Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

aussprühen, vb.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1486, Zeile 3 [Grimm/Fiddeke]
AUSSPRÜHEN vb.   1 trans. a etwas fein verteilt ausspritzen etwas sprühend von sich geben, verteilen, überwiegend bildl.: 1533 geyfer auff der zungen, den man aussprieget (nachschr.) Luther w. 37,246 W. ⟨1538⟩ daß er also krieg im sinne gehabt und ausgesprühet wider uns lutherischen ders., tischreden 4,24. 1651 aber hatte die sonne in der früh-stunde .. ihre liebliche goldstrahlen aus-gesprühet Zesen rosen-mând 63. ⟨1766⟩ und bösewicht! warum verweilst du hieh? / der priester sprüht schon seinen argwohn aus! Weisze trauersp. (1776)3,242. ⟨v1801⟩ nie sprüht er zweitrachtfunken aus – / der friede herrscht in seinem haus Lavater nachgelass. schr. 3,114 G. 1816 so wie der berg Vesuv in wildem brausen verzehrende flammen aussprüht E. T. A. Hoffmann 2,224 G. ⟨1956⟩ Winter war erfüllt von einer gleichbleibenden ansteckenden fröhlichkeit, die er freigebig über seine mitmenschen aussprühte Krack steuermann (1957)202. 1997 ein gen, das sie (die nutzpflanzen) gegen auf die felder ausgesprühten (!) gifte unempfindlich macht süddt. ztg., DWDS-arch. b etwas, einen (hohl)raum, zu einem bestimmten zweck (vollständig) mit einer flüssigkeit sprühend behandeln, besprühen: 1966 mit ängstlichen augen betrachtet er die weißen kittel, sie riechen wie die flüssigkeit, mit der die hütten ausgesprüht werden Specht d. gejagten 150. 1996 der .. graffiti-fan .., der sich .. sein badezimmer mit einem riesigen katzen-graffiti aussprühen ließ süddt. ztg., DWDS-arch. 2 intrans. a zu ende sprühen: 1790 fünf jahre nur, so bin ich mann, / so hat er ausgesprühet / der unauslöschliche vulkan, / der meine brust durchglühet Pfeffel poet. vers. (1789)3,175. auch refl. ‘sich sprühend verausgaben 1804 daraus entsteht in dem einen falle ein praktischer skepticismus, der sich bald auch im kopfe methodisch ausbildet, in grundsätzen aussprüht, und endlich als vollendeter indifferentismus da steht Ehrenberg lebenskunst 47. b sprühend austreten, nach allen seiten sprühen: 1822 und wie nun stahl und stein in scharfer reibung aneinander schlagen, sprühen die funken der erbitterung nach allen seiten aus Görres 13,431 Sch. 1839 die christliche kirche nämlich ist .. gleichsam der feuerherd, von welchem ewig funken aussprühen hist.-polit. bl. 4,65. 1905 aus kleinen, aussprühenden funken des erkennens und verstehens entsprang endlich das licht Ebner-E. macht 315.

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Zitationshilfe
„aussprühen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/ausspr%C3%BChen>, abgerufen am 27.11.2020.

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