Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

dankbarlich, adj.

Fundstelle: Band 6, Spalte 227, Zeile 25
DANKBARLICH adj.   mhd. dancbærlich. seit dem 14. jh., zunächst meist adverbial wie in jüngerem gebrauch ausschließlich; von jeher und bis ins 18. jh. aber nicht selten auch attr. und präd. verwendet. die alten adverbialformen gelegentlich noch älternhd.: 1519 dankbarlichen .. antragen Luther brw. 1,350 W. 1520 danckbarliche .. entpfaht spiegel d. wyßheit 48b. bald nach 1900 erlischt das wort. 1 gelegentlich noch von dank m. A 2 her im sinne von angenehm, wohlgefällig und in formelhaftem gebrauch soviel wie zustimmend: ⟨2.h14.jh.⟩ daz wir betrahten daz liden sin (Christi)/ .. und ist im daz gar dankberlich waldbruder 118 C. 1411 er hat das gar dangberlich mit grossem wolgevallen von euch aufgenommen, und meint das gen euch gnedigklich zu bedencken Frankf. reichscorr. 1,189 J. 1681 als ich nun den partheyen diesen meinen freündtlichen ausspruch wohlmeinlich eröffnet, habendt sie selbigen mit handt und mundt danckbarlich angenommen rechtsqu. Bern II 1,2,137. 2 vollständig, vollgültig, s. dank m. A 2 d δ und dankbar 2, im 17. jh. geläufig, aber auch jünger noch: ⟨1619⟩ solche (materialien) mit richtiger bezahlung von einer frankfurter meß zu der ander ohne aufschub dankbarlich entrichten qu. rechtsgesch. rhein. städte, kurtrier. 1,558. 1676 in 8 wochen das capital und zinsen danckbarlich abführen Pierius hund (1675)2, E 5b. 1773 daß .. (ich das geliehene geld) hinwiederum danckbarlich .. bezahlen und abtragen will schiffer 124. 3 dankbarkeit empfindend, wie bei dankbar die früheste und bis zuletzt vorherrschende bedeutung; vor allem in adverbialer verwendung neben verben, in dankbarer gesinnung oder aus dankbarkeit (etwas tun) ⟨E13./A14.jh.⟩ daz ein solichiu dancbêrlîchiu vröude in mir ûf stât, diu sich kûme in mir enhaltet dt. mystiker 2,665 P. 1510 das du freunt gottes alles solt danckperlich nemen von got granatapfel E 8a. 1624 ein geringes gedenckzeichen meines gegen diese weitberümpte vnd lobliche stat .. danckbarlichen gemüts Fabricius anatomy 141. 1780 ihr herz mit dankbarlichem beben Wieland I 13,186 ak. 1917 mit einer dankbarlich stolzen miene Schaffner dechant 239. dankbarlich erkennen (s. u. 5) lange in fester verbindung: 1603 wo du nur diese dir jetzt erzeigte wolthat danckbarlich erkennen .. wirst Spangenberg Bonifacivs 4b. 1831 wollen sie mir behülflich seyn .., so würde ich eine solche gefälligkeit dankbarlichst erkennen Goethe IV 49,155 W. 4 seltener im sinne von dank in worten bezeugend: 1616 als ich (nach einem freundlichen empfang) mein danckbarlichen abschid genommen Krafft reisen 122 LV. 1773 daß Moser nachher ein dankbarliches recepisse darüber (eine buchspende) wird empfangen haben Lessing 12,59 L./ M. mit einer gewissen geläufigkeit so nur in jüngeren verbindungen wie dankbarlich etwas ablehnen und in brieflichen dankesformeln: 1811 ich werde .. herrn Vogt .. dankbarlich antworten Goethe IV 22,26 W. 1846 thut man gut, die einladung dankbarlichst .. abzulehnen Zeis assistent 124. 1854 grüßen sie ihn mir dankbarlichst Heine br. 3,523 H. 5 dank (in vergeltendem handeln) betätigend, ebenfalls nur begrenzten gebrauchs: 1602 das derselbe schwäre zol, zu danckbarlicher erstattung der gräfflichen zugesagten defension .. gesteigert werden möchte apologia, verantwortung Embden 322. 1743 mein sinn sich wird dahin bemühen,/ aus dieser grossen schuld sich dankbarlich zu ziehen samml. crit. schr. (1741)10,78. häufiger nur, in älterer sprache, in adverbialer bindung an verben wie be-, verschulden, vergelten u. ä. und in prädikativer beziehung auf sich erzeigen, die am ersten von hier her zu verstehen ist: 1478 unser lanntschaft wirdet solhs auch dannkhperlich umb dich beschulden mon. habsburg I 2,366. 1565 die delphin erzeigen sich ettwan vil danckbarer, denn die menschen Heyden Plinius 319. 1590 wir wollens danckbarlich vergelten Rollenhagen v. reichen manne 141 HND. 1692 wollte sie sich gegen Carl danckbarlich erzeigen H. J. Wagner ehren-ruff 628. die unter 3 geläufige verbindung dankbarlich erkennen begegnet, dem doppelsinn von erkennen entsprechend, auch hier: ⟨1525⟩ so der einer oder mer etwas guts ubten, das soliches dankparlich gegen inen erkennt wurd chr. Bamb. 2,76 Ch. 1636 würde er mir dardurch einen sondern angenehmen gefallen erzeigen, ich auch solches in andere weg danckbarlich zu erkennen vrsach haben Camerarius brw. 24 E.

Im ²DWB stöbern

a b c d e f
dama dankverdiener
Zitationshilfe
„dankbarlich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dankbarlich>, abgerufen am 07.12.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)