Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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auswehen, vb.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1585, Zeile 41 [Grimm]
AUSWEHEN vb.   mnd. ûtwei(g)en. 1 eine flamme durch einen luftzug auslöschen: 1495 dar de wint dat licht uthweigede in: Schiller/L. mnd. wb. 6,296b. ⟨u1520⟩ de d̂üstere mette, / dâr me de lechte altomâlen ûtweyt / unde nicht enŝüt, wat in den bôken steyt Bote köker 55 ATB. 1539 (bildl.:) bricht mir der teuffel ein ander loch herein, durch den Muͤntzer und auffrhur, damit er mir das liecht (der erkenntnis) schier ausgewehet hette Luther w. 50,475 W. 1674 da fällt ein hefftiger wind .. zu den fenstern und zu der thür hinein, wehet alle liechter aus Widmann/P. Faust 152 LV. ⟨1706⟩ offt ist der tocht (des lichtes) zu dünne, dass das allergeringste lüfftlein es auswehet J. G. Schmidt rocken-philos. 3/4(1707)337. ⟨1879⟩ der luftzug hat die kleine kerze ausgeweht Heyse [1924] II 4,551. ⟨1949⟩ (bildl.:) (mit hilfe von drogen) abwehr gegen das beginnende bewußtsein, seine sinnlosen imperativen projekte – verändern also die raumverhältnisse, verlöschen die zeit, auswehen das grauenvolle rinnen ihrer stunden Benn 1,334 W. 2 etwas durch wind, luftbewegung herauslösen hinaustreiben, -blasen, von sich geben, aushauchen, auchluft ausstoßen’, ‘winde entstehen lassen1541 expirare auras dicitur amnis lufft von jm gebē, außwaͤyen Cholinus/F. dict. 344b. z.j.1561 ain groß wetter und wind .., wölcher das korn heuffig ausgewäet .. hat Mair in: (Augsb.) chr. dt. städte 33,121. 1678 (objektwechsel:) dieses lüfftlein wird das zimmer fein auswehen (‘durchlüften’) Kramer dict. 198a. 1680 also wehen .., die winde, so von stinckenden oertern, als von schweflichten und dergleichen herkommen, einen bösen gestanck aus Francisci uberzug 1057. ⟨v1683⟩ ward es (das im innern zerstrittene Rom) lüstern die zwirbelwinde seiner ehrsucht über den lufftigen Alpen auszuwehen Lohenstein Arminius (1689)1,895b. 1830 robben .., die durchdringenden duft a(uswehen) aus der tiefe des meergrunds in: Sanders wb. (1860)2,2,1518b. 1832 aus den höhlen, in denen er (der unsaubere geist) seinen stuhl aufgestellt, weht der eiskalte zugwind die blätter, die er beschrieben, aus in alle lande Görres 15,448 Sch. 1909 jede vegetation, auch die der tiefwurzelnden .. strandgräser, wird wieder ausgeweht Graebner pflanzenwelt 317. 1995 wenn der blues einem die problemchen des alltags ausweht süddt. ztg. (1.9.), DWDS-arch. intrans., an die luft abgegeben werden, ausströmen: 1987 aber den dämpfen, .. die achtern (aus den giftmüllverbrennungsschiffen) auswehen, wird zugeschrieben, .. die Nordsee noch mehr zu belasten aktuelles lex., DWDS-arch. 3 zu ende wehen, nachlassen zu wehen: 1657 hat sich nun dein rad gedrehet, du o mehr als falsches glükk? / hat dein westwind ausgewehet, ubest du nun deine tükk? Neumark lustwald 1,177. 1702 er hat einmal ausgewehet egli ha finito hormai di ventare Kramer dict. 2,1280c. 1839 der sturm hatte ausgeweht Engels in: Marx/E. (1956), ergbd. 2,24. 4 von flaggen, durch wind bewegt werden, sich so voll entfalten: 1711 auswehen .. sventolare Rädlein spr.-schatz 1, 108a. 1794 die flaggen sind ausgewehet Röding wb. marine 1,211. 1846 man kann sie (die flagge) nur zu gut sehen (von bord des anderen schiffes aus) und noch dazu in diesem augenblicke, wo die flagge ganz ausweht Smidt Ruiter 1,104. 1926 die nationalitätsflagge, die auf dem flaggenstock .. auswehte Traven totenschiff, DWDS-arch. 1956 ein alter seemannsbrauch ..: auf dem letzten kohlenkorb saß (beim entladen) unser leichtmatrose und schwenkte die deutsche flagge. ruckweis und unter gesang wurde er aus der luke auf deck .. gehievt, wobei er die flagge im wind auswehen ließ Weitendorf logb. 71.

auswettern, vb.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1604, Zeile 7 [Fröhlich]
AUSWETTERN vb.   1 aufhören zu donnern, gewittern, übertr.ausgiebig poltern, fluchen’, zuerst lexikal.: 1702 auswettern finire di tempestare Kramer dict. 2,1340a. 1734 aus gewettert, praes. ich wettere aus desœvio Steinbach wb. 2,987. ⟨1828/34⟩ ringsum nur totes chaos starrt, / nur trümmer, bröckelnd, scharf zerschmettert, / wie eine welt, die ausgewettert / den neuen schöpfungstag erharrt Droste-H. 2697 H. 1838 gleich einer wolke, die sich hat erschöpft mit blitzen, / geneigt, nachdem sie ausgewettert hat, zu regnen Rückert Rostem 55. ⟨1839⟩ ausgewettert und ausgedonnert hatte ich mich völlig, und deine schwester sagte, .. meine flüche fingen an gar zu alltäglich zu werden Tieck (1828)25,180. ⟨1910⟩ verschwägert und versippt, veronkelt und vervettert, / hatte sein übermut bald gründlich ausgewettert Spitteler frühling (1920)2,89. 1935 er hett utweddert das gewitter ist vorüber Mensing schlesw.- holst. wb. 5,300. 1939 auswettern .. ausschelten Ziesemer preuß. wb. 1,346b. vereinzelt trans., etwas herauspoltern, einen affekt entladen: ⟨1864⟩ wettern sie (anrede) ihren zorn in ein paar schönen gedichten aus – das erleichtert das herz Spielhagen s. rom. (1895)2,315. 1905 in seinen (Schönherrs) dramen kann sich sein trotz natürlich erst nach lust auswettern schaubühne 1,415. 2 trans., das wetter aushalten: ⟨1889⟩ um den nahenden sturm auswettern zu können, wurden die kleinen segel rasch geborgen und alles sicher auf deck befestigt Tetens erinn., online. part. prät. ausgewettert ‘dem wetter ausgesetzt (gewesen)sowohl i. s. v. ‘verwittert, vom wetter, leben gezeichnetals auchabgehärtet, wetterfest 1846 veteranen mit und ohne beine, mit und ohne augen, ausgewettertes volk Smidt Ruiter 1,166. ⟨1855⟩ der förster mit .. dem langen bart, in einem ausgewetterten rock Freytag (1886) 5,141. ⟨1888⟩ wenn ich, der ich doch ausgewettert bin, immer noch drin in der stube bleibe, weil der ostwind pustet und die märzensonne sticht, setzt sich der Berliner schon ins freie Fontane (1919) I 3,188 jub. 1956 dät tüch is utjewäädert Lademann teltow. volksspr. 269b.

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Zitationshilfe
„auswehen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/auswehen>, abgerufen am 27.11.2020.

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