Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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dahle, f.

Fundstelle: Band 6, Spalte 111, Zeile 68
DAHLE f.   s. dohle.

dähle, f.

Fundstelle: Band 6, Spalte 111, Zeile 68
DÄHLE f.   schweiz. föhre, kiefer: täl schweiz. id. 12,1395 ff.

dahlen, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 111, Zeile 71
DAHLEN vb.   herkunft unsicher. lautmalende bildung oder entlehnt aus engl. dally tändeln, spielen, me. dalien schwatzen, dieses aus afrz. dalier plaudern. weniger wahrscheinlich ist verwandtschaft mit got. dwals töricht, ahd. twalm betäubung, dunst, as. dwalm berückung; ablautend ahd. mhd. tol, nhd. toll, as. ae. dol albern und ahd. gitwelan betäubt sein, säumen, as. fordwelan versäumen; ahd. mhd. twellen aufhalten, verzögern; dann wäre mit gr. θολός schlamm, θολερός trübe, verwirrt betört auf idg. *dh(e)u̯el- aufwirbeln; trübe, geistig schwach als l-erweiterung der wz. *dheu- stieben, wirbeln zu rekurrieren.älter meist dallen, seit dem 18. jh. allgemein mit gedehntem stammvokal. –seit dem 16. jh., im 18. jh. besonders omd. gebraucht, um die wende vom 19. zum 20. jh. literarisch außer gebrauch kommend, in östlichen teilen des md. und nd., aber auch im westl. obd. in den mdaa. weiterlebend. 1 undeutlich sprechen, lallen: 1531 wer lert den psitacum (papagei) vnnser wortt dallen? Franck trunckenheit H 1a. 1640 die zunge (des betrunkenen) lallt und tallt Scherffer Grobianer 213. 1707 so ist der beste rath, ich lasse ihn (den taubstummen) dalen und statt des r das l behalten J. G. Schmidt speculationes 369. 2 unverbindlich daherreden, schwatzen, auch verliebt reden: 1559 er (der narr) dalet wie ein alte hecz./ wer mag hoͤren sein vnuͤecz gschwecz Sachs fastnachtsp. 7,117 HND. 1774 und dahlte unterwegs, beym glanz des abendsterns und einer schönen dämmerung, von sphinxen, einhörnern, gymnosophisten und schlaraffenländern Wieland Abderiten 97. hier gelegentlich auch transitiv: 1852 Agnes dahlte das alles mit so liebeselig neckischem wesen Goltz jugendleben 3,249. 3 aus 2 spezialisiert zu schäkern, tändeln, liebeln, flirten, fast durchweg mit dem ton des unverbindlichen oder auch des vorläufigen. im 18. jh. modewort omd. galanter dichtung: 1702 mein hertz war weit entfernt/ wenn ichs an deines drückte/ .. ich habe nur gethalt Menantes bemühung 84. ⟨1719⟩ küst man euch, so heist es thalen;/ ich versteh wol, das sind schalen,/ darum wollt ihr nur den kern Günther 1,146 LV. 1774 ich gab sie (die pistolen) dem bedienten, .. und der dahlt, mit den mädgen, will sie erschrökken Goethe Werther 1,52 ak. ⟨1852⟩ ach, ich kenne sie nicht wieder,/ die so schön mit uns gedahlt/ .. nur traktätlein und asketen/ liegen haufenweis umher Storm ausgew. w. 1,45 H. 4 im anschluß an 3 auch schäkern, spielen, albern in allgemeinerem sinne: ⟨1772⟩ betrank sich: pfiff: und dahlte mit den hunden Michaelis poet. w. (1780)1,205. 1817 eine hübsche junge frau, die mit einem kinde von etwa zwei jahren herumtändelte .. sie dahlte fort, bis er (der mann) zurückkam Goethe I 31,185 W. 1905 begannen sie (die übermütigen mägde)/ zu schäkern und zu dahlen, unfug anzugaukeln,/ sich am geländer umzuschwingen, drauf zu schaukeln Spitteler 2,523 B.

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Zitationshilfe
„dahle“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dahle>, abgerufen am 08.12.2021.

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