Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

ausströmen, vb.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1525, Zeile 34 [Fröhlich]
AUSSTRÖMEN vb.   verbreitet erst seit ende des 18. jhs.; häufig mit präpositionalgefügen. etwas, bes. duft, geruch, wärme u. ä. von sich geben; etwas vergießen, ausschütten; bildl.eine bestimmte aura, atmosphäre verbreiten, etwas ausstrahlen’, auch refl.: ⟨v1683⟩ die römische wölffin .. aus stein gehauen; welche in einen marmelnen kessel mit vier strömen unaufhörlich milch ausströmete Lohenstein Arminius (1689)1,1363a. ⟨1751⟩ o! laß die zärtlichen lippen, / das gefühl des wallenden herzens in worten ausströmen! Wieland I 1,166 ak. ⟨1751⟩ sank er / .. hin und strömte sein jugendlich blut aus ebd. 212. 1796 so sind sie gewis nach dem wärmsten briefe, eben weil sie sich ausgeströmet haben, der kälte am nächsten Jean Paul III 2,148 ak. ⟨1798⟩ als wenn sich ein meer mit unendlichen goldenen glanzwogen sanft über wiese und wald ausströmte Tieck (1828)16,359. ⟨1844⟩ ich sang, um mein jubelnd herz auszuströmen B. v. Arnim 1,131 Oe. ⟨1864⟩ hingen seine trunkenen augen an diesem wesen, an das die natur .. all ihre reizendsten formen und farben verschwenderisch ausgeströmt hatte Spielhagen s. rom. (1895)2,343. ⟨1901⟩ im forsthause .., dessen großer kachelofen eine weiche wärme ausströmte Rosegger ges. w. 6(1914)89. 1931 die ganze heruntergekommene pracht strömt eine unendliche trostlosigkeit und traurigkeit aus Weiskopf slawenlied 122. ⟨1993⟩ ein spätnachmittag voller duft. die weißen blütenteller des holunders strömen ihn aus Strittmatter verwandlung (1995)32. vereinzeltdurchströmen 1815 dieß blut’ge tüchlein leg’ ich in die quelle, / .. daß, ausgeströmet von der reinen welle, / sich heilend auch des mägdleins wunde schließt Brentano 10,105 Sch. intrans., austreten, entweichen (u. sich dabei allmählich ausbreiten) münden, nach allen richtungen aufbrechen, ausgehen von jmdm., etwas: 1757 ihre entzükung .. strömet in jubel und göttliche psalmen aus Wieland I 2,346 ak. ⟨1778⟩ da strömte feuer aus über die wälder F. Müller (1825)1,39. 1806 daß alle weltstürmenden Germanen aus diesem an menschen unerschöpflichen lande ausgeströmt seyen Arndt geist 1,203. 1811 von dem Schwarzen Meere aus und längst der großen flüsse, die in dasselbe ausströmen F. Schlegel n. gesch. 36. 1913 sie sah blühend und jung aus, wie ein mädchen, und frische strömte von ihr aus Kellermann tunnel 42. 1936 zweifellos strömten diese blühenden bazillen direkt durch gehirn und poren aus und ein und schwärmten umher Mumelter skibazillus 42. 2005 meist gehen erdbeben den vulkaneruptionen voraus, ausströmende gase verändern sich, die temperaturen des erdbodens steigen süddt. ztg. (9.3.)16e.

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Zitationshilfe
„ausströmen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/ausstr%C3%B6men>, abgerufen am 26.11.2020.

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