Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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drangen, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1320, Zeile 36
DRANGEN vb.   ahd. drangôn, mhd. drangen. abl. von dringen vb. schwaches vb. II.weitaus seltener als drängen vb. gebraucht. einzelne verwendungen noch mdal. im meckl. und ns. A sich unter ausübung physischen drucks gegen widerstand bewegen. 1 einwertig; sich in enger berührung gegenseitig schieben, drücken, von einer menge von menschen: 863/71 sih fuarun thrangonti umbi inan tho thie liuti Otfrid IV 30,1 E. ⟨1314⟩ umm den (könig) was auch ain drangen / von vrawen und von herren Johann v. Würzburg 13004 DTM. 2 sich irgendwohin bewegen; zweiwertig mit direktiver ergänzung: ⟨1411⟩ chrotten und .. slangen, / die sich durch dein gepain müessen drangen Vintler 5713 Z. B physischen druck ausüben in der absicht oder mit dem effekt, jmdn. von seinem platz fort zu bewegen. 1 jmdn. schieben, drücken; zweiwertig mit akkusativobjekt: 10.jh. conprimaris gidrangotuuirdis ahd. gl. 1,578,37 S./S. ⟨1210/45⟩ wil dû die ritter an dem reien drangen Neidhart 27,16 H./W. 14.jh. da Ihesus gedranget ward: / allumb in wart vil enge, / von lúten gross gedrenge schweizer Wernher 121 DTM. 2 jmdn. irgendwohin oder von einem platz fort schieben, drücken; dreiwertig mit akkusativobjekt und direktiver ergänzung: ⟨A14.jh.⟩ er sus wulde drangen / allez menschlich kunne / von der himel wunne erlösung 6782 DLE. z.j.1428 eczliche erbare knechte, di wider czu rucke gedranckt wurden script. rer. lusat., n. f. 1,61. C rechtssprachlich, häufigster wortgebrauch. von einer position des rechts oder der stärke aus zwang, druck ausüben um vorteile, leistungen u. dgl. zu erreichen. 1 jmdn. in seinen rechten beeinträchtigen, ihn mit rechtsforderungen bedrängen; zweiwertig mit akkusativobjekt: ⟨u1300⟩ ir selbes willen si nu wielt, / alse ir der oheim hangete: / nieman si nihtes drangete hl. Elisabeth 5562 LV. ⟨1510/30⟩ der konig Casimirus het sich newlich mit den Unngern und Behmen verschriben, die iren in seim reich nit zu dranngen umb newen zol Grunau preuss. chr. 2,357 P. 2 übertragen, mit nichtpersönlichem subjekt. bedrücken, quälen: hs.1452 hebe an, was du magest vorprengen, / das dich dy burde des werckes ich drange neusohler Cato 96 Z. ⟨1501⟩ hunger vnd durst tetten im trangen kirchenlied 2,886 W. 3 jmdn. zur erfüllung einer rechtsforderung zu bewegen versuchen dreiwertig mit akkusativobjekt und präpositionalobjekt (zu) oder infinitivsatz: 1400 so sal .. der romische konig oder fauͤd von sinen wegen den oder die bidden daz sie .. scheffen werden, doch also daz er oder der fauͤd sie darzu nit sollen drangen oder twingen dt. reichstagsakten 3,253. 1488 vns ist irmeldet, wie etzliche .. lassen awssgehen, wie wir vnser manschafft .. drangen wolten zur vnbillikeit script. rer. lusat., n. f. 2,61. 4 jmdn. aus einer rechtsposition verdrängen, seltener ihn in eine solche nötigen; dreiwertig mit akkusativobjekt und direktiver ergänzung: 1438 ob yeman dehain statt wider ir fryhait benöten oder von irer frihaiten, als sie an dem hailgen riche herkomen were, drangen wolte Frankf. reichscorr. 1,446 J. 1508/16 (der bürgermeister) understuͦnd, alle priesterschaft und gozhüser ze regieren und trangt die von ir friheiten Brennwald schweizerchron. 2,308 L. D angreifen, militärisch unter druck setzen. 1 jmdn. angreifen; zweiwertig mit akkusativobjekt: ⟨z.j.1462⟩ ab sie von iren finden gedranget wurden script. rer. pruss. 4,593. 1567 es hat gott zu allen zeiten sein volck, wenn es ist gedrangt worden, aus der mechtigen hand errettet Milichius schrap teufel b 1a. 2 einwertig: ⟨1314⟩ din gesellen, / die dir mit triwen wellen / bi gestan in drangen Johann v. Würzburg 14057 DTM. ⟨u1330/40⟩ der vîende drangin Nicolaus v. Jeroschin kronike 15253 S.

drängen, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1321, Zeile 26
DRÄNGEN vb.   ahd. trenchen (Notker 1,2,224 ATB), mhd. mnd. drengen. kausativum zu dringen vb. schwaches vb. I. das part. prät. gedrängt ist früh, das part. präs. drängend erst jünger lexikalisiert. in den mdaa., mit ausnahme des bair., breit bezeugt.der mhd. und frnhd. wortgebrauch ist durch die rechtssprachlich motivierte bedeutung B gekennzeichnet in der mitte des 18. jhs. nimmt die verwendungsfrequenz des wortes, vor allem im zweiwertigen gebrauch unter F, stark zu. A einen gegenstand in etwas hineinstecken. nur sporadisch bezeugt; dreiwertig mit akkusativobjekt und direktiver ergänzung. 1 zuerst von abstrakten gegenständen: ⟨v1022⟩ ipsam enim medię ueritatis notam. mente fixisti. tû habest ten mittelôsten stupf tero uuârheite in dîn herza getrenchet Notker 1,2,224 ATB. 2 von konkreten gegenständen: ⟨u1235⟩ dô sach man Alexandern / den koph als ê den andern / in sînen buosem drengen Rudolf v. Ems Alexander 6479 LV. B in älterer rechtssprache oder unter ihrem einfluß. von einer position des rechts oder der stärke aus druck, zwang ausüben, um vorteile, leistungen u. dgl. zu erreichen. 1 jmdn. in seinen rechten beeinträchtigen, ihn mit rechtsforderungen bedrängen; zweiwertig mit akkusativobjekt: 1266 (wir) ensulnt in noch sine erben dvheinewiz vurbas drengen an deme vorgenanten guͦte zuͦ Lampertheim corp. altdt. originalurk. 5,57 W. ⟨E14.jh.⟩ etzliche stede di understonden sere zu drengen di paffen, stifte unde clostere unde geistliche lude. von den hischen si sture unde gelt zu iren soldenern Elhen limb. chr. 75 MGH. ⟨v1565⟩ die obrigkeit druͤcket vnd drenget jre vnterthanen mit gottlosen vnd tyrannischen mandaten Mathesius hist. Christi (1568)1,101a. 1811 wir haben Heinrichen schon bei der geschichte der burg Spatenberg näher kennen gelernt, und wissen von daher, warum er die Thüringer drückte und drängte, und wozu er sie durch krieg und gewalt zwingen wollte Gottschalck ritterburgen (1810)2,226. 2 übertragen, mit nichtpersönlichem subjekt. bedrücken, quälen: ⟨E13./A14.jh.⟩ drîerleie betrüepnisse ist, daz den menschen rüeret und drenget in disem ellende meister Eckhart dt. w. 5,8 Q. hs.u1400 do wart he bedroeuet van ouerigem lyden dat in inwendich drengde Christi leiden 63 P. 1539 wenn sich das wetter wendet, anfechtung und not daher fellet und uns drenget (bearbeitung) Luther w. 46,104 W. ⟨1675⟩ unser hertz ist so eiffrig, wann es von der furcht der höllen gedrenget wird Scriver seelen-schatz (1681)1/3,192. 3 gelegentlich einwertig; die bloße tätigkeit des bedrängens: ⟨2.h14.jh.⟩ maniger stellt nach grozzem güt / in geitichait mit valschem müt, / .. er smaichet unde trenget Suchenwirt 21,108 P. 4 jmdn. aus einer position verdrängen, seltener jmdn. in eine solche nötigen; dreiwertig mit akkusativobjekt und direktiver ergänzung: ⟨14./15.jh.⟩ damit nieman von sinen fryheiten, .. wider sinen willen getrengt werde rechtsqu. Bern I 1,212. ⟨u1450⟩ die von Swytz wellten sy von ir stattrecht, gericht, sitten und guotten gewonheitten trengen Fründ chr. 25 K. 1561 eß soll kein hoefer den andern an andere gericht, bussen den hoef, soviel als die hofsguter thun belangen, drengen oder ziehen weist. Rheinprovinz 1,1,179. C etwas nachdrücklich, auch ungeduldig, fordern, zu veranlassen oder zu erreichen versuchen. 1 jmdn. nachdrücklich zur durchführung einer handlung zu bewegen versuchen dreiwertig mit akkusativobjekt und präpositionalobjekt (zu) oder infinitivsatz zur bezeichnung der geforderten handlung: ⟨E13./A14.jh.⟩ sô sie dich drengent zuo bekentnisse gotlîcher wârheit dt. mystiker 2,665 P. ⟨1468⟩ wenn einer also ein jar amptmann ist, vnd man in nit erbitten mag, dass er das nachgende jar mer amptmann sye, so sol er nit darzu getrengt werden, dass fürer ze sinde weist. 1,39 G. 1628 den die weiber den mennern selbst nachlauffen und mit gewaldt zur geilheit drängen Lubenau reisen 2,241 S. 1789 drängt mich doch das volle herz sogleich zu sagen was ich lebhaft fühle Goethe Tasso 1,6 ak. 1907 noch auf einem anderen wege wird die wissenschaft zu der annahme chemischer gleichgewichte zwischen entgegengesetzten reaktionen gedrängt Ostwald prinzipien 476. 1968 presse und rundfunk drängen die politiker ständig, sich sofort zu den neuesten vorgängen zu äußern Dichgans unbehagen 46. mit ellipse des akkusativobjekts: 1849 da .. das bedürfniß und der laute allgemeine wunsch zu aenderungen drängen arch. gesetzgebung bundes-staaten 1848/9 1,180 R. 1943 hier lag das sachliche recht für den staatsmann Zwingli, zum kriege zu drängen Köhler Zwingli 248. 2 jmdn. bedrängen, forderungen an ihn richten zweiwertig mit akkusativobjekt: ⟨1755⟩ ueberrede, treibe, dränge uns mit deinem geiste Cramer samml. pred. (1758)1,257. 1800 ihr drängt mich sehr. ein solcher schritt will wohl bedacht sein Schiller 8,193 nat. 1973 Kollmann, den ich immer wieder drängte, beschwichtigte mich Grün glatteis 137. mit nichtpersönlichem subjekt: 1781 uns drängten andere sorgen Voss odüßee 207. ⟨1924⟩ ihr datum, mein lieber freund, drängt mich, und so nehm ich mich, für ein folgendes blatt, rasch zum nötigsten zusammen Rilke br. 2,470 A. 3 einwertig; ungeduldig fordern auffordern: 1796 der knabe kommt wieder zurück, drängt, und ist zum tragen bey der hand, da Alexis sich selbst kaum nach dem schiffe tragen kann Goethe IV 11,120 W. 1972 ‘los!’ drängte Marie Nossack melodie 142. – mit nichtpersönlichem subjekt: 1800 drängt die not, dann kommt ihm seine stärke, seine klarheit Schiller 8,113 nat. 1968 wenn unser verlangen nach der deutschen einheit die stärke der drängenden sehnsucht hätte, die die haltung unserer urgroßväter im 19. jahrhundert bestimmte Dichgans unbehagen 236. 4 sich genötigt, zu etwas veranlaßt sehen; zweiwertig mit infinitivsatz, unpersönlich: 1808 mich drängt’s den grundtext aufzuschlagen Goethe Faust 2,59 ak. ⟨1892⟩ es drängte ihn, daheim zu sein G. Hauptmann (1942) I 1,244. 1975 (da) drängte es ihn geradezu, sich jemand mitzuteilen Bienek polka 287. 5 nachdrücklich, ungeduldig auf etwas bestehen, wobei nicht ausgedrückt wird, an wen die forderung ergeht; zweiwertig mit präpositionalobjekt (auf): 1532 (Alexander) hat des vatters laster etwas mit einer bescheydenheit fürtragen, damit er nit darfür gehalten wurde, als ob er als ein ankleger drauff treng Hedio Hegesipp 25a. 1663 das man aber so sehr drauf dränget, das die Teutsche auch teutsche namen solten gebrauchen Rist leben 21. 1899 wenn das reich auf eine verstärkung seiner flotte gedrängt hat jb. seeinteressen 1,29 N. 1970 trotz starken drängens der nicht-nuklearen auf festlegung einer substantiellen vertraglichen abrüstungsverpflichtung Grewe spiel 81. 6 selbst etwas nachdrücklich anstreben; zweiwertig, meist refl., mit präpositionalobjekt (nach, zu) oder infinitivsatz zur bezeichnung des für erstrebenswert gehaltenen: 1627 dieweil nun die Wende so sehr trengeten den possess in Sachsenland gantz ein zu haben Piderit chr. Lippiae 2,302. 1772 zu dieser unmittelbaren handlung wird man gewiß niemanden mit gewalt zwingen dürfen, sondern die einwohner werden sich häufig genug dazu drengen, wenn man ihnen nur ihren vortheil dabey vor augen legen .. kann Guden handlung 68. 1966 er drängte mit aller macht seiner genialen persönlichkeit nach dem klassischen, umfassenden, nach der großen form Zuckmayer stück von mir 42. D durch starken physischen druck eine lageveränderung herbeiführen, schieben, drücken. 1 jmdn., seltener etwas irgendwohin oder von einem platz fort schieben, drücken; dreiwertig mit akkusativobjekt und direktiver ergänzung: ⟨1301/19⟩ des in sîn wîp het gezigen, / an dem herzen im daz lac. / dâvon er alles für sich phlac / drengens als er tobt Ottokar öst. reimchr. 16483 MGH. 1756 so drengete ich die röhre gegen die oefnung Vogel kranken-gesch. 1,99. 1839 Sturm (drängt Kilian in die türe links) Nestroy 10, 221 B./R. 1973 als die polizisten abgefahren waren, drängte Kollmann die betrunkenen vom werksgelände Grün glatteis 92. 2 übertragen seit dem 18., breiter seit dem 19. jh., jmdn. gegen seinen willen in oder aus positionen u. dgl. nötigen, etwas gewaltsam in einen zusammenhang bringen: ⟨v1733⟩ sein erster eyffer hat ihn an ein werck gelenckt, / wo man die weite schrifft in ein systema drengt Pietsch gebundne schr. (1740)187. 1839 wo der nüchterne brauchverstand und eine platte hausmoral alles, was gefühl, glaube und ahnung heißt, in den hintergrund gedrängt .. hatte Tholuck verm. schr. 2,403. 1974 wie soll ich glücklich sein in einem beruf, in den du mich gedrängt hast Rinser esel 249. 3 einwertig; die bloße tätigkeit des schiebens, drückens. mit persönlichem subjekt: ⟨u1350/77⟩ in der chirchen ir hort und secht / dasman schreit und drengt Teichner 679,21 DTM. 1776 der menschen wunderliches weben, / ihr wirren, suchen, stoßen und treiben, / schieben, reißen, drängen und reiben Goethe I 16,125 W. ⟨1970⟩ um sie herum drängten, stießen und brüllten menschen Simmel Jimmy (1971)152. mit nichtpersönlichem subjekt: 1513 in einem wasserbad, darin̄ gesotten sein die ding die da trengen, zwingen vnd eng machen, als eycheln Rösslin roßgarten C 3a. ⟨1760⟩ wilde thiere .., welche der menschen kinder gesäuget haben, um nur der drängenden milch los zu werden Reimarus triebe (1762)318. 1837 wenn’s wasser (harn) drängt Droysen Aristophanes (1835)2,388. 4 physischen druck auf jmdn. oder etwas ausüben, jmdn. oder etwas schieben, drücken, pressen: 1483 da was ein geschrencke gemacht, das er (bischof) nit gedrengt wurde, so er abstunde mon. wormat. 594 B. ⟨1598⟩ es beschicht offtermals, daß ein schwangers weib, wanns getrengt wirdt, ohne sprechen: hie bin ich: das leben verleurt Albertinus sendtschreiben (1603)2,148b. ⟨v1747⟩ wird es (blut), durch stetes wiederholen des athems, .. ungemein gedruckt, gedrenget und gepreßt Brockes vergnügen 9(1748)202. 1808 das gewölbe drängt mich! – luft! Goethe Faust 2,196 ak. ⟨1884⟩ vornehme weiber stiegen aus ihren sänften und ließen sich drängen und drücken, um ein paar armringe .. zu erhandeln C. F. Meyer 12,52 Z./Z. E angreifen, vor allem militärisch unter druck setzen. 1 einen gegner angreifen, hart bedrängen; zweiwertig mit akkusativobjekt: 1336 ieman trengen, bekriegen oder bekuͤmbern obrhein. stadtrechte III 3,1,96. 1523/4 warumb mus ich so traurig gehen, weyl meyn feynd mich drenget Luther bibel 1,499 W. ⟨1616⟩ die compagnie deß vorzugs, wann sie gedrenget wirdt, soll sie kommen vnd sich stellen bedeckt an die spitzen der bataillon Wallhausen militia (1617)52. 1854 im jahre 557 brach in beiden provinzen eine allgemeine insurrection aus; der befehlshaber der jenseitigen ward hart gedrängt, der der diesseitigen völlig überwunden und selber erschlagen Mommsen röm. gesch. 1,498. 2 gelegentlich einwertig: 1787 ihre alten handfesten kerle hielten lange wieder, und wir drängten und schoßen und hieben, daß sie die mäuler verzerrten und ihre linien zuckten Goethe Egmont 1,8 ak. 1887 im laufe des 4. und 5. jahrhunderts wurden die Rheinlande von Rom dem unermüdlichen drängen der rechtsrheinischen völker überlassen Lamprecht rhein. gesch. 8. jünger von sportlichen angriffsaktionen: 1976 vom anpfiff an drängte die brasilianische mannschaft Duden wb. dt. spr. 2,564b. F sich unter ausübung physischen drucks gegen widerstand bewegen. 1 sich mit starkem körperlichem einsatz, auch eilig, rücksichtslos irgendwohin oder von einem platz fort bewegen; zweiwertig, meist refl., mit direktiver ergänzung: hs.14.jh. also solt du dich trengen zwüschent dien zwein engen steinen durch altdt. pred. 198 W. 1522 do .. hat Symeon sich vmb das kyndleyn Jesum gedrengt Guethel n. iar R 2b. 1650 man drängt sich in die kirch Klaj geburtstag 17. ⟨1754⟩ die rose, wann sie aus der knospe sich draengt Geszner schr. (1762)2,12. ⟨1833⟩ verzeiht, mein herr und kaiser! wenn ich vielleicht zur ungelegenen stunde mich in eure nähe dränge Birch-P. ges. dr. w. (1863)1,122. 1975 sie .. drängte sich durch die tanzenden Bienek polka 2282. 2 übertragen, positionen u. dgl. anstreben: 1360/70 nieman sich selben wellen kan, / .. da von solt sich nieman setzen / noch sich drengen an ein stat Teichner 306,5 DTM. ⟨1609⟩ was einer nicht gut vnnd freundlich meinet, daruͤmb drenget man sich gemeiniglich nicht sehr Olorinus ethographia (1614)3, K 1b. 1797 ein gewisser mann drängte sich zu der stelle eines kreis-marschalls und ward erwählt Merkel Letten 294. 1970 unmittelbar nach dem kriege drängten viele junge leute in den staatsdienst Drenker diplomaten 181. 3 sich in enger berührung, im gedränge gegenseitig vorwärts schieben, drücken, von einer menge von menschen, auch tieren gewächsen u. dgl.; einwertig refl.: 1670 die menschen .. lieffen und drängeten sich auf den gassen Zesen Assenat 200. 1781 die drängende menge von zuschauern Hasche beschr. Dresd. 1,99. 1973 vor der tür zum sitzungssaal 110 drängte sich die gesamte belegschaft Grün glatteis 200. –mit abstraktem subjekt: ⟨1734⟩ unsere gedancken .. drengen sich nicht, sondern gehen ohne alle ceremonie, wie sie die reihe trift, aus mutter-leibe hervor Liscow sat. chr. (1739)554. 1972 in meinem hirn aber drängten sich beide daten in derselben zelle Kant impressum 28. G zuständlich, selten. 1 seiner beschaffenheit nach etwas dringend erforderlich machen, keinen aufschub dulden; einwertig: ⟨1791⟩ mit schrot gemästet wird das schwein, / und als der winter dränget, / geschlachtet Voss s. ged. (1802)6,147. 1857 die zeit drängt zu sehr Moltke ges. schr. (1891)6,337. ⟨1919⟩ unter unmittelbar drängender gefahr Kafka erz. [1946]283. 1944 die zeit drängt Hafter juristen 117. 2 seiner inneren bestimmung nach etwas bestimmtes anstreben, teleologisch auf derartiges ausgerichtet sein; zweiwertig mit präpositionalobjekt (nach): 1844 im staate aber, dessen geistige natur nach der sprache drängt Bluntschli studien 199. 1956 wo sich neigungen und strebungen zu einem echten und starken berufswunsch verdichten, der nach realisierung drängt Scharmann arbeit 171.

dreng, n.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1386, Zeile 29
DRENG n.   s. gedränge.

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Zitationshilfe
„dreng“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dreng>, abgerufen am 07.12.2021.

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