Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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zinnen-

zinnen-
apfel, m., 'zinnenknopf, pomo, globo della sommità' Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1467ᵃ; ungeschichtlicher grammatikeransatz, da nur nd. und ndl. tinappel belegt ist; selbst im hd. text nur bis zu tinapfel umgestaltet: dô vorstôrete der bâbist di apgote. der wâren zwêne und sibentzic, und di tûvele furen ûz den bilden, und der Rômer apgot, der tûvel, nam den tynaphel obene von der kirchen, der ist von erze gegozzen und ist kunstic heidenisch werc und ist wol alsô grôz alsô ein bakoven. disen furte her von sente Pêters munster, dâ her noch hûte dises tages stêt, und daz loch an der kirchen, dô der tynaphel ûffe stunt, daz stêt noch offen, unde enmac nimant vorbûwen, wanne di kirche ist gar grôz und enhât nirgen kein sûle in ir Hermann v. Fritslar in: dt. mystiker 1, 230 Pf. der tinappel war nach dieser beschreibung ein ehernes bildwerk oben auf der kirche; in mnd. quellen die zierde auf der turmspitze, eine pyramide oder knauf: pinnaculum tinnappel alz up dem torne voc. bei Schiller-L. 4, 545ᵃ; do leten de Romere enen tynappel geten van ere, unde leten den vorgulden unde setteden den boven uppe den tempel ebda; van dem overswengen blixem to middernacht vel an ein torn van dem blixem under tinappel und entfengede den torn int norden, und brande van boven dal wente nedden ut (Magdeburg) städtechron. 7, 402. auch die bekrönung eines trinkgefäszes: 5 β Ludeken Egerdes gegeven vor dre schilde unde den tynappel weddertomakende up den sulveren becker (Braunschweig) ebda 16, 533. schlieszlich die zinne des tempels: de duvel sattede en uppe den tinappel des tempels Magdeburger quelle von 1484 bei Schiller-L. 4, 545ᵃ; vgl. Frisch 2, 478ᶜ. gekreuztes nd. tinne und ndl. pijnappel, vgl.: doen voerde hij Jhesum up den pijnappel des tempels bei Verwijs-Verdam 6, 329; vat dat dry pijnappel of pinnen hevet tridental v. d. Schueren teuthonista 298ᵃ Verdam; pijnappel seinerseits umgebildetes pinakel, das lat. pinnaculum: die tempel Salomons had drie pinaculen, dats pinappelen bei. Verwijs-Verdam 6, 348. buchung: pinnaculum tynappel, tinappel (15./16. jh.) Diefenbach gl. 435ᵇ; nov. gl. 292ᵃ. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1956), Bd. XV (1956), Sp. 1459, Z. 77.

zinnen-

zinnen-
in seltenen oder wenig belegten zusammensetzungen: -artig, adj.: Rosegger schr. (1895) I 3, 115; -aufsatz, m., aufgesetzte zinnenreihe Gregorovius wanderj. in Italien (1892) 4, 101; -bau, m., poet. ein zinnengekrönter bau A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1879) 1, 381; Dahn ged. (1908) 296; -befestigt, adj.: die ... zinnenbefestigte mauer J. H. Voss Odyssee 317 Bernays; -bekrönt, adj.: eine zinnenbekrönte mauer Schlosser präludien (1927) 109; -bekrönung, f., s. oben; -brüstung, f., zinnenbewehrung (der chinesischen mauer) Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 247; -fenster, n., die lücke, scharte zwischen je zwei zinnen Müller-Mothes archäol. wb. (1878) 998ᵇ; Mothes ill. baulex. (1882) 4, 515; -gewehr, n.: tynnengewehre ringmauer bei Schiller-L. 4, 546ᵃ; -hoch, adj.: zinnenhohe mauer Göthe I 3, 23 W.; -kitt, m., kitt zum verstreichen der fugen zwischen den steinplatten einer altane schweiz. id. 3, 576; -klimmerin, f., poet. von der feuersflamme Harsdörffer Diana 3, 15; -kraut, n., die pflanze thrincia, als zinnenkraut nach dem griech. θριγκός 'zinne' wegen des kronenartigen federkelchs benannt: Martin pflanzennamen (1851) 113; -krone, f., wie zinnenkranz Gaudy s. w. (1844) 2, 25; Eb. König Thedel v. Wallmoden 7; -krönung, f., dasselbe M. Heyne hausaltert. 1, 319; Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 1, 128; Weigand d. löffelstelze (1919) 32; -loch, n., zinnenscharte Hans Sachs 9, 277 K.; -lücke, f., wie zinnenfenster, -scharte Müller-Mothes archäol. wb. (1878) 998ᵇ; Mothes ill. baulex. (1882) 4, 515; Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 872; -reihe, f. Müller-Mothes archäol. wb. (1878) 999ᵃ; Mothes ill. baulex. (1882) 4, 515; Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 327; -saat, f., gleich zinnenkraut E. H. F. Meyer Preuszens pflanzengattungen (1839) 147; Jak. Sturm flora v. Deutschl. 14, 85; Prahn pflanzennamen 60; -scharte, f.: zinnenscharten die brustwehr (Ulm 16. jh.) bei Fischer schwäb. 6, 1218; -schmuck, m. Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 665; -schnitt, m., s. oben; -wand, f., mit zinnen besetzte mauerwand A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1879) 2, 63; Vischer lyr. gänge (1900) 61; -wehr f., zinnenwehrgang hist. volkslieder 3, 589 Liliencron; -weise, adv., in zinnenweise, wie zinnen (heraldisch) Spener op. herald. (1680) 129; 531; -zahn, m., mauerzacke, brüstungsstück zwischen zwei schieszscharten, gleich zinne Mothes ill. baulex. (1882) 4, 515; Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 872.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1956), Bd. XV (1956), Sp. 1461, Z. 69.

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Zitationshilfe
„zinnen-“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zinnen->, abgerufen am 29.11.2020.

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