Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

drost, m.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1423, Zeile 27
DROST m.   lehnwort aus mnd. drost(e) m., der durch kontraktion entstandenen nd. entsprechung zu hd. truchseß m. 1DWB 11,1,2,1229. vgl. afrs. drusta, nl. drost. überwiegend schwache, vereinzelt starke flexion. ehemals in Nordwestdeutschland ein oft adliger, vom landesherrn mit der wahrnehmung eines amtes beauftragter, vor allem verwalter eines gerichts- oder verwaltungsbezirks: ⟨1279/98⟩ dher koninc sande vor sich hin / dhen kenzelere und dhen drozsten sin / und dhe amphlute an dhe stat braunschw. reimchr. 6678 MGH. n1576 fur zwei oder drei persohnen aber sol nicht sonderlich angerichtet (werden), sondern dieselben sollen ihre malzeit mit den drosten halten hofordn 1,239 K. ⟨1674⟩ (der amtsschreiber soll) sich gegen seinen fürgesetzten drosten oder amtmann ehrerbietig und bescheidentlich erzeigen in: Döpler d. rechnungsbeamte (1697)1,124. 1823 Amiechen hat jetzt den schwarzen pudel des drosten zum liebhaber Heine br. 1,120 H. historisierend: ⟨1939⟩ graf von Virneburg .. rät, den drost von Jülich, der den zwist veranlaßt hat, gleich mitzubringen Huizinga homo (1940)159. mit der beköstigung am hof beauftragter, sei es als inhaber eines hohen ehrenamts oder als tischdiener: ⟨E15.jh.⟩ koke, droste, schenken, nu weset vrisch / vnde beredet vns zal, tafelen vnde disch Immessen sündenfall 2374 K. n1576 den drosten, so fur uns aufgewartet, .. sol ein becher wein .. gegeben werden hofordn. 1,241 K. brautführer: ⟨1505⟩ (bei einer hochzeit soll man) auch nicht mehr dan zwolf drosten und zwelf junckfrawen von beyden teylen nach unserer vorfahren geboth bitten (Magdeb.) chr. dt. städte 27,233.

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Zitationshilfe
„drost“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/drost>, abgerufen am 03.12.2021.

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