Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

breitmäulig, adj.

Fundstelle: Band 5, Spalte 763, Zeile 38 [Mederake]
BREITMÄULIG adj.   zusb. aus breit adj. und maul n. mit einem breiten maul versehen, oft auch ‘laut und anmaßend’: 1616 also könden die weinschenke jhnen auss diser lehr leichtlich ein einkommen machen: nur die eychkandel einmal oder etlich die staffeln hinunter geworffen, damit sie braitmäulig werde, so gehet dann weniger drein Kepler 5,557 F. 1791 die sage, ein langohriges, breitmauliges, glozaugiges ungethüm, meist eine lügnerin, oft vorlaut chronik 555 Sch. 1810 ei, so plärr’ du, daß die wolken reißen! – von Jerusalem, sagt ihr? .. man kann vor dem breitmäuligen donner kein wort verstehen .. von Jerusalem, ja Kleist w. 2,217 S. ⟨1873⟩ ich kann überhaupt nichts sehen, was komplett und mit sich im einklang ist, ohne es zu beneiden, keine selbstzufriedene dummheit, keine breitmäulige verlogenheit, keine philistergesichter Heyse [1924] I 1,41. ⟨1916⟩ der pfiff einer dampfschiffssirene prustete breitmäulig vom see herauf Halbe [1917]7,44. 1989 wenn .. die musik breitmäuliger herren die vielen rufe des kuckucks den sinn mir erfreun Kirsch flut 144. 2013 märchenatmosphäre? ‘troll’ ist bloß ein schreibfehler für ‘proll’. flotte dialoge? Hänsel quatscht Gretel breitmäulig mit ‘hey sis’ an frankf. allg. ztg. (28.2.)28b.

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Zitationshilfe
„breitmäulig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/breitm%C3%A4ulig>.

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