Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

austrommeln, vb.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1567, Zeile 54 [Scheider]
AUSTROMMELN vb.   1 jmdn. öffentlich, unter dem schlagen einer trommel herabsetzen, verhöhnen (u. vertreiben); einen vortrag, ein theaterstück durch trampeln mit den füßen vernehmlich mißbilligen: 1609 eine außgesteubte außgedrummelte (‘öffentlich, bei trommelschlag gestäupte’) hure in: Lasch berl. (1928)142. 1715 austrommeln, ist eine .. straffe und beschimpfung derer geilen und liederlichen dirnen, welche .. durch des nachrichters knecht mit einer ausserordentlichen trommel .. öffentlich durch die stadt gepaucket, zum thore hinaus geführet, und des landes verwiesen werden Amaranthes frauenzimmerlex 151. 1773 ein schlechter schrifftsteller ist ein vogelfreyer, ehrloser schandbalg, .., den man in journalen beschreibt austrommelt und hohn bellt Lichtenberg aphorismen 2,99 DLD. ⟨v1874⟩ ich will dir als neumodischer diable boiteux oder als altmodischer professor mecklenburgischer statistik dienen, wobei ich sicher bin, deiner eigenen sicherheit wegen, nicht ausgetrommelt zu werden Reuter 1,37 B. 1910 sie (die studenten) besetzten das parterre so zahlreich als möglich, um das stück auszutrommeln Goldschmidt Berl. 147. 1990 austrommeln .. sich gegen einen redner (o. ä.) mit poltern empören Küpper wb. umgangsspr. 468a. 2 etwas (unter dem schlagen einer trommel) öffentlich verkünden, bekanntmachen: 1702 austrommeln publicare, bandire col suono di tamburro Kramer dict. 2,1148b. 1721 heute wurde (ein) memorial wegen herbeischaffung (von) allerlei kuriositäten etc. eingegeben, auch im basar ausgetrummelt und affigieret Messerschmidt Sibirien 1,90 W. ⟨v1842⟩ ich habe .. diese brieftasche gefunden und nachher gehört, daß ausgetrommelt wurde, der ehrliche finder, der sie zurückbringe, solle hundert taler haben Brentano 3,213 P. 1959 bis der bezirkshauptmann in allen dörfern austrommeln ließ, das singen dieses liedes sei verboten Böll waage 47. 1999 austrommeln eine nachricht (ein gerücht) lärmend verbreiten thür. wb. 1,477. 3 etwas trommelnd aus etwas, jmdm. herausbefördern: 1841 auspochen oder austrommeln – durch lärmen mard oder iltiß aus einem gebäude treiben Laube jagdbrevier 240. 1928 in mir ist ja nichts mehr als dieser haß. alles andere, was mir lieb und schön war in der welt, ist aus mir ausgetrommelt, ausgeschüttelt worden Brod zauberreich 145. 1968 ein bienenvolk aus dem korb a(ustrommeln) südhess. wb. 1,504.

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Zitationshilfe
„austrommeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/austrommeln>, abgerufen am 27.11.2020.

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