Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

bunge, f

Fundstelle: Band 5, Spalte 1001, Zeile 71 [Gante]
BUNGE f.   mhd. bunge. mnd. bunge. lautmalende bildung (vgl. bummen vb. u. dgl.). volksetymologischer anschluß an mhd. bunge m. ‘bachbunge, veronica beccabunga L.’, nhd. bachbunge f. ist nicht auszuschließen (vgl. Lloyd/S. et. wb. ahd. 2,434–436). jünger überwiegend in nd. mdaa. 1 trommel, schlaginstrument: ⟨1338⟩ man merket wol des rosses craft/ wa man sol uben ritterschaft: .. iz wil wesen ungedrungen/ so iz hort slan di bungen Hiob 14560 DTM. 1476 trumpetten sloych man ind bungen Wierstrait historij 1091 M. 1500? dar sint ghehort trummitten unde bungen hist. volkslieder 2,440 L. 1616 Henisch t. spr. 1,559. 1695 immittelst wird die enge gasse, dadurch die kinder (vom rattenfänger) zum oster-thore hinaus geführet worden, .. die bunge-lose strasse genannt, weil die einwohner nachgehends die verordnung gemacht, daß .. in dieser gassen keine trummeln oder bunge dürffen gerühret werden Ziegler u. K. schau-platz 751b. ⟨1715⟩ nennen sie die strasse, wodurch die kinder ausgeführet die bungelose strasse, denn sie sagen, daß darinn keine bunge oder trommel, wenn sie gerühret würde, einen klang oder schall solle von sich geben Rottmann philosophus (1734)140. 1861 der beste schütze wurde als bürgerkönig gekrönt .. ihm zu ehren das königslied mit bungen und bassungen, mit pfeifen und trompeten gesungen Schaller sp. 191. 1985 ns. wb. 2,929. 2 zylinderförmiges fischfanggerät; fischreuse: 1797 bunge ein werkzeug, worin man fische fängt, in: provinzialwörter 56b H. 1942 bung’n f., bunge, ein auf hölzerne od. eiserne bügel gezogenes netz, auf beiden seiten aufgesperrt u. nach der mitte sich verengend, so daß die fische hinein, aber nicht wieder heraus können Kück lüneb. wb. 1,264. 1968 dann vergaß er (der fischer) ganz, daß er eigentlich mit dem instandsetzen der reusen und bungen zu tun hatte, und wartete gespannt Zeiske Dolchkralle 90.

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Zitationshilfe
„bunge“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/bunge>, abgerufen am 28.01.2022.

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