Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

danke, m.

Fundstelle: Band 6, Spalte 228, Zeile 57
DANKE m.   mhd. mnd. danke. als schw. mask. neben dank m. nur in dessen bedeutung A; vom mhd. bis ins 17. jh. fast völlig auf md. und besonders nd. raum beschränkt (doch vgl. 1512 vwer dancken sindt dar vor Murner 2,158 Sch.). Luther benutzt für dank m. A 1 nur den schw. pl. 1 gedanke im ersten beleg soviel wiegedächtnis ⟨1279/98⟩ dhe zit get hin, dhe danken swachen braunschw. reimchr. 1628 MGH. 1522 das sind alliß noch menschlich, platonissche und philosophissche dancken Luther w. 10,1,1,202 W. 1623 und wuchsen im vil seltsam danken 1DWB 2,728. modern nd.: 1957 wat du för lange danken hest meckl. wb. 2,245. 2 nur vereinzelt absicht, wille, wie dank m. A 2c γ: 1537 es begibt sich dickmols das ein frummer herr widder seinen dancken zuͦ zechen vervrsacht wirt Lorichius fursten 114 I./K.

danken, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 228, Zeile 72
DANKEN vb.   ahd. dankôn, mhd. danken. as. thankon, mnd. danken; mnl. nnl. danken; afrs. thaͦnkia; ae. þancian, me. þankien, ne. thank; an. þakka, norw. dän. takke, schwed. tacka. abl. zu dank m. schw. vb. der ôn-klasse, ahd. vereinzelt auch als schw. vb. I: thes thanke (3. sg. konj. präs.) Otfrid L 26 E. singulär refl. gebrauch: 1590 des danck ich mich dem Boas frumm Frischlin dicht. 108 LV (zu 1). 1 sich mit worten bedanken, dank aussprechen, gratias agere. seit dem ahd. die prägnant gebrauchte hauptanwendung des wortes, so daß es der gelegentlichen hinzufügung mit worten von anfang an kaum bedarf. jmdm., vom 15. bis ins 18. jh. nicht ganz selten, vereinzelt auch mhd. jmdn. danken: ⟨u1170⟩ danke in der minnen Lamprecht Alexander S 2600 K. 1424 wir dich .. werden zu danken haben dt. reichstagsakten 8,365. 1763 so dankte er den schließer neueste fama 7,424. der anlaß des dankes anfangs im gen., über das späte 17. jh. hinaus nur noch in der umgangssprachlichen wendung der nachfrage danken: 1784 (wir) danken der nachfrage Schiller 5,8 nat. vgl. WDG 1,752a, doch s. auch gott sei es gedankt unter a α. später mit präpositionalem anschluß, mit um seit dem mhd. und bis ins 18. jh., mit von vereinzelt frnhd., mit für seit dem 16. jh. und so nur noch seit dem 19. jh. (abweichungen von diesen rektionsweisen s. u. e.). a gott, den göttern, dem himmel in worten (oder gedanken) dank sagen, eine der wesentlichsten äußerungen menschlicher frömmigkeit bezeichnend. anfangs der hauptgebrauch des wortes: 863/71 thaz sies gote thankon Otfrid V 25,25 E. ⟨1274/5⟩ der genâden der dir geschehen ist, der solt du got von himel danken deutschenspiegel 249 MGH. ⟨1444⟩ vnd dancket vast allen göttern daz er so saͤligklichen auß diser not kommen was Hartlieb Allexander (1478)87a. 1525 wir sollen .. got danken vor die gnad, die er inen geben hat akten u. br. Georg v. Sachsen 2,72 G. 1631 daß, wer die gaben hierzu bekommen, gott zu dancken habe Hörnigk juden-artzt F 4a. 1786 da sie dem himmel auf ihren knien danken sollten Schröder schaubühne 1,1,70. 1811 dabey aber hab’ ich .. ihm (gott) im stillen für das neugeborne gedankt Fouqué Undine (1816)17. 1948 (Stifter) kann gott dafür danken, daß er an einem manuskript noch rechtzeitig verbesserungen anbringen darf Muschg literaturgesch. 400. jünger auch in leichterem ton: 1844 so dankte er dem himmel, als die ceremonie vorbei war Buchner advokat 207. ⟨1910⟩ danken sie ihrem schöpfer, Viktor Hartmann, daß wir zwei großmütige siegerinnen gnade für recht ergehen lassen Lienhard ges. w. (1924) I 2,76. α in geläufigen verbindungen und formeln. (gott) danken und loben, jünger mehr in umgekehrter wortfolge: ⟨M14.jh.⟩ dancken und loben got groͤslich darumb Tauler 99 DTM. 1523 ich bin frolich, lobe und dancke got (bearbeitung) Luther w. 12,557 W. 1947 mit diesem appell an unser loben und danken und an unsern gehorsam rundet sich der gedankenkreis Thielicke glaube d. christenheit 1,254. gott sei (es) gedankt. das es dieser formel, in älterem gebrauch als gen. zu verstehen, später als nom. aufgefaßt: 14.jh. gedanket sig got eweklich schweizer Wernher 1255 DTM. ⟨1452⟩ zwischen herrn Girziken und dem herrn von Rosemberg haben wir uns gemuht und, got sej es gedankt, sie beteidigt font. rer. austr. II 42,104. 1660 doch dem himmel sey gedankket der mihr solchen sinn gegeben Schwieger Cynthie C 2b. 1882 gott sei’s gedankt, jetzt ist auch diese fessel gesprengt Eyth mönch 101. β speziell ein bestimmtes,das’ dankgebet sprechen: ⟨v1150⟩ gote begunder (Christus) danken:/ da nam er mit den handen/ daz brot, daz vor ime lach armer Hartmann 59,1 M. ⟨v1510⟩ solt man an den fürstenhoͤffen .. gott dancken ob tisch, man meynt es wer ein grosse schand Geiler postill (1522)3,59a. 1764 nahm er auch nach dem brode den kelch, sah gen himmel, und dankte dir, o heiliger vater Basedow unterr. erkenntniß 141. b einem menschen mit worten (für etwas) dank sagen, als zwischenmenschliche und gesellschaftliche funktion erst im und seit dem mhd. stärker entwickelt: ⟨1150/60⟩ do gincgin got knechte/ zo deme herren Dietheriche/ vnde danketin ime grozliche könig Rother 2796 F./K. ⟨u1200/10⟩ daz si im dancte umb sîn komen Wolfram Parzival 7725,11 L./H. hs.15.jh. nam an syme wirdt urlop und danckt yme fruntlichen das er es yme die nacht so woil gebotten hatt Lancelot 2,60 DTM. ⟨1510/30⟩ am morgen czogen die geste weg und danckten nit gar sehr Grunau preuss. chr. 1,292 P. 1672 wer bist du, damit ich dir umb deine wolthaten dancken möge Grimmelshausen vogelnest I 130 Sch. 1700 waß ich dabei gethan ist nicht danckens werht Elisabeth Ch. v. Orléans br. 1,50 LV. 1720 dem magistrat der stadt so zu sagen auf den knien zu dancken, daß man mit ihm so gelinde verfahren Thomasius händel 1,256. 1841 (er) reichte ihr das gefäß. sie nahm es, ohne zu danken Hebbel I 1,49 W. ⟨1921⟩ für ihren freundlichen brief und ihre sendung danke ich ihnen bestens Rathenau br. (1926)2,338. 1955 ‘kann ich sie mitnehmen? ich habe hinten ein krad mit beiwagen stehen.’ ‘dankend akzeptiert, Asch’ Kirst null-acht (1954)3,247. älter in starker verneinung jmdm. nichts danken sich zum dank durchaus nicht verpflichtet fühlen, auch soviel wie jmdm. etwas übel anrechnen: E15.jh. sie hetten jm aber so vil .. vordriss gethan, das er js jnn nicht gedancken kunth, vnnd danckte js jnn nichtes script. rer. lusat., n. f. 2,228. 1532 lieben pfaffen, wir dancken euch gar nichts, das jr widder Christus befehl vom sacrament habt schendliche fegefewers messen gemacht Bugenhagen kelch diebe A 4a. ähnlich in älteren formeln wie jmdm. soll der teufel danken (nicht man selber) (anders s. u. 2d): 1467 da sprachen etlich zu ihme, er solt mins herrn gnaden danken. da sprach er, der tufel solte ime danken, er wolt siner daschen danken bad. weist. I 1,35. 1669 das danck (sagte er) dem schelmen der teuffel (ich brauche es nicht) Grimmelshausen Simplicissimus 337 Sch. in vorlutherischer bibelübersetzung auch im sinne von beglückwünschen, für lat. congratulari: u1466 die .. weiber die danckten ir vnd sprachen Noemi der ist geboren ein sun 1. dt. bibel 4,437 LV. vgl. ebd. 6,80. für acclamarebeifall spendenu1466 (dem Herodes) danckten die von Thiri vnd Sydon wann das volck rieff im die stymm gotz: vnd nit des menschen 1. dt. bibel 2,334 LV. c elliptisch in der namentlich konventionellen formel danke (sehr, schön u. ä.), die sich vielleicht im briefstil (z. b. schon des jungen Goethe) vorbereitet und sich bald nach 1800 durchsetzt modern ungemein häufig: 1775 dancke für den brief, hoffe weiter Goethe IV 2,264 W. 1826 danke, Crusoe! Platen 10,58 K./P. ⟨1890⟩ Karl: nun? wie geht es ihnen, mein liebes kind? Angele: danke sehr Hartleben ausgew w. (1911)3,6. ⟨1896⟩ Hahn: prosit, herr Fiebig. (trinkt) danke schön, herr Werner. (reicht ihm die flasche zurück) Holz 5,41 F. ⟨1910⟩ wie gut sie sind, danke vielmals Hofmannsthal lustsp. 1,164 S. 1946 ‘bitte’ sagte Pony, der nie recht wußte, wann er ‘danke’ und wann er ‘bitte’ sagen sollte Edschmid recht 411. d speziell in älterer rechts- und verwaltungssprache. α sein einverständnis mit einem gerichtsurteil erklären, auf die weitere behandlung eines rechtsfalls verzichten; besonders in der formel (gnaden und) dem rechten danken u. ä.: ⟨1370/85⟩ wolden si des bekennen, das dem also wer, si dankten gnaden und rechten; wolden si des nicht, so czugen si sich an den hofmaister böhm. bergrecht 2,426 Z. ⟨1569⟩ welcken ordell beide parten gedancket Pufendorf observationes (1744)4, appendix 68. als formel des sprechers bei einer gerichtsverhandlung: 1549 ich dank meinen herrn und ainem getreuen rechten öst. weist. 11,261. β abdanken, mit danksagung ein amt niederlegen. vor allem im nd. bereich, aber auch schweiz., vgl. noch dank m. B 2a γ: 1492 van seven borgermesteren dar/ de to Brunßwick ghedancket hedden/ unde van rades stidde tredden (Braunschw.) chr. dt. städte 16,220. ⟨1565/6⟩ in diesem jare danckte keiser Carl dem Ro: reich, legte kron und scepter nider (Magdeb.) chr. dt. städte 27,81. ähnlich jmdm. danken jmdn. mit dank entlassen: ⟨1541⟩ (jeder geselle) schall denne noch by enem mester hier binnen een jahr denen, so dat he (der meister) em dancke, ehr he meister wirdt hamb. zunftrollen 165 R. vergleichbar bei der aufkündigung eines vertrags: u1535 die püntniß und vereynung .. abkünth und inen darumb gedanckt Stumpf schweizerchr. 1,78 G. e mit abweichender rektionsweise. α gelegentlich, aber kaum über das 15. jh. hinaus, mit dativischem sachobjekt, das dann gleichsam an die stelle eines persönlichen dankempfängers tritt: 863/71 joh thankon io gimalon then sinen (gottes) ginadon Otfrid IV 37,40 E. ⟨u1250⟩ mit dankene sinen manigfalden gaben hl. regel 13 DTM. ⟨u1460⟩ fraw, ich danck euͤren genaden volks- u. schwankb. 1,130 DLE. β mit akkusativischem sachobjekt in jmdm. etwas danken oder zu danken haben, noch in der ursprünglichen, nicht in der für diese rektionsart nhd. vorherrschenden bedeutung 3, die freilich hier ihre wurzel hat. seit dem mhd., wenn auch nicht häufig, im 18. jh. oft, dann vom gebrauch 3 zurückgedrängt: ⟨1255⟩ swaz si gesprechen kan gein mir,/ daz sol ich allez danken ir Ulrich v. Lichtenstein 61 L. ⟨1352⟩ dise menschen danckent Cristo sin liden oͮch al zuͦ mole nv́t Merswin v. d. 2 mannen 50 L. 1523 das aber Christus üch ist geben, das haben jr dem vatter zuͦ danckenn Jud paraphrases 45d. 1756 wem wir sie (die theologie) doch zu danken haben .. Paulus sagt: .. das haben wir dem vater zu danken Zinzendorf pred. 1,258. 1786 grüse Fritzen ich dancke ihm seinen brief Goethe IV 8,9 W. 1823 weg von mir, der einen blick dir würde danken, ziehest du? Platen 3,130 K./P. 1885 er ruft ‘Castula, wie dank’ ich dir.’ ‘habt mir nichts zu danken’ Dahn nonnen 124. f in verschiedener weise verbindet sich mit danken die vorstellung der (höflichen) ablehnung und zurückweisung. ausdrücklich: 1444 graff von Trüelling hat begert unsers dinst und helfer wider dy von Wallenfels mit 4 pferden, dem ist gedanckt und der dinst ab geslagen (Nürnb.) chr. dt. städte 2,83. in jüngerer formel: ⟨1878⟩ (die angebotene zigarre) dankend abzulehnen Ebhardt ton (1882)39. aber danken auch prägnant im sinne einer (mit dankesworten verbundenen) ablehnung: ⟨z.j.1475⟩ die gegenwertigen von innungen und gemeine liessen seiner gnaden dancken, sie wolten der dedinge nicht mehr warten Spittendorff denkw. 66 O. ⟨v1597⟩ (sie) that mich mit wasser laben;/ als ich zurecht kamb, danckht ich ihr der gaben,/ sprach, mein hitz will ein anders wasser haben Schallenberg 136 LV. ⟨1843⟩ das Kätherle mit zum tanze zu nehmen; dieses aber dankte, schützte arbeit vor Auerbach (1857)1,51. 1958 natürlich müsse es nach meiner rückkehr mit der politik zu ende sein. ich erwiderte, .. politik sei nun einmal meine leidenschaft, und so müsse ich für das angebot danken Niekisch leben 116. gern ironisch, und dann meist ohne daß an einen persönlichen empfänger der (‘dankenden’) ablehnung noch gedacht ist: 1768 nach hofe? nein, ich danke schön Weisze opern 1,39. ⟨1938⟩ (die röntgenbestrahlung) annulliert fleisch und blut .. ich danke Penzoldt bitternis (1951)26. auch in der kurzform von c: 1895 nein, da streik’ ich; da mach’ ich nicht mit .. danke verbindlichst Fulda kameraden 132. 1950 ‘danke’, sagte Irene höflich. ‘ich möchte sie nicht berauben. außerdem habe ich selbst welche (zigaretten) bei mir –’ Langgässer argonautenfahrt 137. g oft nicht nur von dankesworten, sondern auch von den sie begleitenden oder sie ersetzenden stummen dankesäußerungen in geste und gebärde; besonders in der erwiderung eines grußes, in der entgegnung auf einen wunsch, eine gefälligkeit und dgl., z. t. zwischen 1 und 2 stehend. häufig schon mhd., im rahmen des höfischen zeremoniells: ⟨1212⟩ noch müez ich geleben daz ich den gast ouch grüeze,/ sô daz er mir dem wirte danken müeze (durch sprechen oder nîgen) Walther 1131,28 K. ⟨1235/40⟩ sin danken was vil ungespart/ das mit gebaͤrde im wart getan Rudolf v. Ems Willehalm 9996 DTM. u1490 do kam sie zwͦ im und grüst in, do wolt er ir nit dancken, er wolt sie auch nit ansehen Ebran chr. 89 R. 1640 ist er (der gruß) nicht danckens werth so .. gehe deiner wege Scherffer Grobianer 46. 1743 auch solle ein jeder, weilen eine ehre die andere werth ist, denen das gewehr praesentirenden schildwachten mit abgenommenen huth dancken chur-mayntz. kriegs-reglement 1, H 1a. ⟨1883⟩ der Kollinger Michel grüßte sie, und sie nickte dankend Anzengruber 11,22 C. ⟨1922⟩ mit einem kalten, dankenden lächeln S. Zweig amok (1923)59. 1956 ich grüßte sie ordnungsgemäß. sie dankte mir in genau derselben art, wie sie einst dem gymnasiasten gedankt hatte Doderer dämonen 114. h in bestimmten zusammenhängen nähert sich danken, ohne sich von 1 zu lösen, uneigentlicher anwendung im sinne von dankbar sein, dankbare gefühle hegen, gratiam habere, wobei an eine verlautbarung dieser gefühle nicht gedacht ist. mhd. geläufig in der wendung ich wil des (immer) danken: ⟨u1170/3⟩ nu sult ir alle danken/ den herren die des gerne phlegen,/ daz sie sulhe ratgeben/ nemen zu irme rate graf Rudolf δ 46 G. ⟨1255⟩ ich wil, vil liebiu vrowe mîn,/ von herzn iu immer dankent sîn/ des unde swaz ir mir getuot Ulrich v. Lichtenstein 351 L. hs.1493 Nicodeme, der sin gefelt mir wol! darumb ich dir ummer dancken sol frankf. passionssp. 3359 DNL. ⟨1569⟩ wie hoch man den Roͤmern zu dancken habe, welche den grewel abgethan, .. einen menschen toͤdten theatrvm diabolorum 226b. ⟨u1825⟩ ich werde (d. i. würde) ihnen (den lehrern) dereinst von herzen für jeden schlag danken Gaudy 12,8 M. ⟨1940⟩ und setzt ich ihn oft schwankend,/ und er entglitt beinah,/ erkenne ich doch dankend:/ der stab, der ist noch da Claudius ges. w. 2,63 J. 2 sich mit einem tun bedanken, belohnen, vergelten, gratiam referre. ahd. mhd. noch verhältnismäßig häufig, wenn auch von anfang an hinter 1 zurückbleibend; nhd. rückläufig. gewöhnlich mit ausdrücklichem zusatz oder in verdeutlichendem kontext, prägnant nur in wenigen formeln oder spezialverwendungen. die syntaktischen rektionsweisen wie unter 1. a in positivem sinne: 863/71 ‘fater’, quad, ‘thir thankon mit worton joh mit werkon’ Otfrid III 24,91 E. ⟨v1022⟩ tô danchôta sî ze êrest Athanasię mit iro rouche daz sî ûzer iro faze nam Notker 2,174 ATB. ⟨1260/80⟩ und kumt immer mir der tac/daz ich iu gelônen mac,/ ich dank iu iuwerr arbeit Pleier Meleranz 1641 LV. 1483 wen den ich zuͦ üch kum, wyl ich üch frintlich dancken mit dem gotzwortt privatbr. d. ma. 2,56 S. ⟨1629⟩ wie hast du mir und meinen wolthaten gedancket, und für meine belohnung gedienet Meyfarth Sodoma (1671)2,58. 1788 ich dank’ euch das, und werde thätig danken Goethe I 11,218 W. ⟨1826⟩ ach du liebe schwester, wie soll ich dir danken? .. bleibe, wie du bist, und du hast den lohn schon abgetragen Raimund 1,215 B./C. ⟨1949⟩ er müßte doch irgendwie seinem bruder danken, weil der ihm den stall als werkstatt ließ Seghers d. toten (1950)106. b nicht selten, und schon früh, wie bei dank m. B 3 c β in ironischer anwendung bzw. in der neutralen bedeutungvergelten ⟨v1022⟩ nu habent sîe dir ubelo gedanchot, daz sîe .. dih neuuellen bechennen Notker 3,2,537 ATB. ⟨n1210⟩ ich hân ir gedienet vil,/ der werlte, und wolte ir gerne dienen mê,/ wan dazs übel danken wil Walther 11117,17 K. ⟨1421⟩ dis vornam ouch der bischouf von Mentze der .. on zu eyme konige gemacht hatte unde erwelet. unde nu der konig Adolff om dormete danckte, das her .. hynderte on unde beschedigete on wo her mochte Rothe düring. chr. 488 L. ⟨1535⟩dr.1539 wie sie (die ketzerverfolger) .. unserm euangelio auch dancken und lohnen .. und darauff getrost toben und wuͤten wider die christen (nachschr.) Luther w. 41,106 W. 1672 solte dein mann darzu kommen seyn, so würde er dir nicht anderst gedanckt haben, als hättest du diese ihm ohne das verhaste nollbrüder zu etwas anders in seiner abwesenheit eingeladen, ob gleich sie noch du an nichts böses gedacht Grimmelshausen vogelnest I 24 Sch. 1800 wie dankt ers (die auszeichnung) ihm? mit aufruhr und verrat Schiller 8,328 nat. c gott dankt belohnt, vergilt, bis ins ältere nhd., meist als wunsch, speziell als antwort auf einen gruß (vgl. vergelts gott): ⟨E12.jh.⟩ daz der (gott) dem vil wol danket unde lonet, swer so wol unde rehte gloubet altdt. pred. 3,114 Sch. ⟨2.h13.jh.⟩hs.u1430 ‘wilkum mußent ir syn!’ ‘got danck uch, herre’ Lancelot 2,623 DTM. ⟨M15.jh.⟩ got .. sige üch dancken mit dem ewigen lon der früntschaft, so ir mir gethan hand dt. volksb. 138 LV. 1512 des danck im gott, dem frummen man Murner 2,455 Sch. 1593 Conrad: gries dich gott, wie haistu? Clas: gott dancke uch, mech heist Clas Heinrich J. v. Braunschweig schausp. 74 LV. d c korrespondierend in der teufel, der henker danke u. ä., vor allem als verwünschung: 1533 wenn du .. Christum und seine apostel und die schrifft nicht annemen wilt, so dancke dir der leidige teuffel, das du uns gleubest (var.: dem lohne der leidige teufel ebd. 529) (nachschr.) Luther w. 36,528 W. 1616 der teuffel danckt jhm der wolthat Henisch t. spr. 1,640. 1791 es brannten mit dem Helikon/ die schönen Pierinnen,/ dank dirs der henker, Phaëton!/ sich zu zigeunerinnen Hübner verwandlungen (1790)2/3,35. 3 in den verbindungen etwas danken oder zu danken haben soviel wie verdanken, zuzuschreiben haben, zur kennzeichnung einer urheberschaft, eines verdienstes, einer ursache eines ursprungs; mit persönlichem, oft aber auch mit sachlichem subjekt. das, was verdankt wird, steht im 16. jh. vereinzelt noch im gen., bald aber ausschließlich im akk. bzw. akkusativischen objektsatz (s. o. 1 e β). daß grund zum wortdank (oder zur dankbarkeit) besteht, ist noch oft fühlbar (so daß sich grenzfälle zu 1 e β ergeben), tritt aber meist in den hintergrund oder verschwindet ganz, zumal bei sachlichem subjekt. nach deutlichen, aber lange singulär bleibenden mhd. ansätzen (s. a) seit dem 16. jh. und namentlich im 18. jh. geläufig, seither durch üblicheres verdanken etwas zurückgedrängt. a einer person, einer sache, einem umstand etwas danken. in mhd. einzelzeugnissen antizipiert: ⟨u1194⟩ si muosens einem walde/ danken und der vinstern naht,/ daz man niht mê mit in vaht Ulrich v. Zazikhoven 6561 H. ⟨1261/9⟩ Arabel wart enpfangen wol. der minne man des danken sol Ulrich v. d. Türlin 212,2 S. 1652 dir danket es (die deutsche sprache) allein o grosser Anhalt, dir,/ daß sie der barberei gerissen auß dem rachen Rist Parnass 451. 1789 ein edler mensch kann einem engen kreise/ nicht seine bildung danken. vaterland/ und welt muß auf ihn wirken Goethe Tasso 1,14 ak. 1805 ja, er bekenne gern, seiner sorgfalt allein danke er seine wiederherstellung Schiller 8,69 H. ⟨1942⟩ (meinem stolz) danke ich .. das gefühl der inneren freiheit S. Zweig welt (1947)25. b einer person, einer sache, einem umstand etwas zu danken haben, in jüngerem gebrauch oft auch passivisches etwas ist zu danken: 1523 den bryß vnd vorteil (hat) die liebe, deren wir den glouben vnd hoffnung zuͦ dancken haben Jud paraphrases 66b. 1533 als hette er (der papst) seiner gewalt nicht der christen gemein, nicht den bischoffen, sondern yhm selbs zu dancken Kymeus ehestand J 3a. 1670 daß du den reichs-stab führ’st und über Salems thor/ recht und gerichte heg’st, wär’ jhr allein zu dancken Hallmann Mariamne B 4a. ⟨1727⟩ den alten Römern hat die physic wenig zu dancken Walch philos. (1730)225. 1786 so eben komme ich vom hofkaffeehause, wo mir der lieutenant .. unter die augen sagte, daß ich das avansement bloß meiner schwester zu danken hätte Kretschmann s. w. (1784)3,1,155. 1841 daß Rußland diesem system einen hohen grad von prosperität zu danken hat List oekon. 1,150. v1867 von meinen mitschülern ward ich sogleich in die schule genommen und will gern bekennen, daß ich ihnen das meiste von dem später im gypssaal erlernten zu danken hatte Kügelgen jugenderinn. (1870)400. 1929 daß der deutsche kapitalismus sein dasein nicht zuletzt der vorzüglichen ausbildung und gestaltung dieser oberschicht seiner arbeiter zu danken hat volk u. reich d. Deutschen 1,206 H. 1968 der inszenator Walter Oberer, dem diese erstaufführung zu danken ist n. zürcher ztg. 107,37. c in den verbindungen a und b seit je auch in der beziehung auf schädliches, unerwünschtes oder unerfreuliches, von dem für die wortgruppe dank charakteristischen ironisierenden gebrauch ausgehend: 1520 wilchs (böse) wir .. dem heyligen geystlichen unrecht zu dancken habenn Luther w. 6,445 W. 1541 ist nu ein lermen hieraus komen, der jnen weh thut, des muͤssen sie jnen selbs dancken Luther w. 51,544 W. 1665 daß .. die rache mit hundertfältigem wucher endlich den Spaniern zu hause gekommen: welches alles sie der blutigen strengigkeit deß von Alba zu dancken Francisci traursaal 1,611. 1774 der offt unüberlegten hochachtung gegen alte gesetze, alte gebräuche und alte religion hat man alles uebel in der welt zu dancken Lichtenberg aphorismen 2,154 DLD. ⟨1895⟩ nur ihm hätten sie die kürzlich aufgekommene steuer zu danken Schönherr ges. w. [1927]1,132. 4 ein dank m. A bzw. danke m. entsprechendes danken in der bedeutung denken, sich vorstellen tritt gelegentlich im älternhd. auf, s. auch gedanken 1DWB: 1484 das (unheil) wyr doch gedanckt wol mechtigk weren geweszenn czu undirsteende acta statuum terrarum Prussiae 1,246 G./B. 1548 wie jn (gott) jr eygen dancken malt/ so must er gwinnen ein gestalt Waldis Esopus 231a.

Im ²DWB stöbern

a b c d e f
dama dankverdiener
Zitationshilfe
„danken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/danken>, abgerufen am 27.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)