Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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dunkeln, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1511, Zeile 37
DUNKELN vb.   abl. von dunkel adj. schwache flexion. die ahd. differenzierung -ên-vb. (vorgang) und -jan-vb. (tätigkeit) ist seit dem mhd. aufgegeben worden. perfektbildung mit sein oder haben. in der gegenwartssprache vorwiegend gehoben oder poetisch, allgemeiner ist dunkel, finster, düster sein, werden oder machen, ähnlich auch in den mdaa. 1 zu dunkel adj. 1 c. vom verlust oder von der einschränkung der sehfähigkeit. trübe, schwachsichtig werden auch unpersönlich: 9.jh. caligauerunt nibulton tunkileton ahd. gl. 1,273,56 S./S. ⟨u1300⟩ daz im nicht tunklet sin gesicht Heinrich v. Hesler apokalypse 8491 DTM. 1756 mein dunkelnder blik Geszner idyllen 30. 1909 obwohl es ihr oft vor den augen dunkelte und der schwindel sie zu übermannen drohte Braun mem. 1,14. ähnlich: 1840 eures (fenster) wird auch dunkeln einmal Alexis Roland 1,80. vereinzelt mit akkusativobjekt: 1631 die augen dunkeln mich (werden mir trübe) Fleming ged. 1,4 LV. 2 zu dunkel adj. 1 a. a vor allem als witterungsverb vom einbruch oder vom herrschen der dunkelheit, als vorgang oder zustand. häufig unpersönlich, aber auch mit subjekten wie nacht, tageslicht oder von der dunkelheit betroffenen gegenständen. finster werden oder sein: ⟨v1022⟩ ioh selbêr iupiter tuncheleta (caligavit) fore sînero skînbâri Notker 2,86 ATB. ⟨1444⟩ der tag begund tunckeln Hartlieb Allexander (1478)12b. 1839 es war (am morgen) schon leben in der .. fast zu sehr dunkelnden allee Lengerke reise 29. 1963 es dunkelt Strittmatter Bienkopp 222. bildlich: ⟨1956⟩ (eine stimme im radio) sie leuchtet und sie dunkelt Benn 1,591 W. vereinzelt unpersönlich refl.: ⟨u1733⟩ es dunckelt sich Drollinger ged. (1743)11. als tätigkeit, etwas verdunkeln: ⟨v1022⟩ daz ter mâno .. tunchele die anderen sternen Notker 1,1,43 ATB. 1912 was dunkelte jäh meiner lampe schein? Falke ges. dicht. 2,126. ähnlich: ⟨1875/6⟩ da sie (lindenbäume) allzu sehr ins haus gedunkelt .. hätten Storm s. w. (1899)3,210. b dunkel leuchten, auch unpersönlich: 1904 in seinen augen begann es zu dunkeln hochland 1,1,570. 1926 in ihren augen dunkelte die begierde nach dem grausigen Sudermann professor 238. 3 von 2 her, mit anlehnung an dunkel adj. 3. meist von tätigkeiten und zuständen, vereinzelt von vorgängen. a (etwas) verwirren, beeinträchtigen: 11.jh. hebetant tunclent ahd. gl. 2,658,15 S./S. 1.h16.jh. daz .. dero anschleg .. gottes wort düncklend u. verwirrend schweiz. id. 13,720. etwas verbergen, vertuschen: 1539 nach meuchelts (eine nachricht) und tunckelts der guͤtige frome fuͤrst so geschwinde Luther w. 50,420 W. b als etwas unklar-unfreundliches, drohendes dasein: 1772 wo herrischer troz dunkelte Voss s. ged. (1802)3,20. ⟨v1945⟩ meine jugend .., / ihrem ruder unerreicht, / dunkelt fern der tod Kolmar w. (1955)110. getrübt werden: 1867/8 gedächtniss, das niemals dunkelt Jordan Nibelunge 1,170. c vom mienenspiel, düster sein, etwas oder sich verfinstern: 1865 zu dieser zeit .. dunkelte schon .. stets eine zornwolke auf der empereurstirne Scherr Blücher 2,337. 1909 mit jenem blick, der unter kränzen dunkelt Weigand garten 127. 4 zu dunkel adj. 1 b. als vorgang oder zustand, einen dunklen farbton annehmen oder besitzen; vereinzelt früh: ⟨1349/50⟩ (smaragd,) des grüen weder von der sunnen dunkelt noch von anderm lieht Konrad v. Megenberg b. d. natur 459 P. dann erst seit dem 19. jh.: 1828 wo das blau des himmels in finsterer schwärze dunkelt Görres 15,59 Sch. 1973 das frotteetuch dunkelt Lenz vorbild 69. von den augen: ⟨1793⟩ entsezen umströmt’ ihm (Äneias) die dunkelnden augen Voss ilias (1802)2,213. als tätigkeit, etwas dunkel färben: 1832 (methode, die stoffe) hierauf mit gelbholz, .. mit blauholz zu dunkeln Schrader wollenfärberei 125. 1972 regen dunkelt und hellt farben auf Kant impressum 31.

dünkeln, vb.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1512, Zeile 28
DÜNKELN vb.   abl. von 2dünkel m. 1 von eigensinnigem die offenbarungswahrheit verfehlendem denken: 1522 aber wiltu dem boͤßen feynd nit ynß netze fallen, ßo laß yhr (der ‘schullehrer’) klugelln, dunckelln und subtiliteten faren und hallt dich an diße gotliche wort Luther w. 10,1,1,193 W. 2 in konstruktionen wie dünken vb.; sich fälschlich einbilden: ⟨1775⟩ und dünkelt ihm es wär kein ehr / und gunst die nicht zu pflücken wär. / geht aber doch nicht immer an Goethe Faust 1,70 ak. 1831 wenn man der jugend reine wahrheit sagt / .., sie aber hinterdrein nach jahren / das alles derb an eigner haut erfahren, / dann dünkeln sie es käm’ aus eignem schopf ders., I 15,1,97 W. 1847 (jene) brut, / die den namen menschen führet, / und sich herrn der schöpfung dünkelt Heine s. w. 2,182 W.

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Zitationshilfe
„dunkeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dunkeln>, abgerufen am 08.12.2021.

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