zurückstehen v
Fundstelle: Lfg. 5 (1931), Bd. XVI (1954), Sp. 704, Z. 64
1) räumlich: steh du zurück, das du den ball empfahest, wenn er über mich fleucht Orsäus nomencl. meth. (1623) 313; alle figuren ... mit einem fusz auf der fuszspitze zurückstehend J. G. Forster 3, 501; auf den unterkiefer, der mit seinen zähnen ... gegen den oberkiefer zurücksteht Sömmering bau des menschl. körpers 5, 33. 2) von dingen, die noch zu thun bleiben: allein das schlimmste hindernisz steht noch zurück Dahlmann frz. rev. 185; rechnungen stehen zurück; die Deutschen ... legten es mehr dem gutsherrn zur last, wenn er seine gefälle z. liesz Just. Möser 3, 322. 3) an leistung und werth z.: wenn ich sonst noch mit manchem zurückstehe, so verzeihen sie Göthe IV 19, 129 W.; ingleichem stellen wir uns nicht vor, ... wie weit man überhaupt zu ende des siebzehnten jahrhunderts noch im experimentiren zurückstand II 4, 22 W. 4) verzichten, vgl.zurücktreten: wo sie an diser irer begern zuͦruckstehen musten Sleidanus reden 168 B.; man fand abscheulich, dasz der mann von verdienst immer z. müsse Göthe 22, 17 W.
wir Unterwaldner stehen frei zurück
Schiller 14, 323 G.
überhaupt zurückgesetzt, miszachtet werden: die armen müssen allezeit z. Kramer 2, 945ᵃ; sonst werden wir armen diener ... bei verdrieszlichen angelegenheiten vorgeschoben, bei angenehmen ereignissen stehen wir zurück Göthe 17, 16 W. auch von unpersönlichem: wo man das placebo singt, da musz die wahrheit z. Pistorius thes. paröm. 670; natürlich ist es ... die erstere dieser beiden anforderungen, welche z. musz Schopenhauer 4, 223 Gr. 5) veraltet 'einen im stiche lassen':
die götter stehn ihm gar zurück
Jac. Ayrer dramen 2, 1293 K.
Zitationshilfe
„zurückstehen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zur%C3%BCckstehen>, abgerufen am 20.05.2019.

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