Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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aussein, vb.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1404, Zeile 49 [Schmitt]
AUSSEIN vb.   mhd. ûzsîn, ûzwesen, mnd. ûtsîn. 1 zu ende sein, von fristen, zeiträumen, meist nichttemporalzur neige gegangen sein’, erweitert ‘erledigt, abgetan, zunichte sein’, häufig unpersönl. es ist aus (mit jmdm., etwas, um jmdn.); mit persönl. subjekt mit jmdm. aussein ‘mit jmdm. fertig sein⟨v1022⟩ hîer ist ter status ûz Notker 1,64,10 P. ⟨u1194⟩ ditz mære ist ûʒ, daʒ ich kan Ulrich v. Zazikhoven 9433 H. ⟨u1250/72⟩ sâ zehant ist fride ûz zwischen dem engel unde dem menschen Berthold v. Regensburg 1,57 P./S. ⟨u1300⟩ sô wêr ûz / aller zwîvel und gestilt Johannes v. Frankenstein 5890 LV. ⟨1395⟩ sint sie (die bannweine) denne nüt vs, so sal man denne jederman, der sin nüt getrunken hette, sinen teile heim schicken weist. 1,332 G. u1473 vnd (das interpunktionszeichen) bedütet dz der sin von der red vß vnd gancz ist quellenschr deutschsprachl. unterr. 8 M. 1509 darbey man wol merckt, wenn es an das guͦt geet, das alle liebe auß ist Fortunatus 26 HND. 1526 ich bin aber noch nit us mit dem euangelio Zwingli 5,147 E./F. 1533/4 es wär geschehen und außgewesen umb Rom Turmair 4,2,840 ak. 1535 die Agrippina als sie erschrocken vnnd geforcht es würde nuͦn aus mit jr vnnd gethan sein wo jr diese sach fehlet Micyllus Tacitus 192a. 1546 umb zehn ader wann es in der kirchen aus ist testamente d. Hohenzollern 1,21 K./H. 1566 ein ander reich in welchem beide mutterschafft und sonschafft aus ist Poach nach Luther w. 28,403 W. 1590 dann ich neun kinder hab im haus, / vnd ist die speiß mir alle aus Frischlin dicht. 95 LV. 1644 last uns unser heil versuchen. / alle hoffnung ist nicht aus Harsdörffer gesprächsp. (1641)4,124. 1657 es ist mit unserer mitschwester in dieser zeitlichkeit gar aus! Neumark lustwald 2,98. 1720 daß ich, wenn pulver und bley auswäre, auch ohne flinte leben könte Vischer Robinson Crusoe (Leipz.)1,90. 1778 daß wir im tode nicht gar aus sind Hippel lebensläufe 1,147. 1779 wenn die klassen aus waren Schummel Spitzbart 276. 1843 der krieg ist aus, der heide ist verjagt Hebbel I 1,196 W. ⟨1893⟩ jetzt ist die sache aus und begraben Wildenbruch ausgew w. (1919)4,22. ⟨1896⟩ rede du nicht! mit dir bin ich aus! Halbe [1917]5,91. 1956 ich mag keine pillen mehr schlucken. mit mir ist’s aus Geerdts hoffnung 172. 2005 eins der kleinen bekommt einen schreikrampf, weil banane aus ist berl. ztg. (1.2.)23f. auch ‘erloschen sein, abgeschaltet sein 1641 das liecht ist auß Weckherlin 1,507 LV. 1777 es schickt sich wohl nicht mit der pfeife in der hand zu antworten; aber zu gutem glück ist sie aus Hamann brw. 3,364 Z./H. ⟨1903⟩ das feuer is aus in: arbeitertheater 366 K./M. 1993 (redensartl.:) doch da war bei Klinsmann der „ofen aus“ frankf. allg. ztg., cd-rom. 2 abwesend, ausgegangen, außer haus, unterwegs sein: ⟨u1147⟩ daz ih, hêrre, sô lange ûz was, / niene zurne dû daz kaiserchr. 805 MGH. 1293 vnd swel burger wil helfen eime lantmanne sinem vriunde .., der sol vor der getât zwene tage vs varen vnd ovch nah der getât zwene tage vs sin corp. altdt. originalurk. 3,9 W. ⟨14.jh.⟩ sie wâren ûz gewesen ein halbez jâr, / sie kâmen gein Jerusalêm Salman u. Morolf 775,1 V. 1421 de wile use borgere uthe weren in: Heyne hausaltertümer (1899)2,312. 1472/3 Lisabetta gar dicke ire brüder nach Lorenczen fraget als des lang auß sein ir hercz beschwäret Arigo decameron 278 LV. ⟨1557⟩ (das mädchen) bat in, das er bald wider keme, und .. sein langes auß sein beweynet und klaget und on alle freud sein staͤts wartet Montanus schwankb. 92 LV. 1578 die bulwerber der Penelope, des auswesenden Vlissis gemahl Fischart 3,295 DNL. ⟨A17.jh.⟩ gehe hin, und biss auch nit lang auss endinger judensp. 54 HND. 1700 nur wären sie zweymahl ausgewesen zum trincken Hosmann denck-mahl 1,32. ⟨1835⟩ mein mann war aus, um holz einzukaufen, .. ich war mit dem kinde ganz allein Tieck (1828) 24,70. 1950 ja, herrgott, warum seid ihr denn heut’ so lang aus! Graf mitmenschen 60. 1993 wir sind gestern ausgewesen Duden, wb. dt. spr. 1,367c. 3 hinter jmdm., etwas hersein, nach etwas bestrebt sein, etwas wollen, herzuleiten aus 2, zunächst noch eng an der räuml. verwendung: ⟨n1474⟩ (der kaiser) gebot .., das her (der amtmann) flissig dornoch solle vssesyn, bestellen vnde erfaren noch sandte Vrß Hans v. Waltheym 62 W. 1522/3 sie (die bischöfe) sagen, die bistümer seien zu groß da könnten sie nicht überall sein. warum sind sie aber auf so ausgedehnte bistümer aus? flugschr. ref. 4,304 C. 1533/4 die Römer .. so umb holz aus warn Turmair 4,1,545 ak. 1643 es ist eine thörichte kinderzucht, wo man allein darauff auß ist, wie man witzige, geschickte, nicht aber fromme gottsförchtige kinder haben möge Moscherosch cura 85 HND. 1729 ein dieb .. war in einer nacht auch auf die mauserey ausgewesen Rottmann historien schreiber 221. 1781 up de frije ut syn heyrathen wollen Dähnert platt-dt. wb. 133a. 1852 wer wird immer nach vergnügungen aus sein Alexis ruhe 1,157. ⟨1877⟩ ihr seid scharf auf geld aus Anzengruber 34,253 B. ⟨1946⟩ wenn man darauf aus ist, die alte adelstradition zu erhalten Renn adel (1950)222. 1959 wenn er heute abend ebenfalls auf einen der schwarzen bruchböcke ausgewesen sein sollte Komm waldgespenst 112. 2004 war ich aus auf die abenteuerreihe von Enid Blyton süddt. ztg. (3.12.)20b. – auch: 1999 dr dukter wor, wie ’r ne gesahn hat mit sein flacken in gesicht, glei aff mosern aus (vermutete die masern), thür. wb. 1,461. 4 an, in etwas nicht mehr vorhanden sein, herausgebrochen, -gerissen u. ä. sein; redensartl. dem sack, dem faß ist der boden aus (auch mit abstrakta) zur umschreibung von übertriebenheit, unerfüllbarkeit unmöglichkeit: 1494 wie er on zal (pfründen) vff nem dar zuͦ / als ist dem sack der boden vsz / bisz er fert jnn das gernerhusz (‘beinhaus’) Brant narrenschiff 32a Z. 1508/16 also ward dem roͤmschen küng und dem schwebischen punt ir anschlag gar zerbrochen ..; den mit diser schlacht was dem schimpf der boden gar us Brennwald schweizerchr. 2,454 L. 1512 der warheit ist der boden vß! Murner 2,363 Sch. 1533/4 sein in disen lesten zweien zeilen .. in ietlicher vier puechstaben auß Turmair 4,2,720 ak. ⟨u1544⟩ des babst regiment hat den schein vorloren; es sein im beide augen aus Luther tischreden 5,304 W. 1575 ha, sagt sie, jhr habt gut sagen, were dem faß der boden auß Fischart geschichtklitterung 155 HND. 1630 es ist beßer ein fenster auß dan̄ ein hauß Lehmann florilegium 84. 1848 und so häslich ist sein gesicht angeschwollen; ein auge ist ihm aus Alexis hosen (1846)2,3,39. 1872 tuen, als wenn dem himmel der boden auß wär sich ungemein kläglich gebärden Schmeller/F. bayer. wb. 1,158. 5 in d. sportspr. vom ball ‘sich außerhalb der spielfeldbegrenzung befinden 1976 der ball ist aus! Duden, wb. dt. spr. 1,274a. 1999 um jeden punkt wird gekämpft, wenn ’s sein muß auch mit schiedsrichterin H. B. .., die aber ganz cool bleibt: „der ball war aus!“ frankf. rundschau, DWDS-arch.

auszeigen, vb.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1630, Zeile 26 [Unger]
AUSZEIGEN vb.   mhd. ûzzeigen. überwiegend obd. 1 etwas (rechtmäßig) ausweisen, vor augen führen, (auf)zeigen, zuerst i. s. v.nachweisen, rechtl. sicherstellen’; auch refl. ‘sich erweisen ⟨v1209⟩ dô gap si im .. / drîzic huobe zeigen (zu eigen) / und hiez im ûz zeigen / das beste hûs .. / daz .. stuont in der stat Wirnt 5748 K. 1294 vnd setz (nach meinem tod) dem .. chloͤster vnd der samnung allez daz æigen, vnd daz guͦt, daz ich han in dem guten tal .., daz der abt vnd dev samnung dar ovf hab an alle iͤrrung miner gerben, vntz in min sun Wichart vnd min æidem .. ein phunt guͦter gullt anderswo ovz zaigen nach ir willen corp. altdt. originalurk. 3,199 W. 1352 daz wir dez vorgenanten guetz allez, daz wir in auzgezaigt vnd versatzzet haben, als vorgeschriben stet, mit dehainerlai sachen nicht verchümbern suln wiener stadtrechtsb. 141 Sch. 1447 das .. mit im (dem vater) geredt .. würde, das er uns zu ainer gemahel ain sunder auszaigen ettlicher sloss und raündt (‘renten’), daran wir ain güet auskommen hieten, und ain besunders wesen tätte, darinn wir auch an irrung sein privatbr. d. ma. 1,47 S. 1533/4 besunder rent fänt güeter .. auch etlich land leut stet flecken .. gehörten allain auf das kriegsvolk, warden auszaigt; die lêch man den kriegern ir lebenlang Turmair 4,2,628 ak. 1604 einen bawren, welcher gegen empfahung eines guten taglohns jme (dem kaiser) bey Meißna einen furt durch das wasser weiset vnd außzaigt, dadurch die reuterey sonder gefahr setzet J. Mayr epitome 295b. ⟨1626⟩ es schrie der priester, die eingeweyde (der geschlachteten tiere) zeigten auss lauter gutes Opitz Argenis (1644)1,487. 1715 die annoch nit verfaste waissen- oder pupillenraitungen sollen ohne allen anstand gelegt, auch ordentlich ausgezeigt werden wo der pupillen ihre gelder anliegend seint öst. weist. 6,253. 1844 in die ärgste pfütze hat ihn Stiele geritten mit der badeanstalt, die, wie sich jetzt auszeigt, in den warmen monaten trocken liegt und winters durch den sturm .. unterspült wird Droste-H. br. 2,283 Sch. K. 1886 es wird sich a(uszeigen), ob oder dass .. Gutzeit Livland, nachtr. 93b. 2 etwas kennzeichnen, festlegen, bestimmen, auch refl. i. s. v.sich auszeichnen, gekennzeichnet sein (durch); vgl. auszeichnen 1: 1351 nu habent si auzgezaigt, daz daz statgericht von der stat auf der strazzen gegen Friesach nicht verrer ge denn uͤber daz pruͤkel und uͤber den statpach steir. gerichtsbeschr. 90 M./P. ⟨1359⟩ wenn ein freẃnt den andern ladn wil .., so sind heẃser (gasthäuser) darzue auzgezaigt Steckel reise 97 TSM. 14.jh. an der (handfeste) hat er avzgezaiget di gemerch in: DRW 1,1146. 1438/52 ob er aber außwürf einen marichstain der außzaigt zwaierlai herrn güter öst. weist. 8,15. 1482 daz bisher solcher burkfrid nicht aigentlich ausgezaigt gewesen ist steir. gerichtsbeschr. 70 M./P. ⟨hs.15.jh.⟩ ze den zîten hêt ein lant den sit (sitte, brauch) / dâ ez sich zeigt ûz mit: / ez lie bî im niht werren. / ez hiet einen herren / alle jâr jærlîch Jansen Enikel weltchr., anh. 1,2 MGH. 1533/4 man solt gewiß gränitzen zwischen dem bairischen reich und sein (des königs) auszaigen Turmair 5,1,169 ak. ⟨1558⟩ wann aber die verhaissung mit sonderbaren außgezaigten worten beschehen, also, das er mir .. brot wolte bachen Pegius dienstbarkhaiten (1559)51a. ⟨1682⟩ daß man ausgezeigte und bestimmte zeiten zu jagen oder nicht zu jagen, beobachten .. muß Hohberg georgica (1687)1,54b. ⟨1719⟩ was die jugend erlernet, wird auch in dem alter verbleiben. sie wusten schon des Pythagoræ Samii ausgezeigten weg in: Abraham a s. Clara kramer-laden (1710)3,281. 1746 mit marchstainen ausgezaigt in: DRW 1,1146. 3 jmdm. etwas (bestimmtes, einen bestimmten anteil) zuweisen, zuteilen: ⟨1394/5⟩ zu dem hoff lud der chaiser vil fürsten, den herberg aus wurden geczaiget, yedem nach seiner wirdichait öst. chr. 89 MGH. 15.jh. si schullen den selben weingarten was iedem tail ausgezaigt ist rechtleich pawn als ir selbs aigen stokch öst. weist. 8,1015. 1533/4 diser künig was .. taidiger in diser zwitracht, tailt das germanisch und teutsch künigreich, zaigt iedem sein tail und land auß Turmair 4,1,139 ak. v1566 sein nit vber annderthalbe meill geraist, da wardt vnnss das nachtleger ausgezaigt an ainem pühel Herberstein in: font. rer. austr. I 1,270. ⟨1598⟩ auffm landt hat man das privilegium, daß einer des koͤnigs obristen .. oder fuͤhrer nicht darff nachlauffen vnd zu gnaden gehen, wohin er jhn furiren vnnd ein losement außzeigen wolle Albertinus müheseligkeit (1619)123. 1609 das ein jeder seine im (am tisch) ausgezeigte stell hernacher allezeit wieder besuche hofordn. 1,259 K. 1634 es soll .. ieder maister bei seinem außgezaigten stainbruch verbleiben öst. weist. 7,1046. 1756 stirbt die frau vor dem manne .., so zeigt er .. seinen eigenen kindern das mütterliche gut aus in: DRW 1,1147.

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Zitationshilfe
„auszeigen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/auszeigen>, abgerufen am 26.11.2020.

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