Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

druseln, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1456, Zeile 2
DRUSELN vb.   norw. (mdal.) drusla ‘schleppend gehen rieseln; schütten’, isl. drusla ‘schleppen, schlendern; ohnmächtig sein’. iterativ zu einem in nd. drusen ‘nieseln; schlummern’, ae. drūsian ‘ermatten, stagnieren’, ne. drowse ‘schläfrig sein’ vorliegenden germ. vb. *drūsēn, das mit (lautsymbolisch?) gedehnter schwundstufe im ablaut zu *dreusan vb. ‘herabfallen’ (got. driusan, ae. drēosan, as. driosan) steht und mit diesem vermutlich zu *dhreus- ‘zerbröckeln’ , einer s-erweiterung der idg. wz. *dhreu- gehört. – nd. mundartwort. seit dem späten 18. jh. vereinzelt bei norddt. autoren. seit der 2. hälfte des 19. jhs. in die norddt. umgangssprache eindringend. im halbschlaf sein: 1776 glück genug daß er (jmd., der früh aufstehen mußte) nicht auch seine hausmüze anstatt der perüke im druseln ergriffen hatte! Hermes Sophie (1774)3,391. ⟨1899⟩ ich zog den kopf unter die bettdecke .. und druselte weiter Zobeltitz lichterfelderstr. (1911)76. ⟨v1945⟩ schlafstrauch, des .. beeren / den esser .. in druseln lullen Kolmar w. (1955)335.

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dreißigtage dunkelfarb
Zitationshilfe
„druseln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/druseln>, abgerufen am 20.01.2022.

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