Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

dunstig, adj.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1527, Zeile 56
DUNSTIG adj.   abl. von dunst m. älter nicht selten dünstig. 1 zu dunst 1. nur ahd.; attributiv; stürmisch: 10.jh. (uentosa [per aequora]) tunstigen ahd. gl. 4,337,17 S./S. ⟨v1022⟩ dunestîge uuinda Notker 3,3,1048 ATB. 2 zu dunst 3. attributiv und prädikativ. a dunst abgebend. α dampfend, ausdünstend, schwitzend: ⟨E13./A14.jh.⟩ wie tühtic Gêdêône / wart dunstic truht der touwes vollen / wollen Frauenlob leiche II,10,9 E. 1585 starcke, duͤnstige vnnd milte weine Rätel schles. chr. 2,31. 1740 die pflantzen .. besitzen ein subtiles und auch dunstiges oel Rohr phyto-theol. 411. β qualmend, rauchend: 1576 mit einem tünstigen rauch Thurneysser confirmatio 103a. b dunsterfüllt, im dunst liegend. α trübe, leicht neblig; dominierender gebrauch: ⟨1562⟩ in solchem kalten, feuchten, duͤnstigen, schweblichten, schwadichten, vnnd vergifften wetter (unter tage) Mathesius Sarepta (1571)146b. ⟨1630⟩ vom schatten der dünstigen lufft Crüger cupediae [1631] K1a. 1795 dunstig bescheint leichen der mond Matthisson ged. 1,126 LV. 1972 mehr zum fluß hin wurde es auch etwas dunstiger Nossack melodie 167. gasförmig: 1676 ihre (des mondes) atmosphaeram (das ist, ihren dünstigen kreys) Francisci lusthaus 452. 1725 ein unsichtbar dünstigs wesen (die luft) Triller betrachtungen 1,35 H. dumpf, feucht: 1838 weil seine kleider nach den dunstigen kellern und hofwohnungen riechen Mundt spaziergänge 1,310. ⟨1920⟩ aus dunstiger kammer Werfel dr. 1,157 K. beschlagen: 1898 der weiche regen / .. tröpfelte sacht, .. / an die dunkelen dunstigen scheiben Hart triumph 35. β verräuchert von räumen: 1959 in den hinterstuben dunstiger bierlokale Eggebrecht volk 9. vereinzelt älter vom brandgeruch (?) ⟨1784⟩ an einem orte .., der .. von dem verbrennen ganz ausgedorrt und dunstig war Stoll, heilungsmethode (1787)2,1,69. 3 von 2 her übertragen. attributiv und prädikativ; schemenhaft, verschwommen, unklar: 1808 daß ihr zusammenstürztet wie ein dunstig gespenst Görres 3,344 Sch. ⟨1841/2⟩ die musik war tief und dunstig Hehn reisebilder (1906)72. ⟨1920⟩ langsam wurden die dinge dunstig und zerstückt Schaeffer Helianth (1924)1,571. 4 aufgedunsen; attributiv und prädikativ: 1741 dünstig, oder dunsig Frisch wb. 1,211c. ⟨1910⟩ das dunstig feuchte gesicht Lienhard ges. w. (1924) I 2,65.

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Zitationshilfe
„dunstig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/dunstig>, abgerufen am 06.12.2021.

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