Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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arg, adj.

Fundstelle: Band 3, Spalte 235, Zeile 59 [Grimm]
ARG adj.   (1) herkunft und form. ahd. arg (moralisch) verderbt, unzüchtig, geil, schlecht, schlimm, böse, feige, träge (zum handeln), geizig, sparsam, mhd. arc nichtswürdig, böse, schlecht, geizig, mnd. arch schlecht, böse, schlimm, gering(wertig), als verstärkendes adv.sehr’, anfrk. arug perversa mnl. arch, erch, nl. erg, (veraltet, mdal.) arg schlimm, übel, schlecht, afrs. erch, erg, ae. earg außerdem ‘gemein, verächtlich, träge, feige’, engl. (veraltet, mdal.) argh, an. argr, (mit metathese) ragr unmännlich schwul, unsittlich, schändlich, verrucht, feige, aschwed. argher schlecht, schlimm, feige, schwed. arg böse, ärgerlich, erzürnt, schlimm, dän. arg ‘böse, boshaft’ sowie langob. arg ‘nichtswürdig, feige’ führen auf germ. *arga-, das mit ai. ṛghāyáti ‘bebt, tobt, rast’ u. grch. ὀρχέομαι ‘bebe, hüpfe, tanze’ verbunden wird, so daß sich (nach Pokorny idg. et. wb. 1,339) idg. *ergh- ‘schütteln, erregen, beben’ erschließen läßt (vgl. auch Lloyd/S. et. wb. ahd. 1,323). danach hätte arg d. germ. ausgangsbedeutungerregt, (vor angst) bebend, zitternd’. mit d. bed. ‘furchtsam, ängstlichgelangt es früh ins finn., vgl. finn. arka. – bemerkenswert Puhvel in: festschrift Risch (1986)154 f., der germ. *arga- aus idg. *órg̑hos etwa ‘im geschlechtsverkehr zwischen zwei männern den passiven partner darstellendherleitet, wozu er als opposition idg. *org̑hós ‘copulator’ stellt (grundlage des von ihm denominativ aufgefaßten verbs grch. ὀρχέομαι ‘tanze’). ein entsprechendes verb sieht er in heth. ark- ‘besteigen, bespringen’. Heidermanns et. wb. primäradj. (1993)103 übernimmt u. erweitert diese etymologie. (2) bedeutung und gebrauch. Weisweiler in: IF 41(1923)13 ff. erschließt als grundbedeutung von germ. *arg- ‘geil, wollüstig(bes. von frauen)pervers, weibisch(von männern)unzüchtig(von zauberei u. dgl.). zugleich ist es stärkstes schimpfwort f. personen (vgl. im an., langob u. im ahd. A9.jh. argosto .. ostarliuto hildebrandslied 58 S.). daraus entwickeln sich d. bedeutungenunmännlich, feige, träge, geizig’. unter christl. einfluß wird arg beiname des teufels u. entfaltet eine allg. bed.schlimm, böse’. vgl. auch Lühr hildebrandslied (1982)682 ff.im dt. lassen sich d. alten bedeutungen nur resthaft über das ahd. hinaus nachweisen, vgl.geizig’ (1). arg wird geläufig in einer weitgehend unspezifischen allg. bed.(moralisch) schlecht, böse, schlimm’ (2). es verblaßt zu bloßer verstärkender funktion i. s. v.sehr’ (4 b) u. kann dann auch positives hervorheben (ebd.). 1 geizig, habgierig. frnhd. nur noch in anklängen nachzuweisen: 8.jh. auarus arc ahd. gl. 1,32,25 S./S. ⟨u1200/10⟩ (im haus) was inne ein arger wirt, / .. der sprach ‘ichn gæbe ein halbez brôt / iu (hungrigen) niht ze drîzec jâren Wolfram Parzival 7142,15 L./H. ⟨1255⟩ ze mâzen tump, ze mâzen karc, / ze mâzen milt, ze mâzen arc Ulrich v. Lichtenstein 453 L. 15.jh. daß du moichst kommen in daz hemelrych. / gescheit eß nyt bald, so wurß du nyt behalden, / wan we alder, e boser, ye rycher, e karcher vnd archer fastnachtsp. 4,276 LV. 1515 so wz der schmid ein arg man, vnd gedacht. nim in (Eulenspiegel) vff versuch in .viii. tag, darin kan er mich nit arm essen Eulenspiegel 64 HND. 2 böse, schlecht, schlimm. a vom menschen, seinem wesen, seiner gesinnung, seinem verhalten u. tunböse, niederträchtig, schlimmes befürchten lassend’. in christl. moralvorstellung ggs. zu gut. geläufig in den festen wendungen jmdm. arg mitspielen, es arg treiben. in jüngeren belegen bereits überleitend zu 4: hs.A9.jh. du argo scalh serue nequam, Monsee fragments 12,18 H. 863/71 ni laz thir innan thina brust arges willen gilust Otfrid I 12,27 E. ⟨u1196⟩ in der argen heiden landen Orendel 3710 ATB. ⟨u1250/72⟩ dâ von sult ir in (gott) minnen von aller iuwer sêle .. âne allen argen wân Berthold v. Regensburg 1,62 P./S. ⟨u1370⟩ die argen keczer vnd di bosen cristen Johann v. Neumarkt 2,38 K. M/E15.jh. den guten biß gern by, / dy argen fluch zu aller stund! erz. altdt. hss. 537 LV. hs.1486 ich sag ewch an argen list, / das unser herr Jhesus Crist / ist erstanden von dem tod passionssp. Tirol 237 W. 1539 die falschen zungen durch ire argen gedancken und falsche red die zwey liebhabenden scheyden thetten Wickram 1,80 LV. 1553 ain arg, pöser, aufruerig, aber listiger mentsch Kirchmair in: font. rer. austr. I 1,472. 1669 der betrieger .. hatte .. wenig studiret gehabt, und wenn einer mit dem disputiren war ankommen, da war er arg (‘wütend’) geworden und hatte gesehen wie er sich nur mögen losz wickeln Praetorius glückstopf 499. v1690 ist nun der mensch von argen und bösen gemüth Arndt/R. schr. 1,83. 1783 ich bessre dann die welt .. und hauche güte / auch argen leuten ein Withof academ. ged. (1782) 2,188. 1867 durch buße kommt ein arger (‘sünder’) wohl zum himmelreich Mörike 21,167 M. 1867 wo sie ihm (Pumphut) aber schlechte kost vorsetzten .., da spielte er oft den leuten arg mit Köhler volksbrauch 542 faks. ⟨1885⟩ von einem gar argen (‘frechen’) zwölfjährigen buben Storm 6,333 K. ⟨1886⟩ eine arge gesinnung auf seinem gesichte Keller (1889)8,20. 1899 er .. verdrehte .. frauen die köpfe und trieb es so arg, daß .. lit. echo 1,1080. 1962 ich schließe meine augen – vor den getreuen und ungetreuen. ich kenne die vielen guten und wenigen argen Marg Demetrius 2,264. 1979 er ist ein arger dieb Hirsch leute 61. substantiviert der arge als bezeichnung für den teufel: 1522 der arge .. reysst es hyn, was da geseet ist ynn seyn (des gläubigen) hertz Luther bibel 6,62 W. ⟨1639⟩ (das wort gottes) in seinem hertzen .. bewahre: damit der arge nicht seinen giftigen schlangen-saamen .. säe Frankenberg Raphael 15 faks. 1705 wer aus gott gebohren ist, der bewahret sich, daß ihn der arge nicht antaste gottsgel. rathschläge 154 Arnold. ⟨1878⟩ daß du den argen als einen stinkenden rauch aus des täuflings mündlein herfürgehen siehest Storm 5,104 K. 1965 deshalb nahm der arge die gestalt einer schlange an, lockte Eva hin zu diesem baum Hering bild 31. b substantiviert das arge, auch im sinne einer ethischen kategorie: 863/71 want er thaz guata minnot .. / thaz arga hiar ouh midit Otfrid V 25,42 E. ⟨u1350/77⟩ daz .. allez von im (gott) chumpt / guͤtz und arigs Teichner 42,7 DTM. 1462 er (pfalzgraf) wolt nit args mit argem rechen hist. volkslieder 1,531 L. 1636 fürsten, so die rechte religion wusten, und verhasseten doch das gute und liebeten das arge Meyfart erinn. )o( 3b. 1781 der mensch, der .. das arge hasset Pestalozzi 2,118 B. 1803 durch ihn (Ahriman) wurde die finsterniß gebohren, saame alles bösen, argen, des todes Claudius s. w. (1775)7,28. 1973 hier ist nichts böses, nicht einmal nur arges Kumpf leute 146. c auf sachen, zustände u. verhältnisse bezogenschlimm, schlecht, übel, unerträglich’ , auch substantiviert, hauptgebrauch d. wortes: ⟨v1022⟩ ferheiletiu uuunda fûleta unde uuard argera danne si fore uuâre Notker 3,1,224 ATB. ⟨u1200⟩ si (geistlichkeit u. gesinde) heten naht vil arge unt vil müelîchen tac nibelungenlied 121057,4 B./B. A15.jh. (Dorothea) widirstunt den bösen czuneygungen, sy twang sich czu dem gutten und entpfinge das arge, das geschach, .. vor gut Johannes v. Marienwerder leben Dorothee 274 T. 1546 gott wurde uns .. schützen und erhalten vor allem argen (krieg u. dgl.) Bucer I 17,75 S. 1669 in einem gar schlechten dorff, darinn ich keinen medicum haben konte, und was das ärgste war, so hatte ich auch niemand der mir wartete Grimmelshausen Simplicissimus 309 Sch. 1707 es werden bald ärgere zeiten kommen Nerreter schau-platz 418. ⟨1774⟩ wenns zum aergsten käme, so .. Bode Schandi (1776) 1,27. 1811 Berlin ist in dieser hinsicht (sittenlosigkeit) sehr verschrieen, aber so gar arg ist es hier gewiß nicht Gädicke studirende 25 faks. 1837 jetzt wird’s mir bald zu arg werden Nestroy 9,308 B./R. 1965 der arge (‘mühevolle’) weg der erkenntnis Nachbar haus 225. 1981 sich eines argen verdachtes erwehren Grüning Gomorrha 79. geläufig in festen wendungen wie übel ärger machen, arg hergehen, aus dem ärgsten heraus sein, im argen liegen: 1544 wer aber sichs unterstehen würde, der würd ubel erger machen (nachschr.) Luther w. 52,133 W. 1612 die gantze welt lieget im argen Herberger trawrbinden (1611)2,381. 1741 weil die allzuharten und empfindlichen strafen oft das uebel ärger machen Justi memoires 1,134. 1778 es jammert mich, daß der gute junge so sehr im argen liegt Hippel (1827)14,88. 1832 gestern donnerstag d. 5. ging es arg in Paris her (morde u. tumulte) Börne 5,229 R. 1930 du wirst ja auch bald verdienen, mein kind, aber aus dem ärgsten sind wir heraus Zarek begierde 687. 1988 was dort in der Sowjetunion in wirtschaft, gesellschaft und politik im argen liege Wilms freiheit (1989)134. d von tierenbösartig, gefährlich, bissig, aggressiv ⟨u1210⟩ sol er sîn gebunden / von den hellehunden, / den argen und den bœsen Otte Eraclius 567 G. ⟨1493⟩ aber bein vō fleisch soltu jm (schäferhund) geben .. dauō werden sye auch mer arg Petrus de Crescentiis, nutz d. ding (1518)140c. 1698 wie diese arge thiere (skorpione) den stachel im schwantz tragen Paullini flagellum 23. ⟨1910⟩ da hab’ i noch die schrammen; sie (ehefrau) ist ärger als ein kettenhund! Schönherr glaube (1911)7. 1940 ein raubtier, ein arger und erbarmungsloser räuber sogar Francé lebenswunder 37. 3 von geringem wert, von minderer qualität, kärglich: ⟨u1170/80⟩ einis andiren bildes (porträt Christi) er (zeichner) bigan. / di vrowe wenite unde screi, / wan iz arger was dan e d. wilde mann 1,148 ATB. 1277 vn̄ sol oͮch dis korn nuwon zweier phenninge erger sin denne das beste das vf dem markte denne veile ist corp. altdt. originalurk. 1,304 W. 1353 daz er argen win under guͦten vermenckelte (Straßb.) chr. dt. städte 9,1020. 1420/41 wan sie (d. münze) was vil zu gering und arg ebd. (Nürnb.)1,403. E15.jh. arge kost in: frnhd. wb. 2,71. 1560 des wurden die schaf dürr und arck Sachs 6,369 LV. ⟨1668⟩ die kuchen sind zu dünne / die butter ist zu arg Weise überflüssige gedanken 166 HND. 1677 dasz ausz einer argen wurtzel keine gute frucht wachsen kan Butschky Pathmos 1. rechtssprl. ärgere hand abstammungslinie des elternteiles niedrigeren standes: 1287 vnd ist ein man sinem wibe niht eben bvrtic. er ist doch ir vormvnd. .. gewinnet si kint div hornt zvͦ der ergern hant schwabenspiegel 32a L. ⟨v1760⟩ das kind gehört zur ärgern hand Heumann geseze (1761)159. 1889 die in einer ungleichen ehe erzeugten kinder folgten regelmäßig der ärgeren hand Schröder rechtsgesch. 446. 4 in verstärkender funktion, meist negatives intensivierend, herzuleiten von 2. in älterer spr. vorwiegend gesteigert. a (übermäßig) stark, heftig, groß: ⟨u1340⟩ die meister .. han die mynne also derkant / so vest, so mechtig und so ark, / so gar gewaltig und so stark minneburg 5437 DTM. u1460 ir gespil die jach on argen haß märendicht. 15.jh. 423 F. 1522 sich .. hutten .. vor den argsten feynden Christi Cronberg 73 HND. 1525 sie machen auch ein erger opffer auß Christo, denn irgent ein opffer des alten testaments gewest ist in: Luther w. 18,108 W. ⟨u1670⟩ als sie (Josephs brüder) .. ihre neidige gemüther noch mehr unter einander zu ärgerer verbitterung wider den unschuldigen Joseph verhetzten Grimmelshausen Simplicissimus 2,719 LV. 1722 derer verdammten seelen .. können nicht ärgere unruhe empfinden als sie haben J. G. Schmidt rockenphilos 5/6,136. 1838 am Bispinkhof .. soll der lärm sehr arg gewesen sein Droste-H. br. 1,273 Sch. K. ⟨1877⟩ aber indem du uns die wahl zuschiebest, setzest du uns in arge verlegenheit Anzengruber 35,17 B. 1935 Hanni war in der stadt, meldete ungeheueres leben der straßen und recht argen betrieb um „silvester-scherzartikel“ Klepper schatten (1967)210. 1937 haben sie arge schmerzen? Fallada wolf 1100. 1979 die worte der alten .., arger .. bosheit entsprungen Fühmann Paulmann 66. b als verstärkendes adverb, meist i. s. v. ‘sehr, überaus’, im komp. ‘mehr’, vorwiegend obd.; mdal. auch bei positivem bezug: 1472/3 kein arczney pesser wer für alle pestilencz dann ferre von den krancken ze fliechen, .. auch mer vnd erger die kinder liessen vater vnd muͦter Schlüsselfelder decameron 5 LV. ⟨v1537⟩ die gemain .. hett gern das wort des herren gewaltig gesehen; aber wir groß herren waren desto erger dawider (Augsb.) chr. dt. städte 29,52. ⟨1555⟩ niemants .., der nicht disen tag .. für arg unglückhafftig und abschewlich huelte ebd. 22,427. 1671 die hefftige furcht .., in der lufft verarrestirt zu werden, worfür mir doch ärger als dem abscheulichen tod selbsten grauete Grimmelshausen simpliciana 7 Sch. 1719 die kranckheit, so dir jezo droht, / erschröckt mich ärger als du denckest Günther 1,140 LV. 1824 daß sie in ihrem wahnsinn so arg verstrickt ist, daß .. Börne 4,646 R. 1904 arg schön, arg gut Fischer schwäb. wb. 1,311. 1918 wenn unsere reihen nicht arg gelichtet wären in: gesch. arbeiterbewegung (1966)3,460. 1955 der könig von England ist arg in not Fischer /E. Eugen 235. 1998 er müsse ins bett. ja, sagte die mutter, du bist arg blaß Walser brunnen 59.

arg, n.

Fundstelle: Band 3, Spalte 238, Zeile 40 [Grimm]
ARG n., selten m.   ahd. arg, mhd. arc, mnd. arch. böses, böswilligkeit, falschheit; argwohn, vorbehalt. in d. urkundenspr. auch formelhaft ohne (alles) arg; meist verneint. vom 19. jh. an überwiegend in festen verbindungen wie kein arg haben, ohne arg (sein) u. ä.: ⟨E8.jh.⟩ cot almahtico .. forgip mir .. craft, .. arc za piuuisanne wessobrunner gebet 16 S. ⟨v1022⟩ alle iro râta sint in arg kemeinet uuider mir Notker 3,2,361 ATB. ⟨u1187/9⟩ sîn lant und sîne marke / die bevridete er alsô starke, / swer si mit arge ruorte / daz er den zevuorte / der êren und des guotes Hartmann Gregorius 2265 N. 1387 daz .. disser kouff (geschehen ist) ane arͤg (!) des sint gezcuͤge .. urkb. Pforte 2,1,102 B. ⟨1421⟩ das her das durch fredes willen gethan hette unde nicht yn arge Rothe düring. chr. 350 L. 1422 dasselbe buchsenpulver .. czu beczalen, .. ane alle widerrede und .. ane alles arg stadtb. Brüx 82 Sch. hs.u1430 wie er syn gesellen bewaren möcht das yn kein argk geschehe Lancelot 1,96 DTM. 1547 eyn recht fromtrauyches meynssche, an allen arck Sibylla v. Jülich br. 22 B. 1624 wer du inwendig bist, / ein engel ohn’ all arg Opitz t. poemata 163 HND. 1778 anfangs hatt’ ich keinen arg daraus, daß es den leuten so sehr nach der Sophie verlangt Musäus reisen 1,126. ⟨1858⟩ so hätte sie kein arg gehabt, daß ich sie täuschte Heyse [1924] I 3,96. 1861 es findet niemand ein arg darin, daß im elegantesten caffehause general und fuhrmann an einem tische sitzen Treitschke br. 22,148 C. 1895 Toni war ohne arg Polenz Büttnerbauer 107. 1937 auch Hinkmar hat .. kein arg gehabt, sich ihrer (d. unechten schriften) zu bedienen Haller papsttum (1934)2,1,59. 1990 ein mensch ohne list und arg n. dt. lit. 3,42. 1995 sollten sie gerade so ganz ohne arg ihr ostermorgendliches ei verzehren bauernztg. (14.4.)95b.

ärger, m.

Fundstelle: Band 3, Spalte 239, Zeile 21 [Grimm]
ÄRGER m.   mnd. arger ärgernis, anstoß. rückbildung aus ärgern vb.; vgl. aber auch 1652 feindschaft und eifersucht, die aus übel ärger zu machen pfleget Harsdörffer Heraclitus 169, s. arg adj. 2 c. 1 unmut, heftige verstimmung, aufgebrachtsein, zornige erregung: 1768 er (postillon) wird so lange jagen und meine nerven zerreissen, bis er mich in aerger gebracht hat Bode Yorick 1,110. 1773 der aerger hält mich gesund Lessing 18,95 L./M. 1817 zu Nathanaels nicht geringem ärger (in seiner rede unterbrochen worden zu sein) E. T. A. Hoffmann 3,22 G. 1846 jene (bücher) erregen aerger und verdruß Hebbel II 3,94 W. 1868 daß die herrn endlich mit ihrem ärger herausplatzen Marx in: Marx/E. (1956)32,549. ⟨1949⟩ ihn packt der ärger Kästner Lottchen [1968]146. 1965 er .. schluckte aber seinen ärger rasch hinunter Hering bild 352. 1992 die wähler haben keine partei gewählt, sondern ein symbol für ihre wünsche und ihren ärger Scheuch/Sch. cliquen 31. 2 unannehmlichkeiten widrigkeiten, probleme, scherereien: 1793 so könte mir diese ehre (druck meiner briefe) ebenfals wiederfahren – welches mir dann keinen kleinen ärger verursachen würde K. E. Goethe br. 51,233 K. 1804 hätte das herr von Meyer verstanden (angriffe stillschweigend zu übergehen); so hätte er sich nicht so viel ärger zugezogen! ebd. 52,118. 1830 für alle mühe, sorgen und ärger werde ich vielleicht noch von ihnen (anrede) gezankt werden Börne 4,1250 R. 1969 es gab ziemlich viel ärger mit den steifen bibliotheksbeamten Seyppel Conny 31. 1989 sei lieb. mach tante Zaumseil kein ärger Kögel schuhe 164. 1990 ich werde ärger bekommen / mit dir n. dt. lit. 3,119.

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Zitationshilfe
„ärger“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/%C3%A4rger>, abgerufen am 27.11.2020.

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