Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

dung, m.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1496, Zeile 65
DUNG m.   mhd. tunge f. as. dung m.; afrs. dung m.; mnl. nnl. (landschaftlich) dong; ae. dung, dynge, me. dong, ne. dung; schwed. dynga, dän. dynge. herkunft unsicher: zu idg. *dhengh- ‘drücken, krümmen, bedecken worauf liegen? vgl. das auf diese wz. zurückgehende, aber schon etwa 200 jahre früher bezeugte dunk f. starke flexion; das genus bis etwa 1500 nur fem., seit der 2. hälfte des 18. jhs. mit ausnahme von mehreren mdaa. nur noch mask.nur singularisch verwendet. anlautendes d- zunächst vereinzelt seit dem 15. jh., vorherrschend seit dem 17. jh., verdrängt t- vollständig seit der 2. hälfte des 18. jhs. vom 16. bis 19. jh. begegnen auch umgelautete formen; der auslaut im 16. jh. auch -nch und -mb, im 17. jh. vereinzelt -m. das wort konkurriert besonders mit mist m., besserung f., jünger in teilbereichen mit 2dünger m. und düngemittel n. 1 düngung als zuführung von nährstoffen zu pflanzen oder zum boden: 12.jh. stercoratio tunga ahd. gl. 3,118,9 S./ S. 1539 die wilden felder, die sie (bauern) mit der dunge oder mestung nit erreychen koͤnnen Bock kreütterb. 2,22b. 1780 den schlamm der flüße, teiche, seen, des meeres (limum) welcher zur dünge der felder .. tauget Popowitsch vers. 340. düngungsfolge: ⟨1569/70⟩ das mehr dann zwei getreide in einer tünge gebauet (werden) haushaltung in vorwerken 66 E./W. 1818 das übrige (land) ist mehrst scharfsandig in 3jährigen dung stehend Arends Ostfriesland 1,394. 2 gegenständlich. a im hinblick auf die verwendung für pflanzen oder erdboden bestimmte nährstoffe, vor allem natürlicher dünger gegenüber künstlichem dünger: 1538 so sie (bohnen) erwachsen seind, soll man sie wider vmbstürtzen, so gibt es den reben überaus guͦten dünch Herr ackerwerck 196a. 1790 (Neckar,) der seinen schlamm als dünger zurück lässet; manche hier gelegene unartige wiesenplätze aber können auch durch dung den guten nicht gleich gemacht werden Rösler beytr. (1788)2,53. 1817 wir säen klee, gut, aber ohne der letzten saat .. düng zu geben Rüder ständewesen 14. 1969 die wollten die faulen apfelsinen in ihren kleingärten als dung unterbuddeln Nossack sieger 83. von da her: ⟨E12.jh.⟩ daz (märtyrerblut) waz ain tunge dirre werlt, wan da wuͦhs diu heilige christenhait von an dem heiligen glouben altdt. pred. 3,251 Sch. ⟨1675⟩ deßwegen das blut der märtyrer für die kräfftigste dunge derselben (christen) gehalten ist worden Spener desideria (1680)6. b im hinblick auf die herkunft, mist; (vor allem feste) tierische und menschliche ausscheidungen, auch abfall: 1669 alle diese nutzung (des schafs) aber rechne ich nur halb gegen die dunge Wegener oeconomia 61. 1674 so gern hat der wachholderpaum das feir, ia sogar sein aschen, den tung Abraham a S. Clara w. 1,195 ak. 1826 daß hier der dung aus der stadt angekauft, und nicht .. auf den gütern selbst erzeugt wird Thünen staat 1,3. ⟨1909⟩ wo vieh geht, liegt dung Löns s. w. 6,265 C. 1946 als brennstoff verwenden die gebirgsindianer den dung der lamas Gerlach vierfüssler 115. besonders aus exkrementen und einstreu bestehender stallmist: ⟨v1483⟩ nachdem bißhero wider alt herkommen die tung auß dem markt sehr verkauft .. worden öst. weist. 8,723. 1682 die mängel des grundes zu bessern. .. das geschicht mehrertheils mit dung, mit sand, mit aschen und dergleichen Hohberg georgica 1,332a. 1823 also solches (vieh) bei ungünstiger zeit aufstallen, den dung .. unter dem vieh liegen zu lassen Schwerz ackerbau 1,211. 1965 dreck schippten wir, stapelten dung Kirsch gespräch 76. von da her: ⟨1916⟩ so streust du (eine Marie vom lande) über das gelände (des sündenbabel Berlin) / den dung und die entrüstung hin Tucholsky 1,224 G.-T./R. c misthaufen: 1670 daß er (kürschner) auch kein abschrödlin von dem beltzflecklin hinwarff oder in die dung kommen liesse Grimmelshausen Courasche 99 Sch. 1938 daß ihr .. euch im dung versteckt Haushofer Sulla 125.

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Zitationshilfe
„dung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dung>, abgerufen am 07.12.2021.

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