Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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a

Fundstelle: Band 1, Spalte 1, Zeile 1 [H. Schmidt]
A   der erste buchstabe des deutschen alphabets. über seine lautliche geltung in der hochsprache s. Siebs/B. hochspr. 1636–40,49,57 f. und Duden, gramm. (Mannh.) 27 ff., 39–44 G. weiteres bei Essen phonetik (1953) 58 f.; Wängler sprachlaute (1958) 35 u. tafel 15 f.; wb. d. dt. ausspr. [1964] 32 f. (1) herkunft des buchstabennamens: nach W. Schulze habendie römischen schulmeister’ die aus Griechenland übernommene ‘physiologische klassifikation der buchstaben in φωνήεντα, ἡμίφωνα und ἄφωνα’, d. h. in vokale, semivokale und mutae ‘zur schaffung einer eigenen nomenklatur des alphabets benutzt, die .. im wesen der sache eine unabhängige neuschöpfung ist’, indem sie spätestens im 3. jh. vor Chr. zunächst die vokale mit ihren lautiernamen (a, e, i, o, u), die mutae mit lautiernamen und nachgestelltem e (be, de, ge ..), und wohl seit dem 4. jh. nach Chr. entsprechend die semivokale mit lautiernamen und vorgesetztem e (ef, el, em ..) benannten W. Schulze kl. schr. 461, 463; über etrusk. vermittlung vgl. Schwyzer in: zs. f. vgl. sprachforschung 58 (1931) 180; Hammarström in: acta societatis scientiarum fenn. 49,2 (1920) 21 ff. mit dem alphabet wurden die lat. buchstabennamen durch den deutschen schreib- und leseunterricht übernommen. (2) genus: das genus der buchstabennamen wechselt in den europ. sprachen. die dt. mda. bieten im allgemeinen die hochsprachl. norm (neutr.), doch belegen die mdawbb. für weite teile des südwestens, wohl angelehnt an bezugswörter wie buchstabe (der buchstabe a) oder laut (der a-laut), mask. genus, und zwar mehrfachvielleicht auf grund unterschiedlicher schul(buch)traditionso nur für den kathol. bevölkerungsteil vereinzelt begegnet das mask. auch im norden. häufiger ist hier neben herrschendem neutr. das fem. genus, wie im mnd. u. mnl. (3) flexion: meist endungslos, doch lautet der gen. sing. vereinzelt a’s, vgl. Sanders wb. 1,1b. im plur. steht ‘auch bei einfachen buchstaben .. besser kein plural-s’ Duden, gramm. (Mannh.) 183 G. 1 in freier verwendung. a für laut und zeichen: ⟨u1300⟩ dem a begegene (im reim) nicht daz e,/ dem e daz i, noch o dem u Heinrich v. Hesler apokalypse 1404 DTM. zeichen und laut einander gegenübergestellt: 1528 das ander ‘das’ lautet kurtz verhawen, das man den buchstaben ‘a’ kawm hoͤret odder nicht weis, obs a, e odder i laute Luther w. 26,364 W. das bloße buchstabenbild: 1830 diese (zwei bäche), in der mitte durch eine feurige querlinie verbunden, zeigten ein colossales leuchtendes A Goethe I 35,175 W. b a wie alpha in mittelalterlicher buchstabenmystik, hier nur anzudeuten: hs.E12.jh. a beza(i)chinet (im buchstabenorakel) gvvalt. oder lip. b gvvalt oder urlouge. c unde d trubesal un tot zfda. 17(1874)84. – a, nach Adam, als erster laut des männlichen säuglings, e, nach Eva, der des weiblichen (vgl. hierzu mlat. wb. 1,1 ak. MED 1,1a) ⟨1293⟩ (schreit das kind) a ist ez ain knabe/ als ich gelesin habe/ der tohter stimme ein e/ .. a nach Adame hillet Hugo v. Langenstein Martina 120,109 LV. ⟨u1300⟩ a hebt und endet des mannes leben,/ e den wîbesnamen ist geben Hugo v. Trimberg renner 22243 LV. 2 a als erster buchstabe (bzw. laut) des alphabets oder der vokalreihe (a e i o u): ⟨n1250⟩ (lehrer zu seinem abc- schüler) hœrâ, lieber Isengrîn/ du solt zuo lernen flîzic sîn/ sprich mir rehte nâch: ‘â’ wolf in d. schuole 1219, in: Reinhart fuchs 336 G. ⟨u1300⟩ sie (die fünf vokale) sint diz: a e i o u Heinrich v. Hesler apokalypse 1373 DTM. ⟨1525⟩ wie woll man das alpfabet am a an hebt zu schreiben Dürer messung (1538) m 1b. ⟨1815⟩ präsident a (der erste der vokale) Goethe I 2,201 W. 1925 sein wörterbuch wäre schon längst vollendet, wenn nicht unglücklicherweise das alphabet mit dem anspruchsvollen buchstaben a begänne afrz. wb. 1,IV. 3 bei verwendung des alphabets als ordnungsreihe benennt a die erste position in verschiedenen mehrgliedrigen systemen (überwiegend fachsprachlich). a in der musik. auf antike tradition zurückgehend können die buchstaben a b c d e f g in dieser reihenfolge die töne einer oktave bezeichnen; erst als seit dem 16. jh. für die grundskala die oktaventeilung c-(b)h üblich wird, rückt a an die 6. stelle, bleibt aber stimmton (kammerton a). im modernen gebrauch kann a wie die übrigen notenbuchstaben den ton, das tonzeichen (note), aber auch die tonart oder bestimmte akkorde benennen Wolf notationskde. 1 (1913) 20 ff.; 37 ff.; 47; 2 (1919) 17 ff. die groß- oder kleinschreibung der tonbuchstaben kann diakritischen wert haben, seit alters zur oktavenscheidung, später auch zur trennung von dur- und molltonarten. als tonstufenbezeichnung; in den älteren belegen selten für den freien ton, häufiger sachbezogen (auf saite, taste, notenzeichen u. ä.) ⟨u1000⟩ uuuizîn dârmite, daz an demo sange dero stimmo echert siben uuehsela sint .., pe diu negât ouh an dero organûn daz alphabetum nîeht furder âne ze siben buohstaben dien êristen: a b c d e f g Notker 1,853 P. von der einteilung des monochords ebd. 852. 1511 das er (Guido v. Arezzo) die ersten siben buchstaben vff die claues (hier ‘orgeltasten’) mit grossen versalen hat beschriben .. a b c d e f g Virdung musica F 3a faks. 1529 erstlich die (zu stimmende lautensaite) auff dem g mus so hoch stan/ wie sie es vngerissen leiden kan./d vom g, a vom d, die quart stymmet Agricola musica 83 E. 1619 das (d. organisten) .. mit beiden händen .. ins d dann ins a .. fallen Praetorius syntagma 3,151 faks. 1714 Lucifer .. intonirt zu hoch in dem a in: Abraham a s. Clara kramer-laden (1710) 2,154. ⟨u1775⟩ Siebel: .. sing! Frosch: a! (stimmton) tara! tara! lara! di! – gestimmt ist! Goethe I 39,239 W. 1831 ich wollte, sie könnten den tenor .. hören, wie er das hohe a .. nimmt Mendelssohn-B. br. 61,139 M. – B. ⟨1938⟩ Klaus schlug die stimmgabel an. a, summte er leise Kluge Kortüm (1954)76. fachtermini wie hohes, tiefes, eingestrichenes a, komposita wie a-dur, a-moll, a-saite u. ä. gelten nahezu allgemein. b mit weniger ausgeprägter eigenbedeutung als im vorigen dient die buchstabenreihe etwa zur bezeichnung von handschriften und drucken in der philologie, zur bogenzählung in der frühzeit des buchdrucks, zur benennung der vitamine in der medizin usf.; wesentlich für diese ausweitung des modernen gebrauchs sind bestimmte fachsprachliche verwendungen, namentlichseit der antike – solche in der reinen und angewandten mathematik und nahestehende in der logik, in denen wie im abgeleiteten freien gebrauch das nur zählende moment zugunsten des mehr benennenden zurücktritt: ⟨1525⟩ las das (die strecke) a b sein Dürer messung (1538) K 3a. 1551 die dialectici haben on diß ewige gezaͤnck, ob ein jeglichs a. ein b. oder aber ein b. ein a. sei Petrarca, zwei trostb. 109a. 1786 wenn a die materie b zurückstößt, so widersteht a der annäherung von b Kant 4,549 ak. ⟨1809⟩ denken sie sich ein a, das mit einem b innig verbunden ist ... du stellst das a vor, Charlotte, und ich dein b Goethe I 20,56 (wahlverwandtschaften) W. 1917 wenn der chemiker beauftragt wird, eine verbindung a – b – c in a – c – b umzuwandeln Abderhalden ernährung 40. c fachsprachlicher verwendung nahebleibend, doch weithin üblich ist die setzung von buchstaben (als freie zeichen, nicht namenskürzel) für nicht mit namen zu benennende, besonders fiktive personen: 1507 A, der ancleger, clagt zu B, dem vbeltetter, .. der missetat halb, so er mit C geuͤbt (prozeßschema) carolina 2,42 K. 1814 A. (erstes teufelchen) B. (zweites teufelchen) Goethe I 14,241 W. 1934 A ist rechtlich verpflichtet, dem B 1000 zu leisten Kelsen rechtslehre 35. d aus der ordnungsfunktion der buchstabenreihe folgt ihre verwendung beim bezeichnen von wertstufen: 1896 der steht vor dem referendarexamen und beantwortet ihnen jegliche frage aus und über Banausien mit eins a Raabe 19,290 H. 1919 angenehm war er nicht, aber doch halt von einem format, allen respekt! eins a in seiner art Bahr rotte Korahs 6308. ohne bindung an kardinalzahlen: güteklasse a (die erste), b, c u. ä. neuerdings häufiger, aber im anwendungsbereich begrenzt, sind verbindungen wie: 1919 (im kriege) wurde er plötzlich a-tauglich (frontdiensttauglich) Polgar kl. zeit 12. 1961 bäckerei, a-betrieb berl. ztg. (22.7.)7. 4 sprichwörtliche und redensartliche verwendung. a wer a sagt, muß auch b sagen, so und ähnlich immer uneigentlichwer sich auf eine sache (durch wort oder tat) einläßt, soll sie vollenden (und die folgen tragen) 1551 als bald ich a sagt, müst ich meh/ zu stund auch lernen b vnd c Scheit Grobianus 49 HND. 1582 er .. wolt nit a. sagen, auff daß er nicht muͤß b. sagen Fischart geschichtklitterung 197 HND. ⟨1672⟩ wer a spricht, soll auch b sprechen Weise erznarren 14 HND. 1754 verlanget man mehr .., so werde ich mich nicht sträuben, auf a folgt b Winckelmann br. 1,159 R. 1847 als erste folge des a sagens A. v. Menzel br. 108 W. ⟨1909⟩ wer a gesagt (geheiratet) hat, muß b sagen (kinder in kauf nehmen) Löns Hansbur (Hann. o. j.) 95. ⟨v1929⟩ ein moderner staat, der in der theorie des strafvollzugs a sagt, muß in den praktischen konsequenzen auch b und c sagen. um dieses a b c ist nicht herumzukommen Klug kriminalpädagogik (1930)118. b a und o; älter alpha und o(mega). von gott oder Christus nach apoc. 1,8 ego sum alpha et omega, principium et finis, dicit dominus deus: ⟨v1464⟩ (Christus:) ik bün ein a unde ein o,/ dat schöle gi alle weten jo,/ .. ik bün de erste unde de leste redentiner ostersp. 559 K. 1522 ich byn das a vnd das o Luther bibel 7,422 W. 1667 der eingeborne sohn/ des vaters, unser gnaden-thron/ das a und o, der große gott Gerhardt in: ev. kirchenlied 3,438 F./T. 1779 als röch ich überall einen menschen durch, der gar keinen geruch von dem gehabt hat der da ist a. und o. Goethe IV 4,112 W. den eigentlichen gebrauch variierend: ⟨1537/8⟩ sovil aber mathematicam coelestem antrift, ist die probation, das on end ist, da niemants hingedenken sol, weder zum a noch zum o, weder zum anfang noch zum end Paracelsus I 12,402 S. ⟨v1624⟩ der erste wille heisset nicht gott, sondern natura; der andere wille heisset a und o, anfang und ende, von ewigkeit in ewigkeit Böhme theosophia 3,19 faks. α personen wertend: 1655 daß der papst auff den concilien seyn woll .. daß a vnnd o, der würffel träher, das fac totum Weidner apophthegmata 4,67. 1785 (an Ch. v. Stein) lebe wohl du liebes a und o du innbegriff meiner freuden und schmerzen Goethe IV 7,71 W. 1907 obwohl Goethe .. sein a und o ist Morgenstern leben in br. 259 M. β häufig sachbezogen ‘das wesentliche, der kernpunkt 1787 eigentlich ist doch der grund und das a und o aller kunst hier (in Rom) noch aufbewahrt Goethe IV 8,250 W. ⟨1921⟩ in einer reinen weste das a und o des bürgertums zu sehen Schleich vergangenheit (1935)143. 1940 das a und o seines lebens Kommerell geist 20. c von a bis z ‘vom ersten bis zum letzten’, ‘vom anfang bis zum ende’, ‘vollständig’; früh in titeln: ⟨v1678⟩ a – z! .. rosen-thal; darinnen (man) .. curiose sachen .. in sechshundert .. betrachtungen .. findet Butschky (1679) titel. 1775/9 alles unglück von a bis z. o meine liegen alle zwischen a und g (frau, ehe) Lichtenberg aphorismen 3,183 DLD. ⟨1843⟩ am freitag abend sagte ich sie auf der probe von a bis z ohne anstoß her Holtei erz. schr. (1861)30,338. ⟨1932⟩ eine reizende geschichte, nur leider von a bis z erfunden Tucholsky 3,1093 G. – T./R. d hochsprachl. selten sind redensarten aus dem elementarunterricht wie der kann kaum das kleine a schreiben; er steht noch beim (kleinen, großen) a; man muß mit dem a anfangen: 1835 aber, um meine logik nicht in üblen ruf zu bringen, will ich bei’m a. anfangen Hebbel I 9,37 W.

a, interjektion

Fundstelle: Band 1, Spalte 4, Zeile 2 [H. Schmidt]
A interjektion,   s. ah, aha.

à

Fundstelle: Band 1, Spalte 4, Zeile 2 [H. Schmidt]
À   fremdpräposition. auch in frz. kurzformeln wie vis-à-vis, à condition, à propos, à la (carte) gelegentlich entlehnt kaufmannssprachl. in der regel zur angabe des stückpreises oder der stückzahlzu’, ‘zu je v1541 gelt zuo zins .. a 5 pro co Rem tgb. 41 G. 1648 acht exemplar ... à ein reichsohrt Albert in: königsb. dichterkreis 258 HND. 1732 aria à 2 chören Henrici ged. (1727)3,193. 1800 3 achtel (tonnen) butter .., à 7 rt (reichstaler) Wedell br. an seine braut 215 K. 1861 48 foliospalten à 150 zeilen, à 40 – 50 buchstaben gartenlaube 549. 1963 fünf saubere aufgänge à 5 treppen BZ am abend (22.1.)6.

ä

Fundstelle: Band 1, Spalte 4, Zeile 14 [H. Schmidt]
Ä   pausenfüllende interjektion. häufig im mündlichen ausdruck, selten schriftlich; zur charakterisierung stockenden denkens und sprechens: ⟨1774⟩ eins der besten stücke .. viel akzion! viel – ä! – ä! – was ich sage! ein schön stück Wieland I 10,144 ak. 1832 ich habe das näpfchen unterwegs – ä – ä – entlehnt Mörike 22,130 M.

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Zitationshilfe
„ä“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/%C3%A4>, abgerufen am 26.10.2020.

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