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Fundstelle: Lfg. 6 (1933), Bd. XVI (1954), Sp. 881, Z. 32
1) was zu erwarten ist: dir steht zuͦ das ende und all zuͦversichtliche ding vor zuͦ bedencken Carbach Livius 38ᵇ; denen umb zuversichtlicher besserung das leben geschencket ward M. C. Schütz hist. rer. pruss. (1582) 1, f 4ᵇ. von personen: z., euer königliche maiestät werden damit gnädigst und wol zufrieden sein Jac. Ayrer proc. juris (1600) 272. auch zuversichtiglich: z., ire fürstl. gnaden würde irer beider erklerung ... annemen ebda 2, 9. person, auf die man sich verlassen kann, in der höflichen anrede: mein zuversichtlicher freund Stieler 2027; Kramer 2, 752ᶜ; Harsdörfer gesprächsp. 1, b b 5ᵃ, beförderer Chr. Weise polit. redner (1577) 199. in gleichem sinn: mit zuversichtlicher bitte Neumark neuspr. palmb. (1668) xiv; nun ... trage ich das dienstliche und zuversichtliche vertrauen, er werde mich hiermit mehr und mehr verpflichten Harsdörfer gesprächsp. 1, c c 8ᵇ. 2) worauf man sich verlassen kann: wenn ich ihnen hiervon ... nichts zuversichtliches schreibe Gottschedin br. 1, 94; die zuversichtliche ankündigung Herder 12, 384 S., erwartung A. Humboldt kosmos 3, 573, behauptung Thümmel reise in die mitt. prov. 6, 237, gewissheit Schleiermacher s. w. I 3, 13. 3) von dem sinn, der zuversicht hat: ein ... kindlich glaubendes, zuversichtliches hertz Dannhauer catech.-milch 6, 47; und sein zuversichtliches gemüt entfernte alle besorgnisse Novalis 4, 83 M. besonders von der z., die man zu sich hat: kein schichteres zagen sondern viel lieber ein zuversichtliches wagen Joh. Riemer polit. hasenkopf (1685) 6; er ist der zuversichtliche sieger, der die festungen liegen läszt und das land einnimt Lessing 13, 123 M.; ungeachtet dieses zuversichtlichen stolzes, welcher ihn von seiner eignen grösze überzeugt Rabener s. w. 5, 152; mit zuversichtlichen tone sagte er Klinger w. 4, 254; das zuversichtliche wesen des alten herrn ... hatte kräftiger auf ihn gewirkt O. Ludwig 1, 292 E. Schm.; die philosophen wurden zuversichtlicher in ihren schlüssen Fr. A. Lange gesch. d. materialism. 20. 4) z. als adv.: doch vermane ich alle klosterfrauen, das sie got z. anrüffen umb hilf Eberlin v. Günzburg 1, 33 ndr.; viel reiffe früchte z. erwarten Harsdörfer t. secretarius 1, 125; ich vermuthe es z. Gottschedin br. 2, 203 R.; der brief ... ist z. nicht von meiner schwester Knigge rom. m. lebens 3, 151; ich weisz ja z. W. Hauff s. w. 1, 310; ich hoffe z. Bismarck polit. reden 4, 64. —
Zitationshilfe
„zuversichtlich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zuversichtlich>, abgerufen am 23.07.2019.

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