Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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bahner, m.

Fundstelle: Band 4, Spalte 72, Zeile 34 [Scheider]
BAHNER m.   früh vereinzelt: u1673 mich mit ihr bekand zu machen und ihr als ein serviteur auffzuwarten, ob ich etwan heimlich und unvermerckt den bahner anbringen könte, bedeuchte mich eben so spöttisch als gefährlich zu seyn Grimmelshausen Simplicissimus 2,594 LV. zu bahn 6. mitarbeiter der bahn, verkürzt aus eisenbahner: 1914 bahner haben babys an der hand Herrmann-N. sie 57. 1999 die „Rheinschiene“ .. gilt den bahnern als herzstück des europäischen transportnetzes frankf. rundschau, DWDS-arch.

1banner, n.

Fundstelle: Band 4, Spalte 168, Zeile 46 [Fröhlich]
1BANNER n.,   vereinzelt m., f. mhd. ban(n)er, mnd. banner. die herkunft ist nicht völlig geklärt. vermutl. rückentlehnung aus afrz. baniere ‘feldzeichen, heerfahne’, abgeleitet von afrz. ban ‘aufruf, aufgebot’, das westgerm. ursprungs ist (vgl. ahd. ban ‘gebot, verbot, gerichtsberufung’, s. bann). in anlehnung an mhd. ban entwickelt sich aus dem afrz. wort unter akzentverschiebung mhd. ban(n)er, pan(n)er (vgl. et. wb. dt. 596a dtv), ohne jedoch die formen mit frz. endung banier, panier völlig zu verdrängen: ⟨u1185⟩ sô daz si die gesellen viere, / .. über jenez velt sâhen / mit ir baniere gâhen Hartmann Erec 2555 ATB (s. auch panier n. 1DWB 7,1421 f.). – nach einer anderen erklärung stammt afrz. baniere über gleichbedeutend aprov. bandiera von got. bandwa ‘zeichen’ ab, das auch aprov. banda ‘truppe (unter einer gemeinsamen fahne)zugrundeliegt (s. 1bande). der wegfall des d wäre eine durch die formale u. semant. nähe zu ban motivierte angleichung (vgl. FEW 15,53 ff.). 1 (mit einer querstange am schaft befestigte) fahne, die ein herrschaftsgebiet, eine zugehörigkeit bezeichnet, älter meist militär.feldzeichen, panier, standarte; auch ‘hoheitszeichen, (stadt-, reichs)wappen; gewerbezeichen schiffsflagge⟨u1196⟩ ir baner waren grune und rot: / do nahete mangem heiden der dot Orendel 888 ATB. ⟨2.h12.jh.⟩ daz baner er in die hant genam, / er leite daz here zuͦ tal Salman u. Morolf 382,1 V. ⟨z.j.1278⟩ wie geint die segil in dat mer, / also giengen dei baneren zu hist. volkslieder 1,5a L. 1376 wenne ez da zuͦ kumpt nun oder hernach, daz man mit der stett baner ze velde ziucht württ. geschichtsqu. 8,60. hs.u1430 sie brachten den baner von Rom, darinn ein guldener adler stund und ein trach Lancelot 2,753 DTM. 1470 zog man zu Bern us mit einer paner und mit einem schönen volk Tschachtlan in: qu. schweiz. gesch. (1877)1,234. ⟨1472⟩ deßhalb ist nicht not vnser panner vffzustecken vff dem sloß Albrecht Achilles merck. buech 103 B. 1495 so sol jedes hantwerck mit sinem paner ziehen für ir stube oder für irs meisters husz strassb. zunft-verordn. 158 B. n1521 stecken darum dass bander auff denn seegelbaum zu einem zeichen, dass wir sie nit forchten pilgerreisen 395 R./M. 1668 der erste außzug solle beschehen mit dem schützen fahnen ..; der dritt mit dem panner in: Frauenholz heerwesen (1935)3,2,338. 1797 auf unserm zug von Sardes stürzten sich / zwey große adler auf das vordre banner A. W. Schlegel Shakespeare 2,134. ⟨1826⟩ denke nicht daran, sie heimzuführen, so lange ein fremdes banner auf den türmen von Stuttgart weht Hauff 3,223 F. 1873 hier auf dem steinwall, umrauscht vom schwarz-roth-goldnen banner Kudlich rückblicke 1,269. 1917 als .. die artistentruppe mit entfalteten bannern aller völker der erde – vermutlich ein symbol für den glücklich wiederhergestellten weltfrieden –abzog Meyrink gesicht 62. 2003 wenn es Spanien und alle internationalen sportverbände schon ablehnen, sich mit dem katalanischen banner zu präsentieren n. zürch. ztg. (13.11.)4d. zuerst bildl., dann auch übertr., wahrzeichen; aushänge-, reklameschild markenzeichen; jüngst auch rückentlehnt von engl. banner ‘(pop-up)fenster oder feld mit werbung auf internetseiten A15.jh. demuͤtikeit ist das zeichen / der guden hertzen und der weichen: / wer dis banner nit endreit, / der enhait in yme nit gantze gutheit pilgerfahrt d. mönchs 140 DTM. u1460 si steckend rumes paner auf, / das man erkent, das valsch da leit / mit heres kraft gar sunder streit märendicht. 15. jh. 113 F. 1522 der warheit baner ist der gemein, / das sie in eren tregt allein Murner 9,189 Sch. 1673 ihr dauret mich, wann ihr durch solche thorheit .. hoffen wollet, bey der allerlobwürdigsten frucht-bringenden gesellschafft euern banner anzubringen Grimmelshausen simpliciana 168 Sch. 1799 das rätsel der sächsischen verfassung .., die .. alle dummheiten in sich faßt, und jetzt das mächtige banner der ignoranz, der brutalität und des egoismus geworden ist in: Novalis 4,442 W. 1867 das werk (Wagners „Lohengrin“), welches dem neuen kreuzzug gegen die philister als leuchtendes banner vorangetragen wurde Cornelius lit. w. 3,108 C. ⟨1878⟩ in den dunkelsten zeiten des mittelalters .. waren es jüdische freidenker, gelehrte und aerzte, welche das banner der aufklärung .. festhielten und Europa gegen Asien vertheidigten Nietzsche stud.ausg. 22,310 C./M. 1957 der name Newton wurde für die einen zum banner des reinen empirismus wiss. annalen 666. 2000 die vermarkter reagieren auf die geringe wirkung der banner, indem sie neue werbeformen für das internet entwickeln frankf. allg. ztg., DWDS-arch. 2005 das „Eden au Lac“ behält seinen namen, wird neu aber unter dem etablierten banner victoria-jungfrau vermarktet n. zürch. ztg. (22.11.)39a. 2 metonym. zu 1, unter einem feldzeichen versammelte militärische einheit, fähnlein: ⟨E14.jh.⟩ vnd were das jnen dz jemand weren woͤltte, so sol jnen der hoffherre mit der baͤner von Phfirt des behoͤlffen sin weist. 4,4 G. 1415 do stellete sich der künig mit den sinen zuͦ gewer und mit den dütschen herren die zestunt mit ire banner dem künige zuͦ helfe koment Twinger in: (Straßb.) chr. dt. städte 8,462. 1499 aber die gedachten von Appenzell Sant Gallen vnd gotzhus lüt vsgezogen mit jr panern d. geschichtsfreund 2(1845)133. u1530 graf Hainrich von Fürstenberg, welchem er sin paner befalch, der marggraf Hainrich von Baden mit vil rittern und knechten Watt 1,356 G. 1575 gleichwol wischten sie (die belagerten) vnbedacht mit etlichen panern hofgesinds hinauß, die wurden schoͤn mit vielen stuckbuͤchssen .. empfangen Fischart geschichtklitterung 424 HND. 1608 der obriste banerherr .., welcher den andern kriegßfürsten die baner zustellt Schweigger reyssbeschr. 167 faks. 1832 gleichwohl brach er wüthig herfür mit einem banner reiterey seines hofgesindes Regis Gargantua 1,148. 2007 befiehlt der Franzose (in der schlacht von Hastings) einen direktangriff auf das feindliche banner berl. ztg., magazin (11./12.8.)8d.

2banner, m.

Fundstelle: Band 4, Spalte 169, Zeile 67 [Fröhlich]
2BANNER m.   selten, nomen agentis zu bannen ‘jmd., der bannt’, auch ‘aufseher, büttel in einem bannbezirk 1520 ob es nu wol war ist, der ban ist tzu furchten, er sey recht odder unrecht, ßo ist doch alltzeyt des bannerß stand in großern ferlickeyten, danne des vorbanten Luther w. 6,69 W. 1522 man bandet nieman umb die schuld, aber umb die ungehorsame, glich als ob einer sine schulden mög bzalen, wenns inn der banner heiße Zwingli 1,381 E./F. 1569 ein erschreckliche historia von eim teuffelßbeschwerer oder banner, wie er vmbkommen theatrvm diabolorum 90a. ⟨1793⟩ ein hofzwerg wollte jüngst den geist der zeit besprechen, / .. doch grausam wußte sich das ungetüm zu rächen, / und kniff dafür den banner braun und blau Bürger 2,71 W. 1889 der schultheiß war wie der fränkische centenar zugleich gerichtsvollzieher, wobei ihm aber der büttel oder banner als unterbeamter zu diensten stand Schröder rechtsgesch 539. 1933 banner .. der bannende Pekrun wort 121a.

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Zitationshilfe
„bahner“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/bahner>, abgerufen am 20.01.2022.

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