noch in dieser, jetzt auch in den flektierten kasus, erscheinen, vgl. den akk. zink bei Mathesius und G. Rollenhagen oben. andere etymologien, wie eine herleitung aus pers. seng 'stein' in den mitt. d. kk. centralcommission (Wien 1887) 13, 18 oder von der augenkrankheit der zinken (s. ²zinken, m., I B 5), deren name zu einem vermeintlichen germ. *tinkaz 'weisz' zs. f. dt. alt. 42, 163 bezogen wird, kommen nicht ernstlich in betracht. wenig gebucht: zinck oder spiauter (der oder das) zink or spelter, a modern metal Ludwig teutsch-engl. (1716) 2596; zinck marcasita pallida J. Walbaum synon. id. Lubecensia (1769) 384; regelmäszig erst seit Adelung; sachwörterbücher s. oben. literarische belege: dagegen hab ich ... einen falschen ring ... gekaufft, welcher von zinck ... war Schupp schr. (1663) 226;
ein ring von zinck kan an den haͤnden
als waͤr er gut die augen blenden
Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 2, 214;
hier war ein aderngang von gold- und silbererz,
dort wiszmuth, bleyschweif, zink, und wieder anderwerts
König ged. (1745) 250;
sie sind aus einem erze gegossen, das unserm pinchbeck gleicht und wie das messing eine mischung aus kupfer und zink ist Göthe IV 21, 87 W.; dagegen das gold sich zum reinen gelben erhöht, das kupfer zum rothen hinanrückt, welches unter gewissen umständen sich fast bis zum purpur steigert, durch zink hingegen wieder zur gelben goldfarbe hinabgezogen wird ders. II 1, 208 W.; weil ... zink aber, damit vermischt, tomback giebt Immermann w. 1, 113 Hempel; soll ich nach metallen und steinkohlen wühlen? nach galmei, zink und solchen hübschen bissen? Holtei erz. schr. (1861) 7, 59; ich kaufte mehr ländereien. kaufte rings herum, wo ich zink witterte, kohlenlager ebda 24, 74; ringsum an den wänden ... stand sarg an sarg und vorn neben der türöffnung noch ein kleiner kindersarg aus zink K. Kluge Kortüm (1938) 121. bildlich: es ist unnoͤtig denselben weitlaͤufftiger zu recommendiren, weil ein jeder vernuͤnfftiger leser leichts selbst urtheilen wird, wie weit sophistischer zinck vom golde ... zu unterscheiden Hoyer eigentl. untersuchung (1696) )( 4ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1953), Bd. XV (1956), Sp. 1395, Z. 56.

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Zitationshilfe
„zink“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zink>, abgerufen am 27.11.2020.

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