Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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dufde, f.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1469, Zeile 68
DUFDE f.   s. diebde.

dufte, adj.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1471, Zeile 53
DUFTE adj.   lehnwort über rotw. tof aus jidd. tow adj. ‘gut’. zunächst in der gaunersprache, dann allgemeiner umgangssprachlich-salopp. 1 sehr angenehm, vor allem von personen: ⟨v1862⟩ wenn ein berühmter dufter gauner diese penne zum ersten mal besucht Levitschnigg leiche (1863)2,252. ⟨v1862⟩ ohne dufter bleier (vollgültige sechsermünzen) ebd. 2,256. 1905 die gegend war dufte (gut) Thomas kunden 111 H. 1972 ‘’n dufter kumpel iss gekommen!’ sagte Schwesinger Kempowski uns geht’s ja noch gold 335. 1976 das hat wieder d[ufte] geschmeckt Duden wb. dt. spr. 2,578a. 2 ironisch, tüchtig im negativen; attributiv: ⟨1935⟩ sie werden .. euch selbst ’ne dufte abreibung geben F. Wolf ausgew. w. (1951)3,49. raffiniert: 1967 ein d[ufter] gauner WDG 2,865a.

duften, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1471, Zeile 71
DUFTEN vb.   mhd. tüften, tuften. abl. von duft m. schwache flexion. das wort ist vereinzelt in mhd. und frühnhd. zeit bezeugt, zunehmend stärker erst seit der 2. hälfte des 17. jhs.; besonders im 18. jh. mit umlaut -ü- neben häufigerem -u-. 1 zu duft 1; strahlen, dampfen, atmen, dunstig oder frostig-feucht sein. besonders von rauhreif, dunst oder nieselregen. meist ohne ergänzung, vereinzelt auch mit unpersönlichem es und direktiver ergänzung: ⟨1180/90⟩ als man da sæhe tüften / ein guldeine masse obd. Servatius 1424 W. u1466 der tuftent regen auff dem kraut 1. dt. bibel 4,235 LV. 1770 die letzten .. zweige der luftröhre duften .. die luft in die schwammichten räume der lunge Haller, umriß 121. 1905 indes der hauch des weihers .. / .. duftend im dämmer schwebt Stadler dicht. 2,196 Sch. mdal. noch im rhein., schwäb. und pfälz. 2 zu duft 2. a einen lieblichen geruch haben; auch mit unpersönlichem es. mit direktiver ergänzung: 1645 (das veilchen) düftet weit und breit durch felder, büsch und saaten Birken pegnitz-schäferey 64. 1830 den garten, aus dem die rosen duften und glänzen Uhland (1865)1,44. 1963 (die einer rose verglichene stadt:) ihr neuer geist duftete weit übers land Andres mann 368. –mit akkusativ des inhalts: 1650 was sie (blume) balsamähnlichs tufftet Klaj geburtstag 13. 1822 und moschus duftete jedes haar Platen 3,82 K./P. ⟨1886⟩ Holz 1,263 F. mit direktiver ergänzung und akkusativ des inhalts: 1649 die rauchberge, die einen guten ruch von sich getufftet Klaj fried- u. freudenmahl D 1b. 1803 wo rund die wälder allgrüne, .. / aus tausend röhren erfrischung duften F. Schlegel I 5,349 B. mit angaben, wie oder wonach etwas gut riecht; mit präpositionalobjekt, vergleichenden modalen ergänzungen oder angaben: 1670 was duftet! / nach süssen honig-bluhmen? Dedekind schau-sp. 1, D 6b. ⟨1742⟩ die .. hügel fangen an, von einem gesunden klee zu düften belustigungen d. verstandes 2(1744)434 Sch. 1886 im lager, das von weihrauch duftet E. Schmidt charakteristiken 1,262. ⟨1970⟩ süßlich duftete weihrauch Simmel Jimmy (1971)185. absolut: ⟨1743⟩ bey dem geruche eines duftenden körpers belustigungen d. verstandes 2[1744]382 Sch. 1859 jetzt blühen deren (heilkräuter) so viel auf, daß es ringsum duftet Pocci komödienbüchl 1,96. ⟨1970⟩ tausend blumen .. dufteten und leuchteten in allen farben Simmel Jimmy (1971)699. b neutral, überhaupt oder einen bestimmten geruch haben; weit seltener als a, in ähnlichen verbindungen wie dort: 1729 Hederich promt. 691. 1740 (daß stoffe,) die .. nichts von beyden (öl oder salz) bey sich führen, auch einen schlechten geruch von sich dufften Rohr phyto-theol. 363. 1914 und kinderwagen duften milch und windel Herrmann-N. sie 29. 1968 wie es im pferdestall duftet Adler panorama 87. c unangenehm riechen; vereinzelt; absolut oder mit angabe, wonach es stinkt: 1919 den nicht übel aussehenden Franz Sch. stieß Annchen zurück, weil er ein wenig nach hering duftete Wobbe leben 1,58. 1960 die leichen duften in harmonischen symphonien Dürrenmatt blinde 13. 3 als übertragung zu 2, von einer von jmdm. oder etwas ausgehenden angenehmen wirkung, (angenehmes) verbreiten ausstrahlen; mit akkusativobjekt: 1772 freude düftet sein alter dereinst Ramler lyr. ged. 270. 1907 alte töne, / die duften erinnerungen R. Huch n. ged. 47. absolut: 1812 (gedichtsammlung:) das ganze duftet und tönt recht aus der fülle der jugend in: Kerner brw. 1,274 K. 1852 die duftende (geschwollene) zeitungsphrase Alexis ruhe 5,3. 1935 einen schönen, glänzenden, duftenden traum Lersch pulsschlag 10. mit weiteren angaben: 1831 eine that, die .. durch die jahrtausende duftet Heine 3,401 E. 1894 golden lachende maid, / .. du duftest nach heimat Mombert tag 30.

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Zitationshilfe
„duften“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/duften>, abgerufen am 07.12.2021.

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