Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

duldsamkeit, f.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1478, Zeile 73
DULDSAMKEIT f.   abl. von duldsam adj. ein attr. steht zunächst im gen., später als präpositionalgefüge mit den präp. gegen und gegenüber. vor letztem viertel 18. jhs. nur lexikalisch bezeugt. 1 zu duldsam adj. 1. geduld, langmut: 1664 duldmuthigkeit oder duldsamkeit Duez dict. 2,107a. 1785 die königinn vertraut .. dem weisen manne ihr ganzes feines herze, die stille duldsamkeit ihres schiksaales Goethe Meister 1,166 ak. ⟨1831⟩ wie ihr eure ganze dulds mkeit aufbieten mußtet, mich zu ertragen Lenau s. w. 859 E. 1965 die kniefällige duldsamkeit, die ihre gefalteten hände dem stiefel entgegenstreckt, der sie ins gesicht tritt Kunert gast 271. 2 meist duldsam adj. 2 entsprechend, als konkurrenzbildung zu duldung f. C 2. nachsicht, toleranz: ⟨1781⟩ bey dieser duldsamkeit (gegenüber schlechten theaterstücken) Wieland I 10,125 ak. ⟨1854⟩ duldsamkeit gegen andersgläubige Keller 16,54 F. ⟨1963⟩ jeder wußte, daß Meternagel seinen töchtern nichts verbieten .. konnte – .. Wendland vergaß ihm diese duldsamkeit nicht Ch. Wolf himmel (1964)119.

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Zitationshilfe
„duldsamkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/duldsamkeit>, abgerufen am 16.01.2022.

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