Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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brennen, vb.

Fundstelle: Band 5, Spalte 769, Zeile 53 [Gante]
BRENNEN vb.   (1) ahd. mhd. brennen. as. brennian, mnd. bernen, barnen; mnl. bernen, nnl. barnen, bernen; afrs. barna, berna; ae. bærnan, me. bernen, ne. burn; an. isl. brenna, norw. brenne, dän. brænde, schwed. bränna; got. brannjan. abl. von brinnen vb., zur weiteren herkunft s. d.; vgl. auch börnen vb. (2) ursprünglich trans., doch bereits im 11. jh. teils auch intrans. statt brinnen vb. (vgl. ahd. wb. 1,1358 brennen sw. v. II), nach dem 17. jh. standardsprachlich vollständige übernahme von dessen funktion; in obd. mdaa. vereinzelt noch beide verben nebeneinander. (3) besonders vom 16. bis ins 18. jh. im prät. teils auch brennte mit angleichung an den im präs. und part. prät. umgelauteten vokal. im part. prät. teils bereits ab dem 10./11. jh. in heute gebräuchlicher form gebrannt mit angleichung an den vokal des prät. (vgl. ahd. wb. 1,1356f. ). bei der vereinzelt, überwiegend in nd. und md. mdaa. auftretenden form bernen läßt sich nicht abschließend entscheiden, ob eine metathetische variante zu brennen vb. oder eine entrundete variante zu börnen vb. vorliegt. (4) gegenwartssprachlich häufig ersatz durch partikel‐ und präfixverben (z. b. aus‐, ein‐, ent‐, nieder‐, verbrennen). A zur bezeichnung einer tätigkeit ‘in brand setzen, mittels feuer, hitze etwas tun’. 1 etwas (jmdn. ) anzünden, in flammen setzen, verbrennen. a etwas (jmdn. ) durch feuer zerstören. α etwas (jmdn. ) (mutwillig) durch feuer vernichten, verbrennen. im erstbeleg bildlich: ⟨790/802⟩ ne forte zeli aut inuidiae flamma urat animam .. des antin .. lauga prenne benediktinerregel 280,3 S. 863/71 then ubilon (baum) sie brennent, ../ then guaton afur .. lazent sie mit fridu stan Otfrid II 23,17 E./S. ⟨v1022⟩ an dinero âbolgi truôbest dû siê also egebaro farendo so daz fiûr daz den uuald prennit Notker 2,345,23 P. (u1170)hs.E12.jh. ioh brant der serpant/ daz ros vndir im zetôt Eilhart Rmr, 2 W. ⟨1297/8⟩ sân ir wîsten in gebôt,/ daz sie die tôten brenten/ und von hinnen senten/ mit iren wâpen ungespart livländ. reimchr. 3873 M. v1394 ob der selbe wirt aber clein secke haben, dem sol man sie abir nemen, vnd die secke prennen, vnd die colen teylen als vorgesprochen ist altprager stadtrecht 83 R. ⟨u1440⟩ nü nomen sie den doten keiser und branten in zu pulver Windeck denkw. 458 A. ⟨v1510⟩ an etlichen orten ist das erdtreich der art, so man es brent, so bringt es frucht Geiler euangelia (1517)81d. ⟨1571⟩ Phoͤnix der vogel offenbar/ brendt sich zů ainem puluer gar Holtzmann spiegel (1574)263a. 1639 sie (die alten und kranken leute) sind auff einen grossen holtzhauffen geleget, vnd von einem, den sie vnd jhre bluts‐freunde dazu erbeten, erstlich erstochen, hernach zu aschen gebrant vnd also begraben worden Micraelius Pommer-land 1/3, N 3a. ⟨v1678⟩ als derer (d. metalle) hitzige dünste die bäume also brennen und befärben; und daher das erz (im boden) erkennet wird Butschky rosen‐thal (1679)729. 1714 wolt ihr leßen, waß ich geschrieben habe oder nicht, daß stehet bey eüch, brendt es nur hernach! Elisabeth Ch. v. Orleans br. 2,402 LV. 1775 vorschlag in einem kalten winter bücher zu brennen Lichtenberg aphorismen 3,85 DLD. 1825 die rasen (legen), es sey denn, daß sie gebrennt werden, im ersten jahre der bestellung und bearbeitung zu viel hindernß in den weg Schwerz ackerbau (1823)2,268. 1854 die pflanzplätze waren gerüstet, die erdäpflere geschält, gebrannt und neben dem mist lag noch eine menge branderde zur verfügung Gotthelf schuldenbauer 161. 1908 abgetropftes/ wie russ und gebrannte vögel, – so/ lügt sich der tag leben/ in die strassennacht Charon 5,150. brandopfer darbringen, etwas als opfergabe verbrennen: ⟨800/10⟩ uuard thô, .. thaz her uuihrouh branti ingangenti in gotes tempal Tatian 22,3 S. ⟨u1160⟩ mirre unt wîrouch/ wirt dâ gebrennet Heinrich v. Melk erinn. 574 H./K. ⟨1250/4⟩ si lepten widir gote/ und widir sinir ê gebote/ und brandin in Ysaaggis hûs/ ir abgottin ir opfir Rudolf v. Ems weltchr. 5644 DTM. ⟨1461⟩ wir brennen in weder wiroch noch mirren Steinhöwel Apollonius 87 Sch. 1535 er (hat) doselbst etliche grosse opffer offentlichen vnd für der gemeyn schlachten lassen vnd gebrant Micyllus Tacitus 355a. ⟨1579⟩ den heiligen bracht man kein feißt opffer mehr, brant jhnen kein weirauch noch kertzen mehr Fischart binenkorb (1588) A 4b. ⟨1636⟩ auß furchte wolt’ ich bald das opffer lassen brennen Opitz op. [1689]1,192. ⟨v1699⟩ macht augen, daß euch nicht/ die welt cometen nennet!/ seyd das gepaarte licht/ dem Tifis opffer brennet Abschatz blumen 8 HND. v1753 dem Gallier hat stets dein willig ohr geglaubet,/ der dir den weihrauch brennt, den er der liebe raubet Uz 284 DLD. 1931 er ging in die kirche, und da wurde eben weihrauch gebrannt Handel‐M. hochzeit 308. β (in einem krieg) ortschaften, gebiete durch feuer verwüsten, niederbrennen. jünger meist in historischem kontext: 863/71 er sluag sie sar joh sie rah/ .. joh branta ouh iro burgi Otfrid IV 6,22 E./S. ⟨v1022⟩ also iz fuôr do der uuârro Dauid pranda Mesopotamiam Syriam unde Syriam Sobal Notker 2,226,5 P. ⟨1130/50⟩ Holofernes der herre, daz her hiez er hine ze Damasce cheren;/ .. ir wingarten er duo brante,/ .. er wuoste allez daz lant jüng. Judith 17,4 M. ⟨u1240⟩ dar umbe drôte er Hetelen ze brennen al sîn rîche Kudrun 9,584 M./Sch. ⟨z.j.1373⟩ do kom herzog Stephan der jung von Pairn uber Pechaimer wald und pranten da ainen tag mit gewalt (Augsb.) chr. dt. städte 4,36. M15.jh. (sie) branten und hersten in dem lande of aller selen dag (Mainz) chr. dt. städte 17, 38. 1521 im krieg sol man nit brennen Eberlin 1,126 HND. ⟨v1562⟩ darnach zogen wir in Franckreich und huben an und brandten alles das uns im weg lag Berlichingen lebensbeschr. 171 L. 1639 marggraff Gero .. senget vnd brennet weydlich in der Pommeren lande, wor er nur hin kommen kan Micraelius Pommer‐land 1/3,181. 1677 sie .. raubten, plünderten, sengten und brennten, und führten viel leute mit sich hinweg, die sie hernach ihren götzen geopfert Birken helden‐saal 92. 1793 das system der russischen truppen war, nach barbarischer horden art, zu sengen und zu brennen Archenholtz siebenj. krieg 1,246. 1828 sie brannten hof und scheuer,/ .. da leuchtete vom feuer/ der Neckar und der Rhein Schwab ged. 1,227. 1936 Harolds söhne fuhren von Dublin aus in den kanal von Bristol, zu plündern und zu brennen Schneider inselreich 148. 2008 die bernischen eidgenossen verwüsten die Waadt aufs übelste, sie morden, brennen und verlassen das gebiet wieder st. galler tagbl. (26.4.), IdS‐arch. γ jmdn. auf dem scheiterhaufen hinrichten, einen menschen durch feuer töten: 863/71 mit fiuru sie nan brantin, mit wazaru ouh irqualtin,/ odo ouh mit steinonne Otfrid V 1,11 E./S. ⟨v1022⟩ noh sîa nebrandi in fiure noh nesoufti in uuazere Notker 1,812,5 P. ⟨v1150⟩ lebindic si si branten/ ze tode in einen fure: /si ist ein marterinne ture armer Hartmann 133,5 M. ⟨1250/4⟩ man (soll) nu zehant/ den ewarten toͤten/ und mit strengen noͤten,/ den andern sol man brennen Rudolf v. Ems weltchr. 9114 DTM. ⟨u1320⟩ daz cham do den richter ann/ und pald er danne sant,/ daz man die drey frawen prant märterb. 15823 DTM. 1472/3 du hast das fewer vnd den tode als ein pöser keczer verschult;/ man sol dich als andre keczer prennen Arigo decameron 42 LV. ⟨1549⟩ so ferr vnnd weit der gewissne bann gahet, haben obergkeit zu richten vber hals vnd vber halsssbeine, zu brennen zu henken, vnnd wan man den menschen nach seiner misstath erdrencken soll weist. 2,106 G. 1647 mache dich schleunigst hinweg von meinem angesichte, oder ich lasse dich .. zu pulver und aschen brennen! Rist dicht. 24 G./ G. 1665 jhr möget mich brennen und braten, wan ich in diesem stück falsch erfunden werde Bucholtz Herkuliskus 8b. 1714 so sündlich und unrecht nun es an sich selber ist, menschen .. so grausam hinzurichten, .. ist es dem bischoffe .. eine grosse ehre, wann man kan sagen, daß ihrer zu seiner zeit viel seynd gebrandt worden Schudt merckwürdigkeiten 1,156. 1766 da man es sonst nöthig fand, bisweilen einige derselben (geisterseher) zu brennen, so wird es jetzt gnug sein, sie zu purgiren Kant 2,348 ak. δ brandstiftung ausüben. jünger meist historisierend; oft in unklarer abgrenzung von β: z.j.1235 swelch sun sinen vater .. uon sinem gůt uerstozet od’r brennet od’r rovbet .. d’r svn sol uerteilet eigens vnd lehens .. d’s er uon vater vnd von můter erben sold’ corp. altdt. originalurk. 1,12 W. 1454 wer ainem begreifft, der fewr legt oder prennt vnd zu der stat handen pringt, dem wil man geben von der stat zwenvnddreissig guldein copeyb. Wienn 7 Z. 1533 so eyner .. kürtzlich vor dem prandt, heliger vnd verdechtlicher weiss, mit vngewonlichen verdechtlichen geuerlichen feuerwercken, damit man heymlich zu brennen pflegt, vmbgangen ist, das gibt redlich anzeygung carolina 245b Z. ⟨v1565⟩ dem fuͤrwitzigen megdlein Dinæ ist befohlen worden .., daheim zu bleiben vnd jhres hauses zu warten, aber das hauß brennet sie vnd leuffet heraus ausserhalb jhres beruffs, sie gehet spatzieren Mathesius Syrach (1586) 1,14b. 1614 wa auch einem von jemanden getröet würde, ihne zuvor brennen oder ainen rothen hanen uff das hauß zue setzen .. daß soll dißer, dem also betröet worden, bei seinem aid der herrschaft anzaigen württ. ländl. rechtsqu. 2,587 W. ⟨1787⟩ auch muß, nach gelöschtem feuer, .. der policeymeister und policey=commissarius des reviers ein paar gute spritzen bei dem gebrannten hause behalten in: Berg hdb. policeyrecht (1799)7,711. 1953 ihr mörder, die ihr nie gemordet habt, ihr brandstifter, die ihr nicht brennt, ihr diebe, die ihr es nicht wagt, zu stehlen – still! Aichinger d. gefesselte 97. b etwas zur weiteren nutzung (als heiz‐ oder leuchtmittel u. dgl.) entzünden, verbrennen: 863/71 ni brennit man .. sinaz liohtfaz Otfrid II 17,15 E./S. hs.12./13.jh. brenne die cherzen vnd sprich benediktbeuerer ratschläge 77 W. 1248 der pforrer hat ovch gemain vnser holtz nach notdurfte zimmern vnd ze prennen corp. altdt. original-urk. 1,23 W. ⟨u1460⟩ get zw unser frawen in die kirchen .. und prennt ir ein cherczen Hartlieb dialogus 48 DTM. 1509 do es nacht was, befalch er den knechten, das sy lyechter kaufften vnd die gantzen nacht liechter brantten Fortunatus 54 HND. ⟨1579⟩ derhalben theten sie besser, wann sie das oel inn jhren lampen zum studiern prenten Fischart binenkorb (1588)183b. 1612 man braucht das wachß zur artzney deß leibs, zum liecht brennen, zum schreiben Albertinus tummel‐platz 863. 1672 es (wurde) von den spänen so diese leut an statt deß lichts brannten, zimlich warm und raucherig in dem ohne das engen stüblein Grimmelshausen vogelnest I 72 Sch. 1722 (es ist) bekannt .., daß die lichte, die man insgemein brennet, nicht länger anhalten zu brennen, als irgend 4. stunden J. G. Schmidt rocken‐philos. 5/6,231. 1792 den arrak brennen wir in der nachtlampe. mein herr kann den geruch vom baumöhl nicht vertragen Kotzebue papagoy 15. 1841 ein narr allein,/ der auch sein lämpchen brannt’ am hellen tage Herwegh ged. eines lebendigen 182. 1889 in gegenden, wo man bisher teures holz brannte, drang billige steinkohle, und die ‘schwarzen diamanten’ .. bereiteten .. den englischen kohlen wirksame konkurrenz b. d. erfindungen 87,96. 1928 die hausleute gingen bald nach den hühnern schlafen, denn sie brannten ungern teures licht Perkonig bergsegen 292. 1999 Duden, wb. dt. spr. 2,659b. 2 feuer, hitze als hilfsmittel bei einer meist handwerklichen tätigkeit einsetzen. a etwas mittels feuer, hitze bearbeiten. α nahrungsmittel erhitzen, rösten, braten: 8./9.jh. assauerunt pranton ahd. gl. 1,469,41 S./S. 2.h13.jh. so du dy wuͤrm wellest vertreiben aus dem magen, so nim ezzeich und ayer schal, wol gestozzen, und rost ab dem eysen und gepranten pheffer, wol gestozzen .. und gevs iz dem rosse in den hals Albrants roßarzneib. 111 E. ⟨u1445⟩ (man) sol den driacers vnd den pfeffer prennen in ainem scherben, vnd das pulver sol man säen uf das flaisch, damit man den valcken ätzet Mynsinger falken 29 LV. 1536 ich muß erstlich melden die ordnung der vermeinten arzet, die den verwunten wassersuppen, brente müslin, gerstenwasser und dergleichen verordnet haben Paracelsus I 10,86 S. 1581 genug von disem ersten haupt netz, in welchem die leichtsinnigen .. nit anderst als die maͤuß so dem gebrandten speck nachlauffen, gefangen werden Fickler tractat 5a. 1647 bey dem toback trincken haben sie das schwartze heisse wasser cahwae alsbald zur hand .. die körner braten, oder brennen sie vielmehr in einer druckenen pfannen, reibens klein, kochen es vnd trincken das wasser Olearius oriental. reise 422. ⟨1682⟩ ihr (der lachse) eingesaltzen und gebranntes fleisch ist gut wider die aufgebrochene flüssige köpfe Hohberg georgica (1687) 2,597b. 1718 es ist kein wordt war, daß das recept vom gebrenten honig von mir kompt Elisabeth Ch. v. Orleans br. 3,239 LV. 1790 da .. die sose jedesmal aus wasser, gebrantem mehle, und etwas neuer würze bestand, und das fleisch selbst .. theils mager, zäh, und in allem betracht, elend war; so aß fast nie ein schüler seine portion auf Bahrdt leben 1,85. 1803 die kaffeebohnen werden .. geröstet oder gebrannt Riem getränke 300. 1875 bald nachher saß ich im wirthshause bei meinem frühstück. es bestand aus einer schale milch mit gebranntem kornmehl gewürzt Rosegger waldschulmeister 27. ⟨1935⟩ da könnte sie ebensogut eine gebrannte mandel essen Hermann Rosenemil 345 K. 1999 die mitarbeiter des altenzentrums brannten daheim mandeln und backten plätzchen Rhein‐ztg. (6.12.), IdS‐arch. β etwas mittels großer hitze, feuer zu etwas verarbeiten. in der mal. alchemie und medizin; oft in der verbindung etwas zu pulver brennen: hs.u800 uuidhar cancur. braenni salz endi saiffun endi rhoz aostorscala. al zesamene gemisce basler rezepte 21 S. hs.12.jh. brenne daz ploͮt unte die hv̂t des hasen. unte gibiz demo siechin in uino calido uel in aqua ad bibendum innsbr. arzeneib. 71 W. A14.jh. nim krebze uz ulizenden wazzer. vnde brenne di zu puluer bresl. arzneib. 80 K./K.‐T. u1480 blůt verstellen. ny[m] ein rott tůch, prenn d[a]z zu pulfer, sewe es in die wonden mal. hausb. XIII B./S. 1548 der inner hart kern (der datteln) wirt zu puluer gebrent vnd auch in der artznei gebraucht Ryff confectb. c 6b. 1571 so sich ein pferdt getretten hat: brenn in das loch rinderen vnschlit, vnnd binndt darauff katzenhaar Friedrich v. Württemberg pferdearzneib. 47 K. A17.jh. nimb ehrenpreiß, .. wachholderbeer, gestoßen, aychenlaub zu aschen gebrandt, .. reittere es durch ein reges sieb, vndt brauchs als dann wie hernach folgt Groenrodt pferdearzneib. 62 H. 1791 der dachdecker stärckt sich vielleicht durch ein morgengebet zu den größten gefahren ..; vielleicht aber auch durch eine dosis von gebranntem katzenhirn Lichtenberg aphorismen 4,105 DLD. γ metall schmelzen, durch schmelzen reinigen, veredeln: ⟨u1060⟩ dîe selben uuunna gehêizzent diu diuina eloquia, diu der also lûter sint, samo daz gebranta silber Williram 52,16 S. ⟨u1160⟩ der heilige geist .. brennet unde zerlât dc golt odir dc silbir st. trudperter hohes lied 1,10 M. 1275 geloben vnserme herren den abbete Bertholde von Můrbach vnde deme capitel des selben gozhus vnde allen irn nachcomen, cegende viercig marc gebrantes silbers corp. altdt. originalurk. 1,236 W. ⟨14.jh.⟩ noch daz golt noch daz silber wurt nit clore, es werde denne vor wol gebrant schürebrand 53 S. ⟨u1460⟩ und da er sterben wolt, da gepott er und schwͦff das man als sein gelt zu samen smelczett und brennt in dem fewr Hartlieb dialogus 373 DTM. 1506 wan daz silber nit geschmeidig ist, .. so must du zaln 4 ß per marcha, das man dir minus darumb gipt dan wär es doltze; oder aber du must es selbs laussen dulzirn oder geschmeidig brenen auf dein kost handelsakten ma., neuzeit 5,126 ak. 1586 es hat auch ein eigen prenner gehabt, der das silber geprennt, id est, probiert vnd zaichnet Hund stammenb. (1585)2,405. 1684 hernach so weisens auch auß .., daß dazumahl auß einer marck feinen silbers nicht mehr denn etwa zwey marck müntze gebrennet sind Hartknoch Preussen 2,528a. 1712 rein verblasen, heist, wenn das silber rein gebrennet .. wird Marperger natur‐lex. 1053. 1767 so wurde ihnen aufgegeben solche heller und schillinge zu zerschneiden, wieder aufzuschlagen und auf der münzmeister kosten zu brennen Sattler Würtenb. graven 3,1,22. 1828 es gehört auch viel dazu, ehe ein so auserwähltes werkzeug ganz rein gebrannt ist F. Schlegel br. an Stransky 2,340 WLV. 2009 flüssiges gold, gebrannt bei 700 grad im brennofen, war die attraktion beim .. keramikmarkt Rhein-ztg. (10.11.), IdS‐arch. δ körpergewebe mit glühenden, in flammen stehenden gegenständen u. dgl. behandeln, um wunden zu reinigen, blutungen zu stillen, geschwüre zu entfernen; kauterisieren. jünger meist historisierend: ⟨u1060⟩ diu ûzzera rinta eiusdem pomi, in uuîne getrunkenîu dualm machet den, dîe man scal snîdan oder brennan Williram 128,19 S. ⟨1349/50⟩ wenn man den (stein) zerreibt und mischt in mit ezzeich und gibt in den, die man prennen schol oder sneiden, sô werdent si sô gar unenpfintleich an irem leib Konrad v. Megenberg b. d. natur 452 P. ⟨u1445⟩ man sol ainen daucht machen von paumwoll vnd den anzünden vnd die pain des valcken damit bähen vnd prennen Mynsinger falken 26 LV. ⟨1529⟩ manche kranckheytens seind also gethan, daß man sie schneiden vnd brennen můß Agricola sprichw. (1534) p 4b. ⟨1588⟩ wann ein pferd ein hornspalt hat, so nimb ein eysen .., mach es glüend, vnd brenn das pferd jnnerhalb deß saums hinein Seutter roßartzney (1599)380. 1602 die amazones (werden) darumb also genennet, dieweil sie auff der rechten seitten .. die brüste den mägdlein, wenn sie jung sein, brenneten, daß sie nicht wachsen Kirchhof wendunmuth 3,171 LV. 1712 die Indianer brauchen sie (die frucht) gegen die engbrüstigkeit, würme und die kröpffe damit zu ätzen und zu brennen Marperger natur‐lex. 62. 1827 wann die pferde keine lust zum fressen haben .., darf man sie nicht zum fressen zwingen .. oder ihnen am gaumen zur ader lassen, die bohne oder den frosch (schwellungen am gaumen) brennen, oder andere lächerliche und gefährliche behandlungen vornehmen engl. goldgrube 3/4,311. 2009 Annius wagte nicht, eine derart tiefe wunde an dieser stelle zu brennen hann. allg. ztg. (6.2.), IdS‐arch. ε ein material durch hitzeeinwirkung, feuer härten: ⟨u1085⟩ sin wif diu hiz Semiramis, diu alten Babilonie stiphti si, van cigelin den alten die die gigandi branten annolied 10,2 M. ⟨1240/50⟩ ein kunic machet erdiniu vaz./ .. swenne er si hete gebrant,/ swelhez er danne ganz vant,/ daz uber guldet er zehant Stricker kleindicht. 151,6 M. ⟨M14.jh.⟩ di .. vroyen (sich) der murn des gebranten zygils Cranc 24 Z. u1477 uff ain zyt hett ain hafner getreiet sin laimi geschirr und seczet das an den lufft ze trüknen, daz es lychter zebrennen wäre Steinhöwel Äsop 291 LV. u1530 darab man nun wol merkt, daß vor disen jaren kein ziegel zů s. Gallen gebrennt worden Watt 1,139 G. 1556 auch machen sie auß fisch und fleisch meel, .. dörren es .. auff dem fewer in gefessen, welche sie darzu gebrant haben Staden Südamerica 176 LV. 1605 ein wol gebrenter topff wehret am lengsten Petri weissheit Z 2a. ⟨1682⟩ (die ziegel) müssen den sommer über in einem lüfftigen ziegel‐stadel wol austrocknen, ehe man sie brennet Hohberg georgica (1687)1,31a. 1734 wo aber der thon also beschaffen, daß man nicht töpffe davon brennen kan .., da kan man die kacheln .. hinsetzen Polack mathesis 183. 1777 zwischen beiden eichen steht ein kleiner von weißem leimen gebrannter obelisk Hamann brw. 3,363 Z./H. 1810 man kann dem gebrannten thon durch die kunst auf keine weise seine vorige schlüpfrigkeit und dehnbarkeit wiedergeben Thaer grundsätze (1809)2,71. 1881 mit meiner neuen figur bin ich fertig, ich werde sie brennen lassen Hildebrand brw. 154 J. 1927 in der grenze beider elektrolyte befindet sich eine poröse trennwand aus gebranntem ton Pohl elektrizitätslehre 202. 1989 sie brannten ziegel, pflanzten kohl und getreide, zogen und schlachteten kühe und schweine Krüger maßwerk 83. 2006 das material sollte in dem tunnelofen, der hier einst die ziegel brannte, bei einer temperatur von mehr als 1000 grad so verbrannt werden, dass die asbestfasern in ein ungefährliches mehl zerfallen mannh. morgen (17.10.), IdS‐arch. ζ etwas, jmdn. mittels feuers, starker hitze kennzeichnen; zeichen einbrennen. mit bezug auf menschen teils in unklarer abgrenzung zu A 1 a γ: ⟨u1200/10⟩ des grâles wâpen was gebrant ../ an sînen buoc Wolfram Parzival 6540,26 L. 1347 ez .. sol auch fürbaz mer chain schenk wein geben an chainer kandel, dann diu geprant und bezaichent ist mit der stat zaichen stadtrecht Münch. 147 A. ⟨1464/70⟩ die sechsten stock und schrancken .. sein gezeichent und geprennt mit einem h. Tucher baumeisterb. 129 LV. 1528 was mit marcheysen geprennt oder gemerckt, ist genennt prantmailig Berthold v. Chiemsee theol. 95 R. ⟨1564⟩ (es) soll mit keinem andern maas oder kübel abgetheilt, noch gemessen werden, dann dem, so unser bergmeister dazu verordnet, und mit unserm zeichen gebrannt ist corp. ivr. metallici 963 W. 1624 zu verhütung alles unterschlifs (wird) ein gewiss zeichen auf ein jeglich fass gebrandt acta publica 5,248 K. ⟨1682⟩ die Türcken und Hungarn brennen ihre pferde am hals Hohberg georgica (1687)2,175a. 1719 dann werden die mast‐schweine in die mast geschlagen, gezeichnet und gebrannt Fleming jäger 1,393a. 1768 früh morgens ritte ich .. nach Marbach, woselbst man 47 herrschaffts‐stutten .. das w. und fürstenhut auf den rechten schenckel und den nahmen ihres vatters mit 2 buchstaben auf die linke seite des halses brennte Buwinghausen‐W. tgb. 73 Z. ⟨1803⟩ außerdem wird aber jedes stück (vieh) noch mit einem zeichen am horne gebrannt in: Berg hdb. policeyrecht (1799)7,313. ⟨1877⟩ ihm und seiner sippe (ist) das kainszeichen auf die stirn gebrannt Spielhagen s. rom. (1895)9, 228. ⟨1915⟩ dicht vor dem hotel .. wurden rinder mit einem eisenstempel auf ihrer kruppe mit dem zeichen ihres neuen besitzers gebrannt Hesse‐W. Anden 3114. 1976 in ihm verkörpert sich ein stück geschichte, das dem ganzen volk auf den leib gebrannt worden ist spiegel 28,46a. 2010 so ließ er beispielsweise für jedes seiner sechs kinder einen stern in die haut seines unterarms brennen nürnb. nachrichten (24.7.), IdS‐arch. η haare mit einer brennschere zu locken formen: 1778 (man) pflegt .. mehrere dergleichen eisen zu haben und in das feuer zu legen, wenn man die haare auf dem ganzen kopfe brennen will Krünitz encycl. 15, 141. 1801 herr Christ (haarkräusler), wickeln sie mich auf, brennen sie mich, und sie, herr Heidenblut, schneiden mir dann die haare Brentano 5,202 Sch. ⟨1861⟩ er hat dasselbe hellbraune gelockte haar, nur daß sie sich ihre haare entschieden brennen lassen, und die seinen, wir mir scheint, natürlich gelockt sind Spielhagen s. rom. (1895)1,192. 1927 mit säuberlich gebrannten locken verließ der buntrock den laden Franck regenbogen (Münch. o. j.)11305. 1983 die beiden töchter des hauses .. trugen das bier, in weißen kleidern und mit gebrannten haaren Lehmann hochzeitsbilder 25. 2010 an allen plätzen legen sich mädchen frisuren, brennen locken oder glätten gewachsene locken, föhnen, kämmen, sprayen, frisieren sich gegenseitig st. galler tagbl. (7.10.), IdS‐arch. θ einen datenträger mittels eines lasers mit daten beschreiben. in der computertechnik: 1985 so wie Vivaldis ‘jahreszeiten’ oder Wagners ‘ring’ zur absolut rauschfreien wiedergabe auf compact discs geprägt werden, brennen nun laserstrahlen auch computerdaten auf optische platten spiegel 24,215a. 2004 fest steht, .. dass der schwarzmarkt mit privat gebrannten CD blüht n. zürch. ztg. (29.11.)21b. b etwas mittels feuer, hitze herstellen. α ein material mittels feuers, großer hitze (aus einem ausgangsmaterial) herstellen, gewinnen: hs.u1300 sumeliche steine .. wurdent gebrant ze eime kalke Lucidarius 78 DTM. E15.jh. ein erber rath diser stat sind .. daran komen, .. das hinfür ausserhalb gesworner appotecker nyemands .. einicherley hüttrauch, weyssen oder gelben arsenicum geprannt oder mercurium sublimatum .. in diser stat vail haben noch verkawffen sol nürnb. polizeiordn. 142 LV. 1510 sy můßten ziegel vnd kalg brennen aussgang d. kinder Israhel J 4a. 1572 wir reden .. nicht von denen, welche auß gebraͤnter aͤschen, von buͤchen, eychen vnd haseln hoͤltzern gebrent, .. darnach gesotten vnd also zu alaun, salpeter vnd vitriol gemacht werden Thurneysser Pison 13. 1649 wir sagen von vnterscheid der mahler farben, daß sie haben .. kühnschwartz, kohlschwartz, beinschwartz, das von helffenbein gebrennt wird Harsdörffer gesprächsp. (1641) 8,173. 1669 mithin verfertigte ich die abriß zu einer pulver=mühlen und lehrete andere die kohlen brennen Grimmelshausen Simplicissimus 450 Sch. 1714 der kohlbrenner .. (erbat) vom churfürsten .. nur holtz genug .., daß er sein lebenlang kohlen brennen könte Schudt merckwürdigkeiten 1,61. 1789 er brennte hie und da im land und an benachbarten orten salpeter Bräker 1,7 F. ⟨1821⟩ kalk könnte aus muscheln gebrannt werden Chamisso w. (1836)2,347. 1858 (hier sind) reiche lager von muscheln, aus welchen der marschbewohner kalk für den mörtel zu seinen bauten brennt Allmers marschenb. (Oldenb. o. j.)316. 1936 die vorzüglichen feldservituten sind: .. 6. steine zu brechen, sand zu graben, kalk zu brennen Kimmel öst. staatsbürgerb. 287. 1999 unter fachkundiger anleitung von Michael Filzmaier .., der hier bis 1956 kalk gebrannt hat, entstand .. das originalgetreue objekt kl. ztg. (19.10.), IdS‐arch. β eine flüssigkeit durch destillation herstellen: hs.1343/50 man verbuͤtt auch allermengelich, .. daz nieman kein win machen sol mit keinem gemechde, noch groͤz noch klein, noch mit namen mit gebrantem wine, denne allein mit kemmen und mit bern würzb. polizeisätze 68 H. 1472 Sigismunda die was in vestem willen, .. sich selbs zutoͤten .. vnd name der vergifftig kreůtter vnd wurtzeln, prennet vnd destillirt dieselben Eyb dt. schr. 1,57 H. 1512 die darzů den gbranten wyn/ an dem suntag habent feil,/ vergessent do ir selen heil Murner 2,353 Sch. ⟨1589⟩ nim junge aglasterhetzen, zerreiß sie vnd zerhacks lebendig, brenn wasser darauß, das ist gut (als medizin) Gäbelkover artzneyb. (Tüb. 1594)1,F2b. 1644 auß diesem (essig) brennen die einwohner einen brandwein, welcher einem reinischen brandweine nichts bevorgibt Klaj redeoratorien 106 W. 1675 von diesem speck wird der beste trahn gebrennet Martens reise beschr. 77 faks. 1712 vogel‐kirschen, sind klein und süß, an farben roth und schwartz, aus diesen letztern wird in denen apotheken, das so genannte schwartze kirschen‐wasser gebrennet Marperger natur-lex. 690. 1789 ich mußte auch kirschenbrandwein brennen Prosch leben 41 P. 1830 dem französischen branntwein war besonders auch die concurrenz mit dem, großentheils in den Vereinigten Staaten gebrannten rum nachtheilig Gülich handel 2,96. 1898 die einhebung der konsumauflagen auf gebrannte geistige getränke für gemeindezwecke hat nach gewissen .. abstufungen stattzufinden beschlüsse schles. landtag (1902)2,101b. 1938 erdäpfel sind es, wir sagen meist, wie die welschen drüben, topinambour. man brennt den billigen schnaps daraus Flake personen 150. ⟨1963⟩ Worek brannte aus futterkartoffeln einen guten wodka in: mörderbock (1968)161. 2010 aus anlass des 666‐jährigen bestehens will Linscheid einen schnaps brennen lassen und die flaschen mit einem speziellen etikett zieren Rhein‐ztg. (30.3.), IdS‐arch. 3 jmdn. durch feuer verletzen, quälen; jmdm. (auch sich selbst aus versehen) brandwunden zufügen. jünger überwiegend in der verbindung gebranntes kind: 863/71 thaz thih thaz fiur wanne iamer ni brenne Otfrid I 23,61 E./S. ⟨v1022⟩ taz ist taz mir uuê tûot sô ih is kehugo. taz prennet mih Notker 1,78,23 P. ⟨u1170⟩ si fliehent sam man si prenne Konrad rolandslied 2946 W. ⟨1250/4⟩ den (brand) greif ez kintlichen an/ .. und brande sinir zungen ort,/ das er îe darnah sinu wort/ mit lispindir zungin sprah Rudolf v. Ems weltchr. 9064 DTM. ⟨1349/50⟩ wer den stain zerreibt und mischt in mit milich, sô hilft er den wazzersühtigen, und wenn er gepulvert ist, sô hilft er den gepranten wunden Konrad v. Megenberg b. d. natur 452 P. E15.jh. die mägtlach .. pranntens mit hayssen eisen an der glinggen prust, das in kaine wüchs (Augsb.) chr. dt. städte 4,280. 1530 noch tet ich’s nit, das vermöcht niemen,/ und sött man mich zerhowen zů riemen. / redern und brennen liess ich mich e N. Manuel 275 B. 1569 es bedüncket mich, wie man mich auff allen seiten mit einer angezündten fackel brennet darumb mir zu helffen, ich mich in das wasser werffen wöllen Amadis 117 LV. 1627 soldaten (haben) .. die bauern mit brennenden lichtern hinter die ohren gebrennt, also dass unter andern einer aus schmerzen und wehethun bekennet Allert tgb. 68 K. 1652 es ist keine verwundung so schmertzlich, als wann man sich mit schmaltz oder bley brennet Harsdörffer Heraclitus 156. ⟨1735⟩ er (der erste mensch) hat sich erst gebrannt, ehe er gewußt, daß man dem feuer nicht zu nahe kommen müsse Liscow schr. (1739)657. 1787 brennet sie mit glühenden zangen oder lasset sie mit acht pferden zerreissen F. Nicolai beschr. 8, anh. 131. 1826 die mutter (führt) den finger des kindes leise zum lichte .., daß es sein feuer fühlt, ohne sich noch wirklich zu brennen Fröbel menschenerziehung 1,78. ⟨1879⟩ sie brennen mich ja mit dem heißen deckel ihrer pfeife Anzengruber 310,156 B. 1919 fasten und den leib brennen lassen ist kein gott angenehmes opfer R. Huch sinn 333. 1966 ich bin ein gebranntes kind und zu stolz, um dir zu sagen, wie gebrannt ich bin Otto zeit 145. 2007 ‘ein gebranntes kind scheut das feuer’, spottet man in Paris über Chiracs vorsicht braunschw. ztg. (16.5.), IdS‐arch. 4 durch feuer, hitze den zustand eines gegenstandes, einer person verändern. a durch hitzeeinwirkung, feuer löcher in etwas machen. meist in der verbindung löcher (in etwas) brennen: ⟨v1541⟩ das mancherlei art der löcher .. mancherlei ursprung haben muß .. etlich haben brennet, etlich geschüsset Paracelsus I 6,116 S. 1559/66 lůg, bischoff, ob das loch gebrent oder gebort sey! Montanus schwankb. 330 LV. ⟨1879⟩ sie (konnten) mit offener flamme löcher durch strohbunde brennen .., ohne diese zu zerstören Keller (1894)1,71. ⟨1939⟩ warum hat er denn so oft löcher in die bettbezüge gebrannt? K. Mann vulkan (1969)379. 2011 Eugen Schönebeck .. hält seine zigarette so, als wollte er löcher in die welt brennen spiegel 8,112a. in verbindung mit der präp. durch etwas durch hitzeeinwirkung, feuer, eine ätzende substanz durchdringen, löcher in etwas machen. oft refl.; teils im übergang zur univerbierung, vgl. 1durchbrennen vb. und 2durchbrennen vb. : ⟨1805⟩ heisser blick,/ der durch aug’ und seelen brennet Uhland ged. 2,285 Sch./H. ⟨1916⟩ der premierleutnant heulte auf, als brennte es (das chlor) ihm schon durch die kleider H. Mann 7,326 ak. 2000 die rakete brannte sich durch den hutfilz und traf auf ein darunter liegendes, völlig haarloses plateau, eine so genannte prachtglatz’n kl. ztg. (27.6.), IdS‐arch. b das aussehen einer person, sache durch hitzeeinwirkung, feuer farblich verändern. meist in der verbindung jmdn., etwas braun, schwarz brennen u.dgl.; im part. prät. pass. im übergang zur univerbierung, vgl. braungebrannt adj. : 1582 als jhn sein mutter Kindsweiß inn ein wald ließ vertragen, ward jhm in der eil alles verdeckt ausserhalb eim fuß, welchen die sonn gar schwartz brante Fischart geschichtklitterung 272 HND. 1712 diejenigen künstler .. haben erfunden, das holtz schwartz zu brennen, ohne daß es sich verzehrte Marperger natur‐lex. 852. 1827 die hölle hat dich schwarz gebrannt Grabbe 1,45 F./Z. ⟨1874⟩ glei is die sunn’ am platz,/ mußt dich halt schlau’n,/ sunsten, mein lieber schatz,/ brennt’s dich ganz braun Anzengruber 37,5 B. 1954 sie suchen noch einen platz an der sonne? wo man sich den bleichen alltagspelz so gründlich braun brennen lassen kann, daß alle freundinnen und kollegen nach dem urlaub vor neid zerplatzen? welt (15.5.), IdS‐arch. 2007 in vielen sommern dunkelbraun, fast schwarz gebrannt das holz, an tausenden von wintertagen mit schnee beladen worden und doch jahr für jahr der tonnenschweren last getrotzt braunschw. ztg. (1.12.), IdS-arch. B zur bezeichnung des zustands, vorgangs ‘in brand stehen’ bzw. der dadurch freigesetzten hitze, helligkeit. 1 zur bezeichnung der prototypischen erscheinungsform des elements feuer: ⟨11.jh.⟩ fiur ist inzuntet in minero heizmuote: iz prennet unze an den hellapodem Notker ps. Wien 314 H./Sch. ⟨1349/50⟩ daz feur, enprant in grüenem holz, prennet vester wann in dürrem, wan ez muoz sêrer arbaiten in grüenez wann in dürrez Konrad v. Megenberg b. d. natur 71 P. u1480 ein feyr, d[a]z im wasser brentt mal. hausb. XLI B./S. 1531 ein gmaͤlich feür brant jn jm Hedio Josephus 1,312a. 1577 feur prennt heller, wann man oͤl drein schütt Fischart 3,34 DNL. 1649 wer einen funken lässet brennen, der muß sich hernach für der flamme fürchten Harsdörffer gesprächsp. (1641)8,212. 1669 ich folgte gern, und setzte mich auff einen sessel, den sie mir zu einem feuer stellte, so in demselben saal wegen zimlicher kält brante Grimmelshausen Simplicissimus 301 Sch. 1799 auf allen höhen brannten lärmfeuer Jean Paul I 8,15 ak. 1847 daß deiner unschuld flamme nie verlischt!/ o daß sie ewig brenn’! Glaszbrenner volksleben 2, 122. ⟨1878⟩ hier brannte, wie herkömmlich, das feuer auf dem herd Fontane ges.‐ausg. [1925] I 2,372. 1940 vielleicht sechzig schritte davon brannte ein großes feuer Bergengruen himmel 583. 1969 um schären, seen, wälder brannten feuer Seyppel Conny 258. 2005 hier brannten 1573 die feuer der inquisition n. zürch. ztg. (29.9.)53b. 2 durch feuer verzehrt werden, in flammen stehen; von vulkanen ‘ausbrechen’. oft in der unpersönlichen konstruktion es brennt: ⟨v1022⟩ in nebrutet ter brennento berg Ueseuus ter in Campania ist Notker 1,22,10 P. ⟨1250/4⟩ der brennende berc Ethna/ brennende in dem lande lit,/ den man siht brennin zallir zit Rudolf v. Ems weltchr. 2945 DTM. 14.jh. er (Moses) schreibet von der pernenden stauden spätlese ma. 2,12 TSM. 1491 und ir hússly soͤllend geraingott werden, das der mist nit brenn Oesterreicher Columella 2,131 LV. 1519 wo sy das wasser zeigent dir,/ do brent es schon, das gloube mir Murner 5,204 Sch. 1557 einem ehrlichen burger .. dem brandt auff unsers herrn fronleichnams abent sein haus Frey gartenges. 71 LV. ⟨1626⟩ der hügel dieses berges aber .. brennet nicht täglich Opitz Argenis (1644)1,273. 1689 die aecker umbgepflügt, der landmann ausgeprest! da unterdessen städt’ und dörffer brennen müssen Gryphius in: Lohenstein Arminius 1, e 3b. 1737 sie lief, als ob der nacken brennte Henrici ged. (1727)4,367. ⟨1784⟩ es war oft, als ob der himmel brennte Klopstock w. (1798)9,405. 1808 in dem neuen continent haben sich die vulkane .. länger brennend erhalten A. v. Humboldt ansichten 1,97. 1883 gestern abend hat es in meinem hause gebrannt C. F. Meyer brw. 2115 B. ⟨1939⟩ Troja wird fallen! wird brennen! K. Mann vulkan (1969)593. 1954 sicher war euch wohler zumute .. als ihr das brennende Köln im rücken wußtet? Kast geschenk 158. 2003 gegen abend bedeckten hunderte von brennenden kampfwagen beider armeen das feld Timm beispiel 98. die qualen des fegefeuers erleiden; meist in der verbindung in der hölle, im höllenfeuer brennen u. dgl.: ⟨u1300⟩ herre, du hast gezornt gnůg/ an dem armen volke din,/ die do her in der helle pin/ gebrant hant umb ir missetat Heinrich v. Neustadt zukunft 7144 DTM. ⟨1480⟩ so sol sie ewiglich bernen in der hellenglut Schernberg sp. v. frau Jutten 874 Sch. ⟨1538⟩ der die hell foͤrcht, das er nit sündet, der foͤrcht nit zůsünden, sunder zubrennen Franck arch (1539)138a. ⟨1579⟩ daher kompts daß die arme seelen im fegfewr brennen bleiben, auß mangel, daß man ein pater noster oder aue Maria sparen will Fischart binenkorb (1588)217a. 1605 eigen will, brent in der hell Petri weissheit S 4b. 1660 wie er .. so manche schöne holdseelige jungfrau, .. ins ewige höllische feuer führe, und darinnen in ewigkeit brennen und braten laße, davon wil ich .. zu anderer zeit eine eigene predigt halten Schupp streitschr. 2,83 HND. ⟨1743⟩ nach seinem glaubensbuch wird er sich nur erkennen,/ im himmel glücklich seyn und in der hölle brennen belustigungen d. verstandes 2[1744]94 Sch. 1755 kurz, es ist ein unthier, das schon lebendig bey dem satan in der hölle brennt Lessing 2,74 L./M. ⟨1943⟩ andere .. vergessen darüber die armen seelen, die im fegefeuer brennen Weismantel trinität (1966)102. ⟨1956⟩ nach den regeln der kirche starb sie im stande der todsünde. nach denselben regeln brennt sie jetzt für alle ewigkeit in der hölle Remarque obelisk (1968)104. 2000 ‘meine seele soll in der hölle brennen’. so steht es, neben entschuldigungen, im abschiedsbrief kl. ztg. (19.1.), IdS‐arch. 3 heiß sein. in der verbindung brennend heiß im übergang zum intensivierenden adv. (vgl. D 2): ⟨v1022⟩ ignem non esse possibile calefacere et non. .. also fiur nîeht peide mahte nehabit prennennis unde nebrennennis Notker 1,575,22 P. ⟨u1300⟩ ez ist ain brennender wint,/ von dem win und korn verswint d. saelden hort 5487 DTM. ⟨1394/5⟩ yede sunne prennet mit iren strammen ze sere öst. chr. 201 MGH. ⟨1493⟩ in hitzigen vn̄ brennenden vn̄ truckenen stetten sol man überschaͤttigen die truben, dz sye nit dorren Petrus de Crescentiis, nutz. d. ding (1518)44b. 1510 der .. schlieff zů mittemtag do die son̄ am allerhaissesten brant im tag granatapfel aa 7c. ⟨1579⟩ solche peponen loͤschen den durst inn hitzigen vnd brennenden febern Sebiz feldbau (1580)206. ⟨v1605⟩ dj hell ist so prennend heiß Ayrer d. ä. 5,3216 LV. 1696 sie fragen nichts nach den wüsten und brennenden einöden, da sie durch müssen Persien, in: Olearius reisebeschr. 33a. 1718 der sommer thut auch nichts, so scharf er immer brennt Günther 6,30 LV. 1754 die luft ist auch so heiß, sie brennt recht unbequem Dusch verm. w. 495. 1815 ueberdies sind die unglücklichen .. durch brennende sandwüsten geschleppt worden Herrmann seeräuber 405. 1875 die sonne brannte so fürchterlich, dass wir hierher, an einen 2500‘ hoch gelegenen, von herrlichen wäldern umgebenen stillen ort flüchteten in: musikerbr. an Kuczynski 127 H. 1913 wenn die sonne brennt, wählen wir leichte kleider Groddeck mensch 233. 1953 die sonne brannte nur so vom firmament Loch bürger 136. 2004 die embraer 145 .. steht – mit uns an bord – 40 minuten auf dem flugfeld in der brennenden mittagssonne n. zürch. ztg. (16.9.)57d. 4 leuchten. a eine intensive, leuchtende farbe aufweisen; intensiv leuchten, strahlen (von farben). in verbindungen wie brennend rot, blau u. dgl. im übergang zum intensivierenden adv. (vgl. D 2). vgl. dazu auch brandrot adj., brennrot adj. und feuerrot adj. ; vgl. auch brinnen vb. 2 b: ⟨1150/60⟩ dar luchte daz Rotheres wif. / vor andren wiuen ouer lant./ als ein bernender iachant könig Rother 4606 F./K. ⟨u1230/50⟩ die rose bernet sua si steit,/ van der vůricher varwen die si het lilie 64 DTM. ⟨u1340⟩ ir brennende varb zwor ye glam/ als in fuͤr ein durres laub/ und als enbrant sy ein schaub/ by einer nehte vinster minneburg 738 DTM. u1551 spricht man nit von einer schoͤnen, züchtigen jungkfrawen: sie bluͤhet, sie erleuchtet, sie brennt wie eine rose? Scheit lobrede 21 HND. ⟨1626⟩ Selenisse .. gieng in deß königes zimmer .. stracks fieng Argenis mit brennendem gesichte, entweder auß zulassung deß vatters, oder daß der zorn keinen verzug erdulden kundte, wieder sie an Opitz Argenis (1644)1,448. ⟨1745⟩ brennendrothe rubinen und schimmernde diamanten glänzen an allen seiten J. E. Schlegel 5,268 Sch. 1795 kräftig brennen auf blühender au die wechselnden farben Schiller 1,260 nat. 1806 ein ungewöhnlich rot brannte auf seiner wange Günderrode schatten 293 W. ⟨1879⟩ ich glaubte, die röte meiner brennenden wange müsse ihre weiße schulter anglühen Keller (1894)1,413. 1931 wie eine rose brennt jetzt ihr mund Handel‐M. hochzeit 211. 1956 der eine korbmacher, dem hektische flecken im hageren gesicht brannten, sagte hüstelnd: ‘.. jetzt .. dürfte doch ein gang zu unserem vorsitzenden gewagt werden ..’ Geerdts hoffnung 219. 2008 die bänder der mützen und die stehkrägen der uniformen (leuchten) manchmal brennend rot mannh. morgen (23.1.), IdS‐arch. b licht ausstrahlen, erzeugen; glänzen: ⟨1187/9⟩ sie giengen mit der baren/ und trugen an den handen/ kerzen, die do liecht branden Heinrich v. Veldeke Eneide 9366 DTM. ⟨1250/4⟩ man sehe si schinen alle frist/ reht als ein lieht das vaste/ git lieht mit brennendem glaste Rudolf v. Ems weltchr. 2063 DTM. ⟨u1300⟩ si liezen kerzen machen/ zu disen selben sachen: di luchten unde branten hl. Elisabeth 5621 LV. ⟨u1430⟩ darnach koment sin senger all mit brennenden kertzen Ulrich v. Richental 59 LV. 1537 auff den tischen stůnden gar wercklich gossene kindlin, brennende fackeln in den henden haltend Schaidenreiszer odyssea 66 W. 1569 ein .. wunder ist die vnaußleschliche oder stets brennende lampffe gewesen, so in der kirchen Veneris war theatrvm diabolorum 75a. 1602 am bauch hats einen weißen pletz gehabt, händ und füß wie pfawenfüß, große brennende augen, ein schwartzen schnabel wie ein kranch Kirchhof wendunmuth 2,433 LV. 1663 so lieblich sah ich noch kein tygers auge brennen Gryphius lustsp. 415 LV. 1716 welcher mit einem brennenden licht ohne latern in eine scheur oder stall gehet, der soll umb 30 kr. 5 ß gestraft werden württ. ländl. rechtsqu. 2,358 W. ⟨1795⟩ ihr schwarzes auge brannte wie ein stern durch die wolkennacht Tieck (1828)8,48. 1803 den eintretenden fiel gleich der holde christbaum in die augen, überhangen mit goldnen u. silbernen aepfeln, zarte lichterlein brannten darauf J. Grimm br. an Wigand 31 S. ⟨1878⟩ in der mitte der rechten wand ist das fenster angebracht, durch welches .. ein schmaler, brennender streif vom frühsonnenschein fällt Anzengruber 310,99 B. 1908 (es) hat der ernste baum gebrannt und Julius hat die weihnachtslieder von Cornelius gesungen Landauer lebensgang 1,224 B. 1960 im turm brannte elektrisches licht Noll abenteuer 479. 2000 das licht brannte in der küche Hilbig provisorium 258. 5 (zur weiteren nutzung) entzündet sein: ⟨u1220⟩ he wid den elter dines herzen,/ he sat daruppe siven kerzen:/ .. si branden in dir luterliche/ an underlaz ind eweliche rhein. marienlob 477 LV. u1520 im jare Christi tausant fyer, ward ein grosse brennede fackel gesehen Virdung außlegung D 1a. 1630 affecten vnnd begierden seynd wie zunder, glimmen vnd brennen von einem wort, vnd hilfft kein habitus darvor Lehmann florilegium 3. A18.jh. ueber das lassen sich ewige lichter .. und unendlich brennende bäder machen aero nauta 32 faks. 1773 die pfeife, die er .. rauchen wolte, brennte schon Lichtenberg aphorismen 2,100 DLD. 1847 die öfen brennen noch überall, und niemand geht ohne zwei röcke, dafern er deren zwei besitzt Weerth 5,251 K. ⟨1892⟩ im hof der burg standen die kanoniere mit brennenden lunten neben den geschützen Blos dt. rev. 38244. 1933 wenn da mal bloß einer mit der brennenden zigarre vorbeigeht, kann das unglück schon geschehen sein Schröer bauernenkel 198. 1967 ich erinnere mich nicht, Keirs zweite frau jemals anders gesehen zu haben, als in einem ziemlich leeren zimmer, in dem kleine paraffin‐öfen brannten Andersch Efraim 408. 2000 gegen die taubheit, die meine glieder von einer sekunde zur nächsten befällt, würde es wahrscheinlich auch nicht helfen, wenn ich mir auf der haut brennende zigaretten ausdämpfte Ohms abschied 20. 6 von flammen umgeben, erfüllt sein. meist im part. präs.: ⟨u1230/50⟩ die stolzheit sal genidert werden,/ bize an den bernenden grunt der erden lilie 17 DTM. 1514 (gott) sties .. ein brennenden rigel fier/ vnd stelt ein starcken engel har,/ das Adam nit mocht kummen dar Murner 1,2,113 Sch. 1724 daß theatrum praesentirt einen abgelegenen orth, von fehrne wald, in der mitte eine brennende gruben Stranitzky haupt‐ u. staatsaktionen 2,79 WLV. 1757 damit aber die sache ein besseres ansehen erhalte, dichtete er, der heyland sey ihm in gestalt eines brennenden seraphs erschienen Wieland I 4,278 ak. 1854 Judith saß in tiefen gedanken versunken .., während ich, unbewußt des brennenden abgrundes, an dem ich ruhte, mich arglos der stillen seligkeit hingab Keller 17,66 F. C zur bezeichnung eines psychischen, körperlichen zustands ‘etwas intensiv empfinden, eine intensive empfindung hervorrufen’. bildlich von A und B her. 1 einen starken, scharfen, schmerzhaften (körperlichen) reiz verursachen, zufügen; durch etwas gereizt sein: ⟨u1120/30⟩ des tages brant mich div hitzze, des nahtes můet mich daz unde ditzze milst. genesis 63,3 D. ⟨E13./A14.jh.⟩ diu hitze des viures diu brennet hie nidene meister Eckhart dt. w. 2,244 Q. ⟨1349/50⟩ diu ander haizt die kriechisch nezzel, diu ist klainer und prent vester wan diu gemain nezzel Konrad v. Megenberg b. d. natur 423 P. 1494 wie eyn brennend dystel kracht/ als ist eyn narr ouch wenn er lacht Brant narrenschiff 56a Z. 1510 ye meer darein regnet ye groͤsser die nesseln werden vnd ye meer sy brennen Geiler heßlin Aa 3d. ⟨1551⟩ ein tyranne tregt wol ein güldins stück von außwendig, kere es aber vmb so hat es inwendig vil brennender stachel Petrarca, zwei trostb. (1559)142a. 1605 was zur nesseln werden wil, das fahet zeitlich an zu brennen Petri weissheit Zz 5b. 1671 grobe arbeiten zu verrichten war mir ungelegen, weil ich nie gerne dicke bretter geboret, aus furcht die in meinen subtilen händen .. auffahrende blasen dürfften mich gar zu sehr brennen Grimmelshausen simpliciana 7 Sch. 1732 mich plagt der kalte brand,/ es beist, es brennt, es juckt, es sticht Henrici ged. (1727)3,519. 1766 ein brennender schmerz tobet in seinen augen Lessing 9,35 L./M. 1801 nehmt euer geld, herr ritter,/ es brennt mich in der hand, ich brauch’ es nicht Kotzebue Bayard 91. ⟨1862⟩ laß es genug sein. mir brennt der kopf Spielhagen s. rom. (1895)5,186. 1908 da begannen ihn die kratzwunden wieder zu brennen Nieborowski gold 259. 1960 das lauwarme klebrige getränk brannte in der kehle Noll abenteuer 99. 2004 das meerwasser dringt brennend in Claires rissige hand ein n. zürch. ztg. (31.8.)37d. 2 leidenschaftlich erregt sein, tiefe gefühle empfinden: ⟨u1130⟩ sw[az si versolte, ez wirt ir ver]golten. / [darumbe] brennet die sele, so der lip lit in de[r unere] millst. sündenklage 51,7 M. ⟨u1300⟩ der frouwen lobesamen/ branten alle ir sinne/ in furiger minne hl. Elisabeth 2805 LV. 1472/3 wie wol peyder begire ein wille was, vnnd die weyle sie peyde in geleicher liebe pranten Arigo decameron 351 LV. 1519 er hat ein eelich wyb genummen,/ .. zů der jn lieb er also brandt,/ das er kein růw hatt dag noch nacht Murner 5,112 Sch. 1562 Aeneas Syluius .. gebot den beginen .., aus den kloͤstern zu gehen vnd zufreien, auff das sie vnter dem schein nicht also brenneten vnd hurerey trieben Torquatus grewel e 1b. ⟨v1601⟩ da Calchas dise red vollbracht,/ .. stund Agamemnon auff vngütig,/ sein hertz das brandt im zoren wütig Spreng ilias (1610)3b. 1668 für allen kömmt herbey Laocoon gerennet/ .. der von zorn un̄ unmuht brennet Schirmer aeneis 59. 1711 auf allen strassen begegneten mir in geilheit gantz brennende buhler Stranitzky ollapatrida 165 WND. 1760 der müßte meine seele versteinern können, der mir verbieten wollte, für diese göttliche schöne zu brennen Wieland I 3,68 ak. 1804 eh sie beide für Ginevren brannten,/ lebt’ er mit ihm in großer einigkeit Ariosto, Roland 1,119. ⟨u1860⟩ was jeder sucht und was so wen’ge kennen,/ wonach wir alle jagen stets und rennen,/ wofür selbst greise glühen noch und brennen,/ glück, was ist glück? Halm ausgew. w. 1,11 Sch. 1918 Heinrich brannte hoch und feierlich in einer prachtvoll hoffnungslosen liebe Bartsch dichter 24. 1977 immer habe ich ihn zuverlässig .. erlebt, brennend von innerer aktivität Steenbeck impulse 269. 2009 auf manches allerdings konnte er sich dennoch keinen reim machen und brannte vor neugier hann. allg. ztg. (24.11.), IdS‐arch. 3 quälend sein, seelische qualen verursachen. oft in der unpersönlichen konstruktion es brennt (jmdn. ): ⟨1220/30⟩ swer minnen rehte erkennet,/ der weiz wol, daz sî brennet/ daz herze in ir gluote Moriz v. Craun 2322 ATB. 1472/3 der gůt iunge man den die flamme der liebe in sölicher masse prantte vnd geplent het das er durch seine synne der frawen listickeyt nit erkennen mocht, (hat) fürwar gelaubet als im die frawe gesaget het Arigo decameron 537 LV. 1510 unnd das leyplich feür sey ain instrument,/ der götlich gerechtikait ain werckzeug genennt/ unnd sey wunderbarlich würcken in die seel/ uund sy prennen mit übergrosser queel schausp. v. sterbenden menschen 51 LV. ⟨1562⟩ sam thu sein geist ihn hitzig brennen/ in glaub und lieb in diser zeit Sachs 15,380 LV. 1656 daß der mißgunst gifftigs figur vngeheur vnser beider hertzen brennet, ja so manche pein vns macht, daß beklag ich tag vnd nacht venus‐gärtlein 44 HND. ⟨1789⟩ doch brent ihn des suchens durst, so entdeck’ er/ selten gefundene, tiefere kunst Klopstock w. (1798)2,125. 1846 auf tage hab ich/ mich von dir getrennt;/ um die trennung dieser tage/ o wie reu mich brennt! Rückert hamâsa 2,114. ⟨1886⟩ es brannte mich, meiner edlen wirtin zuzurufen Storm 7,193 K. ⟨1956⟩ ich halte sie in den armen und fühle, .. daß in ihr noch das erste, einzige warum brennt Remarque obelisk (1968)209. 4 eifrig nach etwas streben, etwas leidenschaftlich ersehnen. meist in verbindungen wie auf, nach etwas brennen u. dgl.; im erstbeleg in unklarer abgrenzung von 2: ⟨A15.jh.⟩ quam der libe herre und külte sy (Dorothea), wen sy gar zere in börnendir begerunge noch im gebrant hatte Johannes v. Marienwerder leben Dorothee 345 T. ⟨1510/30⟩ der edlingen hertzen brandten auff einander zu morden Grunau preuss. chr. 1,103 P. 1618 obwol auch die Phillis nicht/ mich lobet in mein gesicht,/ brenn ich doch umb sie zu werben Weckerlin 1,169 LV. 1676 nach dem was man nicht erlangen kan, brennet das menschliche hertz am meisten Francisci lust‐haus 565. 1743 die muse brennt,/ so hohe dinge zu besingen Uz 12 DLD. 1767 er brennet, den mann von antlitz zu kennen, den seine einzige erbinn gewählt hat Lessing 2,236 L./M. 1843 sei nur fleißig, denn ich brenne nach der fortsetzung Gall br. 155 M. ⟨1869⟩ ohne auf die wirtin zu achten, die darauf zu brennen schien, ihm die neuigkeit mitzuteilen, ging er in das zimmer Heyse [1924] I 5,279. 1922 ich brannte danach, sie sprechen zu hören Ginzkey wege 200. 1968 aber ich brannte darauf zu wissen, welche klasse ich bekommen würde Wellm pause 35. 2004 der coach der Tschechen .. stellte den Deutschen einen kompetitiven gegner in aussicht, mit ersatzspielern die auf einen stammplatz brennen n. zürch. ztg. (24.6.)39a. D intensiv, akut sein. oft im part. präs. und im übergang zur lexikalisierung; überwiegend von C her. 1 stark, leidenschaftlich sein. von gefühls‐, gemütszuständen u. dgl.; teils im übergang zu 3: 1473 so ist min und din, die zwen namen, dar von ufferstanden, die do fynd sind desz gemainen und aigen nucz, dar usz mengerlay schadens, .. krieg, blůtvergiessend stryte, brennender nyd in all disz welt ist usz geflogen Steinhöwel de claris mulieribus 37 LV. ⟨1531⟩ der gottes zoren hefftig brendt Sachs 3,585 LV. ⟨1579⟩ er selbs was auch mit einem brennenden eifer entzuͤndet Fischart binenkorb (1588)229a. 1605 beym weyn brend die liebe Petri weissheit L 1b. 1665 er wahr aber über seine schwester so ergrimmet, daß die brennende liebe sich in feindschaft und rachgier verkehrete Bucholtz Herkuliskus 517a. 1724 so erheben sie denn ihre stimme im eyfrigem gebet, in brennender andacht Fabricius oratorie 511. 1771 da wurde meine stille betrübniß in brennenden zorn verwandelt La Roche Sternheim 192 DLD. 1804 sein brennendster wunsch ist, recht viele gelegenheiten zu haben, dem freunde seine treue zu bewähren Ehrenberg lebenskunst 319. 1855 das spiel der rede rührte an den vollsten, brennendsten ernst seines lebens Kürnberger d. amerika‐müde 228. 1922 die selbstverständlichkeit seiner religiösen betätigung wich einer brennenden anteilnahme Inglin welt 305. 1965 dabei war Troff immer aufs neue erstaunt und zugleich froh, .. wieviel klugheit und wissen, aber auch welche selbstverständliche kühnheit, ja welch brennendes temperament in diesem äußerlich so bedachtsamen, bescheidenen mann lebendig waren Erpenbeck gründer 2,371. 2004 eine brennende sehnsucht glüht in Jude Laws augen süddt. ztg. (5.2.)11e. 2 sehr, äußerst. stets im part. präs.: ⟨1631⟩ so manches blutrapier, so mancher stoltzer muth,/ der brennend‐durstig ist auff seines nachbars gut Opitz op. [1689]4,296. ⟨1787⟩ die honigworte rannen wie eiskühlend und brennendsüß erquickend labsal durch mark und gebein Heinse 4,46 Sch. ⟨v1802⟩ sie konnte sich’s nicht versagen, .. sich eben so brennend‐neugierig zu stellen, als er selbst brennend ‐verliebt war Engel (1801)5,302. ⟨1878⟩ der blonde primaner .. redete .. in das arme ding (ungelehriges kind) hinein, daß sie schier verblasen dastand und in den nächsten tagen brennend fleißig war Storm 5,143 K. 1923 sie .. interessierte sich brennend für politische und nationalökonomische dinge Feuchtwanger herzogin 42. 1973 Franz hätte ihn brennend gern kennengelernt Andersch peripherie 61. 2005 das mögen zeitlose wahrheiten sein, .. doch in unserer zeit erscheinen sie zugleich als brennend aktuelle absage an fundamentalismen aller art n. zürch. ztg. (16.12.)27d. 3 dringend, dringlich sein. überwiegend im part. präs. oder in der unpersönlichen konstruktion es brennt (vgl. auch unter F ‘wo brennt’s denn?’): 1661 wann es brennet, wann die noth vorhanden, .. wann sie nicht wissen wo hinauß, .. da wird .. der räthe gutachten .. wohlmeinend eingeholet Schütz vberlegungen 255. 1851 der Berliner war voller humor (über die niedergebrannte parlamentskammer): .. ‘brennende fragen’, ‘wer sollte globen, dat det olle ding so ville feuer in sich hädde’ Bismarck br. an braut u. gattin 251 B. 1932 der schriftleiter hatte eigentlich nichts anderes zu tun, als unter den brennenden tagesnachrichten die brennendsten herauszusuchen Broch schlafwandler (1931)3,50. 1970 wenn die termine brennen, sind wir zur stelle Otto Josef 40. 2005 der lautsprecher der nahen tramhaltestelle übernimmt den weckdienst – mit einer brennenden durchsage der neusten kältebedingten betriebsstörung n. zürch. ztg. (8.3.)39a. E zur bezeichnung einer stoffeigenschaft ‘entflammbar sein’; oft in verbindung mit modaladv. wie leicht, schnell, schlecht u. dgl.: 1612 solches sichstu auch .., daß fleisch brend .., allein das fette brendt vnd leucht Böhme urschr. 1,77 ak. 1653 granaten vnd fewrkugeln, die sehr gros, von schwefel, pech .. vnd dergleichen brennenden materien gemachet, vnd mit vielen schlägen angefüllet waren Chemnitz schwed. krieg (1642)2,467a. 1836 dieses holz brennt nicht gut Schaffer wb. 2,1,298b. 1977 reaktorgraphit brennt extrem schwer frankf. allg. ztg. (27.4.)27d. 2008 in der antike herrschen breitblättrige bäume vor, die längst nicht so leicht und schnell brennen wie die aleppokiefer st. galler tagbl. (22.2.), IdS‐arch. F phraseologisch. gebranntes (herze‐)leid großes leid: 1525 so zeygt er dyr seynen geyffer und beweyset nichts mehr, denn das yhm solche sprůche das gebrandte leyd gethan haben Luther w. 18,173 W. ⟨v1565⟩ da jm sein eigene gehuͤlffen das gebrandte leid anthun, vnd schuler vnd eltern zalen alle mit des teufels danck, sol er dencken, es sey allen grossen leuten also gangen Mathesius ausgew. w. 4,49 L. 1612 das muß jhnen das gebrandte leid anthun, daß sie mit jhrem verfluchen .. doch nichts außrichten können Helvicus jüd. hist. (1611)2,193. 1653 negst Hildesheim thaten die Wolffenbüttler .. der benachbarten stadt Brunschwieg, das gebrandte hertzeleid an Chemnitz schwed. krieg (1648)2,320b. 1738 graf Christoph .. solte .. in arrest genommen werden, weilen er ein sehr wildes leben führete, und denen leuten .. alles gebrannte hertzeleid anthat Falckenstein thür. chr. 2,2,774. 1783 der kerl da mit der spitzen nase .. hat dir ohne deine schuld alles gebrannte herzeleid angethan, und hat durch lügen und trügen dich um haus und hof gebracht Claudius s. w. (1775)4,123. 1812 da mußte das arme kind (Aschenputtel) so schwere arbeit thun .. und die stiefschwestern thaten ihm noch alles gebrannte herzeleid an Grimm kinder‐ u. hausmärchen [1955]112 P. ⟨1887⟩ nun säß’ ich da mit ’m alloanigen anrecht af ’n hof, ’m bauern zum g’brennten herzload Anzengruber 38,154 B. sich (von sünden u. dgl.) weiß brennen sich von jeder schuld befreien, von sünden reinigen, für unschuldig erklären: 1562 am ende der bullen wolt sich Pius Quartus auch gern rein vnd weiß brennen, das man jn nicht solte fur einen geitzhals ansehen Spangenberg siben B 6b. ⟨1643⟩ das ist .. ein liederliche außred, mit deren du dich vermeynest weiß zubrennen Moscherosch gesichte (1646)2,89. 1657 siehst du nicht, dass sie sich suchen weiß zu brennen? Gryphius trauersp. 407 LV. 1707 (sie) schwärzten andre an, damit sie ihre mackeln dadurch entschuldigen, oder sich dagegen weiß brennen könnten Nerreter schau‐platz 777. ⟨v1766⟩ hr. M. so weiß er sich brennen will, ist auch nicht mit rechten dingen zu seinem orakel gekommen Abbt verm. w. (1768)3,230. 1805 ungefordert legte ich ihnen auch meine rechnungen und andern papiere vor, um mich recht weiß zu brennen Thümmel reise (1791)10,202. 1861 einer, der zeuge eines mordes wird und flieht, um nicht zeugen zu müssen, weil er den mörder liebt, den nun aber der mörder, um sich weiß zu brennen, verdächtigt, der .. gesteht (alles) Hebbel II 4,190 W. 1926 und um sich weiß zu brennen, hat sie sich als unschuldig ausgegeben und als verführt Sudermann professor 312. jmdm. eine kugel auf den pelz, die haut, das leder brennen u. dgl. mit einer feuerwaffe auf eine person, ein tier schießen. vgl. auch losbrennen vb. 1DWB 6,1163: ⟨1586⟩ ruͤckt hinan mit freuden/ vnd brent sie (die Türken) mit dem kraut/ geschwinde auff die haut Ringwaldt warheit (1609)443. 1785 so könnte ich mit einem schurken nicht drey minuten allein seyn, ohne ihm eine kugel durchs herz zu brennen Iffland jäger 98. 1846 da hüpft ein junger has daher/ und spielt vor mir im grase;/ ich brenne so von ungefähr/ mein schrot ihm auf die nase Keller 1,66 F. 1861 ein mann .. begegnet in wilder einöde dem zottigen gesellen, legt auf ihn an und brennt ihm eine kugel auf den pelz Berlepsch Alpen 418. 1931 don Mateo hatte das unglück, dem polizeichef .. eine fünfundvierzig‐kaliber ins rechte bein zu brennen Traven regierung 51. 1967 hebt die hände, ihr seid verhaftet! .. und macht keine schwierigkeiten, sonst brennen wir euch eins auf den pelz! Kühn sturmnacht 318. 2006 selbst ein hobbyjäger könnte dem ‘problembär’ ungestraft eins auf den pelz brennen hamb. morgenpost (26.6.), IdS‐arch. jmdm. brennt der boden, brennen die sohlen (unter den füßen) u. dgl. jmd. ist in eile, ungeduldig: 1754 hier brenen mihr die sollen, daß ich wieder wek komme Friedrich d. grosze br. 340 R. 1842 sie machen mir das leben hier sauer, ich halt’ es bald nicht mehr aus, die sohlen brennen mir unter den füßen Schücking br. 25 M. ⟨1872⟩ mache kurz, was du mir zu sagen hast, fremder, denn der boden brennt mir unter den füßen Freytag (1886)8,244. 1926 als der boden für ihn in A. brennend wurde, zog er mit einem heruntergekommenen mediziner ziemlich weit herum Brecht schr. z. theater 2,49 H. 1996 wird Europa rechtzeitig reagieren oder erst dann .., wenn der boden unter den füßen brennt? tiroler tagesztg. (25.1.), IdS‐arch. etwas brennt (jmdm. ) in, auf der seele, auf, unter den nägeln u. dgl. etwas ist (jmdm. ) wichtig, jmd. empfindet etwas als dringend, belastend: 1772 die schwester schien in ihrem letzten briefe zwar sehr daran (guter wille) zu zweifeln .. ich will hoffen, daß sie es so übel nicht gemeinet hat; und daß ihr freylich wohl das feuer auf die nägel mag gebrannt haben, da überhaupt itzt in Sachsen so gar schlechte zeiten seyn sollen Lessing 18,29 L./M. 1829 ueber das letzte ärgerte sich junker Galland in der that so sehr, daß es ihn in den fingern brannte, seinen unmuth auf irgend eine weise thätlich auszulassen Döring nächte 1,81. 1857 es ist abscheulich: eine sache, die mir auf den nägeln brennt, schon wieder auf die lange bank geschoben Treitschke br. 21,410 C. 1935 er hatte, was ihm zum thema .. zu sprechen auf der seele brannte, in einen vortrag zusammengefaßt Abendroth Pfitzner 264. 1967 es brannte ihm auf der zunge, es auszusprechen, aber er verschwieg es Kesten d. gerechte 204. 2004 der früher als zu intellektuell und arrogant geltende Rokita besetzte alle themen, die seinen landsleuten auf den nägeln brennen berl. ztg. (9.6.)8c. etwas brennt sich (jmdm. ) ins gedächtnis, in die seele u. dgl. etwas prägt sich geistig ein, bleibt in erinnerung. vgl. auch einbrennen vb. 3. im erstbeleg im wortspiel: 1792 B .. hatte einen hund, welcher .. unter andern unsre jagden durchstrich. ich .. ließ .. den herrn von B .. ermahnen, seinen Marki inne zu halten: ich würde ihm sonst eine ladung von numer eins aufs gedächtniß brennen Laukhard leben 2,9. 1803 weder worte, noch farben könnten es mir so treu schildern, als es die vergangene stunde mir in die seele gebrannt hat Thümmel reise (1791)9,88. 1893 die stiefel mit der blutigen zehe .. prägten sich mir nicht, nein, brannten sich mir ins gedächtnis Ebers leben 147. ⟨1935⟩ nicht, was man schwarz auf weiß besitze, könne man getrost nach hause tragen, sondern was man sich lebendig ins herz gebrannt habe A. Zweig erziehung (1967)316. 1996 es sind momente wie diese, die sich schon kindern auf ewig ins gedächtnis brennen spiegel 30,121a. wo brennt’s (denn)? was ist denn los? wo ist das problem?: 1859 ich bin mit einem satz aus den federn: ‘wo brennt es? wo brennt es denn?’ – dann mich besinnend: ‘alle wetter, das ist ja ein patient!’ Raabe 2,179 H. 1930 wo brennt’s denn? was? den hähr sprechen? sie?! geht nicht! Mathar Johannes 410. 1969 ‘nur keine falsche scham’, sagt der wachhabende, ‘immer raus mit der sprache. wo brennt’s denn?’ Becker Jakob 16. 2002 generell agierten die regierenden zu hektisch, nach dem motto: ‘wo brennt’s, wo müssen wir ein loch stopfen, wo müssen wir geld herholen’ nürnb. nachrichten (18.10.), IdS‐arch.

brente, f

Fundstelle: Band 5, Spalte 787, Zeile 32 [Gante]
BRENTE f.   mhd. brente. vgl. it. brenta. in der alpen‐ und voralpenregion verbreitetes wort unklarer herkunft (vgl. Besse bäschoff 250–258, schweiz. id. 5,757f., Meyer‐L. rom. et. wb. 3115a). daneben teils auch mask. brent und brenten. hölzernes gefäß zur aufbewahrung, zum transport von nahrungsmitteln, meist flüssigkeiten; weinmaß: ⟨v1307⟩ ein yegliche person sol haben recht vrn, prenten, stär, mütt, es sey zw wein oder czw öl, .. vnd chainer sol nicht messen noch wegen, es sey den die gewicht oder elen gemerckt vnd versigelt mit des pischoffs czaichen ält. statuten Trient 76 T. ⟨1464/70⟩ der Grasser seliger hat .. gesültzt fisch vor jaren in ein prenten lossen machen Tucher baumeisterb. 125 LV. 1533/4 kaiser Ludwig bracht aus teutschen landen .. ain gros volk zesam und zogen in Welschland. die welschen bischof (ir art nach) flohen, liessen künig Bernhart in der prenten stecken Turmair 5,1,165 ak. ⟨1568⟩ spann auch ein grob tuch vber ein brennten, darauff lege ein gute handvoll gedämpfter quitten, treibs starck durch Wirsung artzneyb. (1584)779b. 1610 man nimbt das eingemachte kraut auß der brenten Guarinonius grewel 566. 1786 brente .. ein maas von flüßigen dingen 25 bis 30 gewöhnliche maas haltend in: provinzialwörter 584a H. 1862 sobald die hirten im herbste zu thale ziehen, (ergreift) die alpmuetter (fabelwesen) von den sennhütten besitz .. sie macht sich gar viel geschäft, zu sennen, zu käsen, die brenten (milchkübel) zu brühen Vonbun mythol. 30. 1912 der küher putzte die kupfernen gurten an seiner brente, daß sie funkelten, wie der himmel, wenn die sonne untergeht Burte Wiltfeber 2243. 1998 die rebleute in der Ostschweiz richten sich ein für den wimmet (weinernte) 1998. vor den torkeln stehen bottiche, kessel und brenten sauber gewaschen bereit, und die abbeermaschinen und traubenpressen .. werden kontrolliert und geölt st. galler tagbl. (23.9.), IdS‐arch.

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brautnacht butterschmalz
Zitationshilfe
„brente“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/brente>.

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