Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

auweh, interj.

Fundstelle: Band 3, Spalte 1667, Zeile 52 [Grimm]
AUWEH, auwei, auweia interj.   mhd. ouwê, ouwî, zusammenrückung der interj. au, mhd. ou (s. au 2DWB) mit der interj. weh, wei. die mhd. schreibung ohne u (ôwê, owê, âwê) vielleicht auch als kollokation mit der interj. o (1DWB 7,1041 ff.) zu verstehen (literatur zum problem s. Lloyd/S. et. wb. ahd. 1,393). ausruf des schmerzes, der klage, des bedauerns, der überraschung, bestürzung, sorge, älter auch mit akk. u. dat. d. pers. u. gen. d. sache: ⟨u1196⟩ hs.1477 noch dan stunt der wigant, / er bot uf sine wizen hende / und clagte sin ellende, / er sprach: „ouwe lant und lude, / wie ruwestu mich hude! ..“ Orendel 493 ATB. u1200 ouwî sî sint des vil vrô Hartmann Iwein 62167 B./L. ⟨u1200⟩ dô rief vil trûreclîche diu küneginne milt: / „owê mich mînes leides! nu ist dir dîn schilt / mit swerten niht verhouwen; du lîst ermorderôt ..“ nibelungenlied 181012,2 B./B. ⟨u1300⟩ awe mir! we und ymer we! Heinrich v. Neustadt Apollonius 2512 DTM. hs.E15.jh. da schrei der Jude: „auwe der not“ Rosenplüt in: märendicht. 15. jh. 232 F. 1510 auwee, auwee des grossen schmerczen, / den ich empfind an meinem herczen! schausp. v. sterbenden menschen 34 LV. 1534 nu sag, was gehet die die kyrchen Christi an? aweia. Jeremias helts darumb mit der sect, das er der Juden abgoͤtterey widerstund Witzel Koch C 2b. 1613 (bauer, als ihn die frauen schlagen:) auweh! wo ist mein wehr vnd hut? Spangenberg ausgew. dicht. 344 M. 1685 indem sie (haut und fell) nit den thaw, sondern das aw, will sagen, das auweh fast stäts müssen tragen Abraham a. s. Clara gack 108. ⟨v1728⟩ holla, das war schon ein rechter speck auf die fallen, mein neue ehe-frau wird bald anbeissen. auwehe mein kind! sagt sie ihrem ehe-herrn dem verstellten teuffel, was hab ich heunt schönes gesehen predigtmärlein barockzeit 393 M.-R. 1778 schlagt arm und bein dem schelm entzwey! / (Nathan:) auweih! auweih! Gotter jahrmarkt 52. 1789 au weh! wie erschrak ich, da ich keinen hund mehr sah: sie waren fort Prosch leben 111 P. ⟨1810⟩ au waih, au waih! ich bin ein betrogener mann Hebel s. poet. w. 3,219 K. ⟨1937⟩ Winfried dachte: au wei, da hab ich mir etwas eingebrockt A. Zweig einsetzung (1950)127. 1989 auweia! vielleicht wird’s nicht so schlimm Königsdorf 1989 (1990)82. 1999 auf den griff nach dem busen folgt, auweh, ein tritt in die eier n. zürch. ztg., DWDS-arch.

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Zitationshilfe
„auweh“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/auweh>, abgerufen am 04.12.2020.

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