Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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breit‐., breitarsch, m, breitästig, adj., breitaxt, f, breitbeinig, adj., breitblättrig, adj., breitbrüstig, adj., breitfisch, m, breitfuß, m, breithüftig, adj., breitkopf, m, breitkrempig, adj., breitmachen, vb., breitmaul, n, breitrandig, adj., breitschlagen, vb., breitschnabel, m, breitschultrig, adj., breitseite, f, breitspur, f, breitstirnig, adj., breittreten, vb., breitwand, f, breitwegerich, m, breitwürfig, adj.

Fundstelle: Band 5, Spalte 754, Zeile 64 [Mederake]
BREIT‐. ca. 380 zuss. und (überwiegend adjektivische) zusb. mit breit adj. überwiegend zu 1. stets ohne fugenelement: ‐arsch m.: 1796 Nemnich polyglotten‐lex. (1793)5,87. 2005 tagesztg. (4.6.)24c. ‐ästig adj. : 1808 Börne 1,113 R. 1966 Selbmann söhne 316. ‐axt f. axt oder beil mit großem, abgeflachtem kopf: 1561 Maaler t. spr. 77a. 2001 st. galler tagbl. (13.10.), IdS‐arch. ‐beinig adj. : ⟨1911⟩ Halbe [1917]6,198. 2004 süddt. ztg. (30.11.)10f. ‐blättrig adj. : 1561 Maaler t. spr. 77a. 1975 Wollschläger Joyce, Ulysses (2001)474. ‐brüstig adj. : 1612 Albertinus tummel‐platz 239. 1989 Berger verjährt 111. ‐fisch m. gattung der schuppenflosser: v1663 Hemmersam Guinea 52 L’H.N. 1985 ns. wb. 2,741. ‐fuß m.: ⟨u1280⟩ Jansen Enikel weltchr. 21149 MGH. 1999 thür. wb. 1,971. ‐hüftig adj. : ⟨1778⟩ Voss s. ged. (1802)2,214. 1963 Strittmatter Bienkopp 263. ‐kopf m.: 1775 Claudius s. w. 1/2,61. 1985 ns. wb. 2,742. ‐krempig adj. : ⟨1836⟩ Gaudy 19,161 M. 2005 n. zürch. ztg. (14.3.)23c. ‐machen vb. (s. d.). ‐maul n. wichtigtuer, aufschneider: ⟨v1605⟩ Ayrer d. ä. 5,3184 LV. 1997 Pfeiffer schimpfwb. 61a. ‐randig adj. : 1594 Spangenberg adelspiegel (1591)2,285b. 1966 Berger Nettesheim 446. ‐schlagen vb. (s. d.). ‐schnabel m. (zu 3): 13.jh. strassb. zunft‐verordn. 194 B. 1991 spiegel 23,269b. ‐schultrig adj. : 1678 Kramer dict. 296b. 2004 berl. ztg. (3./4.4.)31a. ‐seite f. (s. d.). ‐spur f. spurweite bei eisenbahnen: 1889 ztg. ver. eisenbahn‐verwaltungen 29,376a. 1977 Kant aufenthalt 65. ‐stirnig adj. (zu 3): 1537 Schaidenreiszer odyssea 35 W. 1957 Beseler garten 9. ‐treten vb. (s. d.). ‐wand f. (s. d.). ‐wegerich m. breitblättriger, großer wegerich; älter auch weg(e)breite f. (s. 1DWB 13, 3076): u1480 mal. hausb. XVIII B./S. 2012 frankf. allg. ztg. (29.7.)51f. ‐würfig adj. auf einer fläche verteilt: 1772 frankf. gel. anzeigen 2,409 DLD. 1962 Bergengruen kranz 482.

breitmachen, vb.

Fundstelle: Band 5, Spalte 762, Zeile 41 [Mederake]
BREITMACHEN vb.   zuss. mit breit adj. bis ins 19. jh. in getrenntschreibung. 1 sich (räumlich) ausdehnen; viel platz in anspruch nehmen: ⟨u1240/50⟩ herre, swes du mich gewerst,/ da mit sich din werdekeit/ kan an prise machen breit Ulrich v. Türheim Rennewart 5278 DTM. ⟨u1460⟩ vier höch blůmen, die .. sich aus praiten als ein pawm mit vil kömen eszten, die sich in chlainer zeitt also höch und prayt machten das sy die vier ennde der werlde bedeckten und erfülten Hartlieb dialogus 40 DTM. 1639 was mehr als enge springt das wasser erst hervor,/ dann macht es sich was breit je mehr es steigt empor,/ biß sich als wie crystall ein becher endlich zeiget in: dt. lit. 3,684 K. 1669 wir lägen da in der guarnison, weil unsere kleidungen nicht so wetterfärbig außsahen, wie der jenigen mußquetierer, die tag und nacht im feld ligen, nicht so breit machen dörfften, wo wolten sie sich dann sehen lassen? Grimmelshausen Simplicissimus 228 Sch. 1746 wie schnell es sich geschwungen,/ und den ergriffnen fraß in seine glut geschlungen. / wie diese sich geknüpft, erhöht und breit gemacht,/ daß alles schon geraucht, gebrannt, gebraußt, gekracht Scheyb theresiade 2, J 3a. 1756 einer, der einen breitgemachten hut aufsetzte, und ein grosses bettuch um sich band, stellete den bärführer vor leipz. avanturieur 1,97. 1839 die leichten französichen schaubuden, die sich breit machten auf jenem boden Heine 5,382 E. 1884 tante, olle jute rosine, machen sie sich nur nich jetzt noch zu breit im pudding, er is uns doch schon multrig genug Raabe 15,436 H. 1929 nee, wat een floh ist, der kann sich nicht breitmachen Döblin Alexanderplatz 212. 1984 alle welt lachte über das steinerne ungetüm (ein turm), in dessen fugen brennessel wuchsen und sich birken breitmachten Sasse d. fremden 53. 2000 penner .. überfielen die bahn förmlich, machten sich breit, .. bändigten brüllend die rudel ihrer köter und ließen sich hemmungslos auf den fußboden plumpsen Hilbig provisorium 2228. sich in viele bereiche aus‐, verbreiten: 1753 (die) meklenburgischen herren .., die aus einfältiger demuth zugegeben, daß sich der pharisäische Ludolph mit ihrer milde breit machete Buchholtz Meklenb. 229. 1837 heuchelei und dummheit machen sich breit, da wo klarheit und treue walten sollten K. A. Varnhagen tgb. (1861)1,69. 1882 wir können uns .. mit der ‘objektivität’ .. des herrn Breuel nicht befreunden, müssen es vielmehr für eine schmach erklären, daß sich solche .. ideen in der partei breitmachen in: gesch. arbeiterbewegung (1966)1,615. 1911 im vergleich zu der tendenz, die in unserer justiz sich des öfteren breit macht, da mit feuer und schwert hineinzufahren, .. kann man jedoch diesen urteilen worte der anerkennung zollen Liebknecht ges. reden (1958)4,72. 1965 hier kann sich keine routine breitmachen, hier hat man freude am experiment, hier leistet man kulturarbeit mit herz und verstand wochenpost 41,25d. 2010 immer wieder laufen die menschen in panischer angst durch die straßen, weil sich gerüchte über eine sturmwelle breitmachen tagesztg. (18.1.)2d. 2 sich rühmen, aufspielen, hervortun: 1534 ihe mer einer ungelerter ist, ihe mehr gefält er im selbs, ja ihe breiter macht er sich Franck encomion 78 G. 1560 ungern gib ich güld und rent,/ biß man mir den landpütel send./ auff der kirchweych mach ich mich breit./ mit hannen‐steygen bin ich gemeyt Sachs 7,24 LV. 1628 gleichwol aber so prangete vnnd machte er sich breit vnd groß nach der gemeinen art der Gasconier, welche mit einem pfenning in einer flaschen solches klingeln anfangen, als wann tausent kronnen darinnen weren beutelschneider 1,133. 1669 die torstensohnische promessen, mit denen er sich auff meinem hof so breit gemacht, waren bey weitem nit so groß als er vorgeben Grimmelshausen Simplicissimus 444 Sch. ⟨1743⟩ der leser urtheile, ob ich mit rechte oder mit unrechte auch das für einen hochmuth halte, wenn man sich mit dem range, den man wirklich hat, gar zu breit machet belustigungen d. verstandes 1(1744)273 Sch. v1770 das mädel wird doch nicht närrisch seyn, und sich damit (mit der gestohlenen dose) breit machen? Lessing 1,401 L./M. ⟨1836⟩ dazu kam, daß dieser Selbitz sich sehr breit machte und sich mehr hervordrängte, als es seine rolle eigentlich zuließ Tieck (1828)28,192. 1860 (Jesus) war zu hause so einer von den stillen knaben gewesen, die sich nie breit machen mit dem, was sie wissen Harms pred. 157. ⟨1920⟩ diese schrift ist ein typisches erzeugnis jener ‘literatur’, die es wohl immer schon gegeben, die sich aber niemals noch so aufdringlich breit gemacht hat, wie in den monaten seit dem november 1918 Elster not (1921)73. 1965 ich stand von der bank auf. die beiden machten sich breit und redeten aufeinander ein Seghers kraft 76.

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Zitationshilfe
„breitmachen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/breitmachen>.

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