Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

austag, m.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1530, Zeile 44 [Unger]
AUSTAG m.   wie auch austagen vb. überwiegend alem. (schweiz.) belegt. zur benennungsmotivation s. schweiz. id. 12,821. seit dem 16. jh. umdeutung des 1. gliedes zu hûs- in schweiz. quellen. 1 endtermin, letzter entscheidender tag bei gericht, ausgang (eines gerichtsverfahrens): ⟨1354⟩ und hant da geseit uf dem dritten und ustag die huobere alle gemeinlich des vorg. dinghofs ze Kemps, .. das ein bischof von Basel ze Kemps habe twinge und ban weist. 5,340 G. 1399 daß die ehgenanten von Hünenberg ihren dritten tag und austag von der klag wegen gegen den vorgenanten von Kyburg söllent behebt haben in: frnhd. wb. 2,1453. A15.jh. von frevellen vnd von vstagen sint die zwey teil des schulth. vnd das dirteil des vogtes weist. 4,240 G. 1420 da si .. mit enandren uberkomen werin, das si uff hütt, als wir inen tag verkünt hettin, iren lesten und ußt(ag) haben sölten in: schweiz. id. 12,815. 1503 den außtage (tagesausgang, -abschluß) des ersten tages nacht gehalden zcum Hogensteine doselbst an speize vnd trincken .. 21 scot vorzcert ist urkb. Allenstein 1,122 B. 1616 der schuldforderer (kann) seinen schuldner .. mit gebotten zur zahlung treiben oder .. mit zweyen rechten uff sein haab und guet fahren; dannethin soll er .. stillstohn, volgentz .. den dritten tag verfüehren, uff welchen ihme das guet zueerkhandt werden, also daß von solchem ußt(ag) an .. die sach sechs wuchen und drey tag in stiller wehr anstohn (soll), in: schweiz. id. 12,815. 2 winterende, frühling, die tage, der (für die landwirtschaft relevante) zeitabschnitt zwischen winter und frühsommer, auchtag, an dem das vieh nach dem winter wieder auf die alm getrieben wird; überwiegend plur., geläufig zu austagen im frühling: ⟨1.h14.jh.⟩ ze vstagen vnd ze herbst weist. 4,379 G. 1416 die vaden (feldzäune) ze zúnnen zuͦ den veldren, es sÿg ze herbst oder ze ustagen in: frnhd. wb. 2,1453. 1508/16 zuͦ ustagen in dem merzen Brennwald schweizerchr. 2,152 L. 1558 wann man am austag hat aufgeschlagen von einem fridruf zum andren in: DRW 1,1119. 1559 söllen .. jerlichs zuͦ ußtagen die geschwornen obgedachter gmeinden sölliche fridhäg nach irem gwonlichen bruch vlyßig besähen, und ob jemands das syn .. nit gnuͦgsam fridbar gemacht hette rechtsqu. Zür. 1,1,294 H. 1677 zu außtagen, wann sy (die äcker) uffgebrochen werden in: frnhd. wb. 2,1454. 1706 die außtag des frühlings waren gar harb und streng Scheuchzer natur-gesch. 1,1,131. 1812 austage .. frühling, oder vielmehr die gränzscheide zwischen frühling und sommer Stalder schweiz. id. 1,258. 1818 der ūstig wolt chon, der schnē zergeit schon in: schweiz. id. 12,816. 1949 wenn der ūst(ag) ischt chemen, nu ischt’s hibsch im land ebd. 1964 aus(tag) .. vorfrühling, rhein. wb. 8,1035.

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Zitationshilfe
„austag“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/austag>, abgerufen am 27.11.2020.

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