Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

blassen, vb.

Fundstelle: Band 5, Spalte 352, Zeile 18 [Mederake]
BLASSEN vb.   abl. von blaß adj. 1 an farbe verlieren: 1660 mein leib ist lauter dürre knochen,/ der lippen purpur blässet weiß Stieler Venus 52 HND. 1777 wenn am himmel die sterne blassen Schiller 1,7 nat. ⟨1822⟩ wär’ deine meinung recht, so blaßte dort/ der sonn’ holdsel’ges antlitz Immermann 16,238 B. 1892 wenn an rosen‐statt/ herbstzeitlose blasst ..:/ sonne, sonne!/ du auch wirst mir dann verbleichen Bierbaum ged. 81. ⟨1924⟩ ihre wangen blaßten und fielen ein, dadurch sprang die nase groß aus dem gesicht Musil ges. w. (1981)6,290 F. 1960 die mittagssonne blaßte in den blütenblättern und tauchte die wiese in strahlendes weiß Bräunig sommer 238. 2 schwach werden, vergehen, sterben: 1660 ach! so wolt’ ich lieber blassen,/ eh’ ich kähm’ an ihres zimmers pforten Stieler Venus 105 HND. 1800 der glühwurm zeigt, daß sich die frühe naht,/ und sein unwirksam feu’r beginnt zu blassen A. W. Schlegel Shakespeare (1797)6,101. 1841/2 im grauen schneegestöber blassen/ die formen, es zerfließt der baum Droste‐H. 2153 H. ⟨1897⟩ da vieles wankt und blasst und sinkt und splittert/ erstirbt das lied von dunst und schlaf umflutet George ges.‐ausg. 4(1929)115. 1932 immer aber ist es ‘aura’, .. mag sie bald mit wachsenden jahren blassen, bald umgekehrt sogar sich verstärken Klages geist (1929)3,1,918. 2003 vermutlich blasste der ruhm dieser operette gerade darum, weil sie die dralle Léhar‐wittib an feinsinn und pikanter eleganz übertraf frankf. rundschau (4.3.)10a.

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Zitationshilfe
„blassen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/blassen>, abgerufen am 30.11.2021.

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