Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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brunz, m

Fundstelle: Band 5, Spalte 903, Zeile 20 [Gante]
BRUNZ m.   rückbildung aus brunzen vb. vereinzelt auch fem. ; ab dem 18. jh. veraltend, jünger noch mdal. harn, urin: 1480/1 in jrem abwesen kam ain schwein .. vnd aß davon (dem weizen) sein nottdurfft vnd das überig begoß es mit seinem bruntz Pforr beispiele 91 LV. 1520 ja würst du nit mit bruntz begossen für dein lon Pauli narrenschiff 129c. 1557 das käntlin mit dem wein behielte er hinder sich, und das mit dem bruntz das stelt er für sich uff den disch Frey gartenges. 36 LV. 1633 vnd sollen christliche fürsten dem exempel keysers Vespasiani nicht nachfolgen, der ein zoll oder ungelt auff den bruntz legen lies Neumayr auffstand 448. 1655 der bawr .. jhm geantwortet, daß er nicht wolte auffstehen, dan er noch in seinem ersten seich (oder bruntz) leg Weidner apophthegmata 4,38. 1716 Ludwig t.‐engl. lex. 372. 1832 unterdessen stallt’ seine mär, sich die blaas zu leeren, solches aber so überflüssig, daß auf sieben meilen ein fluth draus ward und aller brunzt in den furth von Vede lief Regis Gargantua 1,114. 1968 südhess. wb. 1,1177.

brunzen, vb.

Fundstelle: Band 5, Spalte 903, Zeile 36 [Gante]
BRUNZEN vb.   mhd. brunzen. abl. von seltenem, bereits mhd. einmal bezeugtem brunnen vb. ‘einen brunnen machen, urinieren’ (vgl. brunnen m. 4). jünger meist mdal. und derb. urinieren: ⟨A14.jh.⟩ brunze ich iu denn in die schôz, daz ist iu lesterlîch getân Wolfdietrich D 6,215 J. ⟨u1400⟩ er hies das weib ../ in den selben püttrich saichen. / .. si prunzt darein, bis er ward vol Kaufringer 12,209 LV. 1512 so bruntzt er doch in dyne schuͦ/ vnd louffet dann heimlich dar von Murner 2,179 Sch. 1564 wann ein pferd rotzig ist. so nim ebheug die vf der erden wechst, vnd stos sie fast woll, thue sie in ein hafenn, bruntz daruf Wolfgang II. 1. roßarzneib. 76 S. 1612 wo die hund hin brunnzen wider die sauln, da gibs spalten Mechtel limb. chr. 27 K. 1655 die nonnen achten es so wenig, wann jhre ehr jhnen entfallen, als wenig die zu Straßburg achten, wann die zu Cöln in Rhein bruntzen Weidner apophthegmata 4,69. 1722 bruntzet nicht an der sonne discourse 3,11 B. 1780 so blieb der wild bub nun zu hauß, und macht oft des nachts ein gräßlich geheul, als wöll ihm der böß feind den hals umdrehen, und hätt dann doch nit anders than, als ins stroh geprunzt Klinger Plimplamplasko 38 faks. 1832 wie kann man brunzen wenns einem nicht noth thut? Regis Gargantua 1,773. 1931 o Abraham, o Abraham, dein schießen ist umsunst,/ dieweil das englein auf die zündpfann brunst Fallada bauern 495 C. 1999 thür. wb. 1,1038.

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Zitationshilfe
„brunzen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/brunzen>.

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