Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (²DWB)

emanieren, vb.

Fundstelle: Band 7, Spalte 1246, Zeile 23 [Peperkorn]
EMANIEREN vb.   lehnwort aus lat. emanare vb. 1 erlassen, ausgeben, in kraft setzen; in der rechts- und verwaltungssprache: 1685 die deshalb emanirten k. sincerationes und decreta, welche gleichsamb vim privilegii erhalten, von selbst mehr dann gnugsamb bekannt sind cod. dipl. Silesiae 27,318. 1796 alle diese vorherigen deich- und syhlordnungen wurden nicht nur von grafen Enno III. konfirmiret, sondern es emanirte derselbe auch .. eine eigene den damaligen zeiten und umständen angemessene deich- und syhlordnung Freese Ostfrießland 1,254. 1882 wie erwähnt, sind die landesgesetze von dem reichswillen emanirte gesetze mit territorial beschränktem geltungsgebiete Jellinek staatenverbindungen 209. 2 aus etwas hervorgehen: 1720 emaniren, ausfliessen, ergehen Spanutius schreib-lex. 230. 1827 hiedurch (durch den heiligenschein) wird auf alle fälle eine höhere geistige kraft, aus dem haupte gleichsam emanirend und sichtbar werdend, angedeutet Goethe IV 43,85 W. 1935 Plotin, der das endlich-seiende selbst aus der schöpferischen quelle des ersten einen emanieren läßt Guardini unterscheidung 447 k. 3 etwas hervorgehen lassen: 1925 jedes massenteilchen, letzten endes jedes atom oder elektron emaniert nach gemeinsamem takte die zeit und strömt sie nach allen seiten aus Josephy wirtschaft 27. 1975 daß dieser (gott) in tiefster urvergangenheit oder gar anders, üblicherweise, im emanierenden brunnen der höchsten höhe wohnte Bloch experimentum 74.

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Zitationshilfe
„emanieren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb2/emanieren>, abgerufen am 15.10.2021.

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