Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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bräune, f

Fundstelle: Band 5, Spalte 702, Zeile 16 [Redzich]
BRÄUNE f.   mhd. briune.mnd. brūne; nnl. bruine.abl. von braun adj. 1 braune färbung; im mhd. auch für farbtöne zwischen scharlach und blauviolett, jünger auch dunkle tönung, patina: ⟨13.jh.⟩ in brûner brûne purpervar der meie sich nu gestet liederdichter 184 K. 14.jh. dú brúni im von der sunnen kam schweizer Wernher 5787 DTM. 1447 wann euer schöni vil lobes hat,/ mein breuni mir auch nit übel stat märendicht. 15. jh. 452 F. 1530 die krapffen sind schier gebachen, das sihestu an der breunen wol kuchen maysterey D 4b. 1674 die grüne hat er (regenbogen) von dem wasser, das blau nach der lufft, die röthe nach dem feuer, die braun nach der erden Widmann/P. Faust 313 LV. ⟨1837⟩ die zeit und der staub haben nun noch die gehörige bräune hinzugefügt, so daß diese werke meiner phantasie allerdings wohl für galleriebilder gelten können Tieck (1828)25,327. 1850 die zeit wird beiden bildern schon die erforderliche bräune und jenen düstern firnis geben, welche sie für die galerie der geschichte aufnahmsfähig macht Keller brw. 24 J. 1936 es war zu schön und ich hatte bräune nötig Mumelter skibazillus 159. 1996 im ministerium war Franz Karl Moor denkmalschützer, aber seine bräune holte er sich auf griechischen inseln M. Walser krieg 12. 2001 der angeblichen gesunden bräune aus dem solarium haben hautärzte und die deutsche krebshilfe den kampf angesagt berl. ztg. (4.7.)10c. 2 halskrankheit mit dunkler verfärbung des rachens, der mundschleimhaut (angina, diphtherie); vgl. Rauch krankheitsnamen 80f. : hs.1492 rat für die prewnin in: Schmeller/F. bayer. wb. (1961)1,356. ⟨u1525⟩ unordnung .., daraus dan breune, fieber und rot ruren .. folget Paracelsus I 2,149 S. 1572 doch hat diß wasser ein tugent, das der so die .. breun hat den mundt damit spielt, bald gesundt wirdt Thurneysser Pison 223. 1612 zwo krankheiten, rotrore und die breun, seint unter das .. welsch volk komen Mechtel limb. chr. 207 K. ⟨v1688⟩ brombeere .. sind unsere gebirgischen maulbeere, darzu sie auch in compositione wider die bräune, mundfäule und hals‐geschwüre genommen werden Lehmann schauplatz (1699)512. 1712 angina, die bräune, ein also genanntes hals‐geschwür, rühret entweder her von einer entzündung oder geronnen geblüt in dem hals‐mäußlein Marperger natur‐lex. 71. ⟨1769/73⟩ es (kind) liegt da, und schläft; und doch hat es den mund und halben schlund voll bräune Hermes Sophie (1778)4,365. 1839 mit Dortchen steht es gut und Guste hat ihren anfall von bräune glücklich ausgehalten J. Grimm brw. 1,301 I. ⟨1867⟩ eine straße, in welcher die bräune so grassirte, wie in ihrer straße, gab es in der ganzen stadt nicht Spielhagen s. w. (1872)5,323. 1924 als ich in meiner jugend .. bräune hatte, da bellte ich wie ein wolf Th. Mann zauberberg 1,27. 1966 noch lebhaft erinnerte er sich an die herrlichen tage, als er – ein junge von acht oder neun jahren – mit der bräune darniedergelegen hatte Berger Nettesheim 116.

bräunen, vb.

Fundstelle: Band 5, Spalte 703, Zeile 33 [Redzich]
BRÄUNEN vb.   ahd. brûnen, mhd. briunen, brûnen. abl. von braun adj. ; bedingt durch den zusammenfall der mhd. verben brûnen (‘braun, dunkel werden; funkeln, leuchten’) und briunen (‘jmdn., etwas braun, glänzend machen, schmücken’) trans., intrans. und refl. verwendung nachweisbar. 1 dunklere färbung annehmen. a sich, etwas braun, violett färben; (verletzungs‐, entzündungsbedingt) röten: ⟨v1022⟩ sô negang ze blûom‐garten dâr rôsâ unde ringelen unde uiolȩ uuahsent tîe den garten brûnent Notker 1,1,50 ATB. ⟨u1275/7⟩ sîn grâwer loc, sîn grîser bart/ die wurden im gebriunet Konrad v. Würzburg schmiede 1537 G. 15.jh. fuscare prewͦnen in: Diefenbach gl. 254a. ⟨v1541⟩ wild feur ist, so die wunde .. bleuet sich und breunet sich Paracelsus I 6,93 S. ⟨1676⟩ sah’ man die gottesfurcht sie himmelblau nicht kleiden,/ wenn gleich der kranckheit glut den zarten leib gebräunt? Mühlpforth ged. (1686)1,3,242. 1799 welches kind wird seinen gugelhopf aus schnee, mit ziegelsteinmehl gebräunet, in dem bratofen backen wollen? Jean Paul I 7,360 ak. 1812 ihre haut wisse sie durch pflanzensäfte so zu bräunen, daß niemand sie für ein mädchen halten sollte A. v. Arnim 2,127 Sch. 1864 wie du weißt, bin ich der meinung, daß die fortschreitende cultur die haare der kaukasischen rasse bräunt Treitschke br. 22,340 C. 1913 anilinfarbstoffe werden nicht gespeichert, durch osmiumsäure werden sie nicht gebräunt Molisch mikrochemie 356. b durch sonneneinwirkung die farbe der haut verändern, bräunung verursachen; part. prät. im übergang zum adj. ‘braun(gebrannt)’. zwischen 15. und 17. jh. nicht nachweisbar, vgl. aber braun adj. 1 c: ⟨u1300⟩ ich bin dez veldes blůme/ und ein lylie uz dem tal./ ich bin schone und doch sal:/ die sonne hat mich gebruͤnet Heinrich v. Neustadt zukunft 7594 DTM. ⟨1767⟩ ihr sagt nichts von der sonne, die .. die gesichter dieser spaziergängerinnen bräunet und mit sonnenflecken besäet Sturz schr. (1779)2,66. 1811 die zeit führt nun den sommer rasch herbei, die sonne hat die wangen ihm gebraunet, er will genießen, er dringet auf entschluß A. v. Arnim 3,67 Sch. 1895 die Nordsee hat mir außerordentlich wohlgetan, ich kam ganz gebräunt zurück Morgenstern leben 71 M. 1940 hatten einen sonntag, faul im sande liegend, uns von der sonne bräunen lassen Flechtner wetter 122. 1965 sie war kräftig und schmal, ihr haar war braun, ihre haut gebräunt Seghers kraft 121. 2004 dass der gebräunte und offensichtlich gut erholte politiker das lang entbehrte medieninteresse genoss, war aus seiner fröhlichen miene zu schließen nürnb. ztg. (31.8.), IdS‐arch. (von natur aus) dunkelhäutig; im part. prät. häufig in unklarer abgrenzung zu 1 a: ⟨1821⟩ wir kommen nun zu der vorherrschenden menschenrace von schöner gesichtsbildung .. und weißer, jedoch von einwirkung des klimas mehr oder weniger gebräunter farbe Chamisso w. (1836)2,58. 1874 im norden sassen blonde, in Südeuropa und Nordafrika leicht gebräunte völker Peschel völkerkde. 91. ⟨v1957⟩ südlich gebräunte haut, rein wie alabaster Fürnberg 4,441 ak. 2012 beide waren gebräunt und sprachen deutsch mit ausländischem akzent. möglicherweise handelte es sich um Süd‐ oder Südosteurpäer (!) Rhein‐ztg. (28.4.), IdS‐arch. 2 (an)braten; geröstet, gebacken werden: 1715 machet ein stückgen butter übern feuer braun, schüttet ein wenig mehl drein, so auch bräunen muß Amaranthes frauenzimmer‐lex. 123. ⟨1781⟩ knatternd schwizten die bohnen, und bräunten sich Voss s. ged. (1802)2,281. 1801 wie man sonst gebräunte pfauen .. servierte Jean Paul I 8,427 ak. 1877 in einer durchlöcherten großen bratpfanne werden die früher geritzten kastanien geröstet, bis die schale abfällt und der kern sich hübsch bräunt Hörmann volkstypen 290. ⟨1931⟩ bräunt mir das roßbüff in der kupferpfanne? Tucholsky 3,780 G.‐T./R. 1964 sie .. sah genußvoll zu, wie sich das fett bräunte und die werdenden spiegeleier sie verlockend anlachten Erpenbeck vorhang 80. 2007 es duftet schon wunderbar nach keks in der geräumigen küche. der bräunt in einem der beiden elektroöfen braunschw. ztg. (16.12.), IdS‐arch. 3 zeit‐, altersbedingt die farbe und konsistenz verändern. a reif werden, machen: 1741 die kirschen bräunen Frisch wb. 1,129a. 1781 hier stehen die herling’ in reihen,/ dort entblühen sie erst, dort bräunen sich leise die beeren Voss odüßee 131. 1838/40 am felshang tiefer die traube sich bräunt Geibel 1,100 S. ⟨1889⟩ die vogelbeeren röten sich, die ahlkirsche färbt sich, die nüsse bräunen sich schon Liliencron s. w. (1904)5,191. b nachdunkeln, vergilben, patina ansetzen: 1821 weil aber pergamentabdrücke mit der zeit sich sehr bräunen, .. so werden sie, ungeachtet ihrer seltenheit, wenig geachtet Bartsch kupferstichkde. 1,119. ⟨1861⟩ nur hier und da brannte noch ein halb verlöschendes licht auf einem wandleuchter .. und zeigte ihm wie in einem bösen traum ein altes gebräuntes familienportrait Spielhagen s. w. (1872)1,192. ⟨1902⟩ (er war) wie ein ephebe von gebräunter bronze aus der hand eines griechischen bildhauers anzusehen Wildenbruch ausgew. w. (1919)4,272. c absterben, vertrocknen (lassen): ⟨1827⟩ das laub der bäume fing schon an, sich zu bräunen Hauff 2,65 F. ⟨1875⟩ das nelkensträußchen lag dabei, die blumen waren dürr und gebräunt Heyse [1924] I 3,524. 1919 die bäume bräunten sich Werfel gerichtstag 37. 1966 laß uns unter den birken entlanggehn, wenn die luft nach pilzen und nüssen duftet, wenn der nebel wie pulver von sternenmeeren sich auf die bräunenden baumblätter legt Strittmatter kramkalender 89. 2000 trockenheit oder salzeinwirkung kann die blätter ebenfalls frühzeitig bräunen st. galler tagbl. (5.9.), IdS‐arch.

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Zitationshilfe
„bräunen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/br%C3%A4unen>.

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