Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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dresch, m.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1386, Zeile 29
DRESCH m.   nnl. dorsch. im älteren schwäb. bezeugtes nomen actionis zu dreschen vb. A. parallelbildung zu drasch m., dresche f., dreschung f., drusch m.: ⟨1566⟩ dann die früchte .. ziemlich nahe .. an dem dresch zusammen gehen (zusammenschrumpfen) in: Le Bret magazin 9(1785) 256. 1758 nach dem tresch, oder auf martini samml. württ. gesetze 14,720 R.

dresche, m.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1386, Zeile 38
DRESCHE m.   mhd. dresche. nomen agentis zu dreschen vb. A. das schwache mask. hat sich nhd. neben der konkurrierenden -er-abl. nicht behauptet: ⟨1264⟩ als .. hirte mit sîme stabe oder tresche mit sîme flegel Berthold v. Regensburg 1,90 P./S. 1532 hab ich geben den dreschen frucht zu dreschen pfälz. wb. 2,489.

1dresche, f.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1386, Zeile 44
1DRESCHE f.   verbalsubstantiv zu dreschen vb. A. in bedeutung 1 schriftsprachlich seit dem 16. jh. durch parallelbildungen wie drasch m., drusch m. sowie den substantivierten inf. ersetzt. in den bedeutungen 2, 3 und 4 im wesentlichen auf die mdaa. beschränkt. 1 nomen actionis: 8./9.jh. tritura dreska ahd. gl. 1,293,49 S./S. 1541 noch (d. i. nach) der dresche, so nechstkunftig Luther brw. 9,416 W. noch mdal. bad., lux. und nd. 2 dreschplatz, tenne: 1767 he steit up der droske brem.-ns. wb. 1,258. noch mdal. westf. und tirol. 3 dreschertrag: 1776 die drösche wenden Möser 5,304 ak. 4 dreschmaschine: 1807 Campe wb. 1,752b. noch mdal. bad., pfälz. und lux. bezeugt.

2dresche, f.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1386, Zeile 56
2DRESCHE f.   verbalsubstantiv zu dreschen vb. B. im 19. jh. aus omd. mda. in die umgangssprache gedrungen. prügel: 1843 wenn er sich sperrt, da kriegt’r dresche Willkomm sagen 1,290. 1974 vater .., Ernst eine noch niemals erlebte dresche ankündigend Härtling frau 120.

dreschen, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1386, Zeile 61
DRESCHEN vb.   (1) ahd. dreskan, mhd. dreschen. mnd. derschen; mnl. derscen, nnl. dorschen; ae. þerscan, þrescan, me. threshen, ne. thresh, thrash; norw. treske, dän. tærske; got. þriskan. an. þryskva, isl. þreskja, schwed. tröska mit ursprünglich präsentischem w-suffix. nächste außergermanische verwandte sind lit. trěskeͮti ‘knacken, prasseln’ und sutrẽ̌skinti ‘entzweischlagen’ sowie ksl. treͮskъ ‘donnerschlag’. mit diesen häufig zur idg. wz. *ter- ‘reiben’ gestellt, eher jedoch onomatopoetischen ursprungs. (2) ahd. starkes vb. III. das lautlich isolierte wort zeigt früh schwankende formenbildung: übertritt zu den starken vb. IV: ⟨u1160⟩hs.14.jh. dræschen (3. pl. konj. prät.) Heinrich v. Melk priesterleben 635 H./K. 1472/3 traschen (3. pl. ind. prät.) Schlüsselfelder decameron 511 LV; eindringen des präsensvokals in das part. prät. in anlehnung an die starken vb. V, vor allem al.: 1331/6 getröschen Wisse/Colin 415 Sch.; schwache flexion: ⟨1301/19⟩ gedrescht Ottokar öst. reimchr. 31127 MGH. hs.1387 droͤschet (3. sg. präs.) st. georgener prediger 29 DTM. im 17. jh. beginnende formale konsolidierung: im gegensatz zu seinen bald stark, bald schwach flektierenden mdal. entsprechungen ist schriftsprachlich dreschen starkes vb. geblieben; schwache flexion nur noch vereinzelt bei obd. autoren des 18. jhs. das part. prät. hat seine ursprüngliche gestalt bewahrt. doppelformen lediglich noch im prät.: 1672 ich trasch Grimmelshausen vogelnest I 8 Sch. dr.1600/25 trosch (3. sg.) volkslieder 32,48 U. 1696 dräsche (3. sg. konj.) Thomasius artzeney 416. 1666 sie droschen qu. Hof (1896)421 M. erst in der 2. hälfte des 18. jhs. setzt sich die o-form durch. drasch, draschen begegnen aber vereinzelt noch bis in die gegenwart. (3) t-anlaut obd. seit ende 13. jhs., im 15./16. jh. weit überwiegend, seit dem 17. jh. rückläufig, schriftsprachlich nach mitte 18. jhs. nicht mehr bezeugt; md. wesentlich seltener von ende 15. bis mitte 18. jhs. –schriftsprachlich nicht durchgedrungen ist auch die im nd. und einem teil der hd. mdaa. eingetretene rundung des vor sch geschlossenen e. ö-formen vom 14. bis 18. jh., mit schwergewicht im al. und nd.vom 16. bis ins 18. jh. gelegentlich begegnende ä-schreibung dürfte eher durch etymologische erwägungen als phonetisch bedingt sein, vgl.: 1616 dreschen, dräschen .. kompt her von dem wort dasch Henisch t. spr. 1,750. (4) während sich dreschen in seiner spezialbedeutung A im gesamten dt. sprachgebiet schriftsprachlich und mdal. synonymfrei bis in die gegenwart behauptet hat, ist es in der allgemeineren B seit anfang des 17. jhs. auf umgangssprache und mdaa. beschränkt. in den rein mdal. bedeutungen C, D, E erscheint es nur selten in literarischen texten. A getreidekörner, hülsenfrüchte u. dgl. durch schlagen aus ähre oder hülse lösen. 1 mit akkusativobjekt. a objekt ist die zu dreschende frucht: 8.jh. ubi granum trituratur thar man choron thrisgit ahd. gl. 1,39,28 S./S. ⟨1264⟩ die dâ korn treschent an dem tenne Berthold v. Regensburg 1,479 P./S. u1520 meins gnedigsten hern früchte zu schnyden vnd zu dreschen mainzer hof 22 M. 1669 ein scheur-denne, darin man erbsen gedroschen Grimmelshausen Simplicissimus 310 Sch. 1772 eine gedroschene garbe Hähn maschinen 42. ⟨1934/51⟩ es soll heuer womöglich alles mit der hand gedroschen werden Broch versucher (Zür. o. j.) 133. absolut: 1420 ieglich troͤscher, die ietzo hie ze Ulme treschent rotes b. Ulm 205 M. 1858 das vieh melken, .. dann dreschen Griesinger bilder 251. auch bei maschineller arbeitsverrichtung: ⟨1901⟩ jetzt kommt die maschine, einen tag lang, und alles korn ist gedroschen Frenssen Uhl (1917)72. zum sprichwort geworden ist Luthers übersetzung von deut. 25,4: 1523 du solt dem ochsen nicht das maul verbinden der do dresschet Luther bibel 8,634 W. 1717 man soll dem ochsen, der da trischet, das maul nicht verbinden Happe accise 99. redensartlich leeres stroh dreschen sich vergeblich abmühen, jünger auch altbekanntes wiederholen: hs.2.h15.jh. unvernunfft: / du hast dick manch ler stro gedroschenn mhd. minnereden II 13,385 DTM. 1601 lähr stro hab ich getroschen, / schabab ein körbl ist mein lohn, / die lieb ist außgeloschen Höck blumenfeld 97 HND. ⟨1924⟩ in den zeitungsredaktionen dreschen sie leeres stroh Tucholsky 1,1218 G.-T./R. – bildlich: hs.13.jh. sant Augustinus .. hat uns die heiligen scrift gedrosken unde gemalen altdt. pred. 3,209 Sch. ⟨1949⟩ diese alten parteien, die ihre alten parolen droschen .., obwohl es stroh war, das sie .. droschen Seghers ges. w. (1951)6,183. b objekt ist das dreschprodukt: ⟨u1280/5⟩ fivnf garbe sol man ie dem phærde gen .. oder als vil gedroscens habern schwabenspiegel 213a L. 1950 frisch gedroschenes getreide wird in flache haufen ausgebreitet Holtze/W. landwirte 30. 2 mit akkusativobjekt und direktiver ergänzung: ⟨u1270⟩ als man die arweiz drischet vz halmen vnd slovffet Albrecht v. Scharfenberg Titurel 6050,1 H. 1963 ob nackter oder bespelzter weizen, .. ob aus zäher ob aus spröder ährenspindel gedroschen Grass hundejahre 2163. B stark und anhaltend schlagen. 1 mit akkusativobjekt: hs.1387 zuo dem dritten mâl wart er (Christus) an der sul gedröschen mit mängem bitterlichen schlag altdt. pred. 87 W. 1946 um ihm (dem esel) dies abzugewöhnen, drischt ihn der eseltreiber Gerlach vierfüssler 27. bildlich jmdm. zusetzen: hs.2.h12.jh. opher .. ist gote geist der .. gedroskene, herce .. daz gediemuotigte windb. ps. 235 G. 2 mit direktiver ergänzung, auf, über, gegen, in, an etwas dreschen: ⟨u1230/40⟩ alsam ein jegere / ob eines hasen legere / ûf den busch drischet Stricker Daniel 3647 R. 1525 eyn teuffel, der yhn mit feusten schlahe, das ist, getrost auff yhn dressche Luther w. 17,2,152 W. 1968 einer drischt ans fenster Fussenegger pulvermühle 95. 3 mit akkusativobjekt und einer weiteren ergänzung. a mit affiziertem objekt: ⟨1870⟩ was wird der arme junge .. auszustehen haben, bis sie ihm das wieder aus dem leibe und der seele gedroschen haben Raabe 8,139 H. 1963 Bienkopp verspricht, Franz windelweich zu dreschen Strittmatter Bienkopp 170. b mit effiziertem objekt: ⟨u1285⟩ des wurden fiures blicke / ûz helmen dâ gedroschen Konrad v. Würzburg trojan. krieg 32685 LV. 4 intrans.: hs.E14.jh. min hertz klopft vnd drischet lieder saal 183,152 L. 1924 das blut in seinen schläfen hämmerte und drosch Spitteler dulder 132. 5 durch schlagen hervorbringen: ⟨1837⟩ den bravourwalzer .. drosch Ambrosia mehr, als sie ihn verstand Schumann (1891)2,24. besonders in bezug auf das kartenspiel: 1879 Liebig cultivirte sein whist mit .. ernst und .. eifer .. ‘jetzt wird noch einer gedroschen’ Dingelstedt bilderbogen 49. 1963 ein mann, .. bereit, in der herren-union einen deftigen skat zu dreschen Böll ansichten 261. C von B her übertragen, kräftig beim essen zulangen. nur mdal.: 1862 Lexer kärnt. wb. 69. 1965/8 südhess. wb. 1,1716. D schwatzen: 1623 deblaterare aliquid vicinis omnibus, von einem hauß ins andir klatschen vnd dreschen Corvinus fons 105. 1856 also beschloß sie .. die losen mäuler ungehindert ‘dreschen’ zu lassen Rank haus 102. noch mdal. südhess. E als fortbewegungsverb literarisch nur in zuss. wie ab-, herum-, hindreschen bezeugt. als simplex nur mdal.: 1872 durch den morast, durch’s koth dreschen Schmeller/F. bayer. wb. (1961)1,570. im 20. jh. vor allem noch wmd.

drusch, m.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1453, Zeile 35
DRUSCH m.   verbalsubst. zu dreschen vb. A mit der ablautstufe des part. prät. bildung des omd. und brand.- preuß. raums. in jüngerer zeit das bevorzugte fachwort unter seinen parallelbildungen, vgl. drasch m., n., 1dresche f. 1 nomen actionis. zuerst als grundwort einer zuss.: 1680 einen probdrusch verrichten gesch. brand. finanzen 1,668 B./W. als simplex: 1762 der tagelöhner .. hat im winter außer dem drusch, dem spinnen und der holz-arbeit .. kein verdienst staatsref. Kursachsen 357 Sch. 1970 das im leerlauf bald hellere, bald im drusch .. tiefdunkle brummen der dreschmaschine Schaper abend 78. 2 dreschertrag: 1936 gott habe die ernte geschützt, .. der regen den drusch nicht naß werden lassen Zillich grenzen 95. 3 das zu dreschende getreide: 1928 drusch .. wagen voll getreide zum dreschen Schön saarbrück. land 252a. 1976 drusch .. getreidelage beim flegeldrusch brand.-berl. wb. 1,1057.

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Zitationshilfe
„dreschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dreschen>, abgerufen am 07.12.2021.

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