Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

durchdringend, adj.

Fundstelle: Band 6, Spalte 1586, Zeile 28
DURCHDRINGEND adj.   lexikalisierung des part. präs. von 1durchdringen vb. nachhaltig wirksam. a von substanzen, witterungserscheinungen u. dgl.: ⟨1349/50⟩ wenn man si (eine nuß) ze vil nützet, sô krenkt si daz hirn, dar umb, daz si durchdringender nâtûr ist Konrad v. Megenberg b. d. natur 372 P. 1770 eine durchdringende wärme Zückert luft 39. 1972 das zimmer riecht durchdringend nach chlor Rinser grenzübergänge 13. b von gefühlen, eigenschaften, geistigen inhalten: hs.1479/80 o gotförmiges wort, durch tringender den kein durch schnidendes scharffes swert Bonaventura dt. 351 R. ⟨1675⟩ eine rechte hertzliche, durchdringende reu Scriver seelen-schatz (1681)1/3,348. 1956 eine sehr spürbare ödigkeit und schwäche bemächtigten sich seiner, lähmten fast die zunge, beraubten ihn seiner sonst sehr durchdringenden fähigkeit zur überredung Doderer dämonen 217. c optisch, akustisch: 1644 die natur habe aus keiner anderen vrsach jhr etwas kleinere äugelein als den anderen beyden zugeeigenet, denn damit allein selbige desto schärffer vnd durchdringender sein möchten G. A. Richter Desmarets, Ariana 1,370. 1831 die glocke die einen gellenden durchdringenden ton erschallen läßt Goethe I 15,1,92 W. 1973 ein schwaches fernes geräusch, dem man zuhört, ist so durchdringend wie eins, das laut und nah ist Walser sturz 180.

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Zitationshilfe
„durchdringend“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/durchdringend>, abgerufen am 04.12.2021.

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