Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

circe, f

Fundstelle: Band 5, Spalte 1152, Zeile 50 [Particke]
CIRCE f.   lehnwort aus lat. Circe, dem namen einer nymphe aus der griechischen mythologie; appellativischer gebrauch in anlehnung an deren magische fähigkeiten (etwa das verwandeln von männern in tiere); s. auch bezirzen vb. betörende, verführerische frau: 1652 bist du von einer circe bezaubert worden, so solte meine schönheit die bezauberung auflösen können Harsdörffer Heraclitus 639. ⟨1760⟩ es vergingen kaum zwei minuten, so erschien ein frauenzimmer von mehr als gemeiner schönheit, eine circe, die im stande war, .. einen Joseph zu verführen Musäus Grandison (1768)279. 1815 auf den baron hatte diese circe einen wunderbaren eindruck gemacht. sie bewies ihm gleich bei seinem erscheinen eine aufmerksamkeit, die von kindlicher ehrfurcht erzeugt zu sein schien E. T. A. Hoffmann 2,50 G. ⟨1869⟩ dieses märchen (von der hochzeit) hatte die schöne circe dem treuherzigen Hans unter manchen thränen und seufzen und erröthen und lächeln und krampfhaftem schluchzen erzählt Spielhagen s. w. (1872)10, 181. ⟨1924⟩ Wuttschenstein .. schilderte die berauschende sinnlichkeit züngelnder liebesspiele, wobei er die reize seiner jungen circe mit kennertricks beschnupperte Winckler Bomberg (1956) 239. 1956 diese circe, so kam dem besorgten lehrer vor, bestrickte den jungen burgherrn Döblin Hamlet 44. 2002 ohne zweifel wäre Paul Newman ein makellos gealtertes sexsymbol gewesen und Joanne Woodward eine ergraute circe zeit (17.1.), DWDS-arch.

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Zitationshilfe
„circe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/circe>, abgerufen am 05.12.2020.

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