Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

zugriff, m.

zugriff m.
mhd. zuogrif mhd. wb. 1, 572ᵇ; Lexer 3, 1192, mnd. togrepe Schiller-Lübben 4, 564ᵃ. 1) feindseliges zugreifen, in älterer zeit dasselbe wie angriff: bey dem glaitsbruch und zugriff an ettlichen kauffleutten ... geübt Th. v. Absberg 117 lit. ver.; was aber plackerei, zugrief, ungehorsam oder andere gewalt und frevelsachen wehren ständeacten Joachims II. 1, 101 Friedensburg; damit durch gewaltsame, kundbarlich unbefugte zugriffe andere ... nicht ... sich zu vereinigen gezwungen werden Leibniz d. schr. 1, 222; dreiste zugriffe untergeordneter Häusser deutsche gesch. 4, 691. 2) gewinn, einkünfte: da ... das kriegsvolck sein underhalt, gewinn und zuegriff nit mer gehaben solt, dasz sie in irem eignen vaterland ufruer und empörung anfahen L. v. Schwendi bei A. Eiermann 128. 3) rechtlicher anspruch anticipatio, contrectatio Stieler 700: das dem zugriff der gläubiger im zwangsvollstreckungsverfahren entzogene existenzminimum hdwb. d. staatswiss. 4, 1179. 4) wie zugreifen 1 d, 2 d: unser Schiller that dieses noch mit kühnerem zugriff Heine 5, 481 E.; zu feig zum rüstigen zugriff Rosegger II 2, 151. sprichwörtlich: viler zuͦgriff helt ein schiff S. Franck sprichw. (1541) 1, 15ᵃ; Eyering prov. cop. 3, 349; Petri 2, X x 1ᵃ. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1924), Bd. XVI (1954), Sp. 441, Z. 50.

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