Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

bühl, m

Fundstelle: Band 5, Spalte 967, Zeile 7 [Meyer-Hinrichs]
BÜHL m.   ahd. buhil, mhd. bühel. mnd. bǖl gehen auf germ. *ƀuh‐ila‐ ‘hügel, bühl, beule’ zurück, das nach Lloyd/S. et. wb. ahd. 2,421–423 zu einer idg. wz. *bheu̯- ‘aufblasen, anschwellen’ gehört; zu möglichen weiteren verwandten in den germ. sprachen s. d.; auch in den formen bühel, buhel, büchel, buchel, bichel bezeugt. gegenwartssprachlich veraltet, noch mdal. (obd.) und in orts‐, flur‐ und familiennamen erhalten. 1 hügel, anhöhe; erhöhung auf einer ebenen fläche. selten auch ‘(erd)haufen, grabhügel’: 2.h8.jh. colles puhila ahd. gl. 3,2,33 S./S. 863/71 thaz ir in then sorgon ruafet thesen bergon,/ bittet sie .. sie fallen ubar iuih;/ joh bittet ouh thie buhila, thaz sie iuih theken obana Otfrid IV 26,45 E./S. ⟨u1060⟩ sino, der mîn uuine uerit al in sprungen an den bergon unte er uber springet dîe buhela Williram 35, 2 S. ⟨u1194⟩ ûf eime schœnen bühel er lac,/ einsît an dem velde Ulrich v. Zazikhoven 2832 H. ⟨2.h13.jh.⟩ búhel und berge vallent uf úns und verbergend úns vor dem zorn des grossen rihters st. georgener prediger 72 DTM. n1346 Joppe ist ettwann gewesen die edlist stat, gelegen auf einem puchel mit grossen mauren und pawen gezieret pilgerreisen 54 R./M. ⟨1488⟩ mit außwerfung des ertrichs machten sie (Römer) vallum et aggerem, ein graben und darbei ein büchel Meisterlin in: (Nürnb.) chr. dt. städte 3,40. 1537 haben wir .. dem Agamenoni ain grab oder pühel zů ewiger gedaͤchtniß auffgeworffen Schaidenreiszer odyssea 46 W. 1558 ein bühel so hoch, das man ein büchß darüber nit bringen moͤcht Fronsperger kriegß regiment 32b. 1605 derowegen bin ich .. in die königliche burg zu Winsort gangen, welche auf einem kleinen lustigen bühel oder hügel ligt Th. Platter d. j. englandfahrt 97 H. 1677 (Gasca) commandirte gleich siebentzig hakenschützen voraus, daß sie einen naturfesten bühel (andre schreiben, es sey ein hoher berg gewesen) einnehmen solten Francisci trauer-saal 3,531. 1716 bey dem flüßlein gegen Hoff zu, da stehet auf einem kleinen bühl eine tanne Pachelbel Fichtel-berg 272. 1789 hingegen spazierten wir .. auf einen gewissen bühel, wo wir eine weite .. aussicht .. hatten Bräker 1,148 F. 1829 der galgen steht .. auf einem büchel, und es ist da eine schöne gelegenheit und aussicht Aurbacher volksbüchl. (1827)2,128. 1865 Witiko ritt .., bis er .. auf einen bühel gelangte, der über die wipfel aller tiefer stehenden bäume empor ragte Stifter 9,51 S. 1904 die windmühle auf einem einsamen bühl tat ihren gespenstigen umgang in: öst. rundschau 1,320. ⟨1956⟩ blasse bilder stiegen auf, .. der bühl mit der kirche, .. die bewaldeten hügel Dürrenmatt panne (1964)232. 2 auswuchs, geschwulst, buckel: ⟨u1220⟩ die hende und ir vinger lanc,/ âne bühel und âne berc Fleck Flore 6911 S. 1497 wer .. sach das in dem heilen der wunden etlich bühel oder kloͤtz wüchsent, also das er das gelid nit moͤcht gebiegen, so werde im allen tag diß plaster vff den bühel geleit Brunschwig cirurgia 138a faks. 1566 die bactrianische camelthier (haben) zwen buͤhel auff dem rucken .., die arabische aber haben deren einen auff dem rucken Heyden Plinius 123. 1588 es waͤchst vnderweilen dem pferdt außwendig auff der haut ein .. geschwulst, .. wann der hofer, bühel oder feygwartz vnden bey der hautt .. herauß waͤchst, so soll man die hautt .. auffschneyden Seutter roßartzney 235. ⟨v1709⟩ chiromantisten unterstehen sich den leuthen aus den händen wahrzusagen, dann sie finden unterschidliche berg in der hand deß menschen, da andere auch mit brillen nicht einen bihel erblicken Abraham a s. Clara kramer-laden (1710)1,373. ⟨1782/7⟩ er hatte eine verrenkte schulter und davon den beinamen ‘Ulrich mit dem bühel’ Musäus volksmärchen 3,35 M.

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Zitationshilfe
„bühl“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/b%C3%BChl>, abgerufen am 20.10.2021.

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