Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

dröseln, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1421, Zeile 13
DRÖSELN vb.   herkunft des im norddt. und md. sprachgebiet nachweisbaren wortes ist unsicher; zu germ. *tru-s ‘taumeln, stolpern, schwanken, schwankend gehen’?, s. Falk/T. germ. spracheinheit 172 sowie Pokorny idg. et. wb. 1,205 f. vgl. nl. treuzelen. – in den nd. und md. mdaa. in zahlreichen lautvarianten mit -o-, -i(e)-, -ü-, -u- neben -ö- als stammvokal. 1 etwas in fäden auflösen, fäden entwirren und aufwickeln. neben nhd. häufigerem aufdröseln; überwiegend lexikalisch: (hierher?) 15.jh. tornare dreselen (md.) Diefenbach gl. 588c. 1774 die mannspersonen fiengen eher an zu knötgen als zu treuseln Möser 4,52 ak. ⟨1932⟩ sie zog das kleid aus. langsam, mit mühe dröselte sie daran, dröselte es auf Feuchtwanger krieg [1951]258. 2 dahindämmern, gelangweilt etwas tun; einwertig: ⟨1855⟩ wer träumt und dröselt, kommt nicht weit Kurz s. w. 7,64 F. ⟨1919⟩ der kutscher dröselte neben dem fuhrwerk her Bröger held (1930)12. 1959 (ich) folgte .., leichthin auf meiner trommel dröselnd der flucht Grass blechtrommel 69. 3 sich flimmernd bewegen; zweiwertig mit direktiver ergänzung: 1965 vor hitze schlierige luft dröselte am rand des hofes über den lehmboden Faecke milan 17.

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Zitationshilfe
„dröseln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dr%C3%B6seln>, abgerufen am 28.11.2021.

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