Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

duftig, adj.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1472, Zeile 64
DUFTIG adj.   abl. von duft m. älter auch düftig, tüftig. überwiegend attributiv, daneben auch prädikativ und vereinzelt adverbial. 1 zu duft 1. a dunstig, leicht neblig, feucht: 1535 diser windt .. würdt je weitter je grimmiger vnnd tüfftiger der kelte nach Micyllus Tacitus 42a. 1755 die freyen blicke .. sehn .. noch zwanzig städte duftig liegen Uz 126 DLD. ⟨1931⟩ viele runde wölkchen .., eine duftige perlenschnur Carossa (1949)2,513. 1976 Duden wb. dt. spr. 2,578a. vom bukett des weins, zur bedeutung 3 überleitend: 1969/75 pfälz. wb. 2,597. attributiv bei einem anderen adjektiv: 1828 der wassersturz, .. / umher verbreitend duftig kühle schauer Goethe I 15,1,7 W. b berauhreift: 1660 daß .. die bawren (vom frost) düfftige bärt in die stadt gebracht haben Schwelin würt. chr. 526. noch mdal. im al., pfälz. und rhein. 2 übertragen. a hauchzart anzusehen; von textilien u. ä.: 1725 die farbe seines kleides, welches dufftig, zart und weich Triller betrachtungen 1,530 H. 1968 eins (kleid) für den abend aus duftigem georgette Zwerenz erbarmen 147. von farben, bildern, künstlerisch gestalteten texten: 1799 eine duftige pflaume, eine zart wollige pfirsche zu mahlen Goethe I 45,297 W. 1974 die kanten überblenden sich in duftigen pastelltönen Zeller lampenfieber 112. attributiv bei farbadjektiven und deren substantivierungen: 1725 des himmels dufftigs blau Triller betrachtungen 1,122 H. 1909 einige langgezogene, duftig graue, durchsichtige wolkige striche Lindau ausflüge 38. b eine angenehme atmosphäre ausstrahlend, berauschend vergeistigt: 1853 indieser fäulniß seine duftigsten orgien zu feiern B. Weber charakterbilder 425. 1959 Shakespeares duftigste komödien Kindermann theatergesch. [1957]3,88. c überaus zart klingend: ⟨1835⟩ (etude 22) gehört in die feengattung; durchaus leise zu halten, duftig und luftig, aeolsharfenmusik Schumann (1891)1,89. 1948 der subtilste strophen von Eichendorff und Hermann Hesse in duftige klänge löst Schuh schweiz. musik 24. 3 duftend; von angenehmem geruch: 1800 (das) erste veilchen, .. / das duftige pfand der neuverjüngten erde Schiller 8,78 nat. ⟨1875⟩ die duftige, wonnige rose Hamerling s. w. 8,44 R. 1966 immer will ich ihm (pferd) besseres heu geben, duftigeres, feineres Scholochow, ernte 148. vereinzelt im bild, übel riechend: 1918 ‘verflacht’, ‘versumpft’, ‘verwässert’ .. und wie all die duftigen dinge heißen, mit denen gewisse wandervögel unausgesetzt ihr eigenes nest zu bekleckern sich nicht schämen alt-wandervogel 13,26.

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Zitationshilfe
„duftig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/duftig>, abgerufen am 03.12.2021.

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