Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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dach, n.

Fundstelle: Band 6, Spalte 25, Zeile 52
DACH n.   ahd. dah, mhd. dach. mnd. dak; mnl. dac, nnl. dak; afrs. thek; ae. þæk, me. þak, ne. (mdal.) thack; an. þak, schwed. norw. tak, dän. tag. außergerm. entsprechen lat. toga, cymr. acorn. bret. to. zur wortgruppe nhd. decken, vorgerm. *þakjan, ablautend zur idg. wz. *(s)teg- mit bildungen wie gr. στέγω, lat. tego decke, bedecke, air. tech haus. – dach, seit dem 9. jh. bezeugt, setzt sich in der beziehung auf das gebäudedach im 11. jh. gegen dekki f. durch. deklination als neutr. der a-klasse. der ursprüngliche plur. der a-klasse gilt bis ins 14. jh. hinein, einzelne formen begegnen vor allem md. noch im 16. und frühen 17. jh.: 1613 tach (n. pl.) Binhard thür. chr. 2,239. er-plur.: ⟨u1285⟩ decher (n. pl.) Konrad v. Würzburg trojan. krieg. 21230 LV. ⟨1293⟩hs.14.jh. tächir (n. pl.) Hugo v. Langenstein Martina 131,109 LV. ⟨u1300⟩hs.A14.jh. dechern (d. pl.) dt. pred. 2,4 G. er setzt sich, vom al. ausgehend, im 15. jh. durch. A der wortgebrauch beruht im ahd. (hier nur vereinzelt bezeugt) und im mhd. auf der vorstellung des bedeckens, wobei zunächst vielleicht noch eine beziehung zu decken vb. assoziiert wird. seit dem ende des 12. jhs. dominiert auf dieser grundlage die beziehung auf das dach von gebäuden (2). 1 bedeckung und oberseite von gegenständen. in dieser bedeutung nach ausweis der glossenbelege (unter a) und des fachsprachlichen gebrauchs (c) in der allgemeinsprache wohl bekannt, aber besonders ausgeprägt in der höfischen sprache. a bedeckung, hülle, zur bedeckung dienende gegenstände wie decke, obergewand, kopfbedeckung: 9.jh. tegumine helitin. thah ahd. gl. 4,21,35 S./S. 9./10.jh. opertorium i. dechi vel dach (ps. 101,27) ebd. 1,512,15. ⟨u1185⟩ der roc was bevangen,/ mit einem mantel behangen ..,/ daz geville hermîn,/ daz dach ein rîcher sigelât Hartmann Erec 31570 ATB. ⟨u1200/10⟩ ein hemde der künegîn, als ez ruorte ir blôzen lîp,/ diu nu worden was sîn wîp,/ daz was sîns halsperges dach Wolfram Parzival 7101,13 L./H. ⟨u1217⟩ ûf der heiden orsen sach (er)/ von pfellen manec tiwer dach ders., Willehalm 6364,16 L. ⟨u1220⟩ du muost mich under schiltlîchem dache ê dienen: des wis vor gewarnet ders., Titurel 771,4 L./H. ⟨1240⟩ die der werlde phlegent,/ daz sie der sêle sich bewegent/ durh des lîbes gemach,/ der ist niht wan der sêle dach Lamprecht v. Regensburg st. Franziskus 184 W. ⟨u1300⟩ daz diz groz ungemach,/ des ich muz dicke schrien ach,/ noch buwet in mines herzen dach passional 153b K. hs.u1430 vff irem haüpt ich ersach/ eyn auß erweltes tach/ alz sye ein künig ye getrueg erz. aus altdt. hss. 124 LV. ⟨1473/8⟩ sein veinden was er gar ain schawr; sein maistes tach was helem unnd auch schilde Fuetrer gralepen 28,4 DTM. bedeckende last: ⟨E13./A14.jh.⟩ daz ich mich niht bekêre/ von sünden, der geladen ist/ ûf mich ein swærez dach Frauenlob sprüche 448,22 E. abstrakter, schutz, abschirmung: ⟨u1200/10⟩ ich bin iuwer scherm und iuwer schilt,/ .. vür ungelückes schûr ein dach/ bin ich iu senfteclîch gemach Wolfram Parzival 7371,7 L./H. ⟨M13.jh.⟩ siest vor allem herzeleide ein schirm, ein dach liederdichter 529 K. 1519 ir (deren anschuldigungen gegen herzog Ulrich zurückgewiesen wurden) miest aber wol etwas sagen,/ domit daß ir euer sach/ beschirmung machet und ein tach lieder Württemb. 152 S./M. b oberseite von gegenständen: ⟨u1220⟩ duͦ ich beschoud sins (Jesu) antlitzs dach,/ .. erluͥcht wurden miner selen bein rhein. marienlob 3836 LV. ⟨u1280/90⟩ unt sluoc in ûf des helmes dach Lohengrin 5644 R. c von b her die rückenfläche bestimmter vögel. im nhd. noch fachsprachlich und mdal.: ⟨u1440⟩ an dem rucken oder uff dem tach hat er (der habicht) mee swarczer meler dann wisser v. falken, hunden u. pferden 2,67 L. 1682 (habichte) die schwartze augen und dunckelschwartzes dach haben, werden für die besten gehalten Hohberg georgica 2,652a. 1776 die falkenierer nennen den rücken des falken zwischen den flügeln gleichfalls das dach Krünitz encykl. 8,611. Fischer schwäb. wb. 2,7. für das haus, durch wörtliche übersetzung von tectis (Jer. 30,18) u1466 ich bekere die bekerung der tabernackeln Iacobs vnd ich derbarme mich seiner techer 1. dt. bibel 9,110 LV. 2 der ein gebäude nach oben hin abschließende, es vollendende zusammenfügende und bedeckende bauteil. a sachbezogen. α das dach auf gebäuden: 9.jh. sarta tecta kicehotaz thah (4. reg. 12,5) ahd. gl. 1,450,12 S./S. 11.jh. tecta dâh (Vergil, georgica 2,409) ebd. 2,635. ⟨u1170⟩ unde leite mih zestunt/ in ein scône palas,/ .. daz dach daz was guldîn Lamprecht Alexander S 5891 K. 1280 daz tach vnd der chenel vnd die stegen īme hus sol man gemeine machen vnd buwen corp. altdt. originalurk. 1,386 W. A15.jh. triefends tach man bessern mag Wittenwiler 5051 DLE. ⟨u1479⟩ uf den doͤrfern warf er (der sturm) die daͤcher ab Eschenloer Breslau 1,75 K. in präpositionaler verbindung mit ab, an, auf, durch, in, ob, über, unter, von: ⟨v1022⟩ sîe missedihên also daz cras, daz ûfen demo dache uuirt Notker 3,3,973 ATB. hs.E12.jh. ich wahte vnde worden bin als ein sperche einigiv unter dem dache (in tecto, ps. 108,8) cod. pal. vind. 2682 1,162 LGF. ⟨u1300⟩ dc der snê ab den dechern fliuzet und smilzet dt. pred. 2,4 G. 1417 mit allen den gemechen, die ob denselben vier gwelben steent auf unz uͤber das dach qu. Wien (1895) III 2,122. 1474 wie er sech ainen grossen huffen bynen us tringen von dem tach des siech huses J. Meyer ref. 1/3,90 R. im dachraum: 1418 di zwo kamern under dem dach qu. Wien (1895) III 2,130. in der form der späteren redensart (s. B2aβ): ⟨u1300⟩ daz sult ir bredigen hî vor/ ûf den dechern aller meist Johannes v. Frankenstein 4653 LV. u1466 1. dt. bibel 1,262 LV. β erweitert, überdachung anderer gegenstände und anlagen: A12.jh. thar (an der arche) was ouch ane groz gemach, sie havede in wetherhalf druge thach mfrk. reimbibel 32 M. ⟨u1240⟩ Fruote hiez ûf swingen sîner krâme dach Kudrun 324,1 M./Sch. 1409 bruder Hannus Tristram snyczmeister czu Marienburg .. hat gelozen syn amecht of synte Lorencz tag myt dem nochgeschrebenen gerete: .. 14 armbroste mit schoͤnen dachen, item 4 mit swarczen dachen, .. marienb. ämterb. 145 Z. 1474 daz dach uff dem cor J. Meyer ref. 1/3,25 R. 1491 die daß dach (bei der prozession) getragen hain Crecelius obhess. wb. 1,243. γ bildlich: ⟨u1160⟩ nich nebrennet der sunne die da sint uber tach (im paradies) himmelreich 10,1 M. ⟨n1231⟩ der boum was des hûses dach Reinbot 2027 K. ⟨1255⟩ der walt hât grüene dach Ulrich v. Lichtenstein 431 L. ⟨2.h14.jh.⟩ under des himels dach Johan ûz d. virgiere 3096 P. b das dach in seiner funktion, ein gebäude zusammenzufügen es nutzbar und bewohnbar zu machen. vor allem in festen wendungen. α unter (einem, jmds.; ein) dach im hause, in jmds. haus; zu, nach hause; im, ins trockene: ⟨1060/5⟩ des tages brante mich diu hizze,/ unter dache ich niener suitze wiener genesis 2944 ATB. ⟨v1150⟩ under sinem dache da wirt er in (den fremden) ze gemache Armer Hartmann 99,1 M. hs.M14.jh. herre, ich byn syn nicht wirdik daz du in myn huz adir undir myn dach geiz evangelistar 1,12 F. u1365 ez mag aber ein gast seinen wein hie wol verchauffen oder schencken an dem margt und nicht under ainem dache denkm. münch. stadtrecht 409 D. ohne dach, außerhalb des daches u. ä. draußen im freien: ⟨u1200/10⟩ wand er het der strâzen wênc geriten,/ âne dach die naht des tages erbiten Wolfram Parzival 7459,16 L./H. ⟨2.h.13.jh.⟩hs.u1430 ich weiß wol das wir ußwendigs dachs mußen ligen Lancelot 2,614 DTM. ⟨1401/7⟩ sie .. sach den hymmel an, und das tat sy ouch vil busin dachs tag und nacht script. rer. pruss. 2,230. vereinzelt von da her für das haus: ⟨u1170/80⟩ vnde leth he den armen sin dach,/ so gvinnit he ruͦwe unde gimach d. Wilde Mann 3,313 ATB. 1423 in sinem hus und tach, do er hushablich jnne ist zürcher stadtb. 2,352 Z.-W. β unter einem dach in der gleichen baueinheit. erst im späteren mhd.: A15.jh. wilt du stäts mit fride sein/ sunder mit dem gsellen dein,/ emphilch im wenig deiner sach/ noch ste mit im unter einem tach Wittenwiler 4659 DLE. ⟨1464/75⟩ ein heuslein .., darinnen auch zwai gemach sein unter einem tache Tucher baumeisterb. 267 LV. γ in wendungen, die die erhaltung eines gebäudes umschreiben: 1322 daz haus .. mit dache wol bewarn urkb. ob d. Enns (1852)5,334. 1411 dz wir .. im (dem pächter des hauses) .. an dem hus, es sye an tach oder an gemach, buwen sullent urk. Baden 1,261 W. 1484 das sy die vilgenampt cappel muͤssend haben in eren mit tach vnd gemach rechtsqu. Argau II 2,35. c isolierte anwendungen, sich nhd. fortsetzend, unsicher in der zuordnung. im schweiz. material zum dachbau oder zur dachdeckung: 14./15.jh. (die hofleute dürfen) howen pfluoggeschirre, tache und dez si bedürfent schweiz. id. 8,1171. ⟨1496⟩ satzten uf recht, ob sie denselben waldt nit billich baanen und frid legen söllen, niemandt darin weder holtz noch tach nemen soll rechtsqu. Bern II 1,2,63. (halb) dach geben die kosten für den dachbau tragen: 1481 das im mynen herren darzuo (für ein badehaus) stein und kalch und h[alb] t[ach] als andern burgern geben wöllend ebd. 12,180. 1558 das er (der vogt) Hans Häniggi uff sin nüw gebuwen huß halb tach bezale Bern in rathsmanualen 3,193 H. vom nd. ausgehend, von schilfarten, von ihrer verwendung als dachdeckung her: 1300 2 mod. tritici et vimam dakes DRW 2,683. 1598 ein velt mit kleinen dacken dorchgewassen Neocorus Dithmarschen 1,67 D. 1776 dach, wird an einigen orten auch der wiesenschilf (arundo calamagrostis) genannt Krünitz encykl. 8,611. calamagrostis lanceolata Roth.: 1776 dach Marzell wb. dt. pflanzennamen 1,710. prägnant für das material zur dachdeckung: 1516 dat henuoͤr kein boͤrger in keiner stadt syn huß .. mit tegelen edder leme vnnd nicht mith slechtem stro edder rethe to dack decken schoͤlen Schiller/L. mnd. wb. 3,468a. ebenso im ae., älter und z. t. noch mdal. im ne. und in den skandinav. sprachen. 3 übertragen. a das höchste, das etwas anderes abschließende vollendende: ⟨u1200/10⟩ wan, swaz er sprichet oder sprach,/ diu rede belîbet âne dach Wolfram Parzival 7338,14 L./H. ⟨v1209⟩ ditz leit ist alles leides dach/ daz uns got noch ie erbôt Wirnt 11371 K. ⟨M14.jh.⟩ er (der teufel) jach,/ sin wer al der werlde dach Cranc 2 Z. hs.A15.jh. lof habe wyf, der eren dach mhd. minnereden II 25,33 DTM. b hierher wohl sich im nhd. fachsprachlich und mdal. isoliert fortsetzendes von dach von oben: A15.jh. und (sie) griffen her zuo iren spiessen./ seu wurden schirment her von tach/ mit iren swingen ungemach,/ dar zuo mit den stangen grossen Wittenwiler 6514 DLE. 1570 dann alles was da (beim fechten) kompt von tag/ die zwirch solches versetzen mag J. Meyer fechten 1,55b. 1590 (der jäger) soll (bei der schweinejagd) .. die hand in aller hoͤhe haben/ vnnd im (dem schwein) den fang also von tach ab geben Du Fouilloux, jaͤgerb. 68a. ohne weiteres, rückhaltlos: 1569 das etwan in einer vollen wyß einer einen für den andern ansicht, an den er etwas zuo sprechen hat, und von t[ach] ynhin uff in schlecht schweiz. id. 12,178. 1660 vor lieb, o Jesu, bin ich schwach, mein herz das flammt und brinnt von dach 1DWB 2,662. noch mdal. schweiz. id. 12,178. B im nhd. entfällt die vorstellung des bedeckens als grundlage des wortgebrauchs zugunsten der sachlichen beziehung auf das dach von gebäuden. unter dieser voraussetzung werden im mhd. ausgebildete feste verbindungen und wendungen (s. A 2b) im nhd. bewahrt und im sinne von B verstanden (s. vor allem B1 b. c. 2c). 1 der obere teil eines gebäudes, der dachaufbau. im älteren nhd. die dominierende bedeutung: 1521 ich tzund das dach an, ßo lesschett yhr ym keller Luther w. 7,681 W. 1658 das dach krachet über ihm, als wolte es ihm auf den schedel fallen Birken Balde, trunkenheit 44. 1806 solche im dache bewegliche mühlen werden holländische windmühlen genannt Poppe technologie 1,74. 1957 danach ist der bau ein blockhaus aus kräftigen, sauber vierkantig behauenen balken. auch das dach ist in dieser technik konstruiert Behn vorzeit 96. das dach decken u. ä. 1522 weren die tach mit roten ziegeln gedeckt verh. Th. v. Absberg 26 LV. 1963 Ole .. ließ das dach seines nothauses ungedeckt Strittmatter Bienkopp 79. ziegel auf dem dach, in unterschiedlichen beziehungen: 1522 woͤllen sie dir buͤchlin so vil machen,/ als zieglen ligen vff den dachen Murner 9,109 Sch. 1524 wenn ich gewust hette, das so viel teuffel auff mich gezilet heten, alls zigel auff den dechern waren zu Worms, were ich dennoch eyngeritten Luther w. 15,214 W. 1643 hingegen aber die bürger in städten nicht allein ihre haus und hof auch liegende gründe .., ja die ziegel auf’m dach versteuern müssen urk. u. actenstücke Friedrich W. v. Brandenburg 10,121. ⟨1704⟩ Anckelmann sol die schlüssel heraus geben, oder es sol kein ziegel auf seinem dache bleiben Feind Jacob 23 faks. – im bild: 1536 dan got wil, das wir .. geent im rechten weg, nit zum dach hinein steigen Paracelsus I 10,276 S. 1751 man würde mir zu viel thun, wenn man es für den hauptfehler meines gebäudes (der naturlehre) halten wollte, daß es kein dach hätte Krüger diät 4. ⟨1875⟩ daß jedes im staate geschehende unrecht nicht bloß den einzelnen trifft ..: denn eine wendung des windes, ein verzettelter funke kann mein eigenes dach in flammen setzen Lagarde dt. schr. (1886) 150. a in charakteristischen attributiven verbindungen zur kennzeichnung von dachformen: 1527 das gemeuer diser thuͤrn .. mit einem nidern dach Dürer befestigung D 1b. 1548 ein auffgespitzet dach Ryff architectur 58b. 1713 Mansard, der die frantzöischen gebrochenen dächer erfunden Fäsch vorschlag 1,94. 1749 das haus mit hohem dache Suppius oden 181. 1754 ein haus .. mit einem platten dach Ravn, gefangenschaft 41. 1757 das alte deutsche dach, .. welches so hoch als breit Eggers kriegs-lex. 1,627. 1930 häuserpyramiden mitsamt ihren flachen dächern Kisch Amerika 22. b in präpositionalen verbindungen mit auf, in, über, zu: ⟨1553/4⟩ die aus dem buch schussen zu zeiten hereiner in die tächer qu. Kulmbach 45 M. 1559 wann mancher das gelt unden zum hauß hinnauß schlüge und wurff, so fiele es oben zu dem tach wider hinnein Schumann nachtbüchl. 27 LV. 1758 es ist besser zu wohnen in einem winckel auf dem dach, als bey einem zänckischen weib in einem hause Oetinger sitten-lehre 1,262. 1860 die flamme .. müsse weit über das dach hinausschlagen Steub hochland 376. c phraseologischer gebrauch. z. t. den sachlich etwa entsprechenden gebrauch unter A2b fortsetzend. α ein gebäude im dach erhalten u. ä. in gutem zustand erhalten: 1531 die edelleut moͤgen jetz jre schloͤsser kaum decken vnd mit tach bewaren Franck trunckenheit D 2a. 1584 wo werden jtzt kirchen gebawet, man kan sie kaum mehr im dache erhalten Bünting braunschw. chr. 1,30b. ⟨1716⟩ das haus und scheune in tach und fach zu erhalten Beck formular (1724)475. im bild: 1669 das häuslein unsers leibes müssen wir sorgsam bewohnen, .. und uns selbst so lange in dach und fach bewahren, bis gott .. die einwohnung aufhebet Schottel ethica 436. aus dem phraseologischen gebrauch gelöst, in eigentlicher beziehung auf das gebäudedach: ⟨1871⟩ ein schulhaus ,.. von den schäden des siebenjährigen krieges ausgeheilt, stand es auch jetzt noch unversehrt unter dach und fach François Reckenburgerin (1873)214. β ein gebäude in, unter (das) dach bringen ein gebäude im rohbau oder überhaupt fertigstellen: 1480 wir haben em globet, das haws under dach zcu brengen mon. hist. warm. 13,78. 1510 das hus in jar vnd tag in tach bringen rechtsqu. Argau I 6,348. 1731 und glaubten nunmehro gewiß, das gebäude mit nächsten unters dach zu bringen Graben sagen 222 P. 1967 bis das eigene haus in Tübingen unter dach sein wird welt 180,5. γ redensartlich ein vorhaben unter dach (und fach) bringen es zu ende führen, abschließen. an β anknüpfend, aber erst jünger und unter dem einfluß von B2cβ: 1775 bis die neuen psychologischen lehrgebäude alle unter dach gebracht werden könten, würde so viel zeit darüber verlaufen, daß .. geschichtforscher 1,74 M. 1968 jede fakultät will die ihren (ihre hochschulreformvorschläge) schleunigst unter dach und fach bringen zeit 16,17. δ unter dem dach im dachraum: 1522 glocken daruß machen,/ die müssen hangen vnder den dachen/ in den kirchen vmb vnd vmben Murner 9,147 Sch. 1804 er trieb die alte frau .. bis auf den speicher, wo das geld in einem steinern topfe unter dem dache verborgen war Becker räuberbanden 1,1,63. ⟨1963⟩ er selbst wohnte seit langem in einer mansardenstube unter dem dach Ch. Wolf himmel (1964)32. ε unter jmds. dach in jmds. haus, wohnung, jünger unter einfluß von B2c: 1522 herr ich byn nit wertt, das du vnter meyn dach gehist (Matth. 8,8) Luther bibel 6,40 W. 1617 zu herbrigen vnder deinem dach frühbarockes weihnachtssp. 94 K. 1767 darf ich mich unterstehen zu fragen, wie ihro gnaden die erste nacht unter meinem schlechten dache geruhet? Lessing lustsp. 2,294. ⟨1943⟩ bitten sie die götter zuerst unter ihr dach, bevor sie ihnen jemand wegschnappt Brecht stücke (1953)8,223. ζ unter einem dach im gleichen hause, in der gleichen wohnung, jünger unter einfluß von B2c: 1558 ein kloster, darinn waren münch unnd nunnen unter einem tach Lindener katzipori 118 LV. 1770 wo aber etwa ställe mit denen wohnhäusern unter einem dach befindlich seyn sollten, .. n. corp. constitutionum pruss.-brand. 4(1771)7212. 1962 hier waren wir nun unter einem dache zusammen und aßen am selben tisch Wiener, mathematik 302. im bild: 1641 also wohnen auch die liebe und die unkeuschheit oft unter einem dache Schottel sprachkunst 216. 1964 Gemeinsamer Markt, euratom und Montanunion müssen unter ein dach gebracht werden Keesing s arch. 34,11230a. η in redensarten. aufregung, erregung zorn umschreibend: 1432/8 so ist neur, ach, vil ungemach, feur in dem tach,/ als ob mich brenn der reiffe Oswald v. Wolkenstein 33,19 ATB. ⟨z.j.1534⟩ nichts durft man fragen in der sach,/ dann das fewer war gleich im dach hist. volkslieder 4,70 L. ⟨v1709⟩ sein grosse und unüberwindliche gedult hat gemacht daß bey ihm nie feuer im dach gewesen Abraham a S. Clara kramer-laden (1710)1,101. ⟨1923⟩ er fühlt, wie es beim anblick der geliebten feuer gibt im dach Roethe reden [1927]131. mdal. verbreitet. auf eine katastrophale situation anspielend: ⟨1840/1⟩ dann sah es wohl ein, wie nöthig es im elterlichen hause sei, wenn nicht das feuer zum dache herausschlagen solle Auerbach (1857)1,86. d bildgebrauch. zeitlich begrenzt und auf die poetische sprache beschränkt vom himmel, von B2d durchaus verschieden: 1645 der in dem blauen dache wohnt,/ wird hier (in der hölle) im minsten nicht verschont Klaj Herodes 8. 1683 (Jesus) er fährt gemach zum dach/ der lichten himmels-burg Kongehl belustigung 1,181. jünger für einheitlichkeit herstellende institutionen; vgl. die wendung unter B1c ζ und dach- 1 d: ⟨1849⟩ wären aber auch die häuser zu vereinigen, so würde gewiß eines der beiden dächer (reichsvorstand oder fürstenkollegium) etwas einzuwenden haben in: Simson erinn. 214 S. ⟨1931⟩ seit dem morgen sind sie ununterbrochen zusammengesessen, um den feindlichen brüdern eine neue verfassung, ein neues gemeinsames dach zu zimmern Meschendörfer stadt (1933)246. 2 die ein gebäude überdeckende dachfläche. seit der mitte des 18. jhs. die dominierende bedeutung. a dach über gebäuden: 1536 den kirchenthuren zuͦ Sant Moritzen hat man abgehept und um 3 gadem niderer gemacht und ain kupferis tach darauff (Augsb.) chr. dt. städte 23,352. 1695 ist es nicht das vorwerg mit dem weissen dache? Weise comödien probe 331. ⟨1844⟩ das gebäude ist im besten zustande, .. das dach noch im vorigen jahre durchaus repariert Droste-H. br. 2,263 Sch. K. 1954 von dort kann ich über ein krauses ineinander von dächern, schornsteinen, giebeln und traufen blicken Mönnich land 148. α in präpositionalen verbindungen mit auf, durch, über, unter, von: ⟨v1510⟩ wie der hagel vff den decheren mit steinen bochlet Geiler bilgerschafft (1512)80d. 1523 als fiel yemand vom dach und schluͤge eyn andern todt Luther w. 11,278 W. 1656 ist eine kugel durch das dach der grosen kirchen .. gangen T. Schmidt Zwickaw 2,537. ⟨1826⟩ wo noch schwalben unter unserm dache nisteten Raimund 1,189 B./C. 1951 die sonne stand brennend über den dächern H. W. Richter sie fielen 35. (bis) an, auf, unter das dach, zum dach: 1578 also in disen gaͤngen groß/ gehstu herumb vmbs gantze schloß/ von vnden an biß an das tach/ vnder gwelben in all gemach Beyer hochzeit 29. 1961 er hat das stämmige gebäude, vom keller bis zum dach, einigen frauen aus dem münchener bekanntenkreis anvertraut Kästner notabene 229. β phraseologischer gebrauch auf der grundlage präpositionaler verbindungen. redensarten. auf, von den dächern predigen etwas öffentlich sagen: 1520 so nun das ewangelium wie Christus vnser her sagt, lyden mag, das es vff den decheren geprediget werde Murner 6,95 Sch. 1522 was yhr horet ynn das ore, das prediget auff den dechernn (Matth. 10,27) Luther bibel 6,50 W. 1522 (Luk. 12,3) ebd. 6,268. 1652 daß sie nicht auf den dächern gepredigt, was in geheim geschehen Harsdörffer Heraclitus 42. 1854 in den jahren 1848 und 49, wo das staatsrecht von allen dächern gepredigt wurde, war die deutsche journalistik verhältnißmäßig minder einflußreich als vorher Riehl naturgesch. 1,20. – die spatzen pfeifen es auf, von den dächern etwas ist allgemein bekannt: ⟨1730⟩ man vertrauet offtermahls einem guten freunde etwas, welches man in geheim will gehalten wissen, und dennoch müssen wir hernachmahls erfahren, daß alle sperlinge darvon auf den dächern zwitzschern Ziegler send-schreiben (1731)82. 1927 die spatzen pfiffen es ja damals von den dächern, daß sie nicht an sich vögel seien, sondern eben nur die menschen einen vogel im kopf haben Haecker christentum 206. – etwas kommt über das dach etwas wird bekannt: ⟨1535⟩ wenn ouch jemands anderer das für beschrygen wurd in sinen hus, ob es schon nit uber das tach keme, so soll er die vorgeschribnen bus tragen statutensamml Vögeli 150 F. – etwas über das dach auswerfen, blasen etwas, besonders meinungen, anregungen, unbeachtet lassen: 1499 er wyrft die wort über dz tach vß. als wer ers nit Terentius O 6a. 1610 das mein lieber vatter dafür hielte, das gott bißweilen den erdbidem .. dem menschen zum schrecken .. geschehen lasse etc. deß der ander gar über ein dach außwarffe, und verlachet Guarinonius grewel 118. 1843 es wird dieser, wie jeder andere meiner vorschläge, übers dach geblasen Schmeller tgb. 2,340 R. – jmdm. auf dem dach sein, sitzen jmdn. sehr bedrängen, unter ständiger kontrolle haben, älter besonders im militärischen sinne; vgl. u. jmdm. aufs dach steigen. wohl ohne unmittelbaren zusammenhang mit der bildlichen beziehung von dach auf den kopf des menschen (B2d): 1578 so nah dem feind war (er) auff dem tach,/ daß der Kraußhaar schon wurd zu schwach Beyer hochzeit 427. 1696 (der) vater aber war ihr (der tochter) hierauf sehr scharff auf den dache, und verboth ihr bey seiner höchsten ungenade nicht wieder zu mir zu fahren Reuter Schelmuffsky 240 TND. 1860 uebrigens braucht ihr ihnen (den kindern) gar nicht immer auf dem dache zu sitzen, braucht nicht ihnen ellenlange predigten zu halten Harms pred. evangelien 160. – jmdm. übers dach kommen, jünger jmdm. aufs dach steigen u. ä. jmdn. heftig zurechtweisen, bestrafen. nach J. Grimm rechtsalterthümer 42,319 ff. liegt ein seit 1594 bezeugter rechtsbrauch zugrunde, demzufolge man einem mann, der sich von seiner frau schlagen oder schelten läßt, auf das hausdach steigt und es aufreißt. dieser zusammenhang ist unsicher, die wendung dürfte eher eine variante sein zu jmdm. auf dem dach sein (s. o.), assoziation auf den kopf des menschen (B2d) kann sich einstellen: 1665 (gott wird) ihnen ehe übers dach kommen, und sie in ihrer schalckheit ergreiffen, als sie es gedencken Praetorius astrologia cometica 53. 1769 ich gehe ihm (dem verleger) zu dach, kann aber von ihm nichts herausbekommen Herder in: Hamann brw. 2,440 Z./H. 1781 einem zu dache steigen, heist: sich über einen hermachen, einen ausprügeln Kindleben studenten-lex. (1899)50. 1955 füllte (hauptmann) Schulz die zwischenzeit damit aus, dem oberleutnant Nowack und seiner quartierabteilung kräftig aufs dach zu steigen Kirst null-acht (1954)3,242. sprichwörtlich: ⟨1529⟩ es ist besser eyn sperling inn der handt, denn eyn kranich auff dem dach Agricola sprichw. (1534) F 8b. 1754 ein sperling in der hand ist besser als eine taube auf dem dache Lessing schr. (1753)4,139. das sterben umschreibend: 1654 so hätte er (der aus dem fenster stürzte) an statt seiner (auf den er fiel) das schmitz mich über das tach singen müssen Abele gerichtshändel 16. b sachlich erweitert. α überdachung anderer räumlichkeiten, fahrzeuge, gegenstände: 1524 so sein auch die zwinger, ärgckher und stat meuer sonderlich zu Stain mit dächern nit wol versehen font. rer. austr. III 1,187. 1587 wegen des tachs auf den schneckenn (der schneckentreppe) in: Paumgartner brw. 80 LV. 1703 wind-gäpel, welche oben an dem tache flügel wie die wind-mühlen haben Behrens hartz-wald 172. 1964 die beiden folgenden wagen hatten das dach herunter geschlagen Graf Banscho 419. mathematisch: 1616 das runde dach vom kegel Kepler 5,517 F. β freistehende überdachung: ⟨1554⟩ so ain frembder fleischacker herkeme am sontag, macht er ain dach uber sich, es sei ain decken oder anders, so .. öst. weist. 7,47. 1652 wen seh’ ich nicht im feld’/ unter leinen dächern hausen? Scherffer ged. 446. 1795 wenn ein theil dieses platzes durch ein auf säulen ruhendes dach vor übler witterung geschützt ist Vieth leibesübungen [1794]2,42. ⟨1938⟩ inzwischen hatten vier bengel große bunte marktschirmartige dächer aufgeklappt Kluge Kortüm 20683. in obd. mdaa. weit verbreitet für den regenschirm. γ fachsprachlich im bergbau das unmittelbar über dem flöz liegende gestein: ⟨1518⟩ ein jeglicher gang hat sein hangends vnd ligends. hangends deß ganngs ist sein dach vber dem gang d. älteste dt. bergwerksb. 17 D. 1846 der eisenstein als das dach der kohle Höfken zustände 1,68. c im hinblick darauf, daß das dach schutz und sicherheit bietet: 1649 Martha und ihre hausmutter werden durch den goldregen, für welchem kein dach stark genug ist, betriefet Harsdörffer gesprechsp. (1641)8,241. ⟨v1683⟩ ihr (Cherusker) wisset euch ohne dach und zelten unter peltzen nicht weniger als wölffe, bären, und andere wilde thiere auszuwintern Lohenstein Arminius (1689)2,1192b. ⟨1910⟩ ich habe kein dach über mir, und es regnet mir in die augen Rilke (1927)5,54. 1924 die dächer überm kopf anstecken Gagern volk 199. α vor allem in phraseologischem gebrauch formal mhd. gebrauchsweisen unter A2bα fortsetzend. unter dem, einem dach, unter das, ein dach (sein, bringen u. ä.) drinnen, im trocknen: 1565 der schaff sind fuͤrnemlich zweyerley geschlecht, eine die man mehrertheils daheim vnterm tach erzeucht, die andern, so sich nur der weide auffem felde behelffen Heyden Plinius 248. 1671 Mithridates, .. welcher 7. gantzer jahr unter kein dach in die stadt kommen, sondern allezeit nur draussen in den wäldern des jagens sich beflissen schau-platz d. dantzenden 104. 1820 ist man nahe am hause, so ist man bald unterm dache Meisl quodlibet 1,175. auf die seligkeit nach dem tode bezogen: 1731 ihre seligkeit seye nun auf guten wegen und under dem tach schweiz. id. 12,175. β in gleicher bedeutung oft artikellos, zu, unter dach (und fach) sein, bringen: 1573 es ist viel sicherer zuͦ tach/ dann auff der weite Fischart flöhhaz 15 HND. 1608 man solte gallerien oder vorhäuser (an das gerichtsgebäude) bawen, da die parteyen vnter dach sein möchten standtb. R 1b. 1737 wenn .. einige regimenter in die quartiere, sich zuerhohlen, .. unter dach und fach auf eine zeitlang verleget werden kriegs-reglement 185. 1935 die ernte kam unter dach Schaffner Larissa 100. γ die wendung unter β, vom eigentlichen gebrauch gelöst, tendiert zur redensart. im hinblick darauf, daß etwas geregelt, abgeschlossen, zum ziel geführt, in sicherheit gebracht wird oder ist: 1787 (Winckelmann) hat mit denen materialien die er hatte geschwinde gebaut um unter dach zu kommen Goethe IV 8,134 W. 1837 die mutter sann, wie sie (die töchter) in dach/ und fach zu bringen wären Rückert morgenländ. sagen 1,124. 1917 ich weiß (angesichts wirtschaftlicher schwierigkeiten) wenigstens meine söhne .. unter dach und fach Kautsky in: Adler brw. 642 A. 1954 als .. Flick im mai 1954 endlich seinen vertrag über den verkauf der Harpen-majorität unter dach brachte Pritzkoleit bosse 57. d bildgebrauch. vom himmel, von wolken, bäumen: 1568 durch truͤbe tach der wolcken Holtzwart lustgart 64b. ⟨1640⟩ des himmels dach hat sich bedecket/ mit einem düstern nebel-tuch Augspurger Clio (1642) G 7b. 1810 nur das himmelszelt mein dach Fouqué held 1,90. 1922 die schwarze tiefe der tannendickung .. die ganze taghitze stand .. unter diesem niederen dunklen dach Strausz u. T. tag 160. von einer hochfläche: 1908 die siedelungen drängen sich hauptsächlich auf dem dach der hochfläche zusammen Passarge Südafrika 335. 1944 es entwickelte sich die epoche der globalen reisen .. der besteigungen des daches der welt (hochland von Pamir), der polarexpeditionen Benn 2,194 W. anderes: 1598 es will aber noch weiter zu handlen sein, von nothwendiger fuͤrsorg, vnd gleichsam dem tach, damit solcher baw (der kirchlichen handlungen) fuͤr regen vnd allerhand vngewitter, solle bewahret werden kirchenordn. Straßb. 281. 1699 etliche lassen unter der nasen nur zwey fleckel (bart) stehen, es möcht schier einem einfallen, es wären zwey mucken, die aus des gesellen kopff sich unter dieses rotziges dach retiriret Abraham a S. Clara etwas 1,105. 1932 man soll niemand aus dem häuschen seines trostes scheuchen. es gewährt doch ein dach Barlach leben 178 D. in der beziehung auf den kopf des menschen oder das schädeldach: 1534 daß euer gesundheit .. nützlich und tröstlich sein kann uns allen, sonderlich bei den wunderlichen dächern, die uber dem hirn liegen Luther brw. 7,117 W. 1642 ein fürst hatte vnter zweyen personen die er zu räthen wolt annehmen die wahl, vnd erwehlt den kürtzten vnd sagt, hohe häuser seind gemeinlich vnterm dach leer Lehmann florilegium 374. 1910 was mag er (der tod) denken/ in seines großen schädels weißem dach Heym dicht. 1,132 Sch. vor allem in umgangssprachlich und mdal. verbreiteten redensarten wie jmdm. (eins, was) aufs dach geben u. ä. jmdn. schlagen heftig zurechtweisen, eins aufs dach kriegen geschlagen, zurechtgewiesen werden: 1820 wenn man rechtschaffenen männern ihre gesundheit trinkt – da mußt d’vivat schreyen, sonst kriegst eine auf’s dach Bäuerle theater 2,31. ⟨1927⟩ die vorstellung, er, .. grade oberleutnant, solle dem technischen führer des eisenbahnwesens .. eins aufs dach geben, belustigte ihn nach gebühr A. Zweig streit (1928)112. auf die nerven gehen: 1961 die ēbig jōmerei gibt mer enfangen uf’s t[ach] schweiz. id. 12,177. etwas unters dach tun, bringen essen, trinken, vgl. 1908 Fischer schwäb. wb. 2,6. 1961 schweiz. id. 12,178. 1928 rhein. wb. 1,1213. trunken machen: 1961 der hǖrig hauwt uf’s t[ach] schweiz. id. 12,177. trunken sein: ⟨1773⟩ er hat etwas im dache Lichtenberg verm. schr. 3,18 L./K. 1955 McCay hat einen fürchterlichen im dach Stolp zecher 28. 1957 nicht richtig unterm d[ach] sein nicht recht bei verstande sein meckl. wb. 2,198 W./T. 1963 Küpper umgangsspr. 1,124b. 3 übertragen, unterkunft, wohnung, haus: 1517 tectum ein dach sepe capitur pro tota domo Trochus prompt. P 1b. 1624 Rom war nie besser auff, als wie die hohen sinnen/ ein niedrig dach bewohnt Opitz t. poemata 231 HND. 1801 kein mörder soll sich ihrer schwelle nahn,/ so lang die götter meines dachs sie schützen Schiller 9,41 nat. 1935 der gottgeliebte beherrscher dieser stadt ehrte mein dach mit geneigtem besuch Bergengruen großtyrann 154. von da her abschätzig (anders halb dach A2c): ⟨1532⟩ Betlehem ist eyn arms dorffleyn, kaum eyn halbes dach gegen Hierusalem Luther w. 36,50 W. 1575 (er) verspeiet derhalben die corinthische hohe zatzenstifft, .. hellegablische bordaͤl, .. bußkloͤster, halbe thaͤcher (bordelle) Fischart geschichtklitterung 90 HND. bildlich: ⟨v1528⟩ wann guͦt gemach vnd ware eer/ inn ainem dach wont nymmermer Schwarzenberg Cicero (1535)153b. ⟨1859⟩ hab’ ich ihm (dem bandwurm) nicht sogar die nothdürftigste nahrung entzogen und mich bemüht, ihn um dach und fach zu bringen! Holtei erz. schr. 31,291. dach (und fach) fordern, genießen, geben u. ä. unterkunft fordern, geben, oft im zusammenhang mit requisitionen: 1543 das er weder dem knaben noch dem meýtli tach, gmach, fhúr noch liecht, sýns achtens, schuldig höngger meiergerichtsurteile 32 S. 1676 weil .. unsere wirthe uns nichts geben durfften, als dach und fach, nebst dem gewöhnlichen service Pierius hund (1675)2, B 5b. ⟨v1716⟩ (soldaten, die) im lande solten liegen bleiben, jedoch nichts mehr als dach und fach geniessen Bilkau hadeleriologia (1722)150. 1786 Franz .. bat nur um dach und fach und um ein abendbrod Musäus volksmärchen 191,209 Z. von da her prägnant die requisition selbst: 1702 bey deme man das dach und fach so weit auszudöhnen weiß, daß hierunter der arme bauersmann fast alles das seinige hergeben muß Florinus oeconomvs 1,1,7,548b.

dachen, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 35, Zeile 70
DACHEN vb.   abl. von dach. schw. konj. 1 etwas mit einem dach versehen: 1534/44 (zerstört wurde die) brucken die vom gutem kostlichen eichen auffgebauet, gedacht, vnd gepflastert (war) script. rer. lusat., n. f. 4,24. 1807 (dachung ist abgeleitet) von dem veralteten aussageworte dachen, decken Campe wb. 1,666b. noch mdal. obd. und rhein. 2 bedecken (?). falls abl. von dach, dann ohne zusammenhang mit dem späteren gebrauch unter 1: ⟨u1270⟩ man sol daz lant mit nihte minner machen./ richen vnd niht armen. daz solten alle lant mit krone dachen Albrecht v. Scharfenberg Titurel 6195,4 H. 3 schräg wie ein dach abfallen: 1850 sanfter aber dacht sich nach hinten der berg so abwärts, daß .. Gutzkow ritter 1,278.

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Zitationshilfe
„dachen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dachen>, abgerufen am 28.10.2021.

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