Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

zweifelfall, zweifelsfall, m.

zweifel(s)fall, m.,
in heutiger sprache wohl nur noch zweifelsfall; vereinzelt als fall, bei dem man sich nicht zu helfen weisz:
die gantze nachbarschaft, wann zweifelfall fürgienge,
rath, hülff und schutz von ihm zu jeder zeit empfienge
W. H. v. Hohberg unvergnügte Proserpina (1661) 73ᵇ.
hauptsächlich als fall, den man nicht entscheiden kann, weil zwei möglichkeiten vorliegen: übrigens werde ich, lieben amtsbrüder, in jedem zweifelfalle die milde der härte vorziehen Jean Paul w. 49, 380 H.; (von der konkordienformel) jeder pfarrer ein exemplar besitzen muszte, um sich in zweifelsfällen darnach zu richten Herm. Petrich Paul Gerhardt (1907) 126. formelhaft im zweifelsfalle = in dubio: im zweifelsfall allg. dtsche bibl. (1765) 96, 376; im zweifelfalle W. H. Riehl gesch. aus alter zeit (1863) 1, 131; auch als fall, dessen ausgang ungewisz ist: der professor zweifelt, und ich bin ganz dagegen, mich dem zweifelfall auszusetzen Herder an Merck 1, 18 Wagner.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1938), Bd. XVI (1954), Sp. 1006, Z. 67.

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Zitationshilfe
„zweifelsfall“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/zweifelsfall>, abgerufen am 20.10.2021.

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