Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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driesch, adj.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1390, Zeile 61
DRIESCH adj.   mnd. drēsch, drēsich; mnl., nnl. driesch. abl. von driesch m. oder lehnwort aus dem mnl. oder aus dem mnd. zur etymologie s. auch driesch m. ohne steigerungsformen nbf. dreesch, dreisch. zeitliche und regionale verbreitung ähnlich wie bei driesch m. unbebaut; vom ackerland: ⟨1477?⟩ ire erbschafft .. mügen sy verkeuffen, .. verzeren oder driesch vngehandhabt lygen layssen weist. 2,242 G. 1810 ein jeder sandiger boden .., wenn er häufig dreesch lieget und zur weide dienet Thaer grundsätze (1809)3,124. 1966 wie brach liegen wird auch d[riesch] liegen gesagt Paul/B. dt. wb. 138a. vom weinberg: ⟨1603⟩ des gotshauß wingart .., deren etliche driesch, etliche auch gar wust gewesen weist. Rheinprovinz 1,1,138. 1853 die dritteltrauben von 12 viertel weinberg, .., die zu einem drittel driesch lagen Stramberg antiquarius (1845) III 1,14. noch mdal.

driesch, m.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1391, Zeile 77
DRIESCH m.   (1) mhd. driesch. mnd. drēsch, drīsch; mnl., nnl. driesch. etymologie unsicher: lehnwort aus dem mnl. oder aus dem mnd. zu einer auch in verdrießen vb. überlieferten germ. wz. *þreu(t)- ‘ermüden, mangeln, untauglich werden’, mit sk-suffix zu idg. *treud- ‘quetschen, stoßen, drücken’. (2) starke flexion. das genus auch neutr. undbesonders mit formen auf -e – fem.stammvokal -ie-, -ee-, auch -ei- und -ö-; jüngere -ee-formen in historisierender verwendung. (3) älteste bezeugung in einem anfrk. ortsnamen des 9. jhs.: Thriusca Dittmaier esch und driesch (s. u.) 724, dann in einem westf. ortsnamen: hs.11.jh. in Thriuschon (dat. pl.) ebd. das wort ist vor allem im rhein. und westf. bezeugt, es beruht im nd. und md. östlich der Elbe auf nl. und westf. siedlereinfluß. hochsprachlich norddt. als terminus der agrarwissenschaften zu beginn des 19. jhs. aufgenommen, im 20. jh. meist historisierend oder lexikalisch. (4) lit.: Dittmaier esch u. driesch, in: aus gesch. u. landeskde. F. Steinbach gewidmet (1960) 704–726. ders., rhein. flurnamen (1963) 54. Teuchert d. sprachreste der nl. siedlungen d. 12. jhs. (1944)195. 1 zeitweise unbebautes, als weide dienendes ackerland, auch ruhender weingarten: 1200 terram incultam. quȩ in uulgari drysch. uel uenne dicitur urkb. Ndrhein 1,1,397 L. ⟨1686⟩ das zweyte (jahr) weyset den lehnman in den driesch weist. 2,368 G. 1756 auf der vormeligen mejerischen dreesche ost-fries. anzeigen 36. 1803 in diesem boden geräth .. der lein auf drösch oder zur zweiten saat Wedecke bemerkungen 1,125. 1939 noch blühte hier und da auf dem dreisch die hauhechel Jahn Gleichen 15. 1940/4 weide auf dem brachacker, der dresche Ziesemer preuß. wb. 2,107b. 1976 Duden wb. dt. spr. 2,570b. noch mdal. im nd. und md. 2 zustand des brachliegens: 1809 der sandigere boden .. braucht aus dem dreesche nicht vor winter umgebrochen zu werden Thaer grundsätze 1,327. 1823 da, wo weder braache noch dreische gehalten wird Schwerz ackerbau 1,219. 1948 wenn .. der humus .. bei schlechter entwässerung in der zeit des dreesches versauert Maier-B. düngung 11.

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Zitationshilfe
„driesch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/driesch>, abgerufen am 03.12.2021.

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