Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

chrysolith, m

Fundstelle: Band 5, Spalte 1150, Zeile 72 [Particke]
CHRYSOLITH m.   mhd. krisolît(e); mnl. crisolijt, nnl. chrysoliet; me. crisolīte, ne. chrysolite; norw. krysolitt, dän. schwed. krysolit. lehnwort aus mlat. chrysolithus m. oder afrz. chrysolithe m., die letztlich auf gr. χρυσόλιθος m. zu gr. χρυσός m. ‘gold’ und gr. λίθος m. ‘stein’ zurückgehen; s. auch goldstein m. (1DWB 4,1,5, 849f. ). besonders reine varietät des minerals olivin von hellgrüner bis goldgelber farbe, peridot; der daraus gefertigte schmuckstein. meist in aufzählungen verschiedener mineralien: (1130/ 50) der VII. stain ist sus gehaizen crisolitus./ sin varwe ist ime ainvalt unte ceinet also daz golt himml. Jerusalem 18,1 M. ⟨u1220⟩ mit guldîn nagelen wâren die steine vaste an die strange genietet./ smârâde wâren die buochstabe, mit rubîn verbundet:/ adamant, crisolte, grânât dâ stuonden Wolfram Titurel 7142,2 L./H. ⟨1349/50⟩ chrysolitus ist ainer der zwelf stain und ist mervar (meerfarben), alsô daz er tunkelgrüen ist und guldein funken dar ein gemischt hât und funkengleizt sam ain fewer Konrad v. Megenberg b. d. natur 442 P. u1470 du pist meren all tugend schan/ geleich reht als der calczedan. / auch gibet uns dein gute/ recht weisshait als der crisalit Beheim ged. 1,252 DTM. 1559 der sal was mit cypressen gelegt/ vnd mit chrisoliten .. erzogen in: frnhd. wb. 8,1688. 1631 das kinn ist perlen voll, der hals von alabaster,/ die kehle chrysolith, der brust erhabnes pflaster/ der reinste marmorstein, die arme helfenbein Fleming ged. 1,63 LV. 1679 diesen stein (topas) hat man vor alters ins gemein für einen chrysolith gehalten Kunckel ars vitraria 119. 1726 eine sehr grosse, und oval-runde trinck-schale von chrysolit, in gold eingefasset, so vom abt Sugerio anhero gegeben worden Küchelbecker St. Denis 75. 1784 ueberall schien er (der basalt) mir hier wenig heterogene einmischungen zu haben; fast nichts von schörl, chrysolith, glimmer Forster tgb. 123 DLD. 1802 chrysolith ist durchsichtig und goldfarbicht; fällt seine farbe ins grünliche, so heißt er chrysopras, in das meergrüne, so heißt er beryll Kant 9,372 ak. 1852 der topas sowie der chrysolith wird oft zufällig (beim herstellen künstlicher edelsteine) erhalten, wenn eisen in der mischung war polytechn. journal 126,202. 1924 vom gewölbe (des kirchenmodells) hing eine ampel aus chrysolith, darin schwammen zwei, drei klare öltropfen und speisten ein winziges flämmlein Federer wander-gesch. 193. 1979 könig Schâddad baute das paradies auf erden – eine stadt ohnegleichen mit hochragenden schlössern aus ziegeln von gold und silber, mit tausend türmen auf säulen aus chrysolith und hyanzinth spiegel 37,234a.

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Zitationshilfe
„chrysolith“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/chrysolith>, abgerufen am 27.11.2020.

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