Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

austropfen, vb.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1568, Zeile 37 [Scheider]
AUSTROPFEN vb.   von flüssigkeiten ‘tropfend aus etwas herauskommen’, auch mit subjektwechsel: 1491 so genuͦg saltz daruff gelegt ist, also daz es die oͤlfrucht deck, soll mann es xxx tag verschwitzen und ally oͤlheff uß tropffnen laussen Oesterreicher Columella 2,331 LV. 1534 (die eingeborenen) samlen sollichen außgetropfften safft Franck weltb. 202a. 1655 der glöckner macht .. fewer vnter den speck .., da brachte der glöckner den ausgetropfften speck herfür Weidner apophthegmata 4,176. 1771 daß, ausser dem absaugen vom kinde, bey einigen milchreichen personen, die milch freywillig auströpfet Büttner kindermord 1,123. ⟨1850⟩ dieser wechsel der temperatur bringt den saft der bäume so sehr in bewegung, daß er aus einer ins holz gemachten verletzung nicht austropft, sondern wahrhaft ausfließt geogr. charakterbilder (1854)2,56 G. 1987 .. und der tag / ist die sehnsucht / nach vergangenen tagen, / die als wäsche / auf dem hof hängt / und erbarmungslos / austropft Drawert inventur 52. 1999 austreppe thür. wb. 1,477. jünger auch übertr. ‘versiegen, enden 1962 allmählich tropfte der singsang aus, beredtes schweigen trat ein Marg Demetrius 1,435.

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Zitationshilfe
„austropfen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/austropfen>, abgerufen am 26.11.2020.

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