Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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brame, f

Fundstelle: Band 5, Spalte 655, Zeile 12 [Bambek]
BRAME f.   ahd. brâma f., brâmo m., mhd. brâme m., f. as. brāma f., brāmo m., mnd. brām; mnl. brame, braem, nnl. braam; ae. brōm, me. brōm, brume, ne. broom lassen sich nach Lloyd/S. et. wb. ahd. 2,287 auf eine idg. wz. *bhrem‐ ‘spitz, eine spitze bilden’ zurückführen. vgl. auch 2breme f. sowie pfriem m., pfrieme f. (1DWB 7,1793f. ). mit dornen versehenes gewächs, dornstrauch: 12.jh. rubus prama ahd. gl. 2,689,35 S./S. ⟨14.jh.⟩ ein man der hate ackere, die versumet waren mit buwe, vncz sie dorne bramen vnd ander vndinc druffe vberwuchs d. veter b. 64 LV. ⟨15.jh.⟩ item wölicher aber vff einem grütt hauwet latten, misel oder ander holz vnd das last ligen bis daz die bromen darüber gewachsen, der ist die laub schuldig weist. 4,511 G. ⟨1669⟩ an diese sandichte wüste stösset eine dürre mit bramen bewachsene heyde Andersen in: Olearius reisebeschr. (1696)108a. 1751 brahme, man sagt auch brohme; heissen die dichte in einander gewachsene, meistens dornichte gesträuche und hecken Heppe lehrprinz 284. 1841/2 es bricht und knistert im brahme,/ und drüber streckt sich ein schlanker hals,/ zwei glänzende augen starren Droste‐H. 2408 H.

bräme, f

Fundstelle: Band 5, Spalte 655, Zeile 30 [Bambek]
BRÄME f.   mhd. bræm. weitere herkunft unsicher, wahrscheinlich zu einer idg. wz. *bhrem‐ ‘spitz, eine spitze bilden’, zu der auch brame f., breme f., pfriem m. und pfrieme f. gehören (vgl. et. wb. dt. 3,1890a). vgl. auch nnl. braam, brame, breme m. ; me. brimme, ne. brim. rand, einfassung (an kleidern): ⟨u1350/77⟩ daz si hab den grozzen saͤm/ nyden an des gewandez pram Teichner 359,104 DTM. E15.jh. erber frowen .. mögen an iren schawben .. prem von samat (tragen) nürnb. polizeiordn. 96 LV. 1533 vnnd wiewol beyde rock vnnd braͤum, dem klaide die form geben Fuchsperger dialectica 38b. v1566 ain jängkher von rotem charmesin‐samat, mit ainem gestickhten prämb von güldem tuech Herberstein in: font. rer. austr. I 1,346. ⟨v1709⟩ ein kleid ohne bram/ ein marckt ohne kram/ .. seynd nicht weit her allesamb Abraham a s. Clara kramer‐laden (1710)1,235. 1782 jedem das seine, lieben herren! der dame, zobel und hermelin; dem kavalier etwa fuchskehlen und wampen zur bräme! J. G. Müller Lindenberg (1781)3,11.

1breme, f

Fundstelle: Band 5, Spalte 766, Zeile 15 [Gante]
1BREME f.   ahd. brema f., bremo m., mhd. breme m., f. as. bremo m. ; ne. (isoliert im 16. jh.) breame lassen sich als nomina agentis zu germ. *ƀrem‐ ‘brummen, summen, surren’ erklären, das zur gleichbedeutenden idg. wz. *bhrem‐ (s. Rix lex. idg. verben 294) gestellt wird. vgl. auch den jōn‐stamm as., anfrk. bremmia. älter mask. und fem., jünger überwiegend fem., wohl in anlehnung an 1bremse f., fliege f. und andere zumeist fem. insektenbezeichnungen. jünger noch mdal. in großen teilen des dt. raumes (vgl. z. b. Fischer schwäb. wb. 1,1394f., Ziesemer preuß. wb. 1,794b, südhess. wb. 1,1096). s. auch 1bremse f. blutsaugendes fluginsekt aus der familie der tabanidae: 2.h8.jh. tauan premo ahd. gl. 3,7,1 S./S. ⟨u1170⟩ Roͮlanten hat lichte ain prem gepizzen/ da er slief an dem grase Konrad rolandslied 6085 W. ⟨u1200/10⟩ sîn triuwe hât sô kurzen zagel,/ daz si den dritten biz niht galt,/ vuor si mit bremen in den walt Wolfram Parzival 72,22 L./H. 1343/9 den andern jungeling smirte man mit honige und sazte in an daz weter schîn dô der bremen und der fligen allermeist was dt. mystiker 1,56 P. hs.v1494 oben unter der steinen prucken,/ do peißen uns weder premen noch mugken fastnachtsp. 1,120 LV. 1520 ein arme fliege die bleibet in dem spinwephangen,/ aber ein brem die wüst dar durch hinauß Pauli narrenschiff 58b. 1551 welcher sich mit .. oͤl schmieret, den sticht keyn premen oder hummel Herr/R. feldbaw 145b. 1615 es fliegen .. nicht so viel bremen durch die lufft als sich narren herfür thun Messerschmid lustige narrheit 159. 1680 von den bremen werden sie (die Lappen) gleichfalls, bey der heissen zeit, ziemlich hart angefochten Francisci uberzug 407. 1741 einige legen zwar solchen verstümmelten pferden gewisse gestrickte netze auf, welches .. nicht .. aber die großen bremmen, oder bremsen, .., abhalten kann Justi memoires 1,658. 1832 in der gegend war ein geraumer wald .. derselbige war so grausam fruchtbar und voll von brämen und kühfliegen, daß es eine wahre schinderey für die armen lastthier, esel und pferd war Regis Gargantua 1,54. 1861 in diese ordnung gehören ferner sämmtliche arten von bremsen, bremen und fliegen Boll mekl. landeskde. 108.

2breme, f

Fundstelle: Band 5, Spalte 766, Zeile 50 [Gante]
2BREME f.   ahd. brema, mhd. breme. mnd. brēm(e); mnl. breme m., nnl. brem lassen sich nach Lloyd/S. et. wb. ahd. 2,287f. zu einer idg. wz. *bhrem‐ ‘spitz, eine spitze bilden’ stellen. teils auch mask.; langvokalische formen aufgrund von vokaldehnung in offener tonsilbe, selten (überwiegend in md. und obd. mdaa.) auch bremme mit erhalt der ursprünglichen vokalquantität. gegenwartssprachlich noch in einigen mdaa. im gesamten dt. sprachraum (vgl. z. b. Mitzka schles. wb. 1,156a, südhess. wb. 1,1098, ns. wb. 2,728, pfälz. wb. 1,1222f. ). vgl. auch brame f., pfriem m., pfrieme f. (s. 1DWB 7,1793f. ). dornstrauch; oft speziell brombeerstrauch (rubus fruticosus L.) oder ginster (genista L.): 11.jh. uepres bremon ahd. gl. 3,466,20 S./S. ⟨1338⟩ vervluchet sy ir heil/ und uf erden ir erbeteyl!/ ir arbeyt gebe keyne vrucht!/ bremen, dysteln, di dirre sucht/ verterbe ire wingarten Hiob 9770 DTM. 1473 und do sie in verachtung desz gebottes versůchten der oͤpfel desz bǎmes der wissenhait gůts und übels, verfůrten sie sich selber und alles ir geschlecht .. usz ainem lustberlichen vatterland zwischen premen, schollen und schrofen Steinhöwel de claris mulieribus 232 LV. ⟨1537⟩ vnd erkennen auch angemaste scheffen, das der grundther eim iglichem scheffen da gesessen, zu winnaikten ein foder holtzes ader ein winnachtsploech, da die breme vbergewachssen, zu geben schuldigh weist. 2,302 G. ⟨1579⟩ weiter plühet etlichs, vnd grünet doch nicht, wie ginstern oder pfrimmen, spanisch ginstern oder braͤm Sebiz feldbau (1580)55. 1616 brem, dorn, hecken, vepres Henisch t. spr. 1,498. 1796 breme, bremenstrauch rubus fruticosus Nemnich polyglotten‐lex. (1793)5,88. 1823 wildwachsende pflanzen. a. genst. (ginster, pfriem, brehm, brahm, genista tinctoria, spartium scobarium. ) Schwerz ackerbau 1,92. 1943 Marzell wb. pflanzennamen 5,65. 1999 für edeltannen, schwarzdorn und ginster, im volksmund eher als bremme bekannt, bietet dieser gemarkungsteil ideale bedingungen Rhein‐ztg. (20.12.), IdS‐arch.

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Zitationshilfe
„breme“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/breme>.

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