Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

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aller-.

Fundstelle: Band 2, Spalte 344, Zeile 46 [Pfeifer]
ALLER-. ursprüngl. gen. plur. (selten sing., s. z.b. allerschlacht) von all indef.pron., der (1) als erstes glied in zusammenrückungen mit substantiven indefinitpronomen (1 a) und adverbien (1 b) bildet. die anfangs deutlich auf den gen. plur. weisende endung des substantivischen gliedes (s. allerhand u. vgl. z.b. mhd. allerdinge) kann in späterer zeit durch adverbiales -s ersetzt werden (frnhd. allerdings); neuerungen können gleich mit adverbialem -s gebildet sein (s. allerorts. aller- im gen. plur. mit substantiven liegt auch vor in den unter 1 c genannten bezeichnungen für kirchenfeste. hauptsächlich jedoch (2) tritt aller- bedeutungsverstärkend vor im superlativ stehende adjektive (2 a) und, allerdings weit seltener, vor superlativische adverbien (2 b). nur vereinzelt wird es auch zu positiven gestellt, vgl.: allereinzig adj.: 1803 mir zu verzeihen/ meine allereinzge lüge Herder 28,510 S. 1811 du (Marie v. Kleist) bist die allereinzige auf erden .., die ich jenseits wieder zu sehen wünsche Kleist 5,433 Sch.; allermitleidend part. adj.: 1710 das allermitleidende landes-vätterliche hertze des kaysers Köhler schles. kern-chr. 1,409. 1 aller- ‘jeder’, plur. ‘sämtliche(vgl. all indef.pron. A 2 und B). a indefinitpronomen bildend (ahd. und mhd., danach kaum neubildungen aber s. allerart):-art; -hand; -künne; -lei; -mann; -männiglich; -schlacht. b adverbien bildend (seit mhd. zeit, neubildungen noch im 19., dichterisch im 20. jh.)-dings (älter-dinge); -ecken: 1841 er .. wanderte .. der stadt zu, wo die polizeidiener .. schon allerecken .. lauerten archival. forsch. arbeiterbewegung 5,1,141 S.;-enden; -landen: ⟨1956⟩ erinnre dich! du weißt jetzt allerlanden:/ wer treu ist, wird im frühlicht heimgeführt Bachmann ged. (1966)40;-orten; -orts; -seits; -wärts; -wege(n); -weil; -zeiten: ⟨1880⟩ allerorten und allerzeiten Anzengruber 35,179 B. c bezeichnungen für kirchenfeste:-heiligen(abend, -fest, -tag); -seelen(fest, -tag). 2 bildungen mit verstärkendem aller- drücken die höchste quantität oder qualität der jeweiligen bedeutung des grundwortes im verhältnis zu allem vergleichbaren aus. der bildungstyp ist heute noch produktiv. die beleglage erlaubt jedoch keine lückenlose darstellung der einzelnen bildungen. a verstärkendes aller- bei superlativischen adjektiven, seit ahd. zeit produktiv. prinzipiell kann sich jedes superlativische adjektiv mit aller- verbinden (vgl. dazu auch z.b. die in 1DWB, Reichel Gottsched-wb. u. GWB verzeichneten bildungen, unter ihnen zahlreiche ad-hoc-bildungen ohne bezeugungskontinuität)-achtbarst: ⟨n1400⟩ Johann v. Saaz ackermann 25,19 H./J.;-allgemeinst; -alltäglichst: ⟨1840⟩ Arndt 1,300 R./M. ⟨1974⟩ Fühmann erfahrungen (1975)176; -ältest; -andächtigst: 1669 Grimmelshausen Simplicissimus 299 Sch.;-angelegentlichst: 1852 Hebbel III 4,376 W.;-angenehmst -anständigst: 1772 Lessing 2,445 L./M.;-ärgerlichst: ⟨1534⟩ (nachschr.) Luther w. 37,401 W. 1864 Hettner gesch. dt. lit. (1862)2,173;-ärgst; -ärmst; -artlichst: 1669 die aller-artlichste oder visierlichste narren Grimmelshausen Simplicissimus 130 Sch.; -aufrichtigst: 1707 Elisabeth Ch. v. Orleans br. 2,21 LV. 1743 Gottsched Bayle, wb. 3,46a;-äußerlichst: 1862 Hettner gesch. dt. lit. 1,133. 1911 Foerster schuld 58;-äußerst; -baldigst: 1807 Werner br. 2,83 F. 1847 Hebbel II 3,175 W.;-bangst: ⟨v1918⟩ Rosegger ges. w. 30(1922)108;-barmherzigst: ⟨n1400⟩ Johann v. Saaz ackermann 1,205 H./J.;-bequemst; -beschwerlichst: 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,56b. ⟨1742⟩ Rabener s. schr. (1777)1,206; -best; -beständigst; -beständlichst beständigst, dauerhaftest: 1530 in der alre bestentlichster wyse in: Wrede altköln. sprachschatz 97b. 1544 ebd.;-beweglichst; -bewundernswürdigst: 1798 athenaeum 1,58 faks.;-billigst; -bitterst; -bösartigst: 1777 L. Mozart br. 1,311 Sch. 1847 Hebbel III 4,92 W.;-bösest; -boshaftest: 1744 Gottsched Leibniz, theodicee 148. 1755 Lessing 2,85 L./M.;-bündigst; -christlichst; -demütigst; -demütlichst: ⟨1481/2⟩ bidden .. so wir allerdiemietlichste .. kunnen (Köln) chr. dt. städte 14,929. 1499 in: Wrede altköln. sprachschatz 97b;-deutlichst -dickst 2;-dienlichst: 1522 in: Luther brw. 12,32 W. 1653 Chemnitz schwed. krieg (1648)2,765b;-dringlichst: 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,39. 1987 eine allerdringlichste versammlung Hacks Liebkind 21;-dümmst; -dunkelst: 1727 Gottsched in: Reichel Gottsched-wb. (1909)1,106a. ⟨1839⟩ Tieck (1828)26,420; -durchlauchtigst; -dürftigst: 1832 Hebbel III 8,2 W. 1967 Seghers blau 26;-echtest: ⟨1839⟩ Tieck (1828)26,372;-edelst; -ehrerbietigst: 1750 Klopstock br. 40 L.;-eifrigst: 1741 wurden sie die allereifrigsten, den Aurelian zu verehren Gottsched Bayle, wb. 1,406a. 1873 Kudlich rückblicke 1,162;-eigenst; -eigentlichst: 1744 in dem allereigentlichsten verstande Gottsched Bayle, wb. 4,609. 1774 Hamann 3,125 N.;-einfachst; -einfältigst; -ekelhaftest: 1844 Schopenhauer 3,92 H.;-elendest; -empfindlichst; -engst: 1874 Treitschke br. 3,2,401 C. 1902 Siebs entwicklung 68;-ernstest: ⟨v1918⟩ Rosegger 30(1922)104;-erschrecklichst: 1669 Grimmelshausen Simplicissimus 67 Sch. 1705 J. Meier Smyrna 685;-ersprießlichst: ⟨1731⟩ die allerersprießlichsten dienste Gottsched Cato, in: Reichel Gottsched-wb. (1909)1,108b. 1898 Kainz br. 174 N.;-erste; -ewigst: 1669 Grimmelshausen Simplicissimus 457 Sch.;-famosest: 1786 das allerfamöseste pasquill J. G. Müller Emmerich 1/2,33;-fatalst: ⟨1841⟩ Tieck (1828)26,492; -feindst: ⟨1541⟩ (die Römer) solten die von Carthago, die jnen vorzeiten am allerfeindsten gewesen, mit aller macht vertilcken Boner Plutarch (1555)1,226a;-feinst; -fernst; -festlichst: 1451 in: Wrede altköln. sprachschatz 98a;-fettest: 1843 junge generation 78 faks.;-finsterst: ⟨1823⟩ Tieck (1828)17,236;-flachst: 1790 Gottsched war ein pedant, von der allerflachsten .. art in: Zimmermann fragm. 1,184;-fleißigst; -förderlichst: ⟨1525⟩ alle .. beschwerden .. zum allerfürderlichsten zuͦ erörtern chr. bamb. 2,24 Ch.; -freundlichst; -freundschaftlichst: 1844 Hebbel III 3,123 W.; -fröhlichst: 1472 Eyb dt. schr. 1,57 H.;-frömmst; -fruchtbarst: 1741 Gottsched in: Reichel Gottsched-wb. (1909)1,110a. 1864 eine der allerfruchtbarsten und erfolgreichsten thaten Lessing’s Hettner gesch. dt. lit. (1862)2,525;-frühest; -füglichst; -funkelnagelneuest: 1826 Hauff 5,8 F.;-fürchterlichst: 1844 Hebbel III 3,47 W.;-furchtsamst: 1374 unser allervorchtsamist (‘gefürchtetster’ ) vnd genedigister herre in: Hintner beitr. z. dt. wb. (1907)2b. 1750 bey der allerfurchtsamsten (‘scheuesten’) .. liebe ist noch einige hofnung, einmal geliebt zu werden Klopstock br. 40 L.;-garstigst: 1669 Grimmelshausen Simplicissimus 108 Sch.;-geduldigst: 1663 Pallavicino, außerles. w. 544. 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,245; -gefährlichst; -geheimst; -gehorsamst: 1584 ohn alles wider reden auffs aller gehorsamist Ferdinand II. v. Tirol speculum 28 HND. 1669 Grimmelshausen Simplicissimus 253 Sch.;-geistreichst: 1669 die aller-geistreichste .. theologi Grimmelshausen Simplicissimus 216 Sch.;-gemeinst; -gemütlichst: v1888 Storm brw. 100 T.; -genauest; -geringst; -geschwindest: 1546 (nachschr.) Luther w. 51,143 W. 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,647a;-getreuest; -gewaltigst: ⟨n1400⟩ Johann v. Saaz ackermann 29 H. ⟨1883⟩ Heyse [1924] I 4,394;-gewissest; -gewöhnlichst; -gleichest: 1349 (Straßb.) chr. dt. städte 9,936. 1452 strassb. zunft-verordn. 374 B.; -glückseligst; -gnädigst; -gottlosest; -grauen-haftest: ⟨1864⟩ Storm 2,292 K.;-grausamst; -greulichst; -grimmigst: 1670 Zesen in: dt. lit. 3,385 K. 1705 J. Meier Smyrna 644.;-gröbst; -großmächtigst: ⟨v1605⟩ Ayrer d. ä. 2,929 LV;-größt; -günstigst -gütigst; -härtest; -heftigst; -heiligst; -heilsamst: 1522 Luther w. 8,490 W. ⟨1725⟩ Gottsched in: Reichel Gottschedwb. (1909)1,114b;-heimlichst; -hellst; -herzlichst; -hinterst: ⟨1554/62⟩ Schmidel Süd-Amerika 113 LV;-höchst; -holdseligst; -hübschest; -huldreichst; -hurtigst: 1669 Grimmelshausen Simplicissimus 161 Sch. 1708 Walther praecepta 41 B.;-innerst; -irdischst: ⟨1905⟩ Kröger nov. (1914)1,256;-jämmerlichst: 1905 Storch wege 198;-jüngst; -kältest; -katholischst: 1868 Reuter br. 716 W. 1893 Fontane (1919)II 5,338 jub.;-ketzerischst: ⟨1531⟩ den (Apelles) heyßt Theodotion den aller ketzeristen ketzer Franck zeitb. (1536)2,94b;-keuschest; -kläglichst; -klarst; -kleinst; -klügst; -kostbarst; -köstlichst; -kraftlosest: ⟨1538⟩ Luther tischreden 4,46 W.;-kühnst; -kunstreichst: 1533/4 Aristoteles, der allerkunstreichist haid Turmair 4,2,626 ak.;-kürzest -lächerlichst; -langsamst: 1708 Walther praecepta 41 B.; -längst; -langweiligst: ⟨v1825⟩ Jean Paul in: W. Hoffmann wb. (1861)1,111a. 1985 Hacks binsen 75;-lebendigst: 1910 G. Hauptmann Quint 209;-leichtest; -leichtsinnigst: 1864 Raabe 6,223 H.;-letzt; -lieblichst; -liebseligst: ⟨v1660⟩ allerliebseeligstes hertze (anrede) Czepko geistl. schr. 172 M.;-liebst; -liederlichst: 1643 Moscherosch cura 38 HND. 1743 Gottsched Bayle, wb. 3,87a; -löblichst; -lustigst; -lustsamlichst: 1478 Niclas v. Wyle translationen 23 LV;-mächtigst; -mehrst: 1535 potissime allermerst Dasypodius dict. T 4a. 1745 unsere allermehresten handlungen J. F. Jacobi betrachtungen 2,30;-meist; -merklichst: 1725 Gottsched in: Reichel Gottsched-wb. (1909)1,118b. 1809 Goethe I 20,230 W.;-merkwürdigst; -mildest; -mindest; -modernst; -möglichst; -mutigst: ⟨1534⟩ (nachschr.) Luther w. 37,403 W.; -nachdenklichst: ⟨1835⟩ Tieck (1828)21,293;-nächst; -neuest; -neulichst; -nichtsnutzigst: ⟨1905⟩ Kröger nov. (1914)1,256; -nichtswürdigst: 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,684b. 1755 Lessing 2,88 L./M.;-niederträchtigst: 1726 nach den trieben der allerniederträchtigsten begierden tadlerinnen 2,388 G. ⟨1887⟩ Ebner-E. 5(1905)149;-niedlichst: 1652 Harsdörffer trincirb. 176;-niedrigst -nötigst; -notwendigst; -nützest: 1525 flugschr. ref. 2,436 C. 1529 Luther bibel 12,74 W.;-nützlichst; -oberst; -ordinärst: ⟨1841⟩ Tieck (1828) 26,490;-östlichst: ⟨1949⟩ Seghers d. toten (1950)110;-prosaischst: 1864 Reuter br. 581 W.;-realst: 1781 Kant reine vernunft 583. 1844 Schopenhauer 3,400 H.; -rechtest allergerechtest: 1303/08 rechtsqu. Bremen I 2,42 E. ⟨1532⟩ daß Christus sei der allerrechteste, barmherzigste Luther tischreden 2,68 W.;-redlichst; -reichst; -reifst: 1669 Grimmelshausen Simplicissimus 216 Sch.;-reinlichst: 1524 hofordn. 1,186 K.; -reinst; -richtigst; -ruchlosest: 1743 Gottsched Bayle, wb. 3,142a. 1787? in: Schleiermacher leben in br. (1860)1,64;-sachtest: 1708 Walther praecepta 41 B.;-schädlichst: 1524 Luther w. 15,31 W. 1743 Krüger d. geistlichen 100 faks.;-schändlichst: 1541 Luther w. 51,525 W. 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,155a;-schärfst; -schlechtest; -schleunigst: 1676 Francisci lust-haus 1270. 1808 reformministerium Stein 1,387 Sch.;-schlimmst; -schmählichst: 1521 Luther w. 8,22 W. ⟨1625⟩ kath. kirchenlieder 1,433 K.; -schmerzlichst; -schnödest: ⟨1542⟩ Sachs 3,355 LV;-schnödigst verwerflichst: 1472 vnordenlich lieb vnd vnkeuͦsche .. sein .. alten mennern vnd frawen am meysten verpotten vnd aller schnoͤdigst Eyb dt. schr. 1,13 H.;-schönst; -schrecklichst; -schwächst: 1537 Schaidenreiszer odyssea 193 W. 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,327;-schwerst; -schwierigst: ⟨1887⟩ Ebner-E. 5(1905)251; -schwülst: ⟨1898⟩ Fontane (1919)II 2,212 jub.;-seligst; -seltenst: 1744 Gottsched Bayle, wb. 4,202a. 1841 K. A. Varnhagen tgb. (1861)1,330;-seltsamst; -sicherst; -sichtigst sichtbarst: 1710 Köhler schles. kern-chr. 1,19;-sinnlichst: ⟨v1813⟩ Wieland in: 1DWB 1,228. ⟨1860⟩ auf allersinnlichste und eigentlichste art Wackernagel kl. schr. (1872)3,249;-spätest: 1718 wir werden sie auff allerspätst biß dinstag hir haben Elisabeth Ch. v. Orleans br. 3,246 LV. 1885 C. F. Meyer 12,175 Z./Z.;-speziellst: ⟨1898⟩ Fontane (1919)II 2,264 jub.;-stärkst; -stillst: ⟨1804⟩ Tieck (1828)1,195;-streitbarst; -strengst; -submissest: 1777 gelanget an euer kaiserliche majestät allersubmissestes bitten in: br. an Bahrdt 2,27 P.;-subtilst: ⟨n1491⟩ pilgerreisen 171 R./M. 1742 Gottsched Bayle, wb. 2,7b;-sündigst: 1520 Luther w. 6,453 W.;-süßest; -tapferst: 1669 Grimmelshausen Simplicissimus 239 Sch. ⟨1727⟩ Gottsched Fontenelle, auserlesene schr. (1751)266;-teuerst; -tiefst; -tödlichst: 1521 Luther w. 8,282 W.;-tollst: ⟨1798⟩ Tieck (1828)16,109. 1873 Treitschke br. 3,2,377 C.;-torlichst: 1520 Luther w. 6,440 W.;-totest: ⟨v1867⟩ Kügelgen jugenderinn. (1870)368;-trefflichst: 1760 d. neueste aus d. anmuthigen gelehrsamkeit 575 G. 1887 Keller leben 23,518 E.;-treuest; -trivialst: 1847 Hebbel III 4,40 W. 1863 Reuter br. 519 W.; -übelst; -unausstehlichst: 1834 Mendelssohn-B. br. 2,46 M.-B.; -unbescheidenlichst: 1463 (Augsb.) chr. dt. städte 5,296;-unbeständigst: ⟨1542⟩ Luther tischreden 3,515 W.;-undeutschest: ⟨1840⟩ Arndt 1,213 R./M.;-unglaublichst: 1950 Graf mitmenschen 168;-ungleichst: 1535 Luther w. 51,214 W.;-unglücklichst: 1741 dem allerunglücklichsten liebhaber Gottsched in: Reichel Gottsched-wb. (1909)1,127a. 1841 K. A. Varnhagen tgb. (1861)1,375; -unglückseligst; -ungünstigst: ⟨1886⟩ Ebner-E. 2(1905)398;-unmittelbarst: 1864 Hettner gesch. dt. lit. (1862)2,562;-unnützest: 1669 Grimmelshausen Simpliccissimus 41 Sch. ⟨1831⟩ Tieck (1828) 22,320;-unschädlichst: ⟨1473⟩ weist. 1,142 G.;-unscheinbarst: 1690 Lohenstein in: dt. lit. 3,426 K.;-unschuldigst: 1672 Greiffenberg in: dt. lit. 3,63 K. 1725 tadlerinnen 1,148;-unterst: ⟨1625⟩ kath. kirchenlieder 1,289 K. ⟨1932⟩ Stein frauenbildung (1949)7;-untertänigst; -untreulichst: 1522 Luther w. 8,676 W.; -unüberwindlichst: 1533/4 Turmair 4,2,622 ak. 1553 Kirchmair in: font. rer. austr. I 1,419;-unvergeßlichst: 1862 Hettner gesch. dt. lit. 1,411;-unverständlichst: 1828 Tieck 1,IX; -urältest: 1772 Hamann 3,48 N.;-verdammlichst: 1778 L. Mozart br. 2,120 Sch.;-verehrungswürdigst: ⟨1797⟩ Tieck (1828)15, 277;-vermutlichst: 1676 Francisci lust-haus 846;-vernünftigst: ⟨1726⟩ Gottsched Fontenelle, welt (1738)144. 1780 Mozart br. 2,24 Sch.;-verschiedenartigst: 1862 Hettner gesch. dt. lit. 1,139;-verschiedenst; -verschmählichst allerschmählichst, verachtetst: 1495 den allerversmelichsten, bittersten doit des cruzes privatbr. d. ma. 2,115 S.;-verwunderlichst: 1819 E. T. A. Hoffmann 4,80 G. ebd. 5,44;-vollständigst: 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,53. ⟨1798⟩ Tieck (1828)15,322;-vorderst; -vornehmst; -vorsichtigst: 1741 die allervorsichtigste schreibart wird niemals verhindern, daß sich nicht ihren lesern .. geile bilder vorstellen sollten Gottsched Bayle, wb. 1,75a. 1848 Reuter br. 295 W.;-vortrefflichst -wägest allerbest: 1293 einen solichen man .. kiesen, der zvͦ dem ammete alrebest vn̄ alrewegest si corp. altdt. originalurk. 3,104 W. 1533 Hug villinger chr. 136 LV;-wahrst: ⟨1798⟩ Tieck (1828)16,108;-wärmst; -weisest; -weitest; -wenigst; -wertest -wertvollst: 1913 wandervogel 293;-wichtigst; -widerwärtigst -wildest: 1669 Grimmelshausen Simplicissimus 141 Sch. 1733 beytr. crit. hist. 2,635 G.;-willigst: 1522 Luther w. 10,1,2,207 W. 1523 ebd. 11,253;-winzigst: 1981 Fühmann saiäns-fiktschen 128;-witzigst; -wunderbarst: 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,206b. ⟨1804⟩ Tieck (1828)1,148;-wunderlichst; -wundersamst; -würdigst: ⟨n1400⟩ Johann v. Saaz ackermann 247 H. 1472 Eyb dt. schr. 1,99 H.;-zartest; -zärtlichst: ⟨1545⟩ (nachschr.) Luther w. 51,56 W. 1743 Gottsched Bayle, wb. 3,142b;-zierlichst. bei partizipialadjektiven, auch bildungen mit un- (seit frnhd. zeit produktiv)-abgelegenst: 1683 Beer sommer-täge 30 HND;-ausschweifendst: ⟨v1786⟩ der allerausschweifendste geschmack Mendelssohn in: Nicolai’s leben (1820)191 G.;-beleibtest: 1822 Goethe II 5,1,410 W.;-bestimmtest: 1862 Hettner gesch. dt. lit. 1,222; -betrübtest: 1663 Rist in: dt. lit. 3,719 K.;-brennendst: 1935 Abendroth Pfitzner 51;-dringendst: ⟨1830⟩ Tieck (1828)21,217; -drückendst: 1842 die allerdrückendste armuth junge generation 59 faks.;-einleuchtendst: 1845 Scheffel br. an Schwanitz (1906)35; -einnehmendst: ⟨1947⟩ Graf unruhe (1948)359;-erlesenst: 1981 Kant nagel 72;-gelehrtest: 1520 Luther w. 6,430 W. 1910 G. Hauptmann Quint 197;-geliebtest: 1758 d. neueste aus d. anmuthigen gelehrsamkeit 343 G. ⟨1803⟩ Klinger w. 11(1809)35;-geneigtest: 1669 damit er (könig) den aller-geneigtesten willen erzeige Grimmelshausen Simplicissimus 297 Sch.;-gerüstetst: 1524 erfordert die not, das jr vff das allergerüste, mit dem aller besten hergeredt gewapnet, den feinden begegnet texte Böhmens 191 W.; -reizendst: 1808 in: Schleiermacher brw. mit seiner braut 2101 M.; -schlafbringendst: 1673 Weirauch regirungs-klugheit A 2a;-unbegründetst: 1864 Scherer in: brw. Müllenhoff 46 L.;-unbekanntest: 1523 Luther w. 12,236 W. 1741 Gottsched Bayle, wb. 1,281a; -ungelegenst: ⟨1538⟩ die allerungelegeneste und unbequemeste oerter Luther tischreden 3,681 W.;-ungeteiltest: 1870 Reuter br. 754 W.; -unvermutetst: 1777 L. Mozart br. 1,256 Sch.;-unverschämtest: 1541 Luther w. 51,525 W.;-verachtetst: 1536/7 Luther tischreden 2,650 W.;-verletzendst: ⟨1825⟩ Immermann 8,57 B.;-vermaledeitest: ⟨v1872⟩ Grillparzer 513,30 S.;-verschlagenst: 1669 den aller-verschlagnesten soldaten in der welt Grimmelshausen Simplicissimus 176 Sch. b verstärkendes aller- bei superlativischen adverbien (seit ahd. zeit), in neuerer sprache (18./19. jh.) vor allem bei adverbien des typs jüngstens, meistens usw.:-achterst ganz hinten: 1270 zolest ward ich des greven gewar .. zo aller eichterst an der schar in: Wrede altköln. sprachschatz 97b;-baldest; -bast; -dickst 1;-endlichst: 1870 allerendlichst aber ist irren menschlich Keller leben 23,26 E.; -erst; -gemachst: 1470 Tschachtlan in: qu. schweiz. gesch. (1877) 1,253;-gernst; -höchstens; -jüngstens: 1867 in: Sanders erg.- wb. (1885)289a;-meist; -meistens: ⟨v1709⟩ Abraham a s. Clara weinkeller (1710)259;-mindestens; -nächstens; -öfterst: ⟨1783⟩ auf diese weise entstehen die verschloßnen geschwüre .. der lunge am alleröftersten Stoll, heilungsmethode (1787)1,120;-schierst; -schließlichst: 1853 alles, was zu schwer sein sollte, auszulassen, überhaupt möchte er allerschließlichst noch um nachsicht wegen etwaiger fehler .. gebeten haben R. Wagner tgbbl. u. br. 4759 G.; -wenigstens.

allerelendest, adj.

Fundstelle: Band 2, Spalte 355, Zeile 6 [Pfeifer]
ALLERELENDEST adj.   (aller- 2 a): 1526 da trifft gotts zorn niemand denn yhn alleyne, meynet auch, es sey sonst kein zorn denn der, den er fulet und findet sich also den aller elendesten menschen Luther w. 19,210 W. 1669 seinen .. anjetzo .. aller-elendesten und verlassenen S. Simplicissimum Grimmelshausen Simplicissimus 327 Sch. 1755 hat M. .. das allerelendeste (‘ärmlichste’ wirtshaus) im ganzen städtchen zu seinem aufenthalte gewählt Lessing 2,267 L./M. 1853 ein staatsanwalt und ein präsident .., die in der revolution von 1849 die allerelendesten (‘verächtlichsten’) rollen gespielt haben Gervinus brw. 2,347 I.

elend, adj.

Fundstelle: Band 7, Spalte 1223, Zeile 53 [Rahnenführer]
ELEND adj.   ahd. elilenti, mhd. ellende. as. elilendi, mnd. elende; mnl. ellende; ae. elelænde, ellende. der 1. kompositionsteil, ahd. eli-, geht mit lat. alius auf idg. *alios ‘anderer’ zurück; der 2., ahd. -lenti, ist eine abl. von land n. die etymologische undurchsichtigkeit des erstbestandteils hat die bis etwa 1300 abgeschlossene kontraktion zu ellende sowie die seit dem 15. jh. feststellbare vereinfachung der -l-schreibung erleichtert. die nhd. form elend überwiegt seit der 2. hälfte des 16. jhs. und herrscht seit der mitte des 18. jhs. allein. vom 13. bis 16. jh. begegnen die (md.?) formen enelend, enlend. etwa ab 1500 tritt die bedeutung A gegenüber der bedeutung B zurück. A fremd, weit fort oder von weit her. 1 fremd, nicht heimisch, auch substantivisch, von personen: 8.jh. aduena alilandi ahd. gl. 1,41,2 S./S. u830 bistu eino elilenti in Hierusalem tu solus peregrinus es in Hierusalem Tatian 2225,1 S. ⟨v1022⟩ incola ego sum in terra ih pin elelende hîer in erdo Notker 3,3,871 ATB.hs. 12.jh. daz ih die ellenden nien geherbergote benediktbeurer glaube II 28 S. u1333 swer .. win verkouffet, es si ellender win oder lantwin der .. zürcher stadtb. 1,58 Z.-W. ⟨1594⟩ das elend viech, das sich .. vergêt, solle man weder nuzen, äzen, melhen noch trenken weist. 6,145 G. vereinzelt noch: 1643 wir sind ellende sänger vnnd musicanten Moscherosch gesichte (1642) 2,232. 1794 elend sind wir und fremd in jedem anderen lande Goethe I 50,81 W. 2 vertrieben, verbannt, in der fremde, verbannung, gefangenschaft lebend; auch substantivisch, von personen: E8.jh. chifangana ardhans sia (schlange) Christ dhanan uuzs alilenda conprehensum (serpentem) exinde captiuum Isidor 699 ATB. 863/71 (Romani) mit wafanu unsih thuingent, .. / mit kreftigera henti duent unsih elilenti Otfrid III 25,18 E. ⟨1060/5⟩ daz er (Joseph in Ägypten) wâre ellente wiener genesis 2009 S. ⟨1271/86⟩ dô des landes hêrre hete vernomen / des vertriben küneges komen, / .. an des ellenden herberge er reit Ulrich v. Etzenbach Alexander 250 LV. 1546 wie aber der ellende Hiltprand zuͦ Salernen in Apulien krank ward Watt 1,217 G. historisierend: 1799 und auf seinem königsitze / schweift er (der mensch) elend, heimatlos Schiller 1,427 nat. ⟨1826⟩ der herr von Basville hatte aus einer art von gutherzigkeit den elenden als jäger bei sich in dienste genommen Tieck (1828)26,130. 3 für fremde, alleinstehende menschen bestimmt, ihnen eigen jünger vielleicht mit anlehnung an B 1 ‘hilfsbedürftig’. wohl zunächst keine zuss. mit dem substantivischen bezugswort, später als zuss. mit dem substantivierten adj. umgedeutet (z. b. ellendenherberge f.): u1277 daz ich ein haus vnd ein hofstat in der ellenten strazz .. han gegeben dem chloster corp. altd. originalurk. 1,294 W. 1400/15 zuͦ heischende gelt zuͦ stüre zuͦ einre ellenden herbergen .., das er (priester) eine ellende herberge stifte (Straßb.) chr. dt. städte 9,739. 1519 van der elendenbruderschafft mon. hist. warm. 13,150. 1713 viele sogenannte elende häuser oder armen-häuser zu Lübeck, worinn nothdürfftige leute .. verpfleget werden Melle Lüb. 191. B schlecht, schlimm, kümmerlich. 1 unglücklich, bedauernswert, auch unwohl, krank; oft auch substantivisch:hs. 10.jh. drohtin .. ercuuikende uone stuppe elelendun (suscitans de puluere egenum!) unde uone miste ufrihtende armen rhfrk. psalmenübersetzung 301,28 S. ⟨1130/50⟩ swer dize ellente leben / umbe daz ewige hat gegeben / unte hi lidet martire unte not himml. Jerusalem 22,5 M. ⟨u1230⟩ der man ist ellend âne guot, / swaz er kan od swaz er tuot Freidank 257,12 G. hs.u1480 wer sol sich nun erbarmen / ueber mich ellende und armen (Maria unter dem kreuz) egerer fronleichnamssp. 6459 LV.dr. 1555 du kindlein zart, / wie ligstu so elend vnd hart kirchenlied 4,27 W. ⟨1614⟩ das .. die leut seyn werden wie ein herde elender vnnd müheseliger thiere fama fraternitatis (1616)173. 1755 wer ist so grausam, daß er einer elenden auch nicht einmal die hofnung (auf zuneigung) gönnen wollte? Lessing schr. (1753)6,78. ⟨1883⟩ daß ihr ein glücklicher mensch seid und ich ein elender Heyse ges. w. [1924] I 4,127. 1979 Hermann Fredersdorf .. wird bei den wahlen elend scheitern zeit 25,17. 2 abwertend; widerlich, verhaßt, abstoßend; auch substantivisch: ⟨1349/50⟩ den pœsen gaist, der wartet unser in disem ellenden mer der unstæten werlt Konrad v. Megenberg b. d. natur 205 P. ⟨1481⟩ das ellend mordt an der junckfrawen getan Füetrer bayer. chr. 97 S. 1524 also schammen sich die ellenden nichts, .. o dolle vermessenheit Bucer I 2,145 S. 1600 wann sonsten die verblendte elende papisten nichts wider vnsere lehr fuͦrzubringen wissen Forner notwehr 329. 1755 geh, elender; und lerne erst ihre mutter kennen Lessing schr. (1753)6,69. 1852 in diesem gottverfluchtesten aller elenden nester (Leipzig) Treitschke br. 1,139 C. 1978 einmal aus diesem elenden rollstuhl heraus, das täte dir gut Boesch kiosk 197. 3 dürftig, kümmerlich oder als unzulänglich, geringwertig empfunden: ⟨v1510⟩ wan̄ man das garn beschouwen solt, so wer es arm ellend kuder garn Geiler bilgerschafft (1512) 58c. 1653 Bullerbrok fähet an zu singen, aber gar schlecht und elend Rist d. friedejauchtzende Teutschland 159. 1764 bin ich es (bedauernswert) nicht, da ich für einen kleinen elenden gewinnst mich allenthalben zur schau aussetzen .. muß? Wieland don Sylvio 2,379. 1811 dann kamen wir in der nähe der festung Tusa nach Lufinali, einem elenden wirthshause Goethe I 46,169 W. 1971 daß .. er (könig Juan) mit den elenden resten seines heeres abziehen muß Häusler Heinrich 70. schlicht, durchschnittlich: 1604 (trunkene könige und fürsten) möchten sonst trincken vnd der rechte vorgessen vnd verendern die sachen irgend der elenden leute Colerus oecon. 1,97. 1732 verstrubelte haare, schlecht hut, grau elend kleid, grobe schuh Haller tgb. reisen 106 H. ⟨1835⟩ die componisten legten sich feder und papier in der elenden (schlichten) absicht zurecht, dies oder jenes auszudrücken, zu schildern, zu malen Schumann (1871) 1,84. 4 intensivierend; sehr, ungeheuer, schrecklich: ⟨1581⟩ ein erbaͤrmlichs blutvergiessen vnd elender jammer in der stadt Rivander duͤring. chr. (1596)490. 1753 die elend kurze dauer des gegenwärtigen lebens Formey, philosoph 1,185. ⟨1908⟩ über die totenmaske von Wagner bin ich elend mächtig stolz Reger br. 184 H.-K. 1976 der spruch .. muß .. aber elend tiefsinnich sein Schnurre ich brauch dich 108. C ein fehlen, einen mangel bezeichnend. 1 frei von, ohne etwas, arm an etwas. prädikativ mit genitiv oder mit an präp.; auch substantivisch: ⟨v1022⟩ leid habet tih tînes mvotes elelenden getân Notker 1,3,331 ATB. ⟨u1187/9⟩ der gnâden ellende / hât danne den bœsern teil erkorn Hartmann Gregorius 24 N. ⟨u1285/90⟩ der vröuden enlende, / der trôstlôse Marke Heinrich v. Freiberg Tristan 6726 B. ⟨u1490⟩ der selb frew̆den ellennde / pin ich Füetrer Seifrid 463,3 LV. 2 verlassen, menschenleer, wüst: 1400/15 do bleip die stat wuͤste ston und ellende (Straßb.) chr. dt. städte 8,299. 1509 er .. wünschet sich mitt ir in ain wilden wuͤstin, do kain wonung waͤr. so bald er das gewünschet, do warn sy .. kommen in ain ellende ynsel Fortunatus 116 HND.

elend, n.

Fundstelle: Band 7, Spalte 1225, Zeile 25 [Rahnenführer]
ELEND n.   ahd. elilenti, mhd. ellende. as. elilendi, mnd. elende; mnl. nnl. ellende; afrs. elilend, ellend; ae. eleland, ellende. abl. von elend adj. st. flexion. der plur. ist selten. die kontraktion von elil-, elel- ist im 11. jh. abgeschlossen. vom 12. bis zum anfang des 16. jhs. begegnen häufiger die md. formen enelende, enlende. seit dem 16. jh. durchgehend mit einfacher -l-schreibung. mit dem 16. jh. tritt die bedeutung A gegenüber der bedeutung B zurück. A fremde, ort und zustand des aufenthalts außerhalb der heimischen umgebung. in der gegenwartssprache nicht mehr gebräuchlich. 1 fremde, ausland, auch ort des jammers, unglücks, der verbannung besonders religiös von der welt als stätte des unglücks. auch im plur. verwendet: u830 man .. in elilenti fuor homo .. peregre profectus est Tatian 2124,1 S. ⟨u1170⟩ si sulin .. uns in ellende / trîben ûzer dem lande Lamprecht Alexander S 4537 K. ⟨u1433⟩ abzescheyden auß disem ellend in das ewig leben Peuntner liebe gotes (1498) V 2b. 1588 noch bey leben (zu lebzeiten) seines vatern hertzog Heinrichs, der damals in Franckreich im elend war Pomarius chr. d. Sachsen 589. 1641 christen seyn immer seelig und in frieden, / wenn sie aus diesem elend abgeschieden Zesen Helicon (1640)2,96. ⟨1716⟩ daß ich mit dir, mein kind, dies elend bauen (in der fremde wohnen) könne Günther 1,101 LV. 1800 und alle die gesegneten deutschen länder / sind verkehrt worden in elender Schiller 8,30 nat. 1953 mir träumte wirr und schwer, / daß ich ferne von euch im elend wär Miegel ges. w. [1952]2,90. 2 aufenthalt in der fremde, das fremdsein an einem ort: 863/71 thaz quami uns in gidrahti, thih thuungin unmahti, / elilenti sero odo karkari suaro Otfrid V 20,88 E. ⟨1060/5⟩ daz in (Josephs brüdern) nieht gie ze herzen sînes ellentes smerze wiener genesis 2188 S. u1460/70 do er (ein mann) sin ellende nit wirdenklich volbrohte .., do fuͦr der vigend in in Sibilla v. Bondorf Franciscus 174 TSM. 1556 das sy mich eintweders mit dem tod oder mit dem ellend straafftind Stumpf Heinrych IV. 94a. 1770 daher wurde .. eine große menge von christen .. durch mancherley strafen und elend (verbannung) aus dem weg geräumt Mosheim, kirchengesch 1,320. B unglück, not. 1 schlimmer zustand, leid, widerwärtigkeit, unangenehmes ereignis: ⟨v1022⟩ diser lîb .. . solih elelende ist er. daz ih dâr-inne humane consolationis trôstis neruocho Notker 3,2,531 ATB. ⟨u1300⟩ ‘.. / mein clag hat ain ende, / da hin ist mein ellende.’ / .. ge endet was sein grosses laid Heinrich v. Neustadt Apollonius 16794 DTM.hs. 1487 wir finden leider jn aller welt .. me ellend, súnd vnd gebrest denn heilikeit vnd tugent franziskan. schrifttum 1,195 R.dr. 1590 sy (jesusfamilie) kamen in eins reichen mannes hauß, / vnd muͦsten gleich wider herauß, / das war ein ellende kirchenlied 2,894 W. 1666 den 29. maii .. geschah abermals ein nicht schlecht und geringes elend bey der stadt qu. Hof (1896)368 M. 1812 (kinder spielen schlachten und töten wirklich einen jungen.) ein rathsherr, der von ungefähr vorübergeht, sieht dies elend Grimm kinder- u. hausmärchen [1955]119 P. 1978 mit dem alter sieht man nicht mehr über sich hinaus, das ist wahr. ein elend ist es Boesch kiosk 299. 2 phraseologisch. als fluch oder im fluch, in verwünschungen: 1432/8 ‘ach ellend! nu wellent / sol ich?’ so sprach das klaine vieh Oswald v. Wolkenstein 50,16 ATB. 1832 elend! elend! hier, hier, merkst du? Mörike 2,113 M. –heulendes, trunkenes, graues elend niedergeschlagenheit (besonders nach übermäßigem alkoholgenuß): ⟨v1510⟩ etliche weinen das truncken ellend, als die kellerin, so sie foll weins werden Geiler sünden (1518)9a. ⟨1645⟩ etliche (frauen) bekommen (nach dem genuß von wein) auch das trunckene elend Talitz reyszgespan (1663)241. 1933 eigentlich liebe ich nur frauen, die viel vertragen. meine jetzige kriegt im wichtigsten moment das heulende elend Schickele Bosca 144. 1983 Duden dt. universalwb. 339c. – ein haufen (häufchen, häuflein) elend sehr unglückliche, bedauernswerte person: 1895 der brigadegeneral, mit einem schuß durch den unterleib .. nun ein häufchen elend Liliencron kriegsnov. 52. 1973 das drücke ihr ja glatt das herz ab, wenn ich so stumm dasäße, ein häuflein elend Walser sturz 77. – ein langes elend sehr große und zugleich hagere person: ⟨1910⟩ der dritte geselle war ein langes elend Schaffner Pilater (1929) 129. 1977 ein langes, schwarzhaariges elend Halter nacht 62.

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Zitationshilfe
„elend“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/elend>, abgerufen am 29.11.2021.

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