Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

dabei, adv.

Fundstelle: Band 6, Spalte 14, Zeile 36
DABEI adv.   ahd. dârbî, mhd. dâbî. as. thar bi, mnd. dârbî; mnl. daerbi, nnl. daarbij; afrs. therbī; ae. þǣr-bi, me. þēr bi, ne. thereby. zuss. von 1da mit bei präp. mhd. gilt seit dem ende des 11. jhs. dâbî; dâr-, dar- begegnet selten und fast nur unter nd. einfluß oder in geschwächter form der-; darbei dringt nach der mitte des 15. jhs. stark vor und steht bis gegen 1700 nahezu gleich stark neben dabei; dieses gilt seit der mitte des 18. jhs. allein. distanzstellung von da und bei mit einschub anderer satzglieder ist bis zum 14. jh. unter A und B, im 16. jh. unter C 1 zu beobachten; seit dem 18. jh. erscheint sie unter C umgangssprachlich im norddt. sprachraum.unter A 1 seit dem 17., unter C seit dem 19. jh. vereinzelt zusammenschreibung mit den infiniten formen der verben, zu denen das adverb als nähere bestimmung tritt. A als adverbiale bestimmung zur herstellung von räumlichen beziehungen oder von solchen beziehungen, denen eine räumliche vorstellung zugrunde liegt. 1 als freie ortsangabe oder notwendige bestimmung des verbs bei raumbezogenen verben zur angabe des räumlichen oder räumlich vorstellbaren naheseins zu zuvor erwähntem: ⟨9./10.jh.⟩ niuueiz der uuenago man, uuielihan uuartil er habet,/ denner mit den miaton marrit daz rehta,/ daz der tiuual dar pi kitarnit stentit muspilli 68 S. ⟨v1022⟩ (ps. 79,12) des uuînegarten zuogen rahtost dû unz an mare magnum. daz dâr-bî ist. unde sîne flanza an flumen Iordanem Notker 3,2,568 ATB. ⟨1230/5⟩ er gie gein der porte,/ do er niemen dâ bî hôrte,/ den portenære er betwanc,/ daz er die porte ûf swanc Ulrich v. Türheim Tristan 565,30 M. ⟨14.jh.⟩ ich kam zuͦ Gîlest in die houbtstat,/ da die sunne ir gesidele hât,/ da bî lît ein lant, heizet En- diân Salman u. Morolf 256,3 V. 1499 die stat van Trier mit den landen dabi liggende (Köln) chr. dt. städte 13,314. z.j.1585 nun ligt düs würtshaus an der strassen und hat einen fleckhen bey einer halb vüertel meil nahe dobey, in wölches dorf ihre zwen oder drey von unns güngen Kiechel reisen 45 LV. 1697 nahe bey diesem chor ist der ort, wo das consistorial-gericht gehalten wird, und nahe dabey die grosse bibliothec Krüger Lüb. 172. 1778 dieser ort besteht aus einem melancholischen städtgen, und einer nahe dabey liegenden, etwas anmuthigern burg Gruner Helvetien 1,113. 1845 das jüngste blatt, das gestern dran (an diesem baum) geblüht,/ hat über nacht sich leise losgerungen/ und fiel; und niemand gab wohl weiter acht/ als ich, der da zunächst dabei gewacht Keller 14,278 F. ⟨1937⟩ es war ihm, als könnte das ackergespann ihm entkommen, wenn er nicht knapp dabeibliebe Pleyer Tommahans 90125. als relativadverb: ⟨u1460⟩ die selbe fraw so hett sy so grosz getrauen zu den heyligen zwelfpoten und zu irer kirchen, dobey ir haws was, und so die prunst des feẃres irem hawse nahent was (wollte sie nicht flüchten) Hartlieb dialogus 162 DTM. ⟨1623⟩ dieser thurn, auff welchen sich haben die zungen zertheilet, dabey die grosse stadt Babel gestanden, ist eine figur des abgefallenen irrdischen menschen Böhme mysterivm (1640)262. attributiv: ⟨1260/80⟩ swelh schilt aller verrest dan/ von dem sînen gehangen sî/ und den næhsten dâ bî,/ die soltu rüeren und keinen mêr Pleier Meleranz 9328 LV. 1324 (wir lassen ab von dem streit um die güter) auf dem Eberleinsperge vnd an der leiten vnd vmb di zwo wisen dapei urkb. ob d. Enns (1852)5,397. M15.jh. drü zeichen und wunder, die da geschechen warent bi der kilchen des paradises und bi dem heligen brunnen dabi Kiburger stretlinger chr. 71 B. 1565 (diese fische) werden allein im mitternachtischen meer gefangen, aber im nechsten meer dabey gegen nidergang sind jhrer keine Heyden Plinius 344. 1708 (es) werden große kammern oder stuben in die saltz-felsen eingehauen, in welche das aus dem steinfelsen dabey entspringende süsse wasser .. hinein gelassen wird, bis es saltz genug an sich gezogen F. Hoffmann saltz-werck 8. 1766 (der ort wird) sächsisch Zot genannt, von dem aus dem gebirge dabey hervorströmenden Zotfluß qu. dt. volkskde. 5,75 G./M. mit zugrunde liegender räumlicher vorstellung, dem fixierten nahe oder gleichartig. obd. im 15./16. jh.: 1497 merck das du magst vordern die schuld die auß malefitz vnnd übeltadt kompt mitt dyser klage, was aber schuld wären auß contract oder darbey kommen in dyse vorderung nit clag antwurt 77c. 1558 zv Sauona kaufft man etliche wahren, heist man grosti, gelten 48 oder dabey ein schudo Meder handelb. 64b. – den zielpunkt von bewegungen bezeichnend räumlich oder räumlich vorstellbar, nur vereinzelt übertragen: ⟨2.h13.jh.⟩hs.u1430 so lang ritten sie sprechende biß sie ein schön pavilun sahen. da sie darby kamen, da sahen sie wo ein ritter da vor saß Lancelot 1,363 DTM. u1380 wer auch hauwe zuͦ keuffin oder zuͦ virkeuffin haid, der sal die zwene underkeuffere oder ir eynen darbij nemen frankf. amtsurk. 225 B. ⟨z.j.1475⟩ wir gedachten aber, ihr bringet uns so nicht darbey Spittendorff denkw. 60 O. 1588⟨nd.or.1584⟩ dennoch ich das (trinken) nicht lassen kan./ die gesellschafft bringt einen dabey Stricker schlemmer C 5a. 2 von der räumlichen vorstellung gelöst dem zuvor erwähnten etwas hinzufügend, dazu. bei aufzählung von nominalen oder pronominalen größen: ⟨v1022⟩ uuaz chîst tu des. ziu nechiusest tu dâr-bî Notker 1,2,218 ATB. ⟨u1130⟩ diu sibente gebe dapi (die anderen sechs wurden zuvor besprochen)/ heizet timor domini priester Arnold siebenzahl 178 P.-K. ⟨1274/5⟩ (ich) gebiut dir ez bî gotes gewalt/ und bî gotes zorn dâ bî deutschenspiegel 2157 MGH. 1452 si habent die graͧfschafft Nidow mer denn sechszig jar in gewalt und gewerde inngehept und da by den sew, der yewelten geheissen hab der Nidower sew rechtsqu. Bern I 4,1,390. 1520 vil pfarren, vnd vil thuͦmmerey,/ probsteyen, pfruͦnden auch darbey/ hatt mancher vnder seiner handt/ dem doch die gschrifft ist vnbekandt Hutten 3,515 B. u1700 es ist auch über das nicht nur eine unverschämte weise und bengelhaffte grobheit, sondern auch darbey eine schande, daß die groben bauren den hut vor den schultheissen und nicht auch denen bürgermeistern und gerichtsleuten abziehen Veroander lasterprob (o. o. u. j.) 30. 1794 ihr verloret den schopf, wie ich sehe, das fell von den wangen/ und die handschuh dabei Goethe I 50,25 W. 1901 jemand .., der auf dem meere ein segel auftauchen sieht und sich natürlich auch das zugehörige schiff dabei denkt B. Delbrück grundfragen 163. vereinzelt als relativadverb: 1690 nachdem er nun in seinem alter sich nach hause zur ruhe begeben und auff dem hause Schwetta gewohnet, darbey er auch andere güter gehabt Simmer edelmann 205. bei aufzählung von attributiv, prädikativ oder adverbial gebrauchten adjektiven: ⟨u1235⟩ der stolze degen balt/ sô wunderlîche was gestalt/ und ouch dâ bî so schœne was Rudolf v. Ems Alexander 6379 LV. ⟨E13.jh.⟩ ûf spranc der rise lanc und dâbî grôz rosengarten 119 H. hs.15.jh. selden rede vnd derbey leyße/ in der wirtschafft, das ist weyße Cato a facetus 198 Z. 1550 er was frumb, gerecht und gotzvoerchtig; darbey fast weys und hochverstendig Zimmern bischofschr. 57 E. 1642 wer goldne schätze leget,/ ist dabey nicht tugendreich,/ siehet einem schafe gleich,/ welches goldne wolle träget Tscherning früling 42. 1729 er ists, auf den ich mich verlassen kan;/ redlich, wachsam, fleißig, treu/ und dabey ein frommer mann Seemann Turnus 39. 1855 gespenstisch, maskenhaft und dabei ganz roh ist auch der kopf der ‘grossen mutter’ (Cybele) im untern gang des museo capitolino gearbeitet Burckhardt cicerone 487. B als adverbiale bestimmung zur herstellung abstrakter beziehungen. 1 zur bezeichnung des hilfsmittels bei der durchführung einer tätigkeit. a bei verben, die geistige oder emotionale akte bezeichnen, die größe oder den sachverhalt angebend, anhand dessen diese akte durchgeführt werden: ⟨1060/5⟩ do er ime gab brôtes gnuht,/ dô hêt er alles dinges uberfluz/ daz nah deme brote scol gen./ daz mage wir dabî uersten,/ daz er chod den chunigen/ ze flize scolte dienen wiener genesis 5779 ATB. ⟨u1120/30⟩ den liebern sun heizzet man ze der zeswen beidiv sitzzen unde sten,/ da bi weiz man an argen list daz er der liebor ist milst. genesis 71,24 D. ⟨1240/50⟩ ez het ein cruͤtz ie der man/ uf sinen shilt geslagen an,/ daz man erkante wol da bi/ wer gelaubet an die namen dri Ulrich v. Türheim Rennewart 27525 DTM. ⟨14./15.jh.⟩ do ich zuͦ dem brunnen kam do wunst ich in minem hertzen von got das die jungkfrow zuͦ mir käm und mir zetrinckind gäb und sprech gib dinen kemblin oͮch zetrinckind, das ich daby marckti das unser herr minen weg gelücklich hett gemachet historienbibeln 1,154 LV. 1494 vil mancher der hat freuͤd dar ab/ das ich vil narren gsamlet hab/ vnd nymbt dar by eyn nützlich ler/ wie er sich von der narrheyt ker Brant narrenschiff t 8a faks. 1582 auff jren bündten habens gemainklich stecken kranichsfedern, damit man darbey abnemme, das sie dapffere kriegsleüt seyen, vnnd deren anzal nach erkenne, das sie eintweders souil zug gethon oder souil christen vmbgebracht haben Rauwolf raiß (Lauingen o. j.) 82. 1728 der glaube (in Rußland unter dem zaren Peter) fängt sich an mit gottesfurcht zu paaren,/ und alle welt versteht dabey,/ wie viel das christenthum dem helden schuldig sey oden dt. ges. 33 G. als relativadverb: u1300 gegen herbest in der hohcît/ diu indem sibenten mane leit,/ als die juden under den huten sint/ man, wip unt chint,/ daz wir loubvelle nennen,/ da pei wir si erchennen:/ du gie Anyen sun, Jesus,/ in alle die straze Gundacker 4022 DTM. ⟨1492⟩ wenn du zu morgen vff dz aue Maria hörst meß leutten, da by du weist, dz man nun anfacht meß zu halten Fridolin pred. 58 Sch. 1630 es sollen auch ire (der weber) tuech besichtigt werden, und die gerechten tuech sollen sie mit ainem sondern zaichen, wie auf irem handwerch breüchig –dabei (man es), wo es hinkombt, erkent – verzaichnen öst. weist. 14,260. b bei tätigkeitsverben den gegenstand angebend, unter dessen benutzung die tätigkeit durchgeführt oder zu einem ergebnis gebracht werden kann. seltener: ⟨M13.jh.⟩ dar inne vinden wir bejac,/ daz wir uns vor hunger und vor durste ernern:/ dâ bî suln wir unser tage nâch gotes hulden zern Marner 112 S. ⟨E14.jh.⟩ do liez er alz vil nuͤssen chaufen der von Österreich, daz man dapei wol mocht sein essen beraiten Stainreuter öst. chr. 108 MGH. ⟨1567⟩ da thailten sie (die bilderstürmer) die bilder auß zuͦkochen darbey, weil sie es aber nicht vngeschlagen vnd vngehadert thaylen kundten, da nam man sie all vnd verbrennets auf neün hauffen Nas warhait 2(1570)150a. 1629 (man berichtet,) daß ein Schweitzer mit dem scharbock gequelet auff den höchsten berg der insul de Lima gegangen were, da niemand sich eines krauts vermuhtete, allda er gewisse kräutter befunde, die er kennete, darvon gessen vnd grosse hülff darbey befunden Decker diurnal 47. als relativadverb: ⟨v1022⟩ aber doh sint triu fiur ze uuizenne .. daz tritta ist Uesta. dâr uuir unsih pî uuarmen Notker 2,106 ATB. 1509 Andolosia santt auß, man solt heüßer, schiff oder zeün, was man ankommen kund, kauffen, darbey man die speiß künd beraytten Fortunatus 105 HND. 1659 ich selbst gesteh’ es hier und sag’ jtzt offenbahr,/ daß ich mich auch gebrant, doch nicht, an feür und flammen,/ darbey man speisen kocht Schwieger rose 1,42. 2 den inhalt einer aussage als begleitumstand auf eine andere beziehend. umfänglichster gebrauch. a allgemein vorgänge und tatbestände auf andere beziehend, bei dieser gelegenheit: ⟨v1022⟩ der daz kûot neahtot. daz du in nidertost. noh dâr-bî sih nebezzerot. demo geskihet uuirs Notker 3,3,901 ATB. ⟨u1200/10⟩ wilt du des grâls volc sus rouben,/ unt dâ bî des gelouben,/ du gewinnest ir noch minne,/ sô zweient sich die sinne Wolfram Parzival 7500,16 L./H. ⟨u1280⟩ ich hân von iu zwei schœniu kint,/ diu beidiu wol gerâten sint,/ und ist verborgen mir dâbî,/ von waz geburt er komen sî/ der in ze vater ist gezelt Konrad v. Würzburg schwanritter 31417 Sch. 1466 Johannes Schafflützel ist wider zum gerichtschreiber ampt bestellt in maß wievor. und ist im dabi gesagt worden, das er nichtz unzimblichs schrib, denn in maß im gebürt nördlinger stadtrechte 431 M. 1554 wir wöllen alle feyern, müssiggehen, vergessen aber gottes darbey Wild de sanctis 76b. 1671 und hätten meines erachtens die lieben alten nichts bessers ersinnen können zur lustbarkeit als das dantzen; in dem ein fröliches gemüth dardurch vergnüget und doch gleichwohl darbey nicht müssig noch faul werden kan schau-platz d. dantzenden 38. 1731 man kan auch wohl einige schandthaten, wegen ihrer abscheulichen umstände, die mit dabey untergelauffen, gantz und gar nicht verjähren lassen Rohr bürgerl. recht 115. 1774 wer von dieser ganzen materie, und allen dabey zu beobachtenden regeln mehrere nachricht wissen will, der schlage den Polybius im zehenten buche .. nach Struensee kriegsbaukunst (1771)3,432. 1870 Berlin zu erobern .. ist jetzt unser nächstes ziel, und der zerfall der hirsch-dunker’schen gewerkschaften soll uns dabei zu statten kommen Liebknecht brw. 97 E. 1957 die ‘grund-sätze’ sagen es schon durch ihren namen, daß der ordnungsbezirk, um den es sich nach der geläufigen meinung bei den axiomen und prinzipien handelt, der bezirk von sätzen ist. wir halten dies für selbstverständlich und denken nichts dabei Heidegger grund 40. als relativadverb: 1390/1402 nu ist von Friburg in Oͤhtenlant xiij milen weges untze gen Klingenoͮwe, dobi uns oͮch duncket und dicke gemuͦtmoßet und geschetzet hant, daz sú (die zuvor erwähnten personen) neiswo in der selben gegene in Oͤhtelant moͤgent wonen gottesfreund v. Oberland 140 R. ⟨u1460⟩ des gleichen solt du von dem wein versten, der mit wasser gemischet in krafft der goͤtlichen wort in das war pluͦt Jhesu Christi wirt gewandelt, dobey doch die zu fellikait prots und weins beleiben, das sind die varb und der geroͮch oder gesmach des prots und des weyns Hartlieb dialogus 206 DTM. 1566 er wird euch geben guten wein,/ dabey jr sollet froͤlich sein Hebel Bethulia D 1b. 1683 (da) kamen sie dem gefangenen mit gewaltsamer hand zu hülffe und rissen ihn aus denen ketten, dabey es aufs neue einen lustigen scharmützel abgesetzet Beer sommer-täge 117 HND. 1769 sie sind heyden und treiben mit gold, zibeth, elfenbein und pferden, handel nach Egypten, dabey sie sich blos des tausches und keines geldes bedienen Schröckh handlungs-wiss. 1,359. b mit betonung des zeitlichen aspektes eine gleichzeitig durchgeführte handlung, ein gleichzeitiges geschehen oder verhalten auf einen eben erwähnten vorgang beziehend, währenddessen: ⟨1277/87⟩ (sie) droich eine kerze in irre hant,/ de so schone und so clair brant/ unde luchte dabi so sere,/ as dat lant vol kerzen were (Köln) chr. dt. städte 12,133. ⟨1.h14.jh.⟩hs.15./16.jh. welch mensch zu der messe gett/ und do bey an tod sunden stet,/ allesz dasz er von got mut und gertt/ czeitlicher bethe, der wirtt er gewertt reimrede früchte d. messe 55 Sch. ⟨u1370⟩ du bist mensch worden vnd do bei got bliben in einer person Johann v. Neumarkt 2,172 K. 1432/8 so hör, so hör ich hie vil süsser vogelin gesangk,/ da bei ist mir die weil nicht lanck,/ gar frei ist aller mein gedanckh Oswald v. Wolkenstein 92,11 ATB. n1527 nachdem sie .. iren abschied von aim rat und dem ausschuß genomen und inen darbey allerlay, was not, gesagt hetten qu. bauernkrieg Rotenb. 206 LV. 1607 nvn ist es eben heut ein jahr,/ da der vögel versammlung war:/ vnd vnser martins ganß darbey/ zum könig ward erwehlet frey Spangenberg ausgew. dicht. 40 M. 1736 und macht euch (zu jungvermählten gesprochen) hinführo was trauriges bange:/ so denket der hochzeit und lachet dabey Gottsched ged. 401 Sch. 1779 sie schenkte mir einen uhrband und zitterte dabey gewaltig Leisewitz tgb. 1,23 M./L. 1885 ‘ja, ja,’ sagte der gute mönch und ging. ‘den seinen giebt’s der herr im schlaf. aber aufpassen müssen sie dabei ein wenig!’ Dahn nonnen 160. 1959 zwischen tüte und hand blickte Maria mittendurch und machte streng dunkle augen dabei Grass blechtrommel 335. als relativadverb: ⟨1687⟩ des andern tages als den 25. dito tractirte der herr major am boort einige oberofficirer und andere vornehme mehr, welche ihm als gute freunde von Batavia biß hieher das geleit gegeben, darbey sich das geschütz unauffhörlich hören ließ reisebeschr dt. beamte 10,138 N. c etwas auf einen vorgang als aus ihm resultierend beziehend: 1707 wer lapidem philosophorum suchet, der verderbt viel zeit, versäumet viel gutes, wendet viel drauff, verlieret viel dabey J. G. Schmidt speculationes 137. 1750 nun Judas mus ich dir bekennen,/ das du ein wahrer mann zu nennen,/ du hast dein sach aufs höchst gebracht,/ und dir darbey dein geldt gemacht Rosner leiden 89 LV. 1846 wenn es zwar auch möglich ist, blutflecken aus kleidern auszumachen, so werden diese dabei doch sehr verdorben Zeis assistent 43. 1960 die bildunterschrift besagte, daß die schakale bei einem heimtückischen attentat den staudamm in die luft gesprengt hatten, daß es jedoch nur mir zu verdanken sei, wenn niemand dabei sein leben verloren habe Lenz feuerschiff 212. 3 als konjunktionaladverb dem vorhergehenden satzinhalt eine aussage anschließend, die den in ihm ausgesagten tatbestand im hinblick auf seine angemessenheit, richtigkeit oder gültigkeit einschränkt. seit dem 19. jh.: ⟨1862⟩ man glaubt (im eben zitierten) einen der alten gnostiker, einen Marcion, oder Faustus den manichäer, sprechen zu hören. dabei ist es aber eine ganz wackere kritische ahnung, wenn Reimarus (das folgende) vermuthet Strausz ges. schr. 5,274 Z. ⟨1931⟩ unsere bauern spannen sich noch selber vor die alten holzpflüge. dabei haben wir nichts, um unsere äcker zu bestellen. habt ihr saatgut mitgebracht? Brecht stücke (1953)4,260. 1955 wenn ich ihn fragte, ob er nicht mit ihnen sprechen möchte, sagte er: ‘um gotteswillen, es läuft nur auf geschwätz hinaus’. dabei wäre es gut gewesen, wenn er auch einmal mit jemand andrem zusammengewesen wäre, nicht immer nur mit mir Nossack spätestens 145. C anstelle eines präpositionalen objekts zur bezeichnung der direkten oder indirekten bezugsgröße. 1 direkte bezugsgröße des verbs, auf die sich ein verhalten oder handeln richtet: ⟨E13./A14.jh.⟩ der mensche neme eine guote wîse und blîbe iemer dâ bî und bringe in die alle guote wîse und ahte, daz si von gote genomen sî meister Eckhart dt. w. 5,286 Q. ⟨1381⟩ auch schaffen, mainen und gebietten wir .., daß ihr di obgenannt sieder und die gemain unserer stadt zu Reichenhall von unsern wegen beschirmt zu den obgenannten gnaden, und sy dabey behalt, bis auf unser widerruffen samml. baier. bergrecht 17b L. 1477 es sullen auch all priester so von gehorsam wegen des pabst von iren kirchen gewichen sein widerumb dartzue gelassen werden und dabey beleiben an alle irrung und hindernuss mon. habsburg. I 2,269. 1596 (er) ist also in ketzerey/ gefallen vnd bleibt auch dabey Dedekind papista I 7b. 1679 weilen aber dieses überall bekandt, wollen wir uns dabey nicht auffhalten Arcuarius ehstand 87. 1802 alle unterhandlungen sollten öffentlich seyn, d. h. wenigstens zur kenntniß aller europäischen regierungen gelangen, sollten diese auch nicht insgesammt unmittelbar dabey interessirt seyn Zachariä Janus 241. 1866 das sogenannte ‘ochsenstoßen’ im frühjahre (wird) als ein interessantes und malerisches schauspiel betrachtet, und man verlegt es gewöhnlich auf einen sonntag, damit sich desto mehr zuschauer dabei betheiligen können Kohl volksbilder 212. ⟨1957⟩ (er mußte vorsichtig sein,) da er ja noch einige zeit in München studieren wollte und dort material für seine abhandlung über die rechtsvorstellungen antiker totengerichte und die rolle des verteidigers dabei in der vortrefflichen bayrischen staatsbibliothek fand A. Zweig zeit [1959]43. als relativadverb: 1416 das sie den (straffälligen) nach irer .. erkentnuss an seinem leibe und gute straffen und bessern sollen als ofte des not sein wirdet, dobey wir sie ouch gnediclich bleiben lassen und hanthaben schuczen und schirmen wollen cod. dipl. Silesiae 11,174. 1562 es ist auch ein grosser vnterscheid zwischen der lere von guten wercken, die in diesem buͤchlein begriffen ist, dabey sich auch Stephan (Agricola) zu bleiben verpflichtet, vnd zwischen der meinung, die er hernach .. hat ausgegeben Spangenberg sieben (Eisleben) r 3a. 1759 das VIII. stück ist ein siegsdenkmaal, welches Thrasyllus aufgeführet hat, dabey wir uns nicht aufhalten d. neueste aus d. anmuthigen gelehrsamkeit 571 G. bei sein mit folgendem infinitivsatz demonstrativ auf die augenblickliche tätigkeit hinweisend: ⟨1875⟩ der rechenmeister war gerade dabei, seine bergamotten abzunehmen Storm ausgew. w. 2,165 H. 1955 ich war gerade dabei, zu überlegen, ob ich sie (die genossen) nicht aufsuchen sollte Leonhard rev. 358. in wendungen wie ich bleibe dabei, daß nachdrücklich den eigenen standpunkt, die eigene meinung bezeichnend: 1526 ich blib noch hüt bi tag darbi,/ dass die ee ein arm leben si N. Manuel 150 B. 1607 so ist er bliben zletst darby,/ das er nit anderst gsinnet sey,/ dan z’bliben by dem gotteswort Grob handlung 25 G. 1708 ich bleibe darbey, nicht redliche und unschuldige bürger, sondern pasquillanten .. und dergleichen solten vom beichtstuhle abgewiesen werden Krumbholtz ablehnung 24. 1857 ich bleibe dabei und wiederhole es: es ist wahnsinn, so etwas nur zu denken Büchner natur u. geist 27. – häufig in unpersönlichen konstruktionen wie es bleibt dabei, es dabei bewenden lassen: 1372 (wir haben diese vereinbarung bestätigt) und wellen ouch, daz es dabey beleibe urkb. ob d. Enns (1852)8,563. 1452 von der huͦben wegen, wie das vorgesetzt ist, dabi wil man es lan beliben obschwäb. stadtrechte 1,243 M. 1605 dabei muste er es laßen bewenden acta brandenburg. 1,199 K. 1754 euer gnaden, werden auch schon verstanden haben, was ich ihnen gesaget habe. und dabey bleibts Heppe jäger 236. ⟨1829⟩ laß mich in ruh’ – du kennst mich – ’s ist umsonst,/ der Runge hat mein wort, und dabei bleibt’s Deinhardstein ges. dr. w. (1848)6,58. 1957 ich hatte mir geschworen, Hanna keinesfalls im stich zu lassen, und dabei blieb es Frisch homo 79. als relativadverb: 1541 (schlußworte:) dabei ich es itzt bleiben las/ und wil euch gott befolen han 3 märk. weihnachtssp. 80 B. 1713 es sind die vornehmst-gelehrten historici der meynung, daß solcher name (Erfurt) von dem durch und vorbeyfliessenden wasser der Hiera oder Erffa gegeben, und Jerefurt, quasi Jerae vadum, der stadt zugewachsen, dabey ichs auch bewenden lasse Martini Erf. 11. 2 größe, auf die sich das verb indirekt bezieht. a größe, der etwas als akzidentieller bestandteil zugewiesen wird. vornehmlich bei sein: 1522 untter solchen 28 reuttern sein gewest Wolff Raittenbach mit 3 pferden .. mer seyen dobei gewest 3 Sparnecker, hab der ein Cuntz Schotten schwester. dieselben sitzen auch nit weyt vom hof. dartzu sey Hanns Thomas aigentlich dobei gewesen verh. Th. v. Absberg 54 LV. 1610 zum 4ten so ist (als bestandteil dieser kunstsammlung) ein runds niderlendisch täller darbei, auf welches von einem alten maister ein lustgarten mit alten teutschen trachten gemahlet quellenschr kunstgesch. ma. n. f. 6,80 E./I. 1683 es ist keine gefahr dabey: das gantze volck ist zufrieden Weise Masaniello 135 HND. 1780 innliegende manuscripte an Bäben. sie mag sehen ob etwas für dich dabey ist Goethe IV 4,280 W. 1864 die erde hat viele mittelsorten zwischen prophet und gaukler! es mag ein wenig wahrheit, ein wenig selbsttäuschung, ein wenig betrug dabei sein; das macht zusammen einen richtigen menschen! Wilbrandt geister 1,115. 1929 ich kenne jetzt einige von ihnen (den gefangenen), die ziemlich gut deutsch sprechen. ein musiker ist dabei Remarque westen 195. als relativadverb: ⟨1567⟩ (das trinken ist ein laster,) darbey doch weder lust noch frewd, sonder nichts dann eittel vnlust ist Andreae planeten (1568)47. 1689 (die sonne ist) des morgens wie auch der mond deß abends blutrot gewesen. dabey aber meines bedunckens was natürliches Francisci Valvasor, Crain 4,15,517a. bei verben der sinnlichen und geistigen wahrnehmung: ⟨1590⟩ (die päpste wünschten,) daß von den christlichen potentaten der angefangene krieg wider die Saracenen, ob wol kein gluͤck dabey zu spuͤren, moͤchte vollfuͤhret werden märtyrb. (1608)59. 1741 ich sehe aber auch keine gefahr dabey, daß man es versuche dt. schaubühne 2,272 G. 1837 wir aber wollen, statt beim wort ihn streng zu fassen,/ nachsehn, was gutes sich dabei mag denken lassen Rückert ges. poet. w. (1868)8,64. in wendungen: ⟨1774⟩ mein vater hatte ein art an sich, so ein wenig wie Hiob, falls jemalen ein solcher mann gelebt hat – wo nicht, so ist nichts weiter dabey (hat es damit nichts weiter auf sich) Bode Schandi (1776)5,74. ⟨1900⟩ Georg. ‘wie hast du das überhaupt gelernt?’ Marikke. ‘dabei ist doch nichts. das hab’ ich doch schon immer gekonnt’ Sudermann dr. w. (1923)2,28. ⟨1937⟩ sie hat dann nur gesagt: ‘du weißt doch, Bentsch, daß ich von dem Woytschek ein kind habe’. ich hab gesagt: ‘ja, was ist dabei?’ Seghers ges. w. (1951)3,60. b größe, auf die eine erläuterung bezogen wird. in unpersönlicher konstruktion: 1862 große begebenheiten waren mir die reisen nach hause. dabei handelte es sich hauptsächlich um die unendlich langgezogenen vier meilen von unserm dorfe bis Stralsund Ruge zeit 1,232. 1923 der begriff der inneren sprachform ist eins der großen zentralprobleme .. es handelt sich dabei .. weniger um einen begriff, als um eine idee IF 41,150. 1964 Junckerstorff unternehmensführung 206.

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Zitationshilfe
„dabei“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dabei>, abgerufen am 02.08.2021.

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